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Verschiedene Diabetesstufen

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    Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 340
    Mitglied seit: 27.01.2017
    am 24.06.2017 08:58:40 | IP (Hash): 1650130067
    Hi
    Wenn ich die Beiträge so lese frage ich mich wie sich diese verschiedenen
    Diabeteswerte einstufen lassen.
    Der eine ist.nach eigener Aussage geheilt und andere machen eine Flasche Champagner auf wenn sie mal unter 200 sind!
    Speziell die Typ2er schwanken hier gewaltig.
    Was ich meine ist, das doch die Grunderkrankung bei allen gleich ist.
    Reagieren hier die betroffenen Organe wirklich so unterschiedlich?
    Gut, ich möchte jetzt nicht die Diabetes mit einem Schnupfen vergleichen,
    aberbei so etwas nimmt jeder Wick Medinait und gut ists, warum reagiert
    dann hier eine Ernährungsumstellung nicht bei allen gleich?
    Ich weiß, das ist jetzt wieder eine blöde Frage, aber dies war gestern ein Diskussionsthema bei uns.
    Diabetiker aller Länder vereinigt euch !
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    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 24.06.2017 10:49:26 | IP (Hash): 763509145
    Jeder legt für sich alleine fest, wie straff oder wie locker er seine BZ im Griff behalten will. ob das dann ausreicht, um schwere diabetische Folgeerkrankungen zu verhindern, ist trotzdem noch stark von Glück oder Pech abhängig.

    Manche verlassen sich bei der Festlegung zur BZ-Führung auf ihren Arzt. Aber auch bei Ärzten gibt es viele unterschiedliche Meinungen. Da hängt es also davon ab, an welchen Arzt man zufällig gerät. Ich halte deshalb die Variante für sehr viel besser, dass man sich zusätzlich zu den ärztlichen Empfehlungen seine eigenen Gedanken macht.

    Jeder Diabetes ist anders, deshalb wirken auch die Maßnahmen und Medikamente unterschiedlich. Typ2-Diabetes ist eine Mischung aus verschiedenen Defekten, die wichtigsten wären Insulinresistenz, versagende Leistung der Betazellen und fehlerhaft überschießende Glukoseausgabe der Leber. Diese Defekte treten bei jedem Diabetiker und in jeder Diabetesphase in unterschiedlichen Zusammensetzungen auf und bedürfen anderer Maßnahmen. Das ist übrigens bei Schnupfen und den vielfältigen Gegenmaßnahmen gar nicht so viel anders.
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    Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 24.06.2017 10:59:19 | IP (Hash): 765082591
    Mit dem unbehandelt immer weiter schwankenden und immer höher als gesund ausfliegenden Blutzucker haben wir alle ein gemeinsames Haupt-Symptom. Und wo der Blutzucker mit zunehmender Schwankungsbreite und Höhe ein eigenes Sträußchen fieser Folgen generiert, haben wir dann auch gemeinsam mit zunehmend ungesundem BZ die zunehmende Aussicht auf gemeinsame Folgekrankheiten.

    Die Unterschiede ergeben sich aus der unterschiedlichen Entstehung des Haupt-Symptoms. Beim Typ 1 kommt das zuerst davon, dass die eigenen Insulin produzierenden Beta-Zellen vom eigenen Immunsystem vernichtet werden, Beim Typ 2 zuerst von einer bisher noch nicht ergründeten Kombi aus Regeldefekten von Insulin und Blutzucker.

    Keiner dieser Erkrankungsfälle entsteht erst, wenn das Haupt-Symptom auffällig sichtbar wird. Sondern dann ist so ein Fall schon so weit fortgeschritten, dass alle Mitspieler in der Blutzucker-Automatik den Defekt untereinander beim besten Willen nicht mehr unauffällig ausgleichen können. Beim Typ 1 z.B. dann, wenn schon um 80% der Betas hin sind. Und viel spricht dafür, dass der bislang noch unbekannte Defekt beim Typ 2 mit dem Auffälligwerden des BZ ähnlich weit fortgeschritten ist.

    Zur Diagnose gelten in allen Fällen die dafür definierten weit oberhalb des gesunden Verlaufs angesiedelten Grenzwerte. Wenn einer davon dauerhaft überschritten wird, wird ein Diabetes bescheinigt.

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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
    Bearbeitet von User am 24.06.2017 12:43:16. Grund: Ergänzung
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 25.06.2017 11:51:53 | IP (Hash): 1910531379
    Als Stufen kann man dann wohl die verschiedenen Behandlungen sehen, vor allem auch, wenn sie mit den Jahren für das gleiche Ergebnis verstärkt werden müssen. Heißt ja auch ganz offiziell Therapie-Eskalation als völlig normal beim 2er.

    In dem Maße, in dem andere andere Behandlungsmöglichkeiten für den angestrebten BZ-Rahmen nicht ausreichen, wird Insulin verordnet, bei Typ 1 praktisch mit der Diagnose, bei Typ 2 meistens irgendwann im Zeitrahmen von 6-10 Jahren danach.
    In D angestrebter BZ-Rahmen ist für jüngere Menschen HBA1c unter 7 und Zielwert vor den Mahlzeiten 80-120mg/dl und für ältere HBA1c unter 7,5 und vor den Mahlzeiten 100-150.

    Beide Rahmen sind im alltäglichen Leben Ideal-Vorgaben, die von der Menge der Betroffenen, die sich allein nach der jeweiligen ärztlichen Einstellung richten, nicht erreicht werden.
    Dazu haben wir auf der einen Seite ernsthafte Stimmen, die für die Erweiterung des HBA1c-Rahmens um wenigstens einen Prozentpunkt nach oben sprechen, weil sich damit das statistische Risiko einer Folgekrankheit nur unwesentlich erhöht und noch keine akuten Symptome wie etwa stark erhöhter Wasserumsatz oder beständige Müdigkeit und Trägheit verbunden sind. Und dafür können die Behandlungs-Vorgaben weiter gefasst werden.
    Und auf der anderen Seite haben wir die Fraktion derer, die für den HBA1c 6 und besser plädiert, weil das Folgekrankheiten-Risiko da praktisch schon gesund Null sei und eine gesunde Vitalität beobachtet werden könne.

    Und 1 Jahr HBA1c 6 und besser und Nüchtern-BZ 100mg/dl und besser ohne Zucker-Medis sind die Eckpunkte der neuen Art von Typ 2 quasi Heilung, der kompletten Remission.
    Die kann von vielen 2ern nach bariatrischen OPs (alle Arten von erheblichen Magen-Verkleinerungen) oder deren unblutigem mehrwöchigen VLCD-Nachbau nach Professor Taylor Newcastle anschließend allein mit dem entsprechenden persönlichen Behandlungs-Verhalten erreicht und für mehr oder weniger viele Jahre - vielleicht auch lebenslang - erhalten werden.

    Mit dem entsprechenden persönlichen Behandlungs-Verhalten können wir alle den BZ-Rahmen erreichen und einhalten, den wir einhalten wollen, im Prinzip. In der alltäglichen Wirklichkeit allerdings nur so weit, wie wir bereit sind, die Reaktionen unseres Blutzuckers auf Essen und ggf. Medikation und Bewegung und Tageszeit systematisch auszutesten und zu berücksichtigen und fortlaufend gezielt aufeinander abzustimmen.

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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
    Bearbeitet von User am 25.06.2017 11:55:28. Grund: Ergänzung