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Bericht und Fragen zu Gestationsdiabetes
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am 29.05.2017 14:16:30 | IP (Hash): 2108455638
Ich glaube Du planst da zuviel.
Vielleicht wird die zweite Geburt ja ganz anders? Mit Wehen ins Krankenhaus und ruck-zuck auf natürlichem Weg alles fertig bevor der operationswütige Doc die Formulare ausdrucken kann?
Genauso ist es beim Zuckerbelastungstest. Warte das Ergbnis erstmal ab.
Sollte der Arzt bei EINEN mg/dl über der Ziellinie mit wöchentlichen Terminen winken obwohl Du mit dem Testgerät umgehen kannst und auch weißt, was Du da so eigentlich machst, dann helfen da echt klärende Worte.. zumal der Diadoc wohl keinen Schichtwechsel hat.
Solltest Du da nicht beim Diadoc sein: Sofort hinwechseln. Hausärzte sind da öftes mal – sagen wir – überlastet.
Was Dich natürlich nervt und gerade Insulinpflichtige gut kennen: Der besserwisser-Doc. Wie oft da schon irgendwelche Leute an der Dosis schrauben wollten obwohl ich wegen ganz anderer Dinge vorstellig war... Deshalb der Tipp: Klare Kante zeigen. -
am 29.05.2017 23:53:51 | IP (Hash): 1529927506
Hallo Cosima,
erst mal meinen Glückwunsch und alle Gute für die SS. :=)
Ich kann gut verstehen, dass du dich fragst, ob so viel Vorsicht Sinn macht und ob dein Baby bei solchen BZ-Werten wirklich gefährdet sein kann. Wir hatten das Thema im Forum auch schon öfter, hier z.B. ganz intensiv:
http://www.diabetes-forum.de/Forum/topic/12123/Schwangerschaftsdiabetes
Du hast nach unserer Meinung gefragt. Meine Meinung ist, dass du dir bei solchen Werten wie in deiner ersten SS keine großen Gedanken über SS-Diabetes machen musst. Allerdings ist nicht sicher, dass es dieses mal genauso verläuft. Du solltest auch in dieser SS deinen BZ gelegentlich messen und wenn sich höhere Werte zeigen, musst du etwas dagegen tun. Ein Experte hat mal in einem Medscape-Artikel gesagt, dass die Karten bei jeder SS neu gemischt werden.
Wie du schon festgestellt hast, gibt es verschiedene Meinungen zum kritischen Nüchternwert. Manche Ärzte verlangen unter 90, anderen reicht unter 95mg/dl. Höhere Zielwerte sind dann wohl sachon etwas älter. Das bedeutet aber nicht, dass nie höhere Werte auftreten dürfen. Wichtig ist nur, dass die nicht allzu häufig sind. Kompetente Gynokologen sehen auch nicht losgelöst auf die BZ-Werte, sondern betrachten Sie immer zusammen mit der Größenentwicklung des Kindes. Bei Anzeichen von Makrosomie sollten dann natürlich sehr strenge Werte eingehalten werden, ohne solche Anzeichen kann die BZ-Führung nicht ganz so streng sein. Einen guten Vortrag zum sicheren Erkennen der Größenentwicklung gibt es übrigens in der DDG-Mediathek vom gerade stattfindenden Diabteskongress 2017 hier:
https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/mediathek.html
im Vortrag "Wertigkeit von Ultraschallparametern für die Betreuung und Therapie von Patientinnen mit Gestationsdiabetes" von Friedericke Weschenfelder. Der ist bestimmt sehr interessant für dich.
Ich wünsche dir auch in dieser SS so gute BZ-Werte wie bei deinem ersten Baby. Lass dich nicht verrückt machen.
Beste Grüße, Rainer
Bearbeitet von User am 29.05.2017 23:56:16. Grund: . -
am 30.05.2017 23:28:59 | IP (Hash): 1694621136
Ich schaffe es erst heute wieder zu schreiben. Es war einfach zu viel los.
Ja, du hast recht, wahrscheinlich mache ich mir wieder zu viele sorgen. Ich träume auch schon wieder vom blutzucker messen und bin total gestresst bei dem thema. Ich versuche jetzt wieder ruhiger zu werden, much zu entspannen und bei bedarf zu handeln. Danke für deine Aufmerksamkeit, deine Teilnahme und deinen input! -
am 31.05.2017 00:00:14 | IP (Hash): 1694621136
Vielen Dank für deine Antwort! Und danke für die Glückwünsche!
Ich habe schon bei älteren forumsbeiträgen geguckt, habe den wohl aber übersehen? Hab kurz reingeguckt und werde nochmal ausführlicher gucken. Ebenso den link vom diabeteskongress. Ja, allerdings, das ist interessant für mich! Danke!
In der erste schwangerschaft hat Der Diabetologe immer auf den bauchumfang des Kindes beachtet und der war immer vollkommen in ordnung. Mein zielwert bei den morgendlichen nüchternwerten lag bei unter 90 und den habe ich damals leider nur bei der hälfte der messungen erreicht.
Ich habe auch vom dawn syndrom gelesen und frage mich, in wie weit mich das betreffen könnte? Ich weiss, dass ich morgens Schwierigkeiten habe aufzustehen und mir der übergang von schlaf\traum zum aufwachen mit extremen stress verbunden ist. Ich bin und war schon immer da in einer kurzen Phase, in der ich orientierungslos und extrem angespannt bin bis ich mich zurechtfinde. Um so kürzer ich nach dem aufwachen gemessen habe, um so höher war dann der wert (95) und regulierte sich innerhalb weniger minuten (unter 90). Heute morgen zb hatte ich sehr schlecht geträumt, bin total verschlafen wachgeworden und war dann plötzlich hellwach, mein herz schlug wie verrückt und ich zitterte. Ich hatte den abend zuvor das messgerät ans bett gelegt, um meinen nüchternwert zu messen, und zack der war bei 98! Nur wenige minuten später, nachdem ich noch im bett liegend durchgeatmet hatte, war er bei 93. Danach musste ich mich ums kind kümmern und konnte nicht nochmal messen.
Natürlich kann bei dieser schwangerschaft alles anders sein und darum hab ich es auch von anfang an im Hinterkopf gehabt. Habe mittlerweile auch mein messgerät hervorgeholt und messe nun wieder regelmäßige. Ich habe jetzt auch ein wenig rumgetestet und mich zwei mal sehr ungesund (besonders für meine Verhältnisse) ernährt inklusive softdrink und eis. Meine blutzuckerwerte waren eine stunde nach verzehr knapp über 100.
Kann es denn wirklich gestationsdiabetes oder ein diabetesvorbote sein, wenn ich morgens schlechtere nüchternwerte habe (aber immer unter 100) und sonst tagsüber nie probleme habe? Selbst bei schlechter Ernährung?
Und noch eine frage. Ich leide diese schwangerschaft unter sehr starker übelkeit. Ich bin sogar schon im krankenhaus gelandet, weil ich tagelang nichts bei mir behielt. Habe es aber seitdem im griff. Phasenweise übergebe ich mich aber noch viel. Wenn ich mich vor der messung eine stunde nach dem verzehr übergebe, soll ich dann trotzdem messen und wirkt sich das irgendwie aus? Vertrage das Medikament gegen übelkeit auch nicht, weil ich überempfindlich auf antihistaminika reagiere.
Vielen dank!
Bearbeitet von User am 31.05.2017 00:01:15. Grund: was vergessen -
Elfe
Rang: Gastam 31.05.2017 20:04:19 | IP (Hash): 545685971
TypEinser schrieb:
https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Leitlinien/Patientenleitlinien/GDM_Patienten_LL_END_2012_04_17.pdf
Hallo Cosima,
die oben zitierte Praxisleitlinie lohnt auch zum Weiterlesen, jenseits der Diagnose-Werte:
Auf Seite 6 wird als Blutzuckerziel nüchtern 95 mg/dl angegeben,
auf Seite 7 ist zu lesen, daß alle 3 Wochen ein Ultraschall ausreicht und nur bei mit Insulin behandelter Diabetes wöchentliche Untersuchungen notwendig sind,
auf Seite 8 steht, daß Gestationsdiabetes allein kein Grund für eine Kaiserschnitt-Entbindung ist.
Du könntest dieses PDF ausdrucken und entsprechende Stellen markieren, um in den Arztgesprächen eine gute Argumentationshilfe an der Hand zu haben, zu kontern und auch direkt belegen zu können.
Falls du mal wieder mit Allgemein-Sprüchen zugetextest wirst, kannst du abwinken ("weiß ich alles schon"), und das Arztgespräch auf deine eigenen persönliche Belange lenken.
Die Sprechzeit beim Arzt ist knapp, um so wichtiger ist eine gute Vorbereitung, was auch dein Arzt bestimmt zu schätzen weiß.
Wichtig wäre auch, dir ev. eine Diabetes Schwerpunkt-Praxis zu suchen, die meistens besser ausgestattet sind und Termine weitgehend auch einhalten.
Auch nach einer guten Geburtsklinik könntest du erst einmal online recherchieren und ggfs. bei einer Führung mal ansehen.
Jedes mal einen neuen KH-Arzt anzutreffen passiert aus meiner Erfahrung heraus eher bei den großen Unikliniken, die ganz anders organisiert sind.
Bei der Betreuung deines Kindes könnte dir ein Babysitter helfen.
Um da jemanden zu finden, gibt es auch online-Portale, in meiner Stadt sogar zu Leih-Opas und -Omas.
Liebe Grüße
Elfe -
am 31.05.2017 21:16:21 | IP (Hash): 782378979
[quote=Cosima Niehaus;91031]In der erste schwangerschaft hat Der Diabetologe immer auf den bauchumfang des Kindes beachtet und der war immer vollkommen in ordnung. Mein zielwert bei den morgendlichen nüchternwerten lag bei unter 90 und den habe ich damals leider nur bei der hälfte der messungen erreicht.
Ich habe auch vom dawn syndrom gelesen und frage mich, in wie weit mich das betreffen könnte? Ich weiss, dass ich morgens Schwierigkeiten habe aufzustehen und mir der übergang von schlaf\traum zum aufwachen mit extremen stress verbunden ist. Ich bin und war schon immer da in einer kurzen Phase, in der ich orientierungslos und extrem angespannt bin bis ich mich zurechtfinde. Um so kürzer ich nach dem aufwachen gemessen habe, um so höher war dann der wert (95) und regulierte sich innerhalb weniger minuten (unter 90). Heute morgen zb hatte ich sehr schlecht geträumt, bin total verschlafen wachgeworden und war dann plötzlich hellwach, mein herz schlug wie verrückt und ich zitterte. Ich hatte den abend zuvor das messgerät ans bett gelegt, um meinen nüchternwert zu messen, und zack der war bei 98! Nur wenige minuten später, nachdem ich noch im bett liegend durchgeatmet hatte, war er bei 93. Danach musste ich mich ums kind kümmern und konnte nicht nochmal messen.
Natürlich kann bei dieser schwangerschaft alles anders sein und darum hab ich es auch von anfang an im Hinterkopf gehabt. Habe mittlerweile auch mein messgerät hervorgeholt und messe nun wieder regelmäßige. Ich habe jetzt auch ein wenig rumgetestet und mich zwei mal sehr ungesund (besonders für meine Verhältnisse) ernährt inklusive softdrink und eis. Meine blutzuckerwerte waren eine stunde nach verzehr knapp über 100.
Kann es denn wirklich gestationsdiabetes oder ein diabetesvorbote sein, wenn ich morgens schlechtere nüchternwerte habe (aber immer unter 100) und sonst tagsüber nie probleme habe? Selbst bei schlechter Ernährung?
Und noch eine frage. Ich leide diese schwangerschaft unter sehr starker übelkeit. Ich bin sogar schon im krankenhaus gelandet, weil ich tagelang nichts bei mir behielt. Habe es aber seitdem im griff. Phasenweise übergebe ich mich aber noch viel. Wenn ich mich vor der messung eine stunde nach dem verzehr übergebe, soll ich dann trotzdem messen und wirkt sich das irgendwie aus? Vertrage das Medikament gegen übelkeit auch nicht, weil ich überempfindlich auf antihistaminika reagiere.
Vielen dank![/quote]Hallo Cosima,
ich glaube, du machst dich immer noch viel zu sehr verrückt. Als ich dir empfohlen habe, von Zeit zu Zeit mal nachzusehen, was dein BZ macht, da habe ich an eine Kontrollmessung aller 1...2 Wochen mal gedacht und nicht an tägliche Kontrolle. Die Werte nach den Mahlzeiten brauchst du eigentlich gar nicht zu prüfen, die liegen meilenweit von den angepeilten 140 entfernt.
In welcher SS-Woche bist du eigentlich? Kritisch können leicht erhöhte BZ-Wertesowieso erst in der 2. SS-Hälfte werden, wenn sich bei deinem Kind die BSD entwickelt. Langanhaltend höhere Werte zwingen die BSD dann zu übermäßiger Insulinproduktion mit den bekannten möglichen Folgen. Wie ungefährlich deine leichten Erhöhungen sind, siehst du auch daran, dass sie wirklich nur mal kurzzeitig nach dem Aufstehen auftreten. Die 95 an sich sind kein Problem, nach den Mahlzeiten sind ja sogar 140 erlaubt. Erhöhte Nüchternwerte sind normalerweise über mehrere Stunden höher, deshalb werden sie so kritisch gesehen. Wenn das bei dir nicht der Fall ist, gibt es damit gar keine Probleme. Es ist ja nicht so, dass die BSD deines Kindes gar nicht arbeiten soll, sie soll das nur nicht über lange Zeit auf Volldampf tun müssen.
Bleibe schön ruhig und mach dir nicht so viel Sorgen um SS-Diabetes. Alles Gute, Rainer
Bearbeitet von User am 01.06.2017 17:50:25. Grund: . -
am 01.06.2017 10:12:34 | IP (Hash): 2098122104
sehr interessanter beitrag!