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  • Rang: Anfänger
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    Beiträge: 2
    Mitglied seit: 27.07.2017
    am 28.07.2017 02:17:33 | IP (Hash): 1064461608
    Hallo :) Ich bin neu hier und hoffe, dass mir jemand helfen kann.

    Ich bin 26 Jahre alt und normalgewichtig, ernähre mich gesund (u.a. wegen PCOS kohlenhydratarm, ohne Zucker, viel Gemüse...).

    Vor einigen Monaten wurde ich von meiner Frauenärztin wegen meinem PCOS zum OGTT geschickt, da ja viele Frauen auch eine Insulinresistenz haben. Meine Werte waren dabei:
    - Nüchtern: 139
    - Nach 60 min.: 118
    - Nach 120 min.: 82
    Die Arzthelferinnen haben mir nicht geglaubt, dass ich nüchtern gewesen bin, haben mich dann aber trotzdem zum Diabetologen weiter geschickt.

    Der hat - mit Blick auf meine Familiengeschichte (Vater Typ I, Opa Typ I) - Mody Diabetes in Erwägung gezogen bzw. Vermutet, dass mein Vater und Opa vielleicht auch Mody hatten. Er hat mich dann gefragt, ob ich vorsichtshalber eine Genanalyse machen wollen würde. Außerdem wurde dann noch mal der Nüchternzucker und Langzeitwert gemessen.

    Nüchternzucker war dann nur bei 92 (also kein Diabetes), die Genanalyse war nicht ganz eindeutig aber deutet auf Mody Typ 3 hin (das Gen was ich habe wurde bei vielen Mody Patienten Gefunden aber zu 100% weiß man das wohl nicht?). Arzt hat mich dann nachhause geschickt und mir geraten einmal im Jahr den Langzeitwert (war beim ersten Test 4,8, beim zweiten 3 wochen später 4,9) zu überprüfen.

    War dann auch okay für mich, allerdings habe ich seit ein paar Wochen unfassbaren Durst, trinke derzeit zwischen 6 und 8 Litern Wasser am Tag. muss dementsprechend viel auf klo. Außerdem schwitze ich sehr viel, vor allem nachts. Da ich anfangs vermutet habe, dass ich mich da in irgendwas reinsteigere und das eine psychische Reaktion auf die Testergebnisse ist, habe ich mir ein Blutzuckermessgerät zugelegt. Habe 2 x völlig normale Werte gemessen (87 nüchtern). Trotzdem hat der Durst nicht aufgehört, so dass ich nach 2 Wochen zum Diabetologen bin. Der meinte, bei meinem Nüchternzucker sei alles ok (urin + blut wurde trotzdem abgenommen, Ergebnisse bekomme ich nächste Woche).

    Meine Fragen:
    - kann der Durst trotzdem schon ein Symptom sein, auch wenn meine Werte normal sind?
    - was bedeutet dieser einmalige Wert von 139? sind schwankende oder einmalige hohe BZ-Werte vielleicht auch ein Anzeichen bzw. eine Vorstufe vom Mody Diabetes? (habe das gefühl viele Ärzte kennen sich diesbezüglich gar nicht aus)
    - inwieweit hat meine kohlenhydratarme Ernährung darauf Einfluss?
    - wegen meinem PCO nehme ich Metformin (2x 500, soll noch auf 1500 hoch). Vertrage die Medis sehr gut aber könnten die auch Auswirkungen auf meine Werte oder den Durst haben (der Arzt meinte Metformin zeigt bei Mody 3 keine Wirkung).

    Habt ihr noch irgendwelche Tipps für mich? :)

    Vielen Dank schon mal

  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    am 28.07.2017 07:50:30 | IP (Hash): 991063678
    Hallo Mody,

    also erst mal ganz deutlich, ein einmaliger Nüchternwert von 139 hat absolut nichts zu sagen. der BZ wird nicht nur durch Essen erhöht. Ein kräftiger Adrenalinstoß vor der Blutabnahme macht das z.B. auch und zwar wesentlich schneller als ein Brötchen. Wenn deine Nüchternwerte bei den weiteren Messungen meistens normal sind, dann kann du diesen Wert ganz einfach vergessen.

    Verstärktes Wasserlassen und daraus resultierender starker Durst gilt zwar als Symptom für Diabetes, es tritt aber bei allen Typen nur im Zusammenhang mit hohem BZ auf. Dazu muss der BZ sich mehrere Stunden über der Nierenschwelle aufhalten, die normal um die 180mg/dl liegt. Bei MODY Typ3 ist die Nierenschwelle herabgesetzt, etwa auf 160mg/dl. Selbst wenn sie bei dir sehr weit auf 150 oder 140 herabgesetzt würde, könntest du den Durst nicht mit deinen BZ-Werten erklären. Ich würde an deiner Stelle als nächstes zum Urologen gehen oder den Hausarzt nach anderen Ursachen suchen lassen.

    Metformin würde bei MODY nicht viel helfen und die BZ-Werte nur wenig verbessern. Allerdings ist PCO häufig mit Insulinresistenz verbunden und dagegen hilft Metformin. Du kannst durchaus MODY-Gene (MODY-Diabetes hast du ja noch lange nicht) haben und gleichzeitig eine IR. Insofern macht das Metformin Sinn und wird für den MODY auch nicht schaden. Dein KH-arme Ernährung macht gegen IR sehr viel Sinn und würde auch bei MODY-Diabetes sinnvoll sein, wenn er sich später mal entwickeln sollte.Vielleicht hilft sie sogar ein bisschen dabei, dass sich die Entwicklung zum MODY-Diabetes verlangsamt.

    Alles Gute, Rainer
    Bearbeitet von User am 28.07.2017 14:49:02. Grund: .
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
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    am 28.07.2017 08:18:04 | IP (Hash): 1064461608
    Oh wow! Danke für die schnelle und ausführliche Antwort. Dann bin ich erstmal beruhigt und lasse das mit dem Durst noch weiter abklären :) der hausarzt versucht dem bereits auf den Grund zu gehen.

    Dann muss ich mir also erst um Diabetes sorgen machen, wenn mein BZ in die höhe geht? Macht es Auch Sinn tagsüber mal zu messen oder ist das nicht aussagekräftig?
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    am 28.07.2017 09:37:27 | IP (Hash): 991063678
    Moody-Mody schrieb:
    Macht es Auch Sinn tagsüber mal zu messen oder ist das nicht aussagekräftig?

    Ja, wenn sich der Diabetes entwickelt, dann würden zuerst die Werte in 1 Stunde nach der Mahlzeit nach oben gehen. Monate oder Jahre später folgen dann die 2-Stunden-Werte nach und ganz zuletzt steigen dann auch die Nüchternwerte an.

    Wie schon gesagt, entwickelt sich MODY meistens langsam. Wenn du es überwachen willst, dann reicht wohl eine Kontrolle aller 1...2 Jahre aus.

    Beste Grüße, Rainer