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Habe ich wirklich Diabetes?
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am 21.12.2016 07:24:25 | IP (Hash): 1968426118
edit: da es anscheinend nicht alle lesen: der unten aufgeführte Wert von 127 mg/dl ist NACH DEM FRÜHSTÜCK gemessen worden.
Hi Leute!
Nach einem Routinebesuch beim Hausarzt (der auch Diabetologe ist, was bis vor Kurzem gar nicht wichtig war für mich) sitze ich zu Hause mit meinem neuen Messgerät, einem Ernährungsplan und Ratgeberbüchern und mir schwirren Begriffe wie "Insulin", "TYP 1" und "Diabetes" im Kopf rum.
Ich hatte in der Praxis einen Blutzuckerwert von 127 (zumindest war das die Zahl, die ich auf dem Display erkennen konnte). Das war ETWA zwei bis drei Stunden nach dem Frühstück (2 Eier, Käse, ein sehr großer Apfel, viel Milchkaffee). Wie lange genau das nach dem Frühstück war, kann ich nicht mehr sagen, weil ich ja vorher noch nicht wusste, dass diese Frage an dem Tag mal wichtig werden würde. Ob ich hier wirklich den richtigen Wert wiedergebe, kann ich auch nicht zu 100 % sagen (auch da wusste ich nicht, dass das mal wichtig werden würde).
Der Wert ließ da anscheinend die Alarmglocken schrillen, nach einigem Hin und Her und vielen Fragen von allen Seiten erklärte mir der Hausarzt (Der Diabetologe ist), dass er bei mir ein Typ1 Diabetes vermutet, es wäre wahrscheinlich, dass ich mir bald anfangen müsste, Insulin zu spritzen. Für die verschiedenen Untersuchungen zur Diagnose habe ich jetzt Termine. Bis dahin soll ich den Ernährungsplan einhalten.
Zu Hause und bei der Arbeit danach habe ich mich dann für den Rest des Tages einigermaßen an den Plan gehalten und die ersten Messungen selbst gemacht. Allerdings war ich auf diesen Essensplan nicht vorbereitet und hatte abends noch ein paar Kohlenhydrate (eine Scheibe Brot), damit ich überhaupt was essen kann.
Mein Zweistundenwert lag mittags (nach einem Salat) bei 101 mg/dl, abends (nach Brot, Tomaten und Fleisch) bei 112 (ohne jegliche Medikation). Vor dem Abendessen lag ich auch mal bei 95. Mein Nüchternwert heute morgen war 88 (allerdings ist die letzte Mahlzeit erst 8 Stunden her, die ganze Aktion gestern hat mich in der Tagesplanung etwas zurückgeworfen und ich habe spät gegessen). Ich werde mal nüchtern bleiben und später nochmal messen. Unglaublich niedrig ist das alles nicht. Aber ist es denn echt nennenswert hoch?
Wenn ich so recherchiere und meine Ratgeber durchblättere, muss ich echt mal fragen: Was ist daran so dramatisch?? Hab ich irgendwelche neuen Tabellen nicht gefunden oder etwas nicht begriffen? Ich lasse mich da gerne belehren, der Arzt ist ja auch der Experte, nicht ich. Ich werd jetzt brav diesen Plan einhalten und die vielen Untersuchungen mitmachen. Aber ich sitze grad irgendwie allein mit diesem ganzen neuen Kram hier und kann es nicht glauben (was ja wahrscheinlich ganz normal ist). Ich bin übrigens 30 und weiblich, falls das noch wichtig ist.
Viele Grüße
edit: ich hatte übrigens keine der Symptome wie Durst, schlecht heilende Wunden oder sehr starke Müdigkeit. Ich bin auch zwischendurch mal müde und ich war dieses Jahr öfter erkältet, das war bisher aber alles. Abgenommen habe ich nur wenig (4 kg in 4 Monaten), weil ich abnehmen wollte. Hab mehr Sport gemacht und aufs Essen geachtet.
Bearbeitet von User am 21.12.2016 18:29:29. Grund: Verständlichkeit -
am 21.12.2016 07:53:30 | IP (Hash): 2108455638
Hi!
Du schreibst da was von einem Routinebesuch....
