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Was für einen Diabetes habe ich eigentlich ?

  • Rang: Anfänger
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    Mitglied seit: 22.02.2017
    am 22.02.2017 11:15:25 | IP (Hash): 1409098558
    Hallo liebe Diabetesfachleute,
    Ich habe die Diagnose Diabetes nun seit eineinhalb Jahren. Es geht mir recht gut, bloß zweifle ich nach wie vor, was für einen Diabetes ich eigentlich habe.

    -Okay, Diagnose gestellt Ende 2015 mit HBA1c = 7,8. Schlechtbefinden aufgrund des Zwangs, ständig essen zu müssen. Zwei Stunden nach jeder Mahlzeit Schwitzen, Übelkeit, Zittern. Gewicht damals = 93 kg , 1,72m groß.
    -Seitdem Metformin 1000 mg täglich , geteilt auf 2 mal 500 , Versuch einer kohleydratärmeren Ernährung. Ständiges Hungergefühl, Zittern etc. wie weggeblasen mit Metformin. HBA1c war schon nach drei Monaten runter auf 5,7, bei Gewicht von 89 kg.
    -Mittlerweile bin ich bei 70 kg Gewicht, HBA1 c schwankt zwischen 6,0 - 6, 4. Weiterhin Metformin 1000 mg.

    Mein Hausarzt schlug jetzt vor, Metformin zu reduzieren auf 500 mg täglich. Das ging total schief, sobald ich weniger nehme, geht das Gezitter und Schwitzen , Übelkeit 2 Stunden nach der Mahlzeit wieder los. Ich nehme also wieder die 1000 mg, und es geht mir gut.
    Ich bin aber momentan etwas verwirrt, auch meine Ärzte wundert einiges. Die ersten hohen Zucker hatte ich vor 15 Jahren, damals war ich schlank , bin echt erst dick geworden wegen der Probleme. Damals tat man die Werte ab mit Stress. Ich war anderweitig schwer erkrankt.
    Nun mit dem Übergewicht hatte ich einen steigenden HBA1c, , akute Entgleisungen gab es aber noch nie. Innerhalb drei Monaten sackte der Wert mit Metformin ab auf 5,7, und da war ich immer noch übergewichtig. Jetzt habe ich Normalgewicht, und er bleibt leicht erhöht. Und wie gesagt, erste hohe Zucker hatte ich vor 15 Jahren mit einem Gewicht von 60 kg.

    Der Hausarzt meint, das könne gar nicht sein, dass ich das Metformin so stark spüre. Meine Frauenärztin weist mich darauf hin, dass angesichts meines Hashimoto mit extremst hohen Antikörpern ( TPO Antikörper teilweise über 10000) evtl. auch an einen autoimmunen Diabetes gedacht werden müsste. Hausarzt sagt, ne, ist ein klarer Diabetes Typ 2, und fertig.
    Für mich ist nur soviel klar, dass mein Diabetes offensichtlich nicht nur mit dem Gewicht zu tun hat, und dass ich die 1000 mg Metformin unbedingt brauche. Ich habe Angst, mein Hausarzt verlangt wieder , ich solle die absetzen. Aus dieser Befürchtung heraus frage ich mich, ob es doch gut wäre, mich genauer diagnostizieren zu lassen. Bisher wird nur der Langzeitzucker bestimmt. Mein Hausarzt mauert aber.

    Könnt ihr mir helfen und mir erklären, was los ist ?
    Herzlichen Dank !
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    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 22.02.2017 12:10:36 | IP (Hash): 991063678
    Hallo Birnbaum,

    ich würde es schon für sinnvoll halten, dass du zu einem Diabetologen gehst. Der wird das bestimmt genauer untersuchen oder zumindest mit mehr Sachverstand einschätzen, ob sich weitere Untersuchungen lohnen. Zusammen mit dem Hashi ist Typ1 bzw. LADA schon sehr nahe liegend.

    Für dein Ziel, dir das Metformin nicht wegnehmen zu lassen, bringt dir das aber nicht viel. Bei allen anderen Diabetesformen bekommst du kein Metformin. Wenn dein Hausarzt dir die Tabletten nicht mehr verschreiben will, dann kannst du eventuell mit ihm darüber verhandeln, dass du sie selber bezahlst. Metformin kostet nicht viel mehr als die Zuzahlung, deshalb wäre das kein großes Problem für dich. Vielleicht lässt dein Arzt sich darauf ein.

    Beste Grüße, Rainer
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    am 22.02.2017 12:45:31 | IP (Hash): 178359368
    Was Du beschreibst, past nicht zu irgendeinem "Standard"-Diabetes. Aber es hat wohl was mit auffälligem Blutzucker-Verlauf zu tun. An Deiner Stelle würde ich dazu möglichst bald mal nen Diabetologen befragen.

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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
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    Mitglied seit: 22.02.2017
    am 22.02.2017 13:54:10 | IP (Hash): 1409098558
    Hallo und schon einmal vielen Dank !
    Eure beiden Antworten helfen mir sehr. Natürlich können wir hier nichts diagnostizieren, aber mein seltsames Gefühl, das läuft nicht wie üblich, ist also nicht komplett falsch . Ich muss dazu sagen, dass ich eh schon als exotischer Fall gelte, weil mein Hashimoto zu epileptischen Anfällen führte . Das glauben Internisten oft nicht, ist aber unter den Neurologen bekannt. So hohe Antikörper können den ganzen Körper durcheinander bringen. Von daher bin ich halt gefasst, dass bei mir Dinge ungewohnt ablaufen.

    Ich habe ja sogar eine kleine Idee , ist die total abwegig ? Ich glaube, es könnte mit meiner Leber zusammenhängen. Fettlebern sind bekannt bei Hashimoto mit hohen Antikörpern, Damals , viele Jahre, ehe der Hashimoto erkannt wurde, erkannte man eine Fettleber bei mir, bei grade mal 5 kg Übergewicht. Der Hausarzt meinte, dafür sei ich eigentlich doch nicht dick genug.
    Meine Vermutung geht nun dahin, dass vielleicht meine autoimmun geschädigte Leber massivst Zucker einlagert ? Und deshalb brauche ich so zwingend das Metformin, weil das eben diesen Zucker abbaut ? Nicht schimpfen,dass ich selber herumspekuliere, aber ich bin früher immer zum Arzt und nur ausgelacht worden. Bis dann dieser Extrem-Hashimoto rauskam ,dann fand man plötzlich alles mögliche. Seht es bitte als eine Art Notwehr,dass ich heute als Patientin mit überlege. Auf jeden Fall stimmt es doch, dass Metformin dadurch wirkt, dass es die Leber entzuckert ?

    Ich mache jetzt einen Termin bei einem Endokrinologen. Bei uns leider mit horrenden Wartezeiten, halbes Jahr ist nicht viel . Aber ich habe echt Angst, der Hausarzt verweigert mir das Metformin, und ich rutsche zurück in frühere Zeiten. Eigentlich sehe ich es als Beweis der Notwendigkeit, dass ich 15 Jahre Gewicht zugenommen habe trotz Kämpfen, weight watchers usw.. Und heute bin ich schlank und sportlich geworden ohne viel Mühe.

    Nochmal danke für euere Beiträge und viele Grüße !
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    am 22.02.2017 14:47:32 | IP (Hash): 178359368
    Mit besonderem Hashimoto und häufiger Zittern und Schlecht (wichtig, dass Du das bei der Anmeldung beim Diabetologen(!) als akut darstellst, was Dich immer mehr plagt!) hast Du bei jedem Diabetologen gute Chancen auf nen baldigen Termin.

