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Vorstellung und gleich ne Frage
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am 23.12.2016 20:00:35 | IP (Hash): 1428020974
Hi,
als Neuer möchte ich mich erstmal vorstellen:
- männlich, 64 Jahre
- Diabetiker Typ 2
- insulinpflichtig (dazu nachfolgend mehr)
- Hb1Ac vorige Woche 8,3
- krebskrank (Prostatakrebs, bestrahlt)
- zudem chronische Niereninsuffizienz Stadium IV
- COPD Gold II, Tendenz zu III
habe ich was vergessen?
Ja, 23 Operationen bisher!
Da meine Nieren dabei sind sich zu verabschieden, spritze ich Langzeitinsulin 20 Einheiten täglich und Korrektur je nach Bedarf zwischen 10-15 Einheiten.
War auch schon gut auf 7,4 Langzeitwert herunter, bis dieser Krebs kam.
Nach nun 5 Wochen Bestrahlung (Protonenbestrahlung) bin ich eigentlich sehr gut durchgekommen, defacto null Nebenwirkungen (ok, leichtes Brennen beim Wasserlassen), habe aber schon während der Bestrahlung gemerkt, das die Zuckerwerte steigen (dachte erst, ok, gutes Krankenhausessen -war wirklich spitze), aber nun doch schon zwei Wochen daheim und es steigt immer noch.
Heute nun konnte ich der Versuchung eines Stollens zum Kaffe nicht wiederstehen!
Gegessen um 15:00 Uhr
Messwert um 17:00 Uhr: 465!
Gegengespritzt mit 25 Einheiten
Kontrollmesssung 19:00 Uhr: 450!
Nochmalige Korrektur mit 25 Einheiten
Nun um 20:00 Uhr: 420!
Getrunken habe ich mehr als genug (Wasser,mit NEM).
Meine Diabetikerin, die ich sonst anrufe, ist leider schon im Urlaub (habe zwar Ihr Handy, aber möchte doch nicht stören), daher hier:
- weiter abwarten oder reagieren, sprich KH?
Danke im voraus!
lg
Harald
Bearbeitet von User am 23.12.2016 20:10:02. Grund: editieren -
am 23.12.2016 20:11:33 | IP (Hash): 2091609264
Hallo Harald,
in deiner Aufzählung sagst du nichts zum Kurzzeitinsulin, mit denen du die Mahlzeiten abdeckst. Hast du das nur vergessen zu erwähnen oder spritzt du keins? Womit korrigierst du? Welches Langzeitinsulin, Lantus?
Und noch eine letzte Frage: Bist du bei deinem Hausarzt in Behandlung oder bei einem Diabetologen? -
am 23.12.2016 20:44:27 | IP (Hash): 1428020974
Kurzzeitinsulin HumaLog, vor dem Esssen nach Messung
Langzeit Lantus täglich
Diabetologin
lg
Harald
(gerade ein bißchen mit der Registrierung gekämpft, daher etwas verspätet)
Bearbeitet von User am 23.12.2016 20:47:26. Grund: schreiben, lesen, korrigieren da wärs -
am 23.12.2016 21:00:15 | IP (Hash): 2091609264
Hat sich der BZ langsam etwas nach unten bewegt? Ich hoffe, ja.
Ich denke, dass du noch abwarten kannst, wenn der BZ nicht noch weiter ansteigt. Falls er allerdings weiter ansteigt, dann würde ich ins KH gehen.
Du solltest aber umgehend einen Termin bei deinem Diabetologen machen. Vermutlich muss die Therapie angepasst werden, weil du wegen der Bestrahlung und den damit verbundenen Entzündungs- und Heilungsprozessen mehr Insulin brauchst. Wenn durch den gestiegenen Bedarf die Basaldosis nicht mehr passt und du das mit Kurzzeitinsulin und Korrekturen ausgleichen musst, dann wird das nicht ohne Probleme funktionieren.
Alles Gute, Rainer
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am 23.12.2016 21:12:13 | IP (Hash): 1428020974
Mist,
soeben gemessen, steigt wieder an: 445!
