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alles reine „Gewohnheitssache...“

  • Sabine H.

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 10:15:23
    Natürlich ist es mit Diabetes (bedingt) lebenswert. Auch kann man damit noch relativ gut umgehen und ist in den meisten Fällen noch sehr mobil. Aber wisst ihr, was mich am meisten verwundert? Dass es Leute gibt, die dich fragen, wie das mit Diabetes (Typ I) so abläuft: betreffs essen, spritzen, BZ messen usw. Wenn du ihnen dann erzählst, sehen sie dich fragend an - oder klopfen dir auf die Schulter und meinen tröstend: „Na, aber das ist doch alles Gewohnheitssache, da hast du dich doch nach so langer Zeit schon ans mehrfache Spritzen, Essenabschätzen und BZ-messen gewöhnt!“ ... Prima. Als wenn man sich dran „gewöhnt“. Nein, im Gegenteil, denn es ist für mich nicht „selbstverständlich“, sondern eine tägliche, lebensverlängernde Maßnahme, dessen Lebensqualität ich mit exakter Disziplin + Konsequentz stark beeinflusse. Und das rund um die Uhr! Vielleicht könnte ich ja den Antwortenden mal wünschen, sie sollten ne Woche oder von mir aus 40 Jahre damit leben. Dann würde ich sie gerne wieder fragen, wie sehr sie sich „dran gewöhnt“ haben. Sollen sie doch auch mal mit dicker Winterkleidung jahrein, jahraus, über Weihnachtsmärkte schlendern, sich nen schönen Glühwein oder was Essbares holen (betrifft auch Wurschtstände o. ä. im Winter...) und dann versuchen zu spritzen. Natürlich können sie sich dafür vor allen anderen Leuten freimachen bzw. ausziehen, ist ja meist nicht kalt draußen und eh alles „Gewohnheitssache“ ... Oder wenn ihnen der Blutzucker bei einem wichtigen Treffen so runterrutscht, dass ihnen nur noch Kauderwelsch entfährt... oder wenn sie in trauter Stunde zu zweit, oder frisch verliebt (und man mal 3 Stunden lang nicht seinen BZ misst ...), plötzlich keine Reaktion mehr haben! Oder bei ner längeren Fahrradtour alle anderen zu nötigen, mal kurz zu warten, weil man nen BZ machen oder was essen muss ... Naja, ist ja alles nur „Gewohnheitssache...“ (??) Neee, ätzend!
    Sorry, ich musste DAS endlich mal loswerden!!! - Jetzt geht’s mir wieder etwas besser. Und Danke für euer offenes Ohr.
    Sabine H.
  • Lulu

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 12:21:46
    Hallo, Anonym,
    habe gerade eben eine heiße Diskussion mit so einem Zeitgenossen hinter mir, der meint, man könne sich doch an alles gewöhnen, auch daran, Verzicht zu üben. Das könne man doch als asketische Übung betrachten, die den Geist frei macht.
    Der Mensch ist Esoteriker und ernährt sich vegan. Er meinte auch, ich solle doch froh sein, dass ich in meinem Alter noch lebe und so gut drauf bin. Es gäbe just in diesem Augenblick Menschen, die gerne mit mir tauschen würden, weil sie gerade sterben.
    Ein Gemütsmensch!!!!
    ( Und alles nur, weil ich ein wenig gejammert habe, dass ich dieses Weihnachten wie immer keinen Stollen kriege und keine Bratwurst auf dem Christkindlmarkt und keine Plätzchen, nur e i n e s - ausnahmsweise zum Adventstee.
    Und was das Schlimmste ist: Lebkuchenverzicht.
    Ich habe nämlich einen strengen Ehemann, der mich, was mir unbegreiflich ist noch lange behalten will und der wie Zerberos darüber wacht, dass ich nicht sündige und deshalb viel spritzen) muss. Ich verstehe Dich sehr gut.
    Es gibt Augenblicke, da möchte ich alles auf einmal essen, was verboten ist!
    Halte durch und sage Dir wenn wieder so einer krumm daher redet: Wer nicht eine Meile in den Mokassins seines Gegenübers gegangen ist, kann nicht wissen, wie es ihm geht und wie er lebt. (Indianisches Sprichwort).
    Irgendwann, wenn auch spät, kriegen die auch noch Einsicht.
    Lasset uns darum beten! ; - ))))
    Lulu
  • Sabine H.

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 12:51:29
    Hallo Lulu,
    Danke dir für deine Worte, hat mir gut getan. Für die anderen sieht es ja immer so leicht aus, was wir da täglich machen.... Klar kann man sich zusammenreißen, mal nein sagen usw. Aber dann darf man auch mal über diese permanente Überwachung und Selbstüberwachung, Abwägungen usw. nach Herzenslust fluchen, oder?
    Stimmt, das indianische Sprichwort finde ich sehr aussagekräftig! Werde ich auch bei der nächsten Diskussion anwenden!
    Verzicht üben... ja-ja.... ich übe schon 43 Jahre lang. Die ersten 25 Jahre davon waren die härtesten von allen. D. h., niemals etwas Süßes und niemals etwas neben der Reihe essen! Einglück hat sich das mit ICT und Pumpe geändert. Und meine schwerkranke Freundin, die kürzlich verstarb, sagte mir noch vor 4 Jahren, als es ihr trotzdem schon schlechter ging als mir, mit mir will sie nicht tauschen. Wir haben sehr viel gemeinsame Zeit verbracht, und egal wie es mir ging, sie hat nie solch Sprüche mit "Verzichtübung ist gut..." oder "... ist doch eh alles Gewohnheit bei dir..." verwendet. Wofür ich ihr heute immer noch sehr dankbar bin.
    Sabine H.
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 12:55:02
    hallo liebe - (depressive)absichtlich in klammern.
    ihr scheint auf dem stand von vor vierzig jahren stehengeblieben zu sein.
    zu 1. ja manchmal ist spritzen nervig aber es gibt pumpen da ist das spritzen unsichtbar.
    außerdem kann man bei solchen ausnahmen auch mal hinterher spritzen.(mit kz analog)
    zu 2. du solltest deinen ehemann mal zu einer vernünftigen schulung schicken, "was" hat ne rostbratwurst mit dm zu tun ? garnichts.
    weshalb sollst du wenn du insulin hast keine plätzchen essen ? alle diese "verbote" waren noch nie begründet,
    und sind daher seit fast 20 jahren aufgehoben.
    daher:
    1. bitte macht euch mal ein bisschen schlau
    2. wer sich in seine therapie reinreden läßt ist selbst schuld (dazu gehört auch ein ehepartner der keine ahnung hat)
    mfg. klaus von klausdn
  • Sabine H.

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 13:12:34
    Klausdn, auf deinen Kommentar hab ich gewartet ... Kannst du nicht verstehen, dass es auf Dauer ätzend ist, bei allem nachzukontrollieren und -zuspritzen und dann solch Äußerungen von Gesunden zu hören!?! Tut der Seele auch mal gut, drüber Luft abzulassen! von Sabine H.
  • Hammy

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 13:21:05
    So so, Sabine, du willst dich also mit mir unterhalten? >>von mir aus 40 Jahre damit leben. Dann würde ich sie gerne wieder fragen, wie sehr sie sich &#8222;dran gewöhnt&#8220; haben. << Da ich immer ein offenes Ohr habe, kann ich dir nach 41 Jahren DM T1 klar antworten, dass es tatsächlich eine "Gewohnheitssache" ist - DAS ist aber vom jeweiligen Menschen und dem Zeitpunkt, wann er Diabetiker wird abhängig. Wenn du wie ich als Kleinkind zuckerkrank geworden wärst. dann wäre es Teil deines Lebens, da du damit aufwächst. Du kennst es nicht anders (für dich) und wirst dich damit arrangieren, weil dich alles andere nur "kaputt" machen würde. Die meisten, die es später (Teeniealter oder noch später) bekommen, kennen ihr Leben ohne DM, der dann natürlich "ein Schlag ins Kontor" ist. Da es aber inzwischen relativ einfach geworden ist (im Vergleich zu den 60ern), seinen DM gut zu managen (BZ-Messgeräte, Pens, Pumpen...),
    sollten die von dir angeführten "Schwierigkeiten"
    eigentlich gar nicht auftreten oder unüberwind-
    bar sein. Es wird natürlich auch immer von
    den Kumpels abhängen, ob man sie "nötigen"
    muss, mal eine kurze Pause bei der Radtour
    einzulegen oder ob sie über deinen "Mangel"
    Bescheid wissen und es das "Normalste" der
    Welt ist. Aber vermutlich würdest du dir auch
    lieber in die Hosen pinkeln anstatt um 'ne
    Pause zu ersuchen ;-). Dass die genannten
    Punkte nur Ausreden sind, empfinde ich so,
    weil ich so etwas nie erlebt habe. Ich war auf
    den Weihnachtsmärkten, ich habe "stürmische"
    Beziehungen gehabt, ich bin mit meinen
    Kumpels stramme Radtouren gefahren UND
    ich habe natürlich auch einiges an Sch.... wegen
    des DM erlebt - ja und? Das ist das Leben!!
    Glaubst du allen Ernstes, dass bei einem
    "Gesunden" nichts schiefgeht? Sicher bin ich
    in einer anderen Zeit aufgewachsen, als du,
    aber ich habe mich immer an den Spruch
    eines Ur-Diabetologen (Prof.Dr.G.Katsch)
    gehalten: "Der Diabetiker ist nicht krank, er
    ist BEDINGT gesund." Ich würde nie versuchen,
    etwas anderes zu behaupten oder zu beweisen.
    Übrigens habe ich in meinem Leben bzgl.
    DM auf nichts VERZICHT üben müssen und
    jetzt muss man das noch weniger. Sicher
    wirst du jetzt 1000 Gründe dagegen finden,
    aber du wolltest dich ja mal mit einem nach
    40 Jahren darüber unterhalten und das ist
    nun mal meine Meinung! Gruss Hammy
  • Sabine H.

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 13:27:00
    ... gut so!! Hab&acute;s trotzdem länger, genau genommen seit Frühjahr 1965. Hast du sonst noch regere Anmerkungen dazu? von Sabine H.
  • Hammy

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 13:48:51
    Länger schon, aber nicht eher bekommen -
    seit Oktober 1962 durfte ich mich Diabetiker
    nennen. Spass beiseite - um so weniger
    kann ich deine Gedanken nachvollziehen...
    Ich denke nicht wie Klaus an Depressionen
    (in Klammern stehend ;-)), aber normal ist
    das nicht, aber es ist DEINE Ansicht und
    für dich muss sie stimmen und nicht für
    mich! Wenn es dir hilf, das man dir "zustimmt" -
    Akzeptieren kann ich deine Meinung problemlos,
    aber nicht nachvollziehen/ verstehen. Es ist
    natürlich alles subjektiv gefärbt und so ist das
    Leben nun mal... Gruss Hammy
  • Lias

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 14:00:08
    Hi Sabine, umso schlimmer, wenn du deinen DM schon länger hast, dass die Handgriffe immer noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen sind und du immer noch rumjammerst. Nix gelernt in der ganzen Zeit? von Lias
  • Freimaurer

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 14:26:07
    Hallo,

    wenn Sabine kein Fake ist, stimme ich ihr in vielen Punkten zu.
    Ich erlebe es auch ab und zu im Alltag.
    Da kommt dir ein Nichtdiabetiker über den Weg gelaufen, der schlecht gelaunt ist, weil seine Frau nicht mit ihm letzte Nacht schlafen wollte, oder weil im Job etwas schiefgegangen ist, oder weil ein Termin im Fitnesscenter geplatzt ist.
    Dann kommst Du, als Diabetiker, hast plötzlich einen niedrigen BZ-Wert oder die Werte am Tage aus unerklärlichen Gründen schwanken und keiner beachtet dies so richtig. Weil man selbst mit eigenen Problemen beschäftigt ist. Dann wird einem es so hingestellt, naja, Höhen und Tiefen gibt es am Tage, aber meine Probleme (Frau/Job/geplatzter Termin) sind doch viel wichtiger.
    Und wenn Du wirsches Zeugs von Dir gibst, dann denken Andere, ist der noch ganz ok ?
    Ach dann bleibe ich lieber bei meinen eigenen Problemen.
    Welche Krankheit wird so ausführlich behandelt von den Betreffenden als eine Andere ?