    Nicht jetzt für zum Erzählen beim Dok, sondern für Dich zum besseren Verstehen:

    Die einzige nachgewiesene Wirkung von Metformin ist das Bremsen der Glukose-Ausgabe aus der Leber. Die Leber hat als einziges Organ in unserem Körper einen Glukose-Speicher. Sie kann darin Glukose aufnehmen, wenn gerade mehr als gebraucht wird gegessen wird, und sie kann davon dann welche ausgeben, wenn in Zeiten ohne Essen Glukose gebraucht wird.

    Der Speicher ändert seine Größe nicht mit dem Fettgehalt einer Fettleber. Ne Fettleber entsteht, wenn die Leber Fett einlagert. Wer zur Fettleber neigt, hat da wohl irgendwo (bisher kein Auslöser bekannt) eine Fehlsteuerung für diese eigentlich falsche Einlagerung.

    Neben gegessenem Fett kann die Leber auch locker Glukose zu Fett umbauen und falsch einlagern, vor allem auch zusammen mit Fruktose. Und irgendwann - bei der einen mit weniger Fett und bei dem anderen mit mehr - sorgt die Verfettung in der Leber bei vielen Betroffenen zu diabetischen Fehlsteuerungen.

    Aber wichtig ist jetzt erst einmal, dass Du mit Deinem Hashimoto und Deinem Diabetes und Deinen Beschwerden (lass das Metformin erstmal ganz aus der Anmeldung raus!) Hilfe in nem diabetologischen Schwerpunkt findest! Daumendrück

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    Mitglied seit: 22.02.2017
    am 23.02.2017 08:44:27 | IP (Hash): 1246526328
    Hallo Birnbaum,

    erst einmal willkommen im Club derer, die einfach in kein Lehrbuch passen wollen :-) Keine Sorge, damit bist du nicht allein. Ganz vielen, sensiblen Menschen geht es so, auch wenn eben deshalb dann kein "Fall" dem anderen gleicht. Die gute Nachricht ist: es gibt immer eine Lösung! Du bist der deinen ja sogar schon ziemlich auf der Spur. Dass Ärzte manchmal mauern, kommt leider vor, sollte einen aber niemals davon abhalten, auf das eigene Erleben zu vertrauen.

    Hashimoto kann insofern stark auf den Blutzuckerspiegel einwirken, als zu wenig Schilddrüsenhormon im Blut ihn eher senkt und zu viel Schilddrüsenhormon ihn drastisch erhöht. Da müssen - beim Gesunden - alle anderen Hormonkreisläufe im Körper dann jeweils gegensteuern, um ihn im grünen Bereich zu halten. Sind die Schwankungen stark, kann das durchaus zu Entgleisungen führen. Die Hormonsysteme im Körper hängen ja alle zusammen und voneinander ab. Insofern kann - wenn du nicht einfach aufgrund der guten Erfahrungswerte so mit Metformin weiter machen kannst oder möchtest - am ehesten vielleicht ein guter Endokrinologe Klarheit in das Durcheinander bringen. Idealer Weise einer, der auch gezielt etwas von Diabetes versteht oder mit einem Diabetologen gern zusammen arbeitet.

    Gegen einen Typ1 spricht sehr klar die lange Dauer, die du bereits mit deinem BZ etwas kämpfst. Liegt Typ1 vor, folgen Angriff und Auflösung der Inselzellen meist doch erheblich schneller. Was es IST, kann ich dir allerdings aus der Ferne auch nicht sagen ;-) Nur, wie gesagt, dass das gesamte Hormongeschehen im Körper vice versa sehr voneinander abhängig ist. Vielleicht sind die BZ-Schwankungen tatsächlich auch nur eine "Nebenfolge" - dafür müsste man dann genauer forschen.

    Falls du naturheilkundlich interessiert bist, könntest du ergänzend auch die Mistel zur Hilfe rufen. Es ist eine sehr starke Heilpflanze, die u.a. alle Hormone im Körper harmonisieren kann. Zum Beispiel die Firma Ceres stellt tolle Urtinkturen her.

    Herzliche Grüße Anke



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