Habe heute bereits über 50 Einheiten HumaLog gespritzt!
Noch mehr trau ich mich fast nicht.
Denke mal, warte ob ich die 500 reiß, dann ab ins KH.
Danke Rainer für deine Unterstützung (denke auch das mein Iimmunsystem nach der Bestrahlung etwas hipp ist, zumal mit Antihormonspritze, Pneumokokken und Grippespritze - zuviel für den Kadaver - anschienend.
Werde mal vorsorge halber meinen Medikamentenplan und Dosis vorbereiten für KH und um 10.00Uhr noch mal messen.
Davon dann abhängig ob KH.
lg
Harald
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am 23.12.2016 21:56:35 | IP (Hash): 2091609264
Doch, du kannst mehr spritzen, eigentlich so viel, bis der BZ nach unten geht. Je höher der BZ ist, desto schlechter wirkt das Insulin. Deshalb sind die für normale Verhältnisse hohen Mengen erklärbar und akzeptabel.
Du darfst nur nicht erneut spritzen, solange die zuvor gespritzte Korrektur noch wirken kann. Allerdings ist bei so hohen Werten kaum zu befürchten, dass du unterzuckerst, zumal du ja jetzt ganz bestimmt oft genug kontrollierst.
Ich drück dir die Daumen, Rainer -
am 23.12.2016 22:04:33 | IP (Hash): 1428020974
Soeben gemessen: 395!
puh, das war knapp!
Denke mal nun vorm Bettgehen mit Langzeitinsulin auf Dosiserhöhung 30 Einheiten nichts falsch zu machen.
Und morgen kriegt meine Diabetologin ne SMS über den Verlauf, mit Frage nach weiteren Verhalten (die ist schon gut, schaut auch übern Tellerrand, sprich arbeitet mit meinem Nephrologen und Lungenarzt perfekt zusammen - stimmt sich eigentlich immer mit diesen ab).
Danke nochmal Rainer für den seelischen Beistand.
Werde mich dann morgen wieder melden wie der Nüchternzucker ist.
lg
Harald -
am 24.12.2016 10:16:05 | IP (Hash): 1428020974
So die Nacht ist vollbracht, um 24:00 (beim obligatorischen Wasserlassen dank PC) nochmal gemessen und 295!
Also klarer Trend bergab.
Heute morgen um 08:00Uhr dann müchtern 109!
Also sogar wieder im super grünen Bereich.
Scheint tatsächlich der Stollen gewesen zu sein, welcher mich dermaßen exorbitant hochtrieb.
Nun wieder eine Erfahrung mehr, auch gelegentliche Sünden werden sofort bestraft, es wird so sein und bleiben, leider.
Nochmal danke an Rainer für den Beistand (kann nicht leugnen, das ne gwisse Panik da war, vor allem wegen KH).
Danke
und
natürlich
FROHE UND BESINNLICHE WEIHNACHTEN; VERBUNDEN MIT EINEM GUTEN RUTSCH UND EIN GESUNDES NEUES JAHR
wünscht euer Neuling
Harald -
Cracktros
Rang: Gastam 24.12.2016 10:35:12 | IP (Hash): 117583463
Hallo Flüstermann,
ich kenne mich mit Typ 2 Diabetes nicht aus, bin selber Typ 1 Diabetiker, aber dafür mit Bolus (Mahlzeiteninsulin) und Basal (Langzeitinsulin).
So, wie ich das Verstanden habe, meinst du dass der Stollen die hohen Werte verursacht hat. Was mich aber interesieren würde ist, wie sind deine individuellen BE/I.E. Faktoren und wie viel reduziert ein I.E. dein BZ normalerweise?
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am 24.12.2016 10:53:27 | IP (Hash): 647538798
Flüstermann schrieb:
Heute morgen um 08:00Uhr dann müchtern 109!
Das klingt gut. :=)
Falls du von deiner Ärztin keine Rückmeldung kriegst, noch ein Hinweis zum Basalinsulin. Die Erhöhung von 20 auf 30 IE in einem Schritt ist zu heftig. Gestern war das kein Problem. Heute solltest du aber vielleicht auf 24 IE zurückgehen und dann jeweils nach 3 Tagen um 2 IE erhohen, wenn es noch nicht passt. Nimm dir die Zeit und handele umsichtig.
Wenn du die Stolle mit ihren vielen KH aus dem Mehl und Zucker richtig berechnest und dafür ausreichend spritzt, dann sollte auch die gehen, ohne dass dein BZ durch die Decke schießt. Besser ist aus meiner Sicht allerdings, von so etwas nur kleinere Appetithäppchen zu essen. Vielleicht bittest du deine Diabetologin mal um eine anständige Schulung, bei der die richtige Berechnung der Insulinmenge vermittelt wird,
Alles Gute und frohe Weihnachten, Rainer1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
Cracktros
Rang: Gastam 24.12.2016 11:34:57 | IP (Hash): 117583463
Tipp - Das Basalinsulin Lantus benötigt ca 2 - 3 Tage bis es seine Wirkung, bei Dosiänderung, gleichmäßig zeigt. Zusätzlich verändert eine änderung der Basal-Dosis auch die BE/I.E Faktoren, wodurch der gesamte Stoffwechsel in Aufregung kommt.
Deswegen sollte eine Änderung der Basalrate nicht auf Grund eines einmaligen erreignisses durchgeführt werden.
Etwas was man in der Schulung lernt. Schulungen sollten, meiner Meinung nach, alle Diabetiker gemacht haben.
Bearbeitet von User am 24.12.2016 11:36:08. Grund: gedoppelt. -
am 24.12.2016 15:52:28 | IP (Hash): 1428020974
Irgendwas spielt verrückt:
bei 109 heute morgen zum Frühstück 8 Einheiten vorab gesetzt, ein Ei (ist Weihnachten!) und ein Brötchen mit magerer Wurst und Diätmarmelade,
nach drei Stunden 260!
Denke doch, das durch die Bestrahlung und die nun noch zusätzlichen Tabletten zu meinen sonstigen die schon da etwas wirbeln.
Bisher bin ich immer gut zu Schuss gekommen, aber seit der Spritze für Pneumokokken, Grippe, Pamorelin ung den Tabletten Prednisol und Tamsulosin zusätzlich zu meinen anderen, denke ich spinnt mein Körper ein bißchen.
Habe bei 260 mit 16 Einheiten gegengehalten und bin nun um 15:30 Uhr ohne Essen auf 130 runter.
Werde Rainers Rat befoglen und die Langzeitdosis langsamer steigern (meine Diabetologin hat sich noch nicht gerührt).
Mit dem Berechnen habe ich ne Tabele, nach der ich mich richte, für die Umrechnung BE/IE, aber wenn ich nichts esse, was soll ich dann ansetzen?
Ok, momentan bin ich gut, versuche dies zu halten und nach den Feiertagen muss neu eingestellt werden (vielleicht noch fairerweise: habe ne Entzündung in den Bronchien, darum auch Prednisol, 2 Stück am Tag).
Weihnachten, so viel Verlockungen und ich muss mich kasteien, seufz.
Aber es gibt wirklich schlimmeres, daher
FRÖHLICHE WEIHNACHTEN EUCH ALLEN
wünscht
der Flüstermann (nomen est omen)
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Cracktros
Rang: Gastam 24.12.2016 15:57:17 | IP (Hash): 117583463
Das ist eine Wichtige Information, die du gegeben hast.
Welche zusätzlichen Tabletten nimmst du ein? Sind sie Kortikoidhaltig?
Ergänzung
Ich wäre mit der Erhöhung des Basalinsulins sehr vorsichtig. Zumindest dann wenn du keine schweren Unterzuckerungen erleiden möchtest. Handelt es sich z.B. um eine Entzündung und fehlt plötzlich der Grund für die erhöhten Werte landest du Fix in einer Unterzuckerspierale. Und schwubs bist du schnell im KH als dir lieb ist. Das Basal lässt sich nicht von einer Minute auf die andere reduzieren. Manche, hier im Forum, schreiben über Sachen von denen sie keine Ahnung haben.
Bearbeitet von User am 24.12.2016 16:14:23. Grund: ergänzung -
am 24.12.2016 19:11:57 | IP (Hash): 1428020974
Ja, Prednisol ist ein Kortokoid, wegen den Bronchien!
Abendessen (seit Frühstück, sonst nichts):
- vorher gemessen 130,
- gespritzt 8 Einheiten HumaLog
1,5 Brötchen, ca 50 Gramm Vollkornbrötchen
6 stück saure Bratwürste mit Zwiebeln
1 Flasche (0,5 Liter) alkoholfreies Bier (0.00 zucker, 0,0 Alkohol)
- 1 Stunde nach Essen: 303!
Bin immer noch hungrig!
Und schockiert, das gibt es doch nicht!
Geerade gegoogelt und siehe da:
das Prednisol scheint die Ursache zu sein!
Bin aber sowieso damit fertig, heuter früh die letzten 2 eingeworfen (obwohl mein schwerer Husten noch nicht abgeklungen ist).
Obwohl ichden Beipackzettel aufmerksam gelesen habe, diese Nebenwirkung zusammen mit diabetis war -zumindest nicht so deutlcih- beschrieben.
Erst im Netz habe ich es so als gravierend beschrieben gefunden (und dank Cracktros)
Na jetzt mal watchful waiting und active controlling (um bei der Krebssprache zu bleiben),
würde sagen Gefahr erkannt, nun wird sie gebannt
Danke an alle,
lg
Flüstermann (nomen est omen)
Bearbeitet von User am 24.12.2016 19:13:48. Grund: geändert -
am 24.12.2016 19:21:58 | IP (Hash): 2032192411
"...aber wenn ich nichts esse, was soll ich dann ansetzen?" fragst Du. Und Du bist der einzige, der diese Frage beantworten kann.
Denn was unsere Typ2 fehlgesteuerten Lebern wann mehr und wann weniger zusätzlich zum normalen Anteil von dem an Glukose ausgeben, was wir gerade gegessen haben oder wenn wir lange Zeit überhaupt nicht gegessen haben, kann uns auch der beste Arzt nicht sagen. Das können wir nur alltäglich selbst mit dem individuellen Verlauf unseres Blutzucker systematisch beobachten und messen und zusammen mit allen weiteren Aktivitäten, die den BZ beeinflussen können, in der jeweiligen Zeit notieren.
Einfach mal morgen mit dem Beobachten anfangen:
Zeit notieren, Messwert + IE + BEs, und nach dem Essen in Halbstundenschritten messen, bis der BZ nach dem Ansteigen und Sinken genauso hoch bleibt, wie ne halbe Stunde zuvor, oder sogar wieder ansteigt.
Wenn das Sinken in der Höhe vom Start vor dem Essen aufhört, hat die Insulinmenge zur Futtermenge gepasst. - Einfach mal anfangen :)
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
Cracktros
Rang: Gastam 24.12.2016 23:19:15 | IP (Hash): 117583463
Zur Kortikoidbehandlung bei gleichzeitiger Insulintherapie gibt es Schemata, die angewendet werden können.
Ich finde dieses Schema ein wenig beängstigend, da es so hohe Gaben erfordert, aber es war das einzige welches einigermaßen zum Thema gehören könnte.
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/diabetes/article/375041/schema-insulininjektion-kortikoidtherapie.html
Ich Bespreche so etwas, vor der Einnahme, mit einer Fachkraft.
Bearbeitet von User am 24.12.2016 23:20:36. Grund: + -
am 24.12.2016 23:34:52 | IP (Hash): 2032192411
Unsere Typ2 Herausforderung: von den Wirkverläufen beim Insulin bis zu möglichen Schemata bei Medi-Nebenwirkungen ist praktisch ALLES auf Typ1 ausgerichtet. Wir können zwar bei den 1ner Kollegen mögliche Trends abgucken, aber wie das bei uns funzt, kann nur jeder von uns systematisch bei sich selbst austesten.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 25.12.2016 09:53:27 | IP (Hash): 1428020974
Tja Erfahrung macht klug:
- nachdem es gestern noch mal rund ging, scheint nun Ruhe eingekehrt (OK, Prednisol ist auch aus)
Das es so heftig wird, habe ich nicht gedacht, zumal im Beipack dies auch nicht als so schwerwiegend erwähnt war (Hinweis: bei Diabetikern kann es zu erhöhten Blutzuckerwerten führen - wer denkt da an Hi-Werte?)
Daher nochmal Dank an Euch und besonders für den Hinweis auf die Messmethode vor und nach zum Mengenvergleich des zu spritzenden Insulins, das werde ich mal genau verfolgen (aufschreiben und analysieren).
Bisher immer gemessener Wert zu Tabelle mit Angabe wieviel zu dem Wert zu spritzen ist, hat ja uch gut funktioniert, bisher.
Noch schöne Feiertage wünsch ich euch
euer -dankbarer-
Flüstermann (nomen est omen)
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Cracktros
Rang: Gastam 25.12.2016 10:34:27 | IP (Hash): 1994390496
hjt_Jürgen schrieb:
Unsere Typ2 Herausforderung: von den Wirkverläufen beim Insulin bis zu möglichen Schemata bei Medi-Nebenwirkungen ist praktisch ALLES auf Typ1 ausgerichtet. Wir können zwar bei den 1ner Kollegen mögliche Trends abgucken, aber wie das bei uns funzt, kann nur jeder von uns systematisch bei sich selbst austesten.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
Es ist bei Menschen mit Typ 1 Diabetes auch nicht anders. In der Theorie klingt alles ganz einfach; zur gegeben Menge KH -und der geplanten Bewegung- die passende Menge Insulin geben - +- Korektur- und alles ist gut. Die Praxis lehrt uns aber etwas anderes. Nicht umsonst gibt es also die verschiedenen Phasen im Diabetiker da sein: Manifestation, eventuell Honeymoon, Lehrjahre usw. Bei Typ 1 Diabetes ist, im Gegensatz zu Typ 2, nur so, dass keine Zeit bleibt sich an den Diabetes zu gewöhnen. Es geht gleich los mit der Insulintherapie. Dafür wird man von Diäten, Sportprogrammen verschont.
Eine Vernünftige Tagebuchführung, die nicht nur KH und I.E. beinhaltet, und Analyse ist unerlässlich.
@Flustermann
Das Thema Medikamente und Insulin ist Bestandteil von Schulungen. Der erwähnte Eintrag ist aussagekräftig genug. Was aber viel wichtiger ist, ist der verschreibende Arzt hat er dich nicht darauf hingewiesen. Wusste er von deinem Diabetes?
Bearbeitet von User am 25.12.2016 11:42:26. Grund: , -
am 25.12.2016 16:58:32 | IP (Hash): 865611849
Hallo Harald,
nach dem Absetzen des Cortisonpräparates wird dein BZ sich nun bestimmt wieder in geordneten Bahnen bewegen. Allerdings denke ich, dass du den allgemeinen Anstieg nicht nur auf das Krankenhausessen schieben kannst, sondern dass eine Anpassung der Insulinmengen brauchst. Die ist nun allerdings nicht mehr so eilig, du kannst sie in Ruhe im neuen Jahr angegehen. Besser wäre eine gute Schulung, die dich in die Lage versetzt, die Insulindosis bei Bedarf alleinen nach oben oder auch nach unten anzupassen. Rede mal mit deiner Diabetologin über eine neue Schulung.
Dass dein Lungenarzt sich nicht um deinen Diabetes gekümmert und einfach so das Prednisolon verschrieben hat, finde ich auch empörend. Beschwere dich mal kräftig bei ihm. Selbst wenn du es nicht mehr brauchst und darüber Bescheid weißt, wird man nur so erreichen können, dass er in Zukunft beim Verschreiben auch die möglichen Folgen für Diabetiker angemessen beachtet.
Ich habe mir auch über deine gesundheitliche GesaMTSituation Gedanken gemacht, die ja wirklich nicht sehr gut ist. Besonders für deine Nieren wäre sehr wichtig, dass du ein besseres HbA1c hinkriegst um zu erreichen, dass sich deren Funktion nur langsam verschlechtert und du noch eine Weile vom Stadium 5 mit Dialyse veschont bleibst. Ich denke allerdings, dass du mit deinen ganzen Krankheiten und Medikamenten deinen BZ mit Insulin ohne permanente Hypogefahr nicht viel besser hinbekommen wirst. Dshalb einfach mal die folgenden Gedanken als Anregung, um dich damit zu befassen und eventuell mit deiner Diabetologin darüber zu reden:
Bisher gab es keine Diabetestabletten, die bei stark eingeschränkter Nierenfunktion gegeben werden durften und es blieb nur Insulin übrig. Auf Grund der äußerst positiven Ergebnisse der EMPA-REG-OUTCOME Studie (lies hier und hier) auch bezüglich der Nierenfunktion ändert sich das und mit Empagliflozin steht zukünftig ein SGLT-2-Hemmer (die Pinkelpille) zur Verfügung. Wahrscheinlich reicht die Tablette alleine bei dir nicht mehr aus. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass du in Kombination mit Basalinsulin ohne Hypogefahr sehr viel bessere BZ-Werte erreichst und damit deine verbleibende Nierenfunktion eine ganze Weile länger erhalten kannst als nur mit Insulin. Sieh dir das einfach mal an und beschäftige dich mit Empagliflozin (Jardiance®). Die Entscheidung liegt natürlich bei dir und bei deiner Diabetologin - einvernehmlich.
Alles Gute, Rainer
Bearbeitet von User am 26.12.2016 13:40:37. Grund: .1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 25.12.2016 17:57:17 | IP (Hash): 1428020974
@ all,
ich kann euch nur danke sagen, ihr habt mir mit euren Tips und Ratschlägen doch sehr meine innere Ruhe gegeben.
Und antürlich bin ich auch wieder etwas schlauer geworden, dafür danke (wenn ich das auch nicht unbedingt will/wollte, sprich, es wäre mir lieber, ich bräuchte mich nicht darum zu kümmern).
Aber leider habe ich zuviele Baustellen, welche natürlich sich auch gegenseitig beeinflussen. Und natürlich versuche ich alles, die drohende Dialyse so lange wie möglich rauszuzögern (man bedenke, ich wurde ins ESP-Programm aufgenommmen für eine Niere - das Old-for-Old Programm und dann kommt der Krebs!).
Bei der Bestrahlung wurde ne verschobene Bandscheibe entdeckt -nach vendral, also vorne rausgeschoben, die nun auch droht weiter rauszurutschen, hoffe, das Strecken und Hängen sowie KG diese wieder reinbringen.
Aber das mit meinem Lungenarzt: der kennt mich seit 15 jahren, eigentlich weiß er, was für ein Patient ich bin, vielleicht war aber auch er mal etwas unkonzentriert, ist eigentlich ein guter Mediziner (hat meine Anastamose damals richtig erkannt und mich sofort in die HNO-Klinik bringen lassen).
Trotzdem werde ich ihn natürlich über diese Tage unterrichten, genauso wie ich mit meiner Diabetologin -ebenfalls eine Ärztin meines Vertrauens- mich mal über die weitere Vorgehensweise was spritzen angeht unterhalten werde.
Ansonsten habe ich heute zwar die 300 fast erreicht, aber mit Kontrolle vorher und nacher und dementsprechender Korrektur bin ich nun bei runden 175 angelangt, also doch Tendenz beruhigend.
Selbst Kaffe mit Kuchen haben dies nicht weiter hochgebracht (der verdammte innere Schweinehund, aber es ist ja auch Weihnachten).
Darum noch allen restliche schöne Tage und ich werde mich wieder mal melden - entweder bei dedar oder zum Vollzug einer neuen therapie.
glg
der Flüstermann (nomen est omen)