    Gruß

    Freimaurer
  • Lulu

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 14:33:22
    Also ihr Lieben,
    die Bratwurst ist schlecht für mich wegen Fett (Gallensteine). Jetzt kommt mir bitte nicht, die sollte ich mir rausnehmen lassen! Ich habe schon acht (!) Bauchoperationen hinter mir und will es nicht noch einmal wagen, weil man es leider bei mir nicht auf moderne Art durchs Schlüsselloch machen kann. Mit Zertrümmern ist auch nix, weil bei dieser Größe der Steine die Gefahr besteht, dass sich Krümel im Gallengang festsetzen und weiterwachsen -- Gallengangsverschluss. Also auch auf die Galle achten - Essensmässig.
    Und ausserdem : Ich bin das Geschnipsel und das Krankenhaus und die Ärzte dermassen leid und mache es nur noch, wenn mein Leben davon abhängt. Und da überleg ich es mir auch noch mal, wenn es geht.. Punktum. Aber das ist meine Sicht der Dinge.
    Ausserdem habe ich auch von euch gelernt, dass Fett sich hinterhältiger weise auch in Zucker wandelt.

    Meinen Göttergatten, den Herrn Professor, kann ich zu keiner Schulung schleppen, den interessiert so was nicht. Das bringt ihn nur schlecht drauf, sich dauernd mit Krankheiten beschäftigen zu müssen. Wir lieben uns aber trotzdem!!!!
    Dazu muss ich zu seiner Entlastung sagen, dass wir über Jahre unsere beiden Mütter hautnah gepflegt haben bis zu ihrem mehr oder weniger seligen Ende. Das heißt ich habe gepflegt, er hat freundlich Obdach gewährt und alle Rechnungen bezahlt.
    Mit der Schulung- für mich ist das so eine Sache..... Ich habe das zweimal durchgemacht, einmal in den Siebzigern und dann vor zwei Jahren.
    Mir hat damals der Doc erzählt, dass es wichtig sei, strengste Diät zu halten, um abzunehmen (habe ich geschaft, 10 kilo) und um nicht ständig als 2er zuzunehmen. Auch durch das Insulin. Je mehr ich spritze um so dicker werde ich. Das ist eine erprobte Tatsache! Mir hilft nur eiserne Disziplin um mit 30 Einheiten über den Tag zu kommen. Ausserdem habe ich gehört, dass irgendwann die Dosis so hoch werden kann, dass man dann "austerapiert" ist. Wollte mich da vielleicht der Doc erschrecken???? Damit ich brav bin und nicht nasche???

    Mit dem Zucker komme ich ganz gut klar, und mit meinem Leben auch. Ich kann nur verstehen, dass man eben manchmal total durchhängt und sich bei jemandem ausheulen möchte. Daran kann ich nix schlimmes finden!
    Ich danke Euch dass ihr mir und Sabine ein Ohr geliehen habt.
    Eure Heulsuse
    Lulu


  • Nora

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 14:33:29
    Vor allem verstehe ich nicht, warum ihr auf irgendwas verzichten müsst... du bist doch Typ 1, oder? Da kannst du ja sowieso alles essen und machen.. ich kenne das komischweise eher umgekehrt und wundere mich ein bisschen über deinen Thread. Bei mir ist es so, dass Leute, die mich neu kennenlernen immer Sachen sagen wie: "Ohje, was du alles durchmachen musst", "Du Arme" usw. und ich muss dann immer sagen, dass das wirklich nicht so schlimm ist, bzw. man sich daran gewöhnt... und das tut man meiner Meinung nach. Klar bin ich mal genervt, wenn ich ne Hypo oder ne Keto habe, die Werte einfach nicht runtergehen oder ich z.B. bei Partys ans Messen denken muss, obwohl ich darauf im Moment gar keine Lust habe.. aber mal ehrlich: so schlimm ist das doch alles nicht. Und auf Weihnachtsmärkten: 1. gehst du da ja nur sehr selten im Jahr hin und die paar Male spritze ich auch immer nach dem Essen, d.h. wenn man nicht mehr in der Kälte ist. So schlimm ist das ab und zu ja auch nicht...

    Hattest du schon immer solche Akzeptanzprobleme? Dann solltest du vielleicht mal über eine Therapie nachdenken.. es gibt soweit ich weiß, Psychologen, die sich auf chronische Krankheiten spezialisiert haben.. vielleicht können die dir ein bisschen helfen.

    Und wenn ich ab und zu mal richtig genervt bin von allem sage ich mir immer, dass wir eigentlich echt noch Glück haben, mit Diabetes kann man so gut leben im Vergleich zu anderen Krankheiten..
    ich habe den Diabetes übrigens im Teenie-Alter bekommen, war zwar zu der Zeit ziemlich blöd, weil man gerade in dem Alter wirklich andere Sorgen hat ;), aber im Grunde ging das auch. Irgendwann wird einem halt klar, dass man eh nichts dagegen machen kann und es sich mit guten Werten und dafür 5 Minuten am Tag, die man sich darum kümmern muss, wirklich besser lebt als mit schlechten Werten...
    ich weiß auch nicht, warum du solche Probleme mit den Aussagen der anderen Leute hast.. sie meinen es ja sicher nur gut, ich meine: was sollen sie denn sonst sagen... ihnen wird schon klar sein, dass es richtig sch... ist, eine chronische Krankheit zu haben. Sie wollen halt nur irgendwas sagen, wäre dir ne Runde Mitleid etwa lieber???

    Naja, ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute, dass du es schaffst, den DM zu akzeptieren..

    Gruß,
    Nora
  • Grünkohl

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 14:43:16
    Das war mal richtig gut und zeigt eigentlich
    deutlich, dass hier über das gleiche (Dm)
    von 2 verschiedenen Standpunkten diskutiert
    wird, also gibt es kein falsch oder richtig,
    höchstens ein "Ich sehe das so..." und das
    hat mit Unverständnis oder Ablehnung nichts
    zu tun (oder doch?). Mitleid ist auch der falsche
    Weg zur Besserung, Interesse und Fragen schon.
  • Harald

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 15:13:10
    Hier ist ebenfalls ein alter Hase mit &#8222;offenem Ohr&#8220;. Vorneweg: oder spez. für Antworter &#8222;Hammy&#8220;:
    die wenigsten dürften Prof. Gerhard Katsch persönlich gekannt haben, da er bereits 1961 verstarb. Aber schön hier von jemanden zu lesen, der sich immer an seinen Spruch gehalten hat und nie etwas anderes beweisen würde. Die Gerhard-Katsch-Zeiten hier zu erwähnen, hat einen Beigeschmack für viele Diabetiker, die diese Ära miterlebten. Es war eine Zeit, in der jugendlicher Diabetes dem (übergewichtigem) Diabetes-Typ II gleichgestellt wurde, welches hieß:
    fettarme und zuckerfreie Ernährung mit einem striktem Leben mit BE-Austauschtabelle und strengem Insulinplan! Konsequenzen daraus waren neben Untergewicht der sogenannte Hungerazeton, der über längere Zeit zu Nieren- und anderen Organschäden.
    Katsch&#8217;ens Devise &#8222;Der Diabetiker ist nicht krank, er ist BEDINGT gesund." &#8211; entspricht nicht dem heutigen Wissensstand und auch nicht heutigen Erkenntnissen. Vielmehr sollte es, um Verharmlosungen allgemein, und zum besseren Verständnis (auch oder gerade für Nichtdiabetiker) heißen:
    Der Diabetiker ist nicht gesund, er ist BEDINGT erkrankt." Selbst Prof. Katsch, der viele Diabetes-Patienten (darunter Kinder) betreute oder hat sterben sehen, konnte zu keiner Zeit erklären, warum er Diabetes als &#8222;bedingt gesund&#8220; definierte. Die extrem schlechten Verläufe dieser Erkrankung zu seiner Ära sowie die Tatsache, ein chronisches, nur mit Insulin behandelbares Leiden bis hin zum Tod zu haben, sprachen jedenfalls gegen diese &#8211; sicherlich gut gemeinte - Aussage.
    Diabetes ist auch heute noch eine sehr ernst zu nehmende, konsequent zu behandelnde Stoffwechsel-ERKRANKUNG, die schlecht &#8211; bzw. unbehandelt nach relativ kurzer Zeit zum Tod führt.
    Nun sind wir im 21. Jahrhundert, der medizinische Fortschritt hat auch in der Diabetestherapie wesentliche Verbesserungen und Erleichterungen erzielt. Jedoch sollte nicht unterschätzt werden, welche Risiken und Nachteile diese Stoffwechsel-ERKRANKUNG mit sich bringt. Es ist durchaus verständlich, über seine-diese Krankheit nachzudenken, zu schimpfen und zu diskutieren. Ja, es darf sogar geschimpft werden, wenn es einem gut tut! Das ist der beste Weg, aus einer zeitweiligen Depri-Krise mit dieser Krankheit, die nach vielen Jahren jeden einmal treffen kann, wieder herauszugelangen.
    ... Und abschließend: kein Diabetiker wird je abstreiten, dass bei Gesunden nichts schief geht. - Der Satz passt hier nicht zum Thema.
    von Harald
  • Hammy

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 15:39:54
    @Harald: Kennst du Goethe persönlich? Hast
    aber mit Sicherheit oft seine Worte gebraucht
    oder verinnerlicht. Ich habe keine Ahnung, in was
    für einer DM-Welt du gross geworden bist -
    ich habe die DM-Entwicklung ab 1964 im Ost-Teil
    dieses Landes mitbekommen und die wider-
    spricht deinen Verlautbarungen ganz klar.
    Das es sich bei der "Devise" um eine Parabel
    handelt, scheint an einigen vorbei gegangen
    zu sein. Ausserdem ging es um die Einstellung
    zu seiner "Krankheit" und um nix anderes.
    Wenn du meinst, ich hätte niemals im Leben
    über meinen "Sch...- Diabetes" geflucht - weit
    gefehlt. Und wer bestimmt denn, was hier fehl am Platze ist - du? Das ist immer noch ein öffentliches Forum, wo jeder seine Meinung äussern darf, solange er niemanden persönlich angreift! Und ich würde mich hüten, solche Verlautbarungen wie Jammerlappen, Depp, Depressiver, Missmacher o.ä. zu bringen -
    weil jeder Mensch so ist ,wie er ist und nicht wie
    ihn andere gern hätten und deswegen darf
    er auch eine eigene Meinung haben.
    Gruss Hammy
  • Sabine H.

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 15:42:41
    Eine rege Diskussion, freut mich echt, hab nicht mit gerechnet. Danke für alle Antworten. Aber mal ehrlich, neee, ich hab nich schon länger "solch Akzeptanzprobleme" mit der Krankheit, mensch Leute, ich wollt mich nur mal ausquatschen, was mich so bewegt und ärgert. Manche sehen das aber hier echt verschärft und wollen mich am liebsten gleich zum Ballonflicker schicken. Da kommt man sogar mit ollen Diabetes-Kamellen aus den 60-igern usw. Ja meine Güte, da gabs aber weder die Bezeichnung ICT, geschweige denn Insulinpumpe (hab ich oben was geschrieben von) Ansonsten sitzen die Handgriffe z. Diabetes bei mir, keine Sorge. Mensch, ich wollt mich doch nur mal ausquatschen - ist das heutzutage ein Frewel?? Erspart jedenfalls bei mir den Ballonflicker. Gruß S. von Sabine H.
  • Grünkohl

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 16:08:07
    wie spricht der rheinländer: "jeder jeck ist anders!".
    und wer fragen "aufwirft" muß mit antworten dazu rechnen.
  • Auch Anonym

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 16:38:56
    an Vor-Anonym:
    bei dir wären welche mit depressiven Verstimmungen sicherlich auch ganz gut aufgehoben ... - Superhilfreich, deine Einstellung, echt Klasse. von Auch Anonym
  • Grüni

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 16:57:14
    welche mit depressiven verstimmungen gehören
    zum psychologen und ich bin keiner, also falsch!
    aber wenn ich superhilfreich war - danke!
  • Harald

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 17:05:50
    an den Voranonymen:
    oh, hier ist ja jemand richtig sauer ?... wegen Verstimmung geht niemand gleich in Psychol. und da de behauptest keiner zu sein, brauchst de auch nicht so zu antworten, als wärst de einer.

    an den Hammy:
    macht spaß, sich mit dir auszutauschn - Was genau widerspricht denn meinen &#8222;Verlautbarungen&#8220;? - Na, ich wette, da geht dir die Antwort aus, mit deiner Lehre die mal so vor 45 Jahren hinsichtlich Diabetes galt.
    von Harald
  • Hammy

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 17:38:19
    @Harald: Schön, dass es dir Spass macht - auch
    dazu soll ein Forum ja dienen. Ich lass dich deine
    Wette gewinnen - damit habe ich und die anderen
    Forenteilnehmer ihre Ruhe und du deinen Willen.
    Ich muss mich vor niemanden für Dinge recht- fertigen, die ich selbst anders erlebt habe...
    Schönes Weihnachtsfest allen, Gruss Hammy
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 19:33:08
    daß sich die diabetesbehandlung im lauf gerade der letzten jahre gewaltig verändert hat, hat hammy wohl nicht und nie bestritten, nur was damals in der ddr
    als behandlungskonzept lief war flexibler und moderner als das westliche.
    beisp. der quarkbunker in mergentheim.
    sinnlose weil falsche diätvorschriften.
    und anscheinend ist schon vergessen daß gerade unsere diabetologen heftigst gegen die bz selbsttestung gewettert haben, da sie um ihren
    "heiligenschein" fürchteten.
    nicht zu vergessen daß ein der ict sehr ähnliches behandlungskonzept als unpraktikabel in der kiste verschwand.
    also bloß nicht vergessen soo fortschrittlich war der westen nicht. die amis waren meilen voraus.
    sehr wahrsch der osten auch.
    mfg. klaus von klausdn
  • joaquim

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 19:46:14
    Uff,da hat aber einer eine Lawine los getreten.Ich glaube das keinDiabetiker behaupten kann das Messen und Spritzen etwas ganz alltägliches ist, wie zum Beispiel Autofahren.Ich glaube das händeln mit Meßgerät und gar einer Spritze in der Öffentlichkeit noch immer ein krasser Einschnitt ins Leben ist.Es soll auch keiner sagen das gerade jetzt vor Weihnachten ein Gang über einen Weihnachtsmarkt mit all seinen Gerüchen kalt läßt. Für mich als recht neuer DMler brach bei der Diagnose eine Welt zusammen,meinen Traum vom Privatpilotenschein entschwand in einem Nebel aus Insulin.Viele Dinge bleiben einem als DMler verschlossen,aber wenn mir gestandene Diabetiker mit 60 dann sagen "das kann ja alles lernen und ich mach das schon seit 25 Jahren,und das ist doch ganz, ganz einfach".Oder mir sagen ich hätte noch immer keinen Zugang zu meiner Krankheit ,dann schwillt mir der Hals.Ich will nur als "Normaler Mensch" angesehen werden,und nicht immer Erleben das hinter meinem Rücken geflüstert wird "der Arme hat ja Diabetes der kann nicht mehr so richtig mithalten".Und jeder der an sich selbst zweifelt kann ich gut verstehen.
  • klaus nachtr.

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 20:29:19
    und weshalb drehst du den spieß nicht mal um?
    wolltest du waffenträger, oder busfahrer werden ?
    gerade hat ein diabetker die goldmedallie im gewichtheben gewonnen, gerade ist ein diabetiker vom himalaja gekommen.- der zweite vom ironman hawai war diabetiker.
    niemand hält dich ab zu beweisen daß diabetiker genauso leistungsfähig sind wie "gesunde".
    und wenn es "nur" am pilotenschein liegt , dann geh nach usa, canada, dort ist es kein hindernis.
    dort gibt es sogar einen verkehrspiloten mit dm..
    und ob das messen, schätzen, spritzen nicht auch bei dir mal so selbstverständlich werden wie autofahren, kannst du in 10 jahren feststellen,
    nur wollen das mußt du selber.
    und mit dem tuscheln muß man kein diabetiker sein, da reichen schon kleinste äußerlichkeiten.
    bei kindern schon die falsche "marke" auf dem schulranzen.
    nur mut es klappt auch mit dm.
    mfg. klaus.
    von klaus nachtr.
  • Andreas aus Berlin

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 20:41:55
    Also echt, hier ist eine "Lawine" losgetreten worden.
    Sie zeigt, dass etliche INSULINER oder Diabetiker allgemein, von ihrem Diabetes beherrscht werden und sicher psychologischer Hilfe bedürfen.
    Diabetes ist ein Zustand, der mich nicht beherrscht. ICH beherrsche meinen Diabetes.
    Ich als Insuliner messe mir z.B. auch in der U-Bahn, wenn es sein muss, meinen Blutzucker.
    Was ist Schlimmes an einem Weihnachtsmarkt?
    Bratwurst schlägt BE-mäßig nicht zu Buche, (es sei denn, da ist löffelweise Ketchup drauf), alles Andere muss ich abschätzen können (oder erlernen). Dazu gehört der nötige Insulinbedarf, den man sich zur Not auch mal durchs Hemd spritzen kann.
    Ich spritze u.a. Analoginsulin (Humalog), da ist es kein Problem, wenn mal etwas weihnachtsmärkliches dazwischen kommt. von Andreas aus Berlin