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Hohe Messwerte trotz Low Carb
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am 09.06.2017 18:39:28 | IP (Hash): 1031804806
Hallo zusammen!
Bin seit 8 Jahren als Diabetkerin Typ II eingestuft und halte seitdem meine Werte mit dem Liraglutid Victoza im Schach. Ich spritze nach der morgendlichen Messung nach Bedarf. Metformin nehme ich nicht. Nun habe ich mich vor 4 Monaten entschlossen, mein starkes Übergewicht durch eine Ernährungsumstellung in Low Carb zu reduzieren und bin dabei sehr erfolgreich (schon 17 Kg weniger). Allerdings treibe ich dabei auch etwas Ausdauersport (Hometrainer) und halte eine Grenze von 50 g KH pro Tag weitestgehend ein. Mein Problem sind jedoch die Messwerte. Ich hatte erwartet, dass sich diese mit der Zeit positiv entwickeln werden. Leider stelle ich aber ein besonderes Phänomen fest, welches ich mir nicht erklären kann: Die Nüchternwerte liegen häufig (aber auch stark schwankend) bei fast 8,0, der Langzeitzucker war letzte Woche 6,0. Warum diese hohen Werte, obwohl mein Körper kaum KH zu verarbeiten hat? Ich habe auch beobachtet, dass je schneller die Pfunde auf der Waage purzeln, die Messwerte höher sind. Ist dies eine Randerscheinung der besonderen Ernährung? Besonders nachts findet ja der Fettabbau statt und die Leber schüttet Glukagon aus, welches letztendlich auch zu Glucose umgebaut wird. Könnte das den Nüchternwert erklären?
Ich würde mich sehr freuen, eine fachlich kompetente Antwort auf meine Fragen hier zu erhalten.
Vronimaus -
Cracktros
Rang: Gastam 09.06.2017 19:30:19 | IP (Hash): 946723164
Fachlich kompetente Antwort gibt es beim Oecotrophologen, Facharzt oder ähnlichen Berufsgruppen. Ich bin nur Patient und lese hier nur Antworten von Patienten. Noch nie gesehen, dass hier entsprechende Fachpersonen schreiben.
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DO NOT FEED THE TROLL!!! -
am 09.06.2017 20:27:56 | IP (Hash): 1128729705
Guten Abend,
Ein Grund könnte es wenn dem Körper Kohlenhydrate entzogen werden ,dass dieser Eiweiß und Fett in Kohlenhydrate umwandelt.
Liebe Grüße
1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
Cracktros
Rang: Gastam 09.06.2017 20:36:29 | IP (Hash): 946723164
Eine zweite Möglichkeit wäre:
Grundsätzlich, habe ich irgend wann mal in der Schule gelernt, bedeutet jeder Abbau von Fett, egal durch welche Diät, die Entstehung von Ketonen. Ketone bewirken eine Insulinresistenz. Das könnte bedeutet, dass in der Phase des starken Fettabbaus die Werte steigen. Da aber einer geringerer Fettanteil eine bessere Wirkung des Insulins zurfolge hat, müssten sich irgendwann die Werte verbessern. Zumindest wenn meine Überlegung stimmt.
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DO NOT FEED THE TROLL!!! -
am 09.06.2017 23:10:19 | IP (Hash): 2102182248
Hallo Vronimaus,
es gibt zwei Dinge, die Deine hohen Nüchternwerte erklären können:
1. In den frühen Morgenstunden bereitet sich der Körper auf den kommenden Tag vor. Dazu gehört die Ausschüttung von Adrenalin, Wachstumshormon und Cortisol - alles Gegenspieler des Insulins. Sie lassen ab etwa 4:00 Uhr den Blutzucker ansteigen. Deshalb nennt man dieses Phänomen auch Dämmerungs- oder Dawnphänomen. Warum es bei manchen auftritt und bei anderen nicht, weiß ich allerdings nicht.
2. Wenn Du abends sehr eiweißreich ißt, kann das ebenfalls den morgendlichen BZ erhöhen. Das liegt daran, daß manche der Aminosäuren, aus denen Eiweiß besteht, die Glukagonausschüttung anregen, was wiederum die Zuckerfreisetzung der Leber aktiviert. Bei mir erhöht beispielsweise ein 180g-Steak meinen BZ um etwa 150 mg/dl oder 8,3 mmol/l. Das passiert allerdings nicht so schnell wie nach 12 g Kohlenhydraten, die eine vergleichbare Wirkung entfalten, sondern deutlich später. Während der BZ nach KH (sehr) schnell anfängt zu steigen, schlägt das Steak erst nach gut fünf Stunden zu, während Fisch den BZ nach rund 3,5 Stunden steigen läßt. Eier liegen nach meiner Erfahrung zeitlich zwischen Fisch und Fleisch.
Viele Grüße
Katja
@Cracktros
Ob Du es glaubst oder nicht: es gibt auch kompetente Patienten!
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Ingenieure sind die besseren Diabetologen ;-)1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 10.06.2017 09:20:35 | IP (Hash): 670224538
Hallo Vroni,
erst mal meinen Glückwunsch zu deinem Erfolg beim Abnehmen und zum guten HbA1c - hast du toll gemacht. :=)
An dem guten HbA1c kannst du erkennen, dass die morgendliche Nüchternwerte nicht allzu lange so hoch sind. Mit regelmäßigem BZ für mehreren Stunden über 140 (7,8) würde ansonsten ein höheres HbA1c rauskommen. Kurzzeitige BZ-Spitzen in dieser Höhe sind kein Problem. nach den Mahlzeiten akzeptierst du ja auch solche Werte. Du brauchst dir um die höheren Nüchternwerte aus meiner Sicht keine übergroßen Sorgen zu machen.
Ich vermute aus deinen Schilderungen, dass du dich eiweißreich ernährst. Bei Low Carbern gibt es dazu unterschiedliche Berichte. Bei manchen hat viel Eiweiß am Abend starken Einfluss auf den morgendlichen Nüchternwert, bei anderen macht das wieder nichts aus. Wahrscheinlich gehörst du zu denjenigen, bei denen das einen großen Einfluss hat. Teste einfach mal ein bisschen rum und iss mal zum Abend wenig und mal viel Eiweiß und beobachte die Auswirkungen. Wenn es tatsächlich daran liegt, must du zumindest zum Abend weniger Eiweiß und dafür mehr Fett essen. Eine andere denkbare Lösungsvariante wäre, dass du das Victoza schon vor dem Aufstehen oder am späten Abend spritzt, so dass es am Morgen wirken kann. Besser wäre dann aber der Umstieg auf Trulicity, weil das gleichmäßig über eine ganze Woche wirkt und auch die Nüchternwerte senken würde.
Wenn du bei LC bleiben willst, dann ist so ein GLP1-Analogon sowieso nicht das ideale Medikament, weil es hauptsächlich bei den Mahlzeiten wirkt. Die Mahlzeitwerte hast du aber, wie dein HbA1c zeigt, schon durch deine LC-Ernährung gut im Griff. Die ideale Unterstützung zu LC-Ernährung wäre Basalinsulin, z.B. Lantus. Damit würdest du dein BSD wirksam entlasten und langfristig schonen können. Die Nüchternwerte würden sich mit Basalinsulin auch erheblich verbessern, selbst wenn du abends viel Eiweiß isst.
Alles Gute, Rainer
Bearbeitet von User am 10.06.2017 10:51:45. Grund: .2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 10.06.2017 14:11:44 | IP (Hash): 1697711770
Ich bin hier kein Unbekannter. Habe länger nichts mehr geschrieben, sondern einfach beobachtet und festgestellt, dass einige Forenuser, welche versuchen, sich mit ihrem Wikipedia-Wissen zu profilieren, absolut in ihren alten fragwürdig belehrenden Mustern verharrt sind und nach wie vor nicht erkannt haben, dass in einem Forum keine Ferndiagnosen gestellt und keine medizinische Behandlungen empfohlen werden sollen. Dazu ist der jeweils behandelnde Arzt zuständig.
Erstaunlich, wie ein Forenschreiber einer ihm unbekannten Person, von welcher er über den allgemeinen Gesundheitszustand, über eine allfällige Polimorbidität, über die Adhärenz etc, nichts weiss, die Empfehlung abgibt, von Victoza auf Trulicity zu wechseln und feststellt, dass Lantus die richtige Unterstützung wäre.
Es ist eigentlich bezeichnend, dass sich hier seit Jahren die gleichen Leute mit ihrem Profilierungsbedürfnis tummeln. Der besonnenen Forenbesucher schaut rein, stellt allenfalls eine Frage und wendet sich schnell wieder von dieser Plattform ab. Nur ganz wenige bleiben hängen....3 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag.