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Ab wann spritzen ?

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 2
    Mitglied seit: 27.05.2017
    am 27.05.2017 21:29:06 | IP (Hash): 1874475541
    Hallo, ich bin neu hier.
    Vor einem Jahr wurde bei mir während eines Krankenhausaufenthaltes Diabetes Typ 2 festgestellt. Bin 58 Jahre alt, 186 cm gross und 90 kg schwer.
    Nehme jetzt Metformin 850 mg 2 * taeglich. Waehrend der Blutzuckerwert tagsüber und abends weitestgehend normal ist (bei angepasster Ernaehrung), liege ich morgens nüchtern bei einem durchschnittlichen wert von 125 . Unter 100 komme ich morgens nie, egal ob ich abends was gegessen oder gehungert habe. Tagsüber oder abends liege ich aber desöfteren unter 90.
    Jetzt frage ich mich, ob ich irgendwann spritzen muss.
    Mich wuerden mal die werte von Euch hier interessieren, ab wann muss gespritzt werden ?. Manchmal liest man, dass spätestens nach ein paar Jahren auch der Typ 2-Diabetiker zur Spritze greifen muss.
    Anfangs hatte ich einen durchschnittlichen Wert von 180 und in der Spitze fast 300. Ab 200 hatte ich schon deutliche Ausfallerscheinungen verspuert, z.B morgens alles verschwommen gesehen oder unheimlichen Druck auf Blase, aber es kam so gut wie nichts. Dazu auch grosser Durst.

  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 12.08.2015
    am 27.05.2017 22:15:19 | IP (Hash): 1662128011
    Hallo!

    zum ersten: du mißt (regelmäßig)? Bekommst du die Streifen verschrieben? Ist ja eher selten.

    zum anderen: es gibt auch eine andere Sicht darauf. Manche sagen: Spritzen so früh wie möglich. Grund: Deine Werte sind zumindestens morgen nicht ideal. Das sieht auch Deine Bauchspeicheldrüse so. Deshalb wird sie wahrscheinlich unter großen Arbeitsdruck stehen. So eine BSD hat immerhin jede Menge Reserven. Aber je mehr sie arbeiten muß, um so mehr Proinsulin (siehe Wikipedia) wird nicht sauber in Insulin umgewandelt und ins Blut abgegeben. Proinsulin wirkt wie Insulin. Aber ist nur ein Bruchteil so wirksam. Mit einer Ausnahme: es steigert enorm die Bildung von Fettzellen und die Aufnahme von Zucker in Fettzellen.

    Während also Deine BSD bei weitem nicht genug Insulin herstellt, um morgens Deinen BZ unter 100 zu halten, stellt sie massig Proinsulin her, was Deine Fettzellen aufbaut :-( Und außerdem ermüdet irgendwann Deine BSD.

    Von daher: mal den Arzt ansprechen, was er von einem Deine BSD etwas unterstützenden Langzeitinsulin hält.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 28.05.2017 09:12:18 | IP (Hash): 1529927506
    dieter2017 schrieb:
    Jetzt frage ich mich, ob ich irgendwann spritzen muss.
    Mich wuerden mal die werte von Euch hier interessieren, ab wann muss gespritzt werden ?. Manchmal liest man, dass spätestens nach ein paar Jahren auch der Typ 2-Diabetiker zur Spritze greifen muss.

    Hallo Dieter,

    die eine Frage ist, ab wann man als Typ2-Diabetiker spritzen muss, also ab wann die Betazellen so weit erschöpft sind, dass unbedingt externes Insulin gebraucht wird. Dafür kann man Durchsschnittswerte ermitteln, nach welcher Diabetesdauer das notwendig wird. Das sagt aber nichts darüber aus, ab wann das bei dir der Fall sein wird. Die Zeit bis zur vollständigen Erschöpfung der Betazellen ist maßgeblich davon abhängig, wie gut du deinen BZ im Griff behältst. Es ist durchaus möglich, dass du bis an dein Lebensende mit oralen AntiDiabetika auskommen kannst, die lediglich die eigene Insulinausgabe etwas verstärken.

    Die wichtigere Frage ist, ab wann du Insulin spritzen willst. Hier sehe ich es genauso wie Tarabas, dass eine frühzeitige Unterstützung mit Basalinsulin für dich viel Sinn macht. Du würdest damit deine Nüchternwerte verbessern und außerdem deine Betazellen entlasten, so dass sie möglichst lange durchhalten. Das Hauptproblem wird sein, dass du deinen Arzt dazu überreden musst, dir bei deinen guten Werten bereits Insulin zu verschreiben. Das wir nicht leicht sein, aber versuchen solltest du es auf jeden Fall.

    Was ich übrigens nicht verstehe, dass dein Arzt die Metformindosis nicht auf 2*1000mg erhöht. Metformin wirkt sehr gut auf die Nüchternwerte. Diese kleine Erhöhung würde bestimmt nicht ausreichen, um die Nüchternwerte unter 100 zu bringen, aber eine Verbesserung ergibt es ganz bestimmt.

    Beste Grüße, Rainer
  • Dibein

    Rang: Gast
    am 28.05.2017 13:41:18 | IP (Hash): 1518990964
    Rainer schrieb:
    [....] Diese kleine Erhöhung würde bestimmt nicht ausreichen, um die Nüchternwerte unter 100 zu bringen, aber eine Verbesserung ergibt es ganz bestimmt.

    Beste Grüße, Rainer



    Hallo Rainer,

    Ist der regelmäßige Nüchternwert über 100mg/dl problematisch? Ich habe trotz 2x1000mg und 34IE Basal immer einen nüchtern BZ zwischen 120 und 150mg/dl. Ich finde das auch nicht toll aber die Diatante meint das wäre völlig o.k.? Ich habe diese Nüchternwerte ca. 10-12 Stunden nach der der Injektion. Ein splitten der Basal Injektion auf anraten der Diabetologin auf 2x17IE alle 12 Stunden bringt keine Verbesserung. Daher spritze ich jetzt wieder 34IE am Abend.

    Viele Grüße

    Dirk



    Viele Grüße

    Dirk

    ---
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    Bearbeitet von User am 28.05.2017 13:41:46. Grund: korrektur
  • Cracktros

    Rang: Gast
    am 28.05.2017 13:49:10 | IP (Hash): 612762561
    Hallo Dirk,

    hast du mal einige Nachtprofile angelegt?

    Von Interesse sind Werte um 2-3 Uhr und um 4-5 Uhr.


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  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 28.05.2017 15:01:58 | IP (Hash): 1529927506
    [quote=Dirk B.;90974]Ist der regelmäßige Nüchternwert über 100mg/dl problematisch?[/quote]Hallo Dirk,

    es ist außerhalb der Werte von Stoffwechselgesunden, deshalb würde ich etwas dagegen tun, wenn es mit einfachen Mitteln möglich ist. Wenn du zu den von Cracktros empfohlenen Zeiten mit dem niedrigsten Basalbedarf misst, dann kannst du die Lantusdosis so lange erhöhen, wie du in diesen Zeiten nicht unter 80 ankommst. Erhöhe vorsichtig in kleinen Schritten und nur aller 3 Tage, dann kann dabei nichts Schlimmes pasieren. Die Nüchternwerte, der nach dieser Erhöhung rauskommen, müsstest du akzeptieren. Das kannst du wahrscheinlich auch mit gutem Gewissen tun.

    Eine Splittung hätte auf den NBZ keine positiven Auswirkungen, bestenfalls auf die letzten Stunden vor dem nächsten Spritzen. Bei 34IE kannst du aber davon ausgehen, dass das Lantus über die ganzen 24 Stunden wirkt und brauchst nicht zu splitten.

    Beste Grüße, Rainer
  • Dibein

    Rang: Gast
    am 28.05.2017 22:46:04 | IP (Hash): 1518990964
    Cracktros schrieb:
    Hallo Dirk,

    hast du mal einige Nachtprofile angelegt?

    Von Interesse sind Werte um 2-3 Uhr und um 4-5 Uhr.


    ----'--'-----''-
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    Hallo Rainer,

    Das habe ich getan. Meine PNP Schmerzen begünstigen das Messen derzeit da ich eh schlecht schlafe;). In den genannten Zeiten habe ich:

    2-3 Uhr 90-110mg/dl
    4-5 Uhr 70-90mg/dl in der Menge aber eher bei 80.

    Wenn ich dann aufstehe derzeit so zwischen 08 und 09 Uhr dann bin ich bei den genannten Werten bis 150 in der Menge bei 130mg/dl.

    Viele Grüße

    Dirk



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    Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 28.05.2017 23:15:49 | IP (Hash): 846158295
    Kein Rezept, nur eigene Erfahrung mit der Einladung zum Ausprobieren, ob es für die eigene Situation auch helfen könnte:
    Habe bis vor fast 4 Jahren einen Morgenanstieg auf um 150mg/dl um 7 Uhr und mit jeder weiteren Stunde mehr gepflegt. Bei einem ansonsten recht gesunden BZ-Verlauf im Rahmen von HBA1c 5,5 und besser.
    Habe dann per VLCD meine Leber entfettet (waŕ zuvor sehr fett) und seitdem einen nennenswerten Anstieg erst mit dem Aufstehen. Also wenn ich um 7 aufstehe, starte ich mit 80, mit dem Aufstehen um 10 um 100, noch lange keine 150!

    Deine Beschwerden/Schmerzen sind keine üblichen Begleiter von Prädiabetes und auch schon mehrere Jahre bestehendem Diabetes im Rahmen von HBA1c bis einschließlich 8. Eigentlich kann das, was Du bisher an Diabetes hast, keine Erklärung dafür geben, und deswegen solltest Du nach meiner Meinung Deine Ärzte ganz dringend mit der Frage nach Ursachen und Abhilfemöglichkeiten abseits vom Diabetes nerven.

    Erzähle ihnen getrost, dass es kaum unerkannte Diabetiker gäbe, wenn der Diabetes schon so früh so unangenehme Beschwerden machen würde, wie sie Dir für Deinen einreden wollen ;)


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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
    Bearbeitet von User am 28.05.2017 23:17:09. Grund: Ergänzung
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    Mitglied seit: 12.08.2015
    am 28.05.2017 23:56:38 | IP (Hash): 1662128011
    [quote=Dirk B.;90978]
    Wenn ich dann aufstehe derzeit so zwischen 08 und 09 Uhr dann bin ich bei den genannten Werten bis 150 in der Menge bei 130mg/dl.

    Viele Grüße[/quote]

    Wann genau mißt Du die 150? Noch im Bett liegend? Oder kurz nach dem Aufstehen? Oder weil "nüchtern" auch erst vor dem Frühstück?
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 30.05.2017 01:36:31 | IP (Hash): 545685971
    Dirk_B. schrieb:
    Cracktros schrieb:

    Von Interesse sind Werte um 2-3 Uhr und um 4-5 Uhr.


    2-3 Uhr 90-110mg/dl
    4-5 Uhr 70-90mg/dl in der Menge aber eher bei 80.
    Wenn ich dann aufstehe derzeit so zwischen 08 und 09 Uhr dann bin ich bei den genannten Werten bis 150 in der Menge bei 130mg/dl.


    Die 2/3 Uhr-Werte dienen der Unterzuckerkontrolle zur Insulinmenge.
    Ab 3 Uhr beginnen allerdings schon Gegenhormone (zum Wachwerden) mit Erhöhung zu wirken.
    Deine gemessenen 4/5-Uhr Werte zeigen eine gegensätzliche Erniedrigung.

    'Nüchternwerte' nach 10-12 h lassen auf einen frühen Abendspritzzeitpunkt schließen auf ca. 20 Uhr.
    Du könntest versuchen, das Basal später zu spritzen um 22 Uhr (war so mein Lernpunkt) oder erst wirklich vor Zubettgehen.
    Die Erniedrigung des BZ brauchst du nicht um 4/5 Uhr, sondern ca. 3 h später.

    Gruß Elfe
    Bearbeitet von User am 30.05.2017 01:38:18. Grund: .