Sabbeltante schrieb:
Unglaublich niedrig ist das alles nicht. Aber ist es denn echt nennenswert hoch?
Wenn Dein Doc was von Typ 1 gesagt hat, dann muss er Antikörper gefunden haben. Das dauert allerdings etwas, warst Du ca. 1 Woche vor dem Termin zur Blutentnahme da?
Deine Werte sehen prima aus – ohne erhöhten HbA1c (weißt Du den Wert?) und auf Basis Deiner Angaben ist die Aussage "Typ 1" echt gewagt. -
am 21.12.2016 08:06:56 | IP (Hash): 1968426118
Hi,
nein, es wurden keine weiteren Untersuchungen gemacht. Ich wurde nur zwischendurch mal gepikst und gemessen. Das ging eigentlich nur los, weil ich ein paar Fragen zum Abnehmen und zu meinem PCO hatte und deshalb einen Termin machen wollte. Deshalb wurde ich gewogen, vermessen und eben der Zucker gemessen. Vorher war ich monatelang nicht beim Arzt.
Antikörpertest (und vermutlich HbA1c) etc. folgen alle erst noch.
Was ich aber noch dazu sagen muss: bei mir wurde ein beginnendes PCO Syndrom festgestellt beim Frauenarzt. Die Blutwerte waren aber gut, deshalb sollte ich jetzt erstmal 5 bis 10 Kilo abnehmen und falls das nicht hilft, sollte dann die ganze Untersuchungswelle losgehen (Insulinresistenztest oder so ähnlich etc). Das hab ich aber auch alles erwähnt.
Vor einem Jahr hatte ich mal einen Nüchternblutzucker von 80 (beim vorherigen Hausarzt per Blutabnahme gemessen). Das war auch aus Routine und der damalige Arzt fand den Wert gut (ich auch).
Also mein Nüchternblutzucker nach fast 11 Stunden (Allerdings erst 2,5 Stunden nach dem Aufstehen gemessen) ist jetzt 105. Steigt also doch wieder. Eben war es noch 88 direkt nach dem Aufstehen.
Ich werd jetzt mal nach Plan essen und messen bis zum nächsten Arzttermin. Vielleicht überrascht mich mein Blut ja noch. Irgendwie muss das Praxisteam ja auf die Idee gekommen sein.
Es würde mich sehr beruhigen, wenn wir uns hier einig wären, dass die bisherige Aussage in der Praxis eher Spekulation war als eine Diagnose. -
am 21.12.2016 08:23:41 | IP (Hash): 2108455638
Sabbeltante schrieb:
Also mein Nüchternblutzucker nach fast 11 Stunden (Allerdings erst 2,5 Stunden nach dem Aufstehen gemessen) ist jetzt 105. Steigt also doch wieder. Eben war es noch 88 direkt nach dem Aufstehen.
Nüchterblutzucker ist der direkt nach dem Aufwachen.
Alles andere sind dann keine Nüchterblutzucker mehr – Dein Körper schüttet einen Hormonmix aus, der den Blutzucker ansteigen lässt. Aufstehen ist schwere körperliche Arbeit! ;-))
PCO wird doch eher mit Diabetes Typ 2 in Verbindung gebracht? Zumindest mit Insulinresistenz, das würde Deine leichten Anstiege auch erklären.
Vielleicht hat Dein Doc das ja auch gemeint?
Eines ist auf jeden Fall Klasse: Dein Arzt lässt nichts anbrennen. Echt gut! -
am 21.12.2016 08:35:06 | IP (Hash): 1968426118
Danke für die Info. Dann sehe ich mal zu, dass ich heute mein Abendessen früher veranstalte, damit ich morgen mal einen Wert nach 12 Stunden "fasten" direkt nach dem Aufstehen bekomme.
Nee der Doc meinte noch, dass er Typ 2 für unwahrscheinlich hält und das PCO hat nach meiner Erwähnung keinen mehr interessiert (sicher ist es notiert und wird bei den Untersuchungen später dann berücksichtigt). Er hat natürlich gesagt, dass Genaueres erst nach den Untersuchungen feststeht, aber er würde bei mir Typ 2 nicht für wahrscheinlich halten.
Ich dachte auch immer PCO und Typ 2 würden zusammen auftreten. Nicht mit Typ1. -
am 21.12.2016 08:43:15 | IP (Hash): 2108455638
Ich drücke die Daumen, dass Du da keine Typ-1-Diagnose zu Weihnachten kriegst.
Wenn sich Dein Doc schon so festlegt wird er dafür seine Gründe haben.
Google ruhig mal nach LADA – mir schwant das Dein Doc sowas im Hinterkopf hat. Sollte es so sein (Dein Doc hat Dir ja schon Insulinspritzen nahegelegt), dann wird das den Verlauf für eine lange Zeit einfacher machen.
Halt Dir den Doc warm – so viel Aufmerksamkeit ist klasse. -
am 21.12.2016 09:31:28 | IP (Hash): 1968426118
Danke.
Ich habe LADA gegoogelt und werde mir das mal durchlesen. Allerdings nicht zu genau, will mich jetzt auch nicht total bekloppt machen. ;-)
Lassen wir den Mann erstmal seinen Job machen, DANACH kann ich immer noch schreiend im Kreis rennen. :-D
Ja. Ich finde es auch gut, seine Patienten so genau zu beobachten und zügig zu reagieren. Gerade bei Diabetes ist das ja ein Traum, um Langzeitschäden zu vermeiden (und, um sich nicht irgendwann völlig überraschend im Krankenhaus wiederzufinden). Trotzdem verwirren mich die Werte + Aussagen sehr.
Naja. Erstes Frühstück (jetzt wirklich vollständig nach Ernährungsplan) ist jetzt aufgenommen und ich bin gespannt auf die nächsten Tage.
Danke für die bisherigen Antworten :-) :-) -
am 21.12.2016 10:24:46 | IP (Hash): 269667596
Ärztliche Nüchternwerte sind IMMER lange nach dem Aufstehen. Schließlich muss man dafür ja auch noch in die Praxis gelangen.
Im PCO-Zusammenhang wird meistens ein Typ2-mäßiger Steuerdefekt beobachtet, der häufig schon mit der Einnahme von Metformin (laaangsam ganz niedrig dosiert einschleichen) normalisiert wird. M ist Einstiegsmedi für Typ2, bremst die Zuckerausgabe der Leber und damit auch den Nüchternzucker und wird bei PCO auch schon mit großem Erfolg ohne erhöhten Blutzucker verordnet.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
Michael74
Rang: Gastam 21.12.2016 11:18:54 | IP (Hash): 1921990106
verstehe nicht ganz wo bei diesen werten ein Diabetes zu erkennen ist?
Gruß Michael -
am 21.12.2016 11:42:57 | IP (Hash): 2108455638
Michael74 schrieb:
verstehe nicht ganz wo bei diesen werten ein Diabetes zu erkennen ist?
Gruß Michael
Du als Mädchen müsstest doch was von PCO, Insulinresistenzen und solchen Dingen mittlerweile was gehört haben? -
am 21.12.2016 11:43:09 | IP (Hash): 269667596
Ein fachoffizieller Diagnose-Grenzwert morgens nüchtern über 125mg/dl?
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
am 21.12.2016 13:32:38 | IP (Hash): 1968426118
hjt_Jürgen schrieb:
Ein fachoffizieller Diagnose-Grenzwert morgens nüchtern über 125mg/dl?
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
... den ich bei keiner bisherigen Messung jemals annähernd erreicht habe. -
am 21.12.2016 16:30:43 | IP (Hash): 269667596
Andererseits NICHT nüchtern, hab ich grad noch mal in Deinem Startbeitrag gesehen. Und 2-3 Stunden nach dem Essen unter 140 gilt fachoffiziell als völlig gesund, auch wenn völlig gesunde Menschen da längst wieder unter 100 messen würden. Aber so ist das halt mit den Diagnose-Grenzwerten.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
am 21.12.2016 17:43:51 | IP (Hash): 1385070427
Hallo Sabbeltabte,
auch von mir der Rat: Du kannst ganz in Ruhe das Ergebnis der Untersuchungen abwarten, Vollständig in Ordnung sind deine Werte nicht, irgendwie besonders schlimm sind sie aber auch nicht. Der eine hohe Nüchternwert kann durch verschiedene Ursachen zustande gekommen sein.
Sieh es als positiv an, dass dein Doc dich genau untersucht, Besonders die Untersuchung auf Antikörper ist Gold wert. Wenn nichts gefunden wird, dann hast du ziemliche Sicherheit, dass du keinen Typ1-Diabetes oder LADA befürchten musst. Wenn welche gefunden, dann bist du vorgewarnt, was auch viel Wert ist. Ich weiß ja nicht, woran dein Arzt die Vermutung festmacht. Ich sehe erst mal große Chancen, dass der Test negativ ausfällt.
Alles Gute, Rainer1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
Cracktros
Rang: Gastam 21.12.2016 18:02:24 | IP (Hash): 885927808
Sabbeltante schrieb:
Hi Leute!
Nach einem Routinebesuch beim Hausarzt (der auch Diabetologe ist, was bis vor Kurzem gar nicht wichtig war für mich) sitze ich zu Hause mit meinem neuen Messgerät, einem Ernährungsplan und Ratgeberbüchern und mir schwirren Begriffe wie "Insulin", "TYP 1" und "Diabetes" im Kopf rum.
Ich hatte in der Praxis einen Blutzuckerwert von 127 (...)
Der Wert ließ da anscheinend die Alarmglocken schrillen, nach einigem Hin und Her und vielen Fragen von allen Seiten erklärte mir der Hausarzt (Der Diabetologe ist), dass er bei mir ein Typ1 Diabetes vermutet, es wäre wahrscheinlich, dass ich mir bald anfangen müsste, Insulin zu spritzen. Für die verschiedenen Untersuchungen zur Diagnose habe ich jetzt Termine. Bis dahin soll ich den Ernährungsplan einhalten.
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???WTF???
Ausser in einigen Foren habe ich nirgends gehört oder gelesen, dass ein Mensch mit Typ 1 Diabetes bei so niedrigen Werten Diagnostiziert wurde. Auch habe ich noch nie einen Typ 1 Diabetiker ohne Insulin aber mit Ernährungsplan eine Praxis verlassen sehen.
Bearbeitet von User am 21.12.2016 18:12:06. Grund: + -
am 21.12.2016 18:28:12 | IP (Hash): 1968426118
Rainer schrieb:
Hallo Sabbeltabte,
Der eine hohe Nüchternwert kann durch verschiedene Ursachen zustande gekommen sein.
Hallo Rainer,
danke für deine aufmunternden Worte. Was ich nicht verstehe: Warum ist 88 als Nüchternwert "hoch"? Laut der ganzen Tabellen, die man so findet ist das doch eher "Mittelklasse". -
am 21.12.2016 18:33:25 | IP (Hash): 1968426118
Cracktros schrieb:
???WTF???
Das fasst eigentlich meinen Gesichtsausdruck, den ich seitdem dauerhaft trage, sehr gut zusammen. -
am 21.12.2016 18:41:35 | IP (Hash): 1385070427
Sabbeltante schrieb:
Warum ist 88 als Nüchternwert "hoch"?
88mg/dl als Nüchternwert sind nicht hoch, sie sind vollkommen normal.
Die 127mg/dl bei der Praxismessung sind allerdings so hoch (über 125), dass dein Arzt dich als Diabetiker einstufen kann. Allerdings nur bei Laborwerten, wenn der Wert nur mit einem Handmessgerät gemessen wurde, dann taugt er nicht zur Diagnose. Der Wert ist aber auf jeden Fall ein Anlass für weitere Untersuchungen - warte die erst mal in Ruhe ab.
Beste Grüße, Rainer
P.S.: Ich sehe gerade, dass die 127mg/dl kein Nüchternwert waren. Bei Stoffwechselgesunden ist allerdings der BZ 2 Stunden nach der Mahlzeit schon längst wieder unter 100mg/dl. Bei beginnendem Diabetes ist der Wert zwischen den Mahlzeiten sogar häufig niedriger als der Nüchternwert - also wahrscheinlich nicht voll in Ordnung, aber auch nicht dramatisch.
Bearbeitet von User am 21.12.2016 18:46:33. Grund: . -
am 21.12.2016 18:59:29 | IP (Hash): 269667596
die 127 aber nicht nüchtern, sondern 2-3 Stunden nach dem Essen, also postprandial, naja, und wahrscheinlich mit dem üblichen Schätzeisen
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
Michael74
Rang: Gastam 21.12.2016 19:15:41 | IP (Hash): 1921990106
TypEinser schrieb:
Michael74 schrieb:
verstehe nicht ganz wo bei diesen werten ein Diabetes zu erkennen ist?
Gruß Michael
Du als Mädchen müsstest doch was von PCO, Insulinresistenzen und solchen Dingen mittlerweile was gehört haben?
Nicht schlimm dass Du den Beitrag nicht richtig gelesen hast und einen Menschen mit 127 nach 2h essen zum Diabetiker deklarierst. Und dass Du mich beleidigst halte ich auch nicht für so schlimm, ist halt Deine Art; nur höre doch bitte mal auf hier ständig Leute zu verunsichern, dass ist keine gute Eigenschaft von Dir. -
am 21.12.2016 19:20:12 | IP (Hash): 552381503
@Michael74
Ich habe niemanden zum Diabetiker deklariert.
Und wie soll ich Dich denn beleidigt haben? -
Cracktros
Rang: Gastam 21.12.2016 20:10:35 | IP (Hash): 885927808
Hat dein Arzt ein eigenes Labor und hat er dir Blut abgenommen?
Es ist möglich, auch ohne Antikörpertests und ohne erhöhte Werte, zumindest einen Verdacht auf Typ 1 Diabetes zu äußern. Dazu müsste aber eine C -Peptid Bestimmung stattgefunden haben. -
am 21.12.2016 20:35:01 | IP (Hash): 1968426118
Cracktros schrieb:
Hat dein Arzt ein eigenes Labor und hat er dir Blut abgenommen?
Es ist möglich, auch ohne Antikörpertests und ohne erhöhte Werte, zumindest einen Verdacht auf Typ 1 Diabetes zu äußern. Dazu müsste aber eine C -Peptid Bestimmung stattgefunden haben.
Nix. EINE Messung mit einem Handmessgerät + einmal wiegen (Körpergewicht) + Messung des Bauchumfangs. Das wars.
Das wurde gemacht, weil ich einen Termin ausmachen wollte, um meine Gewichtsabnahme ärztlich kontrollieren zu lassen und weiteres Vorgehen wegen des PCOS zu besprechen (ich bin da nicht wegen Zucker oder so Witzen rein, wollte mich nur wegen eines Termins erkundigen).
Keine Blutabnahme, kein gemessener Nüchternwert, keine ausgiebigen Fragen zu meiner vorherigen Mahlzeit oder wann die war. Die Praxis kennt außerdem keine vorherigen BZ-Werte von mir, weil ich umgezogen bin und vorher bei einem anderen Hausarzt war.
Danach gab es noch einige Fragen zur Vorgeschichte in meiner Familie (es gibt selbst bei den entfernteren Verwandten niemanden mit Typ 1 Diabetes), dann eine Anleitung wie ich den BZ zu messen habe, den Ernährungsplan und die Ankündigung, dass er Typ 1 vermutet und ich wahrscheinlich sehr bald Insulin brauche. Deshalb soll ich bei den nächsten Terminen irgendwas für die Krankenkasse unterschreiben und muss ab dann 1 Mal pro Quartal da antanzen. Ich habe jetzt Termine zur Blutabnahme, Ultraschall, irgendwas mit Langezeitirgendwas und einen zur (haltet euch fest): Fußuntersuchung.
Erst DANACH habe ich recherchiert und gemerkt, dass da ein paar Dinge seeeeehr unkonventionell gelaufen sind.
Ich warte auf das Auftauchen des Teams von versteckte Kamera.
P.S. mit meinem tollen neuen Diätplan habe ich heute zu keinem einzigen Zeitpunkt mal Werte über 104 gehabt. Ich hab auch mal 1 Stunde nach den Mahlzeiten gemessen oder mal 2, 104 war das höchste. Zwischen den Mahlzeiten auch mal 91 und 98... -
am 21.12.2016 20:39:57 | IP (Hash): 552381503
Diätplan.... sowas gab's bis Mitte der 90er für Typ 1...
Vielleicht hat man Dich in der Praxis verwechselt?
Wünsch ich Dir! ;-) -
am 21.12.2016 22:04:04 | IP (Hash): 1968426118
Hab jetzt beschlossen, morgen mal meinen alten Hausarzt von vor dem Umzug anzurufen, vielleicht auch die 50 km dahin fahren und dem das mal (ganz wertfrei haha) zu erzählen. Der kennt immerhin meine Bluttests und Krankengeschichte der letzten drei Jahre und hat vielleicht etwas zu meiner Beruhigung beizutragen.
Der neue Arzt ist jetzt im Urlaub. -
am 21.12.2016 22:09:53 | IP (Hash): 1385070427
Sabbeltante schrieb:
Ich warte auf das Auftauchen des Teams von versteckte Kamera.
Es sieht wirklich ein bisschen danach aus. :lol:
Sieh es sportlich, lass dich nicht verrückt machen und warte das Ergebnis ab, besonders den Langzeitwert HbA1c. Ich glaube nicht, dass du dir große Sorgen machen musst.
Wegen PCOS und der sehr wahrscheinlich damit verbundenen Insulinresistenz macht allerdings eine Ernährungsumstellung Sinn. Ich würde dir eine moderate Reduzierung der KH empfehlen, z.B. LOGI. Mit so einer Ernährung kannst du einer IR gut entgegenwirken.
Alles Gute, Rainer
Bearbeitet von User am 21.12.2016 22:13:27. Grund: . -
Elfe
Rang: Gastam 22.12.2016 00:22:57 | IP (Hash): 1757493877
Hallo,
welche Fachrichtung haben dein alter und neuer Hausarzt ?
Allgemeinärzte behandeln auch Diabetiker, ist dann aber nicht unbedingt ein ausgewiesener Diabetologe.
Handmessgeräte werden eher von Allgemeinärzten verwendet, bei Diabetes-Ärzten kann vor Ort über Labormessgerät aktueller Blutzucker und Langzeitwert HbA1c bestimmt und mit dem Facharzt besprochen werden.
Meine Allgemeinärztin hatte damals bei mir mit Handgerät über 400 mg/dl (mittags, auch nach Frühstück) gemessen und mich dann lieber geschwind (Telefon) an eine Diabetesschwerpunktpraxis vermittelt (am selben Tag). Das war wirklich eindeutig, deine Werte nicht ! wie auch meine Vorschreiber sagten.
Zu meiner Diabetes-Typ-Frage wurde untersucht, hinterfragt, gestritten.
Aus einer 2er-Linie abstammend wurde ich mit Antikörper-Bestimmung als LADA eingestuft, über eine zweite organische Ursache streiten sich die Gelehrten.
Mit deinem alten Hausarzt zu telefonieren ist eine gute Idee, um für dich persönlich die Sachlage einschätzen zu können.
Aber auch dein neuer Hausarzt kann sich mit deinem alten Hausarzt telefonisch und ggfs. Übergabe deiner Akte informieren; zusätzlich zu den folgenden Untersuchungen kann das zu einem Gesamtbild beitragen.
Gruß Elfe
Bearbeitet von User am 22.12.2016 01:50:25. Grund: . -
am 22.12.2016 13:08:06 | IP (Hash): 1968426118
Hi,
danke für deine Infos.
Mein neuer Hausarzt ist, wie im Eingangspost geschrieben, Diabetologe. Verwendet wurde von der Arzthelferin ein stinknormales Handmessgerät, weitere Messungen wurden nicht gemacht. Die kommen sicher bei meinen Folgeterminen.
Ich habe dem Praxisteam angeboten, ihnen Kontaktdaten meines vorherigen Arztes zu geben, das lehnten die ab mit den Worten "nein, die sind für uns nicht brauchbar, wir wollen unsere eigenen Werte ermitteln".
Als Akademikerin mit einer naturwissenschaftlichen Fachrichtung muss ich mittlerweile sagen, dass ich deren bisherige Methoden in der Praxis zutiefst anzweifle. Der Messwert wurde nicht unter standardisierten Bedingungen genommen, ist so nicht reproduzierbar und die Messmethode (Handgerät) ist nicht genau genug, um Diagnosen zu stellen. Die können mich gerne bei meinen Terminen im Januar mit echten Laborwerten überzeugen, da hab ich absolut nichts gegen, aber momentan sehe ich da keine bestürzenden Werte oder Tatsachen.
Ich habe jetzt seitdem ständig gemessen, bis zu 12 mal pro Tag (mein Vorrat von 60 Streifen ist ganz schön geschrumpft) und ich komme zu keiner Tages- oder Nachtzeit über die eine 120. Die 120 habe ich in der ganzen Zeit nur EINMAL noch gesehen. Ansonsten bin ich in 80 % der Fälle unter 110 (auch nach dem Essen). Nüchtern und vor dem Schlafengehen und ab 4 Stunden nach dem Essen immer 85 bis 95. Ich hab heut morgen auch wieder das böse, verbotene Obst gegessen. Das hat absolut NICHTS geändert an den Werten.
Ich leide definitiv nicht an Unterzuckerung, der Wert könnte gerne ein wenig schneller unter 100 sinken nach dem Essen ... aber ansonsten ... also ich sehe mich im Januar kein Insulin spritzen. -
am 22.12.2016 13:34:33 | IP (Hash): 1543849705
In den seltensten Fällen übernimmt ein Arzt die Untersuchungs-Ergebnisse eines anderen. Daran haben auch die sogenannten Disease Management Programme bis heute nix geändert, die uns vor Jahren mal mit dem Hauptargument angedient wurden, dass damit Mehrfach-Untersuchungen überflüssig würden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Glucose-insulin-day-german.svg zeigt den durchschnittlichen gesunden Blutzucker- und Insulinverlauf mit 3mal Essen über den Tag.
Wenn der Arzt Dich unbedingt mit Diabetes sehen will, gib ihm gut 2 Stunden (musst Du in der Praxis absitzen) für einen Oralen Glukosetoleranztest. Und dabei soll er dann zum Blutzucker bitte auch das Insulin bestimmen, denn das Verhältnis von beidem gibt Dir dann in jedem Fall, also auch voll ohne Diabetes, Deinen aktuellen PCO-Stand.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
am 22.12.2016 15:30:17 | IP (Hash): 1688324843
Sabbeltante schrieb:
Die können mich gerne bei meinen Terminen im Januar mit echten Laborwerten überzeugen, da hab ich absolut nichts gegen, aber momentan sehe ich da keine bestürzenden Werte oder Tatsachen.
Für mich sieht beides sehr gut aus, sowohl deine Werte als auch deine Einstelllung zu der Drohung deines Arzt. :=)
Nach dem was du berichtest, gibt es weder für Diabetes noch für Typ1 wirkliche Anhaltspunkte. Einen oGTT mit Insulinmessung halte ich auch für sinnvoll. Dann hast du neben dem hoffentlich rauskommenden Ergebnis "kein Diabetes" auch gleich den Status der Insulinresistenz.
Beste Grüße,Rainer -
am 28.12.2016 08:44:51 | IP (Hash): 2108455638
Michael74 schrieb:
TypEinser schrieb:
Michael74 schrieb:
verstehe nicht ganz wo bei diesen werten ein Diabetes zu erkennen ist?
Gruß Michael
Du als Mädchen müsstest doch was von PCO, Insulinresistenzen und solchen Dingen mittlerweile was gehört haben?
Nicht schlimm dass Du den Beitrag nicht richtig gelesen hast und einen Menschen mit 127 nach 2h essen zum Diabetiker deklarierst. Und dass Du mich beleidigst halte ich auch nicht für so schlimm, ist halt Deine Art; nur höre doch bitte mal auf hier ständig Leute zu verunsichern, dass ist keine gute Eigenschaft von Dir.
Hallo Michael74!
Du hast immer noch nicht gesagt, womit ich Dich beleidigt haben soll! -
am 25.01.2017 14:22:17 | IP (Hash): 19386010
Ich sehe bei diesen Werten auch keine Diabetis. Ich würde das nochmal (ggf. von einem anderen Arzt) kontrollieren lassen.