Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Manchmal ist alles mist!!

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 1
    Mitglied seit: 08.04.2017
    am 08.04.2017 07:50:06 | IP (Hash): 1792914652
    Hey ich bin Clara, bin 17 Jahre alt und habe seit ca.8 Jahren Diabetes.
    Naja meistens läuft es ja ganz gut und ich habe gar nicht solche krassen Probleme, aber manchmal kotzt mich das alles nur noch an und ich habe dann keinen Bock mehr auf das alles ... und so sind dann leider auch meine Blutzuckerwerte.
    Vor 4 Jahren etwa hat mich der Diabetes null interessiert, ich dachte mir wenn ich ihn ignoriere und nichts mache existiert er auch nicht. Tja kleines dummes Kind ne. Ich war fast durchgehen überzuckert und hatten hin und wieder Entgleisungen. Mein Arzt wusste nicht mehr was er mit mir machen soll und wie er mir helfen kann, damit ich besser klar komme. Mir wurde damals auch von allen seiten gesagt wie schlimm die Spätfolgen sein können, naja aber das hat mich halt nicht interessiert. Nun habe ich aber richtig Angst davor, dass meine Nieren versagen oder ich blind werde oder so was. Momentan läuft es alles ein bisschen besser ich spitze regelmäßig und messe auch ab und zu ( obwohl ich auch das nicht wirklich leiden kann ) ich bekomme in den nächsten Wochen hoffentlich ein FreeStylelibre Sensor, womit es dann hoffentlich auch bald wirklich wieder gut läuft.
    Eins meiner größten Probleme ist aber einfach das es in meiner Umgebung niemanden gibt der mich und mein Handeln wirklich verstehen kann. Alle denken,dass Diabetes ja ne Krankheit ist mit der man super klar kommen und Leben kann. Dem ist ja auch so .... aber halt nicht immer, es gibt auch mal Phasen wo es echt beschissen is.

    vielleicht habt ihr ja Ratschläge oder Ideen wie ich diese Phasen besser überstehen kann
    LG Clara
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 340
    Mitglied seit: 27.01.2017
    am 08.04.2017 08:13:17 | IP (Hash): 283702437
    Hi Clara
    erst mal ein herzliches Willkommen hier im Forum !
    Deine Situation , deine Ablehnung , alles voll verständlich !
    Ich denke du bist Typ 1 !
    Wie heisst´s immer so schön " ein Schnupfen hätte auch gereicht " LOL
    Ich bin zwar schon älter ( in ein paar Tagen 55 ) und Typ 2 , aber was jetzt erst mal wichtig ist, " DU BIST NICHT ALLEIN " !
    Ich möchte mal das ganze so sagen, wir Diabetiker sind eine große Familie !
    Klar,...mit dem Gedanken das ganze sein leben lang mit rumzuschleppen , damit musste oder muss ich mich auch erst noch so richtig anfreunden.
    Ich weiß von meiner auch erst seit Ende Januar , also noch ein Greenhorn in Sachen Diabetes.
    Aber ich zieh das konsequent durch.
    Ich habe eine wunderbare Frau die mich in allen Dingen so toll unterstützt, vor allem sie versucht auf kulinarischer Basis mir zu helfen, mit den Dingen die man als Diabetiker so essen darf.
    Die ist richtig experimentierfreudig geworden !
    Versuch doch mal in deiner Umgebung gleichgesinnte zu finden , man glaubt garnicht wie viele Leute man da kennen lernt, und man hat auch jemanden über den man darüber gut quatschen kann, so wie hier im Forum, nur halt persönlicher !
    Ich habe auch einen langjährigen Freund mit Typ 1 den ich ab und zu anrufe oder besuche um zu quatschen ´, das hilft, ...also mir jedenfalls !
    Kopf in Sand stecken ...das solltest du nicht tun , du hast noch das ganze Leben vor dir, und das mit der Diabetes wird im laufe der Jahre zur Routine wie der tägliche Gang zu Toilette !
    Grüße


    Damals haben wir uns über solche Sprüche noch lustig gemacht:
    " Hast an Tripper oder an Schanker bist no lang koa Zuckerkranker "
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 168
    Mitglied seit: 12.08.2015
    am 08.04.2017 13:50:07 | IP (Hash): 1662128011
    hallo Clara!

    gerade in Deinem Alter und Deiner Situation ist vermutlich der Kontakt zu anderen T1er in Deinem Alter hilfreich. Guck doch mal auf diabetes-kids.de, da sind glaub ich auch Teens nicht nur Kids :-)
  • Cracktros

    Rang: Gast
    am 08.04.2017 14:39:13 | IP (Hash): 1150306489
    Hallo Clara,

    ach, ja...
    Vieles, was du schreibst, kommt mir bekannt vor und hängt mir auch heute nach.
    Was mir damals, ich bin 10 Jahre älter als Du und schleppe meinen -nicht immer- besten Freund Diabetes seit meinem 5. Lebensjahr mit mir rum, fehlte waren gleichaltrige, die den selben Misst durchmachen.

    Was ich damals nicht wusste, oder das gab es nicht, es gibt Jugendcamps und Ferienfreizeiten für Jugendliche mit Diabetes. Eventuell ist so etwas, etwas für dich?



    ----'--'-----''-
    DO NOT FEED THE TROLL!!!
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 340
    Mitglied seit: 27.01.2017
    am 08.04.2017 16:04:40 | IP (Hash): 283702437
    Ach ja, muss auch noch was los werden,
    was mir aufgefallen ist, seit ich in meinem Freundes und Bekanntenkreis erzählt habe das ich Diabetes habe, sind die plötzlich auch mit der Wahrheit herausgerückt
    ...........das die meisten auch alle Diabetes haben, das wusste ich garnicht !
    Soooo viele Gemeinsamkeiten und keiner hat da vom anderen etwas gewusst !

    Damals haben wir uns über solche Sprüche noch lustig gemacht:
    " Hast an Tripper oder an Schanker bist no lang koa Zuckerkranker "
  • Cracktros

    Rang: Gast
    am 08.04.2017 16:51:00 | IP (Hash): 209299213
    Moin General,

    Als ich ein Teeny war, hatte keiner Diabetes, außer irgendwelche Omas und Opas von Freunden. Meine Stellung, ind der Geselschaft hängt vom Amsehen unter Gleichaltrigen ab. Der größte Teil meines Lebens - hoffe ich- steht mir bevor, aber

    - weder mein privates Glück ist sicher,
    noch mein
    -berufliches Glück.

    In meinem Alter ist Attraktivität gleichbedeutend mit körperlichen Unversehrtheit.
    Ich weiß nicht, wo mich die Zukunft hin bringt.

    ----'--'-----''-
    DO NOT FEED THE TROLL!!!
    Bearbeitet von User am 08.04.2017 17:17:45. Grund: ergänzung
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 139
    Mitglied seit: 27.06.2015
    am 08.04.2017 17:26:52 | IP (Hash): 176731849
    Hallo Clara,

    Dein Diabetes kotzt Dich an - mehr als verständlich. Nuuuuuuur, wenn Du ihm das zulässt hast Du schon verloren. Ich bin jetzt 69 Jahre, 2 Monate vor dem 70. ; spritze 4x am Tag kurzwirkendes Insulin ( min. 40 Einheiten - max. 60 Einheiten ), 1x Langzeitinsulin ( 50 Einheiten ), dazu 2x Metformin 1000 - dies alles sind Dosen die manchen Diabetiker sicherlich die Haare ausfallen lassen würden vor Grausen. Das dazugehörende 5 - 6 malige messen des Blutzuckers war nicht immer eine Freude.
    Aber:
    Irgendwann habe ich kapiert, das ist mein Diabetes, er gehört nur mir allein, aus diesem Feind muß mein Freund werden - und schon lief es besser.
    Als erstes habe ich mir das damals bequemste aller bequemen Messgeräte ausgesucht ( AccuCheckMobile) und beim Hausarzt die Verschreibung verlangt ( Verlangt !!!! - ich entscheide über meine Hilfsmittel ), später stieg ich um auf Insulinfertigpens, damit wechsle ich nur noch die Nadel, das nervige austauschen der Insulinglasbehälter entfällt. Für unterwegs lasse ich mir Einmalspritzen verschreiben die ich mit benötigtem Insulin befülle, das mitführen des großen Pen entfällt.
    Mit dem AccuCheckMobile und den Einmalspritzen vorgefüllt, wurde jeder Wandertag, jeder Arbeitstag, eigentlich jede Lebenssituation plötzlich überschaubarer; ohne mich verstecken zu müssen konnte ich immer und überall messen und spritzen, selbst in Gaststätten am Tisch.
    Mein HbA1 ist seit vielen Jahren konstant zwischen 5,9 und 6,3 mmo/L - ich glaube für einen Diabetiker Typ 2 seit fast 40 Jahren ein Traumwert.
    Vor 1,5 Jahren verordnete mir meine Krankenkasse DAK das FreeStyleLibre - in Verbindung mit meinem Smartphone ( kein angefressener Apfel auf der Rückseite ) und den Fertigpens / Einmalspritzen ein Quantensprung im Lebensgefühl - und in den Zuckerwerten durch noch mehr Messungen und verbesserten Einflußmöglichkeiten im spritzen = einfach Klasse
    Fazit: mein Diabetes gehört mir, wir haben uns aufeinander eingestellt, wir leben zusammen - fast inniger als mit meiner Ehefrau ( seit 48 Jahren immer noch die gleiche ) - und was das Wichtigste ist: Noch habe ich keine sogenannte Folgekrankheiten des Diabetes - ich hoffe es bleibt so.

    Also Clara, versuche Dich mit Deinem Diabetes zu arrangieren, freunde Dich mit ihm an und lebe mit ihm gemeinsam, scheue Dich auch nicht Deinen Freunden den Diabetes zu bekennen - Du wirts erkennen werden wer wirklich Deine Freunde sind.

    Viel Erfolg Clara,
    und Alles Gute,
    gib nicht auf !
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 340
    Mitglied seit: 27.01.2017
    am 09.04.2017 09:01:34 | IP (Hash): 283702437
    Hi Falkreiner
    das mit dem " den Feind zum Freund machen " finde ich gut !
    Wenn man mal ganz logisch überlegt, sind doch die, die regelmäßig messen also " WIR ", irgendwo klar im Vorteil , denn die wo nicht messen, weil sie der Meinung sind das sie Gesund sind, sind doch die wirklichen Verlierer !
    Wenn ich messe und sehe das mein Blutzucker nicht stimmt, kann ich reagieren,
    die wo nie messen, leben mit der Gefahr schlimmere Folgekrankheiten zu bekommen . Und die Quote derer die gefährdet sind ist sehr hoch !

    Damals haben wir uns über solche Sprüche noch lustig gemacht:
    " Hast an Tripper oder an Schanker bist no lang koa Zuckerkranker "
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 1
    Mitglied seit: 11.04.2017
    am 11.04.2017 10:42:22 | IP (Hash): 685351964
    Hallo Clara,
    ich bin schon "uralt" fast 73, habe seit 40 Jahren Diabetes Typ 1.
    Ich benutze die Insulinpumpe mylife OmniPod . Podwechsel alle 3 Tage.
    Zusätzlich FreeStyle Libre, damit ich zu jeder Zeit und an jedem Ort, ohne zu stechen meinen Blutzuckerstand kontrollieren kann.
    Ich betreibe viel Sport und verzichte bei meiner Ernährung auf nichts.
    Informiere Dich, ob das auch was für Dich ist.

    Gruß
    Bruno Pier

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 2
    Mitglied seit: 13.07.2017
    am 13.07.2017 11:06:45 | IP (Hash): 883224120
    Hallo, Clara,
    dein Beitrag erinnert mich so an meinen Einstieg - ich war gerade 21 und dachte, mein Leben sei vorbei. Heute bin ich 56 und habe noch immer nicht die Absicht, den Löffel abzugeben. Ich war auch nie wirklich eine Vorzeige-Diabetikerin, habe Probleme mit der "Buchführung" gehabt, mein Lieblingssatz war "Ich muss mit meinem Diabetes leben, nicht für meinen Diabetes" - habe allerdings auch dafür schon gesundheitlich an den Konsequenzen zu knabbern. Eine chronische Krankheit ist immer besch....eiden, sie nervt und ist lästig, da nützt kein Schönreden. Heute ist der Diabetes leichter zu kontrollieren und auch zu beherrschen, aber gerade durch diese Möglichkeiten fühlt man sich selbst vielleicht zu sehr kontrolliert, jede "Sünde" ist nachweisbar... Es nützt nichts: man muss sich zähneknirschend damit anfreunden. Null-Bock-Phasen hatte ich reichlich, habe aber wenigstens immer mein Insulin gespritzt, ich glaube, das ist das Wichtigste. Rotz und Wasser habe ich geheult, als ich die Insulinpumpe bekam, nachdem ich im biblischen Alter von 41 doch noch schwanger wurde. Meine Tochter ist gesund und gestern 15 geworden. Inzwischen habe ich mein 3. Pumpenmodell und lebe gut damit, möchte gar nicht mehr zum Pen zurück. Mit dem FreeStyle-Sensor freunde ich mich gerade an, die Messung ist ja sehr komfortabel, allerdings halten die Dinger bei mir nicht so gut...
    Versuche es doch so zu nehmen, dass die Leute, die dich auf die Spätschäden aufmerksam machen, sich ja wirklich nur um dich sorgen, das ist doch ein schöner Gedanke (ich weiß, dass es eigentlich nervt und man alles tausendmal gehört hat), Nichtbetroffene reagieren oft aus Hilflosigkeit und Sorge so. Mir hat in der Anfangszeit sehr geholfen, dass ich schon kurzfristig eine Reha gemacht habe. Dort lernt man Leute kennen, die ähnliche Probleme haben, die eigenen Probleme und Ängste verstehen und dir Ratschläge fürs Handling geben können - und sicher auch die Mist-Phasen kennen.. Es ist eine große Gruppe Gleichgesinnter, die für ein paar Wochen täglich miteinander zu tun und Spaß miteinander hat, dabei ärztlicherseits in die richtige Spur gebracht wird. Das kann ich dir nur empfehlen. Ich würde eine Reha-Kurklinik auch immer einer Einstellung im Krankenhaus vorziehen, das Drumherum halte ich für entspannter, medizinisch gesehen ist es das Gleiche, aber man hat viele Freizeitangebote, die gerade in der Gruppe deutlich machen, dass man nicht allein ist und auch mit Diabetes Spaß haben kann.
    Ansonsten kannst du deinen Kummer auch gut in diesem Forum loswerden. Hier habe ich auch schon sehr gute Erfahrungen gemacht und Trost bekommen. In manchen Situationen ist Verständnis unter Eingeweihten wichtiger als der ärztliche Rat!
    Alles Gute und liebe Grüße von Biggi-F.
    Bearbeitet von User am 13.07.2017 11:09:49. Grund: Schreibfehler
     2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag.