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Immer Ärger mit dem Abendessen

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    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8857
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 08.02.2017 20:39:22 | IP (Hash): 1101263926
    Zu Anfang nach Doktors Ansage und dem Beipackzettel Insulin spritzen ist normal. Aber dann ist auch normal, dass man in der Folge für sich selbst schaut, wie die Wirkung konkret verläuft und wie sie optimal zum eigenen Alltag passt. Hab nicht umsonst den Nachlauf-Thread aufgemacht und ein bisschen dargestellt, wie weit die die Wirkungen streuen können.

    Brauche zur Zeit für die Nacht 6-10IE Lantus, aktuell 10IE. Morgen um 10-11 Uhr kann ich sehen, wie der BZ ansteigt, die Lantus-Wirkung also ausläuft. Absoluter Quatsch, dass das immer 24 Stunden wirke, weil das ja auf dem Beipack setehe, und ebenso Quatsch, dass ich die 24-Stunden-Wirkung bräuchte. Denn den Tag über komme ich sehr viel besser ohne weiteres Lantus aus als mit.

    Als ich noch 60IE Prota gebraucht hab, hab ich die in 2mal 30 gespritzt, bis mich ein Typ1 drauf aufmerksam gemacht hat, dass ich da jeweils in der Mitte mehr Wirkung hatte, als ich eigentlich haben wollte - kam zum Mittag immer mit dem Bolus durcheinander - und um die Spritzzeiten rum immer sehr viel weniger. Er hatte Recht, 3mal 20 Einheiten fühlten sich auch an den Spritzstellen deutlich erträglicher an.

    Mit der Umstellung auf Lantus kam ich dann mit um die 40 Einheiten aus und brauchte auch die Zeiten nicht mehr so genau einzuhalten. Hatte nur den Nachteil, dass es zeitweise plötzlich und unerwartet schneller als Apidra wirkte. Hab die 40IE dann also auf 2mal aufgeteilt, damit ich mit der gelegentlichen Wirkung nicht auf dem Beipack besser zurecht kommen konnte.
    Naja, und infolge einer Ernährungsumstellung hat sich mein Lantus-Bedarf vor gut 3 Jahren im Rahmen von 2-3 Tagen von den 40 auf 10IE/Tag verringert. Klar hatte ich mit ner Verringerung gerechnet, aber eher mit sehr viel weniger.

    Lange Schreibe also einzig wg individueller Verlaufs-Parameter weit ab von jedem Beipack und persönlich wichtig, denn beim BZ-Verlauf in 20 von 24 Stunden im voll gesunden Bereich kommt es da auf 10-20mg/dl mehr oder weniger die meiste Zeit schon an.

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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
  • Angelos

    Rang: Gast
    am 08.02.2017 20:57:20 | IP (Hash): 1750856051
    hjt_Jürgen schrieb:
    oder dass die Betroffene sich das Anlernen mit dem Insulin zum Essen nicht antun will???
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    Also, tagsüber bewegen sich die Werte mit dem Glimepirid und Met zw. 120 und 140, 1,5 Std. nach dem Essen. Wenn ich tagsüber viel Bewegung habe und wenig KH esse, ist es meist vor dem Essen um die 80-90. Hatte ja schon geschrieben, abds. esse ich am Meisten, da können sie schon um die 200 sein.
    Deshalb das Lispro vor dem Essen am Abend. Wenn ich weiß, dass ich mehr essen werde, so der Arzt, soll ich Lispro vorher spritzen, fangen sie mit 4 an.
    Aber weiterhin Glimepirid und Met 1000 und vor dem Schlafengehen 14 Basal NPH.

    Lieber Jürgen, was meinst du denn mit, "wenn man denn will"? Oder obiges Zitat...woher willst du wisen, dass ich nicht will und dergelichen.
    und leider blick ich bei deinen Ausführungen und Abkürzungen nicht wirklich durch.


  • Angelos

    Rang: Gast
    am 08.02.2017 20:58:08 | IP (Hash): 1750856051
    hjt_Jürgen schrieb:
    Zu Anfang nach Doktors Ansage und dem Beipackzettel Insulin spritzen ist normal. Aber dann ist auch normal, dass man in der Folge für sich selbst schaut, wie die Wirkung konkret verläuft und wie sie optimal zum eigenen Alltag passt. Hab nicht umsonst den Nachlauf-Thread aufgemacht und ein bisschen dargestellt, wie weit die die Wirkungen streuen können.

    Brauche zur Zeit für die Nacht 6-10IE Lantus, aktuell 10IE. Morgen um 10-11 Uhr kann ich sehen, wie der BZ ansteigt, die Lantus-Wirkung also ausläuft. Absoluter Quatsch, dass das immer 24 Stunden wirke, weil das ja auf dem Beipack setehe, und ebenso Quatsch, dass ich die 24-Stunden-Wirkung bräuchte. Denn den Tag über komme ich sehr viel besser ohne weiteres Lantus aus als mit.

    Als ich noch 60IE Prota gebraucht hab, hab ich die in 2mal 30 gespritzt, bis mich ein Typ1 drauf aufmerksam gemacht hat, dass ich da jeweils in der Mitte mehr Wirkung hatte, als ich eigentlich haben wollte - kam zum Mittag immer mit dem Bolus durcheinander - und um die Spritzzeiten rum immer sehr viel weniger. Er hatte Recht, 3mal 20 Einheiten fühlten sich auch an den Spritzstellen deutlich erträglicher an.

    Mit der Umstellung auf Lantus kam ich dann mit um die 40 Einheiten aus und brauchte auch die Zeiten nicht mehr so genau einzuhalten. Hatte nur den Nachteil, dass es zeitweise plötzlich und unerwartet schneller als Apidra wirkte. Hab die 40IE dann also auf 2mal aufgeteilt, damit ich mit der gelegentlichen Wirkung nicht auf dem Beipack besser zurecht kommen konnte.
    Naja, und infolge einer Ernährungsumstellung hat sich mein Lantus-Bedarf vor gut 3 Jahren im Rahmen von 2-3 Tagen von den 40 auf 10IE/Tag verringert. Klar hatte ich mit ner Verringerung gerechnet, aber eher mit sehr viel weniger.

    Lange Schreibe also einzig wg individueller Verlaufs-Parameter weit ab von jedem Beipack und persönlich wichtig, denn beim BZ-Verlauf in 20 von 24 Stunden im voll gesunden Bereich kommt es da auf 10-20mg/dl mehr oder weniger die meiste Zeit schon an.

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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.

  • Elfe

    Rang: Gast
    am 09.02.2017 01:24:18 | IP (Hash): 703198088
    Hallo hope,

    deine Tageswerte sind o.k.

    Dein Abendinsulin zum Essen wurde dir nur unzureichend erklärt.
    So 1 zu 1 (KE zu Einheit) ist so die Anfängerdosis - sorry.
    Jedoch braucht die gleiche KH-Menge abends mehr Insulin als mittags (Biorhythmus).
    Auch 'mehr essen' für vor oder nach Lispro ist ungenau.
    Kommt darauf an, wann die Kohlenhydrate ins Blut tröpfeln, in Kombination mit eher schwer verdaulichem wie Fett, Eiweiß, Rohkost.
    Leicht verdaulich vor dem Essen, schwer verdaulich nach dem Essen - entsprechend Abendfaktor zur KE-Menge !

    In 2005 hatte ich 10 Einheiten Protaphane, nun rund 10 Jahre später Levemir auch 10 aufgeteilt in 2 Portionen morgens/abends.

    14 Einheiten + Tabletten - echt viel.

    Mit zwei Insulinen sollte der Blutzucker eingestellt werden können, durch dich persönlich besser einschätzbar - ohne diese Tabletten.

    Metformin ist so ein Tablettchen für 2er und/auch bei Übergewicht - nicht deins.
    Protaphane auch so ein altmodisches Ding - wie beschrieben.

    Gruß Elfe

    P.S.: Du MODY und ich LADA sind halt nicht so die 'typischen' 2er oder 1er.
    ICT mit zwei Insulinen als Therapie helfen, sowohl als auch.

  • Angelos

    Rang: Gast
    am 09.02.2017 11:36:57 | IP (Hash): 1106427432
    Liebe elfe,
    vielen Dank für deine klaren Ausführungen.
  • Angelos

    Rang: Gast
    am 09.02.2017 20:36:58 | IP (Hash): 1106427432
    Die Wirkung von NPH-Insulinen setzt bei Subkutaner Gabe nach 30-60 min ein. Je nach injizierter Menge liegt das Wirkmaximum zwischen 4 und 8 h und die durchschnittliche Wirkdauer wird von den Herstellern mit 12-18 h angegeben. Die Erfahrung in der klinischen Praxis zeigt jedoch, dass die meisten Verzögerungsinsuline nach 8-12 h ihre Wirkung verlieren, so dass der Blutzuckeranstieg am Nachmittag, bei 2-maliger Basalinjektion, für viele Patienten problematisch ist. Ein weiterer Schwachpunkt herkömmlicher Verzögerungsinsuline ist die stark ausgeprägte Insulinwirkung 4-6 h nach Injektion. Dies kann insbesondere in der Nacht ein Problem darstellen, weil der maximale Wirkungspeak des Verzögerungsinsulins zwischen 2 und 4 Uhr zu einem Zeitpunkt eintritt, wenn die Zellen sehr insulinempfindlich sind. Als Folge des Zusammentreffens dieser Faktoren kann es zu einer erhöhten Unterzuckerungsneigung in der Nacht bei gleichzeitig hohen bzw. schwankenden Morgenwerten kommen.

    Mir wird so einiges klar. Ich hatte das vllt. noch nicht erwähnt, es handelt sich um ein NPH-Insulin.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 09.02.2017 20:46:58 | IP (Hash): 647287301
    Hallo Hope,

    ich sehe das mit den Tabletten anders als Jürgen und Elfe. Ich halte es nicht für einen übertriebenen Medikamentencocktail, wenn die Tabletten dabei helfen, dass du mit weniger Insulin deinen BZ gleichmäßiger führen kannst. Dass ist bei dir wahrscheinlich sowohl mit Metformin als auch mit den 2mg Glimeperid der Fall. Hier meine Überlegungen zu den Tabletten:

    1. Metformin
    Dieses Madikament hat eine positive Wirkung hauptsächlich bei Insuliresistenz. Es stimmt zwar, dass die meisten Typ 2er IR habe und die meisten Typ 1er nicht, aber es gibt natürlich auch 2er ohne und 1er mit Insulinresistenz. Bei MODY ist im allgemeinen auch kaum IR dabei, aber wenn du denkst, dass du welche hast, dann könnte zusätzliches Metformin für dich wirklich sinnvoll sein. Wenn du wissen willst, ob Metformin bei dir wirkt, dann kannst du es ja mal probeweise weglassen. Den Unterschied müsstest du am stäksten bei den Nüchternwerten merken. Dafür müsstest du das Metformin aber mindesten eine Woche lang weglassen, weil es etliche Tage nachwirkt.

    2. Glimeperid
    Es ist richtig, dass dieses Medikament bei Typ 2ern die Betazellen ausquetscht und schon nach wenigen Jahren selbst in der höchsten Dosierung nicht mehr wirkt. Nicht so bei MODY 1 und 3. Hier hilft eine geringe Dosis über viel Jahre, den BZ zu stabilisieren. Nach deinen Beschreibungen ist das auch bei dir der Fall. Warum solltest du auf diese gute Wirkung bei gerade mal 2mg Glimeperid verzichten. Von der geringen Dosis wird nichts ausgequetscht, davon kriegst du auch keine Hypos.

    Bei deinem Arzt würde mich auch die altmodischen Insuline stören, weil sie auch nicht richtig helfen. Und dass er dich nicht ordentlich informiert und in seine Entscheidungen einbezieht, ist echt nicht gut. Insofern hast du gute Chancen, mit einem anderen Diabetologen besser zurecht zu kommen. Ich wünsche dir das und drücke dir ganz fest die Daumen.

    Alles Gute, Rainer
  • Angelos

    Rang: Gast
    am 09.02.2017 21:03:07 | IP (Hash): 1106427432
    Danke Rainer ;)

    Eben mit dem Glimepirid habe ich eine rasante Wirkung am Anfang festgestellt, hatte schon Hypos und habe auch in einem Jahr 2 Kilo zugenommen.
    Derzeit habe ich schon das Gefühl, dass es nicht mehr so wirkt, eben darum ging es dann, dass ein Insulin dazugenommen werden muss. Aber 2mg sind auch nicht viel, richtig.
    Das Glimepirid macht die Bauchspeicheldrüse bei MODY nicht platt, das hat mich beruhigt und ist das Mittel, das den Defekt des MODY behebt.

    Ich habe übrigens am kommenden Dienstag einen Termin bei einem Diabetologen, der auch ein Psycho-Diabetologe ist. Das brauche ich. Freue mich und bin gespannt.