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alles reine „Gewohnheitssache...“

  • Sabine H.

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 10:15:23
    Natürlich ist es mit Diabetes (bedingt) lebenswert. Auch kann man damit noch relativ gut umgehen und ist in den meisten Fällen noch sehr mobil. Aber wisst ihr, was mich am meisten verwundert? Dass es Leute gibt, die dich fragen, wie das mit Diabetes (Typ I) so abläuft: betreffs essen, spritzen, BZ messen usw. Wenn du ihnen dann erzählst, sehen sie dich fragend an - oder klopfen dir auf die Schulter und meinen tröstend: „Na, aber das ist doch alles Gewohnheitssache, da hast du dich doch nach so langer Zeit schon ans mehrfache Spritzen, Essenabschätzen und BZ-messen gewöhnt!“ ... Prima. Als wenn man sich dran „gewöhnt“. Nein, im Gegenteil, denn es ist für mich nicht „selbstverständlich“, sondern eine tägliche, lebensverlängernde Maßnahme, dessen Lebensqualität ich mit exakter Disziplin + Konsequentz stark beeinflusse. Und das rund um die Uhr! Vielleicht könnte ich ja den Antwortenden mal wünschen, sie sollten ne Woche oder von mir aus 40 Jahre damit leben. Dann würde ich sie gerne wieder fragen, wie sehr sie sich „dran gewöhnt“ haben. Sollen sie doch auch mal mit dicker Winterkleidung jahrein, jahraus, über Weihnachtsmärkte schlendern, sich nen schönen Glühwein oder was Essbares holen (betrifft auch Wurschtstände o. ä. im Winter...) und dann versuchen zu spritzen. Natürlich können sie sich dafür vor allen anderen Leuten freimachen bzw. ausziehen, ist ja meist nicht kalt draußen und eh alles „Gewohnheitssache“ ... Oder wenn ihnen der Blutzucker bei einem wichtigen Treffen so runterrutscht, dass ihnen nur noch Kauderwelsch entfährt... oder wenn sie in trauter Stunde zu zweit, oder frisch verliebt (und man mal 3 Stunden lang nicht seinen BZ misst ...), plötzlich keine Reaktion mehr haben! Oder bei ner längeren Fahrradtour alle anderen zu nötigen, mal kurz zu warten, weil man nen BZ machen oder was essen muss ... Naja, ist ja alles nur „Gewohnheitssache...“ (??) Neee, ätzend!
    Sorry, ich musste DAS endlich mal loswerden!!! - Jetzt geht’s mir wieder etwas besser. Und Danke für euer offenes Ohr.
    Sabine H.
  • Lulu

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 12:21:46
    Hallo, Anonym,
    habe gerade eben eine heiße Diskussion mit so einem Zeitgenossen hinter mir, der meint, man könne sich doch an alles gewöhnen, auch daran, Verzicht zu üben. Das könne man doch als asketische Übung betrachten, die den Geist frei macht.
    Der Mensch ist Esoteriker und ernährt sich vegan. Er meinte auch, ich solle doch froh sein, dass ich in meinem Alter noch lebe und so gut drauf bin. Es gäbe just in diesem Augenblick Menschen, die gerne mit mir tauschen würden, weil sie gerade sterben.
    Ein Gemütsmensch!!!!
    ( Und alles nur, weil ich ein wenig gejammert habe, dass ich dieses Weihnachten wie immer keinen Stollen kriege und keine Bratwurst auf dem Christkindlmarkt und keine Plätzchen, nur e i n e s - ausnahmsweise zum Adventstee.
    Und was das Schlimmste ist: Lebkuchenverzicht.
    Ich habe nämlich einen strengen Ehemann, der mich, was mir unbegreiflich ist noch lange behalten will und der wie Zerberos darüber wacht, dass ich nicht sündige und deshalb viel spritzen) muss. Ich verstehe Dich sehr gut.
    Es gibt Augenblicke, da möchte ich alