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Mein Sohn testet nicht.. Ich bin ratlos
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am 20.09.2016 16:48:50 | IP (Hash): 511407758
Hallo, ich bin neu hier..
allerdings hat mein Sohn schon seit 8 Jahren Diabetes.. je älter er wird.. umso weniger testet er.
Am Anfang meinte der Doc nur, das läge an der Pupertät. Aber da ist er jetzt raus. Jetzt ist er 18.
Er testet einfach nicht, ich sage es immer wieder. Mehrmals am Tag. Meist erzählt er mir auch irgendwelche Werte. Wenn ich dann den Tester mal kontrolliere sehe ich, er hat überhaupt nicht getestet.
Es ist schon vorgekommen, das er 2 Tage gar nicht getestet hat. Oder spät Abends.. dann erst wieder am nächsten Tag gegen Abend.
Ich werde noch wahnsinnig.. ich erinnere ihn andauernd daran.. testen.. spritzen.. ich kann es ja selbst nicht mehr hören. Aber es hilft nix.. er macht es einfach nicht. Er hockt vor dem dämlichen PC (den er auch gerade für sein Abi braucht) und macht einfach NIX !!
Er läuft morgens aus dem Haus ohne sein Langzeitinsulin zu spritzen, wenn ich es ihm nicht sage (weil ich evtl schon weg bin) .
Abends kann es auch schon mal passieren, das er es nicht spritzt. Ich sage "spritz dein Levimir".. er sagt ja.. geht nach oben.. und es passiert NIX (ich sehe das daran, das ich die Nadel immer runter mache und es anders hinlege, weil ich weiß das er es nicht macht, so kann ich es ein bisschen kontrollieren, was er aber nicht weiß).
Der Diabetologe meinte vor 2 Jahren, ich bräuchte nicht mit zu den Terminen kommen, das kann er alleine.. Ja klar kann er das.. konnte er schon immer.. aber es ging doch einfach um die Info.
Was jetzt dabei herauskommt sehe ich .. seit 3 Jahren hat er einen Langzeitwert zwischen 10,9 und 12,8. Der Diabetologe meint GUT .. muss runter .. aber GUT (ich könnte schreien)
Ich bin so wütend.
Mein Sohn hat gelernt bekommen (im KKH) das er beim Aufstehen, zum Frühstück (auch in der Schule), Mittags, evtl Nachmittags und Abends testen muss und natürlich auch vor dem Schlafen gehen.
Dieser Diabetologe meint 3 mal am Tag REICHT ?!?
Heute hatte mein Sohn den nächsten Termin, er ging alleine, kommt zurück und meint, in 3 Wochen geh ich wieder, dann reden wir über die Pumpe (er wollte nie eine) .
Aber jetzt hat man ihm gesagt, mit Pumpe denkst du ans spritzen, dann wird alles besser.
HALLO?!?!?! Er TESTET NICHT !!!
Würde er testen, würde er doch seinen Wert sehen und spritzen, aber er testet nicht. Wenn er jetzt eine Pumpe bekommt und ständig drauf drückt, weil er ja jetzt nicht extra spritzen muss hilft das doch nicht.
Oder liege ich falsch?? Wenn er nicht testet, weiß er doch auch gar nicht was er spritzen soll. Aber das scheint den Arzt nicht zu interessieren. Der SIEHT nicht mal, das er riesige Abstände zwischen dem Testen hat.
Was ratet ihr mir? Was soll ich unternehmen?
Gruß Tanja
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am 20.09.2016 18:06:54 | IP (Hash): 2075169319
Du schreibst zwar von hohem HBA1c, aber der gilt in weiten Teilen der Welt noch als erträglich. Und die meisten Menschen und auch die meisten INSULINER in aller Welt testen auch heute noch nicht.
Vor 30 Jahren hat das Selbertesten erst angefangen, bei uns zunächst in sehr einzelnen Fällen. Allgemein verbreitet für Insuliner seit der Mitte der 90ger Jahre. Bis dahin musste die Einstellung reichen, die alle viertel Jahre im kranken Haus überprüft und angepasst wurde.
Wenn Dein Sohn nicht alle Nase lang mit ner schweren Unterzuckerung umkippt, muss er wenigstens den Teil richtig machen, und der ist zur Zeit für ihn am wichtigsten.
Und jetzt mal Klartext:
Wie Du Deine beständige Nerverei beschreibst, würde ich wahrscheinlich jeden Tag durchdrehen und garantiert auch nicht regelmäßig testen und spritzen, wenn ich Dein Sohn wäre.
Dein Sohn ist 18 und damit volljährig. Und es ist sein Diabetes. Der geht Dich NULLKOMMANIX an. Das ist wie Waschen und Zähne- und Hinternputzen seine ureigenste Angelegenheit, zu der Du nur dann gefragt bist, wenn er Dich fragt.
Deinem Sohn ne offenbar dringend notwendige zusätzliche Schicht dickes Fell und Daumendrück für’s Abi :)
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 20.09.2016 18:23:04 | IP (Hash): 1277894460
Hi!
Wenn er das so akzeptiert kannst Du Dich auf den Kopf stellen und rückwärts Pizza backen - je mehr Du zum Thema sagst umso weniger wird er hören...
Reden doch mal "wie mit 'nem Erwachsenen" über das Thema. Folgeschäden und Deine Sorgen und so.
1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 20.09.2016 19:52:37 | IP (Hash): 861203532
Hallo,
als ich 18 und mitten im Abi war, war messen auch nicht meine Lieblingsbeschäftigung - aber meine Eltern habe sich niemals eingemischt, und das war gut und richtig so. Hätten sie sich eingemischt, hätte das nur auch noch meinen Trotz geweckt...
Wenn er mal 2-3 Tage nicht spritz, wird es ihm so mies gehen, dass er ganz von alleine drauf kommt...
Zum Thema Pumpe:
Wenn er eine Pumpe mit CGM genehmigt bekommt, könnte das die Situation wirklich verbessern. Er müsste nur noch 2mal täglich kallibrieren und die Pumpe meckert, wenn die Werte zu hoch oder zu niedrig sind.
Allerdings, um die Pumpe zu bekommen, braucht er wahrscheinlich ausführliche Tagebücher mit 5-6 BZ-Werten pro Tag. Und mangelnde Motivation/Compliance ist bei der Genehmigung auch nicht hilfreich...
Bearbeitet von User am 20.09.2016 19:56:23. Grund: .1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
Elfe
Rang: Gastam 21.09.2016 00:08:58 | IP (Hash): 1532442561
Hallo Tanja,
verstehe deine Wut !
Der hohe HbAc1-Wert ist inakzeptabel ! 6,5 wäre o.k.
Ich würde dem Sohn mal ordentlich ins Gewissen reden.
Er weiß doch eigentlich Bescheid, was bei so hohen Werten zu befürchten ist.
Was soll das jahrelange Ignorieren der Krankheit, die logisch und mit einfachen Biologiekenntnissen und einfachen Dreisatz zu bewältigen ist.
Am Abi bauen, wohl noch ein Studium, und die Folgen der Krankheit treten dann auf ?
Ich würde das Messen und Spritzen - vor deinen Augen -, soweit dir das möglich ist, offen kontrollieren.
Nicht nur 3 x am Tag ist wichtig zu messen, sondern vor den Mahlzeiten, ca. 4 h danach um zu sehen ob KH und Insulin gepasst haben und vor dem Schlafengehen. Die Levemir-Gaben sind auch sehr wichtig.
Volljährig oder nicht. Die Sorge um die nächsten Angehörigen ist da. Besonders um die Kinder.
Immer offen sein: "Ich sorge mich um dich" in Kombination an die persönliche Verantwortung und "so schwer ist das nicht".
Nicht einfach, hilft aber vielleicht dann doch.
Liebe Grüße
Elfe
Bearbeitet von User am 21.09.2016 00:34:16. Grund: . -
am 21.09.2016 02:54:52 | IP (Hash): 1260341067
Moin, Moin Tanja,
das ist eine klare Mutter Kind Auseinandersetzung in der Du nur verlieren kannst.
Du triffst Entscheidungen, die dich angehen, Dein Sohn muss seine Entscheidungen
treffen. So einfach ist das. Der "Kerl" macht nichts schreibst Du. Er macht was, denn
er macht sein Abi, nur macht er nicht was Du willst.
So kommst Du nicht weiter und bekommst Magengeschwüre.
Liebe Grüße
Rolf
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 21.09.2016 11:47:08 | IP (Hash): 511407758
Danke für Eure Antworten.
Also zum Einen.. wir reden wie Erwachsene miteinander und er will es ja ändern.. aber tut nichts dafür.
Klar macht er sein Abi, aber eher nebenbei, er versteckt sich hinter (oder eher vor) seinem PC und spielt Spiele, nach dem Motto, hier bin ich und muss nicht an alles andere denken, weil, das will er nicht. Als er Diabetes bekam, war er traurig, ja sicher, aber er konnte damit umgehen und sagte oft " Mama ich bin froh das ich nix schlimmeres hab", heute ist es eher so, das er durch ignorieren versucht die Krankheit "verschwinden" zu lassen. Ich habe das dem Arzt gesagt und auch der Diabetes Assistentin, aber die meinten nur Puptertät.
Was die Aufzeichnungen angeht, er hat noch nie seine Bücher geschrieben, da hab ich mich auf den Kopf gestellt wie ich wollte. Also gibt es keine Aufzeichnungen, was Der Diabetologe dann auch völlig ok fand. Allerdings, der aus dem KKH fand das nicht ok. So viel dazu.
Seine Werte sind eben auch so hoch, das er Schäden davon tragen wird, denn Werte von 390 bis HIGH sind wohl nicht im gesunden Maß und das über Dauer.
Ich glaube auch, das er es mit dem restlichen Spritzen nicht so genau nimmt und immer wieder mal hierfür oder dafür ein paar BE unter den Tisch fallen lässt (zwischendurch).
Und ganz im Ernst, klar ist es seine Krankheit und klar ist er 18, aber trotzdem ist es mein Kind und ich wüsste gerne, welche Mutter tatenlos daneben steht und zuschaut wie ihr Kind sich systematisch kaputt macht?!?
Ich habe schon alle Varianten probiert. Ich habe mich am Anfang gekümmert (er war 10), ich habe losgelassen und es ihm überlassen (was dazu führte das er tagelang gar nicht getestet und "blind" gespritzt hat), ich habe irgendwann damit anfangen müssen ihn zu erinnern, also was soll ich machen? Zuschauen wie er sich mit Werten im HIGH Bereich schädigt???? Bestimmt nicht
Unterzucker hat er sehr wenige, nämlich immer dann, wenn er sich an die Angaben des Arztes hält, denn der sieht ja nur die hohen Werte und denkt die Einstellung stimmt nicht. Das er aber so gut wie gar nicht oder einfach nur das Essen spritzt, ohne Rücksicht auf den derzeitigen Wert, wird er ihm kaum sagen.
1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 21.09.2016 12:46:07 | IP (Hash): 1260341067
Moin, Moin Tanja,
ich kann Deine Situation sehr, sehr gut nachvollziehen. Trotz allem nutzt es Dir absolut nichts, wenn Du dich innerlich aufregst. Ich habe 3 Kinder. Nicole ist scheinbar in Deinem Alter, wenn 73 ein Hinweis auf das Geburtsjahr ist. Sie wurde am 1974 geboren und ist ein absolutes Chaos Kind. Abi und Studienabschlüsse in Diplom Pädagogik und Psychologie. Heute ist sie Studienrätin. Mit ihr machte ich
zeitweise die Hölle durch. Ich weiß also von was ich rede.
Gib ihm die lange Leine und vermeide ihn zu gängeln, denn das wird kontraproduktiv.
LG Rolf
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. -
Elfe
Rang: Gastam 22.09.2016 18:15:11 | IP (Hash): 1532442561
Hallo Tanja,
so wie ich dich verstanden habe, ist 'die lange Leine' schon mindestens drei Jahre bzgl. Diabetes gegeben.
Die hohen Werte sind wirklich bedenklich.
Da dein Sohn mittlerweile verständiger sein sollte und ihr auf Augenhöhe miteinander sprecht, könnte eine andere Gesprächsführung zielführend sein. Statt 'Du musst messen, Du musst spritzen, Du sollst ...', eher aufzeigen, was dein Sohn riskiert, wenn er so weiter die Krankheit ignoriert.
Spätschäden treten erst nach vielen Jahren (7 - 15 werden genannt bei guten BZ-Werten) auf, aber wer möchte das bitte riskieren bzw. ausreizen ?
Du könntest ev. dir diese beiden Links (oder selber mal recherchieren) durchlesen, ausdrucken und ganz sachlich mit deinem Sohn besprechen:
https://www.diabetes-austria.com/dyn/userfiles/pdf/SpaetschaedenHoworka-1.pdf
http://www.diabsite.de/aktuelles/nachrichten/2015/150403.html
Noch hast du Einfluss im gemeinsamen Haushalt. Im 'geschützten' Raum von Schule und Zuhause ist Zeit, um die Blutzuckerkontrolle zu üben.
Wird als Erwachsener in eigener Wohnung und Umfeld (Studium, Ausbildung, Beruf) nicht unbedingt einfacher, weil - leider - viele Menschen mit Diabetes eher den Typ 2 verbinden, und meinen 'ist gar nicht so schlimm'. Da gilt dann mehr denn je, seine Behandlung zu 'verteidigen' und durchzuführen.
Was seine Aufzeichnungen bzgl. Tagebücher betrifft, ist das auch wirklich lästig.
Heutzutage gibt es aber Apps fürs Smartphone (http://www.diabetes-forum.de/forum/topics/9/Software), welche vielleicht eher ein Interesse bei deinem Sohn wecken könnte. Das kann er auch selber recherchieren und sich ev. eher damit anfreunden.
Liebe Grüße
Elfe -
am 22.09.2016 18:48:33 | IP (Hash): 1616571417
Moin, Moin Elfe,
wollen wir beide eine Wetter abschließen? Ich setze eine Flasche Champagner und Du eine Flasche Coca Cola.
Gegenstand der Wette. Tanjas Sohn wird sich weiterhin einen scheiß um die Messungen kümmern.
Die tragen eine Mutter/Kind Auseinandersetzung aus.
Meinst du nicht das ein Abiturient weiß, was zu tun notwendig wäre?
Liebe Grüße
Rolf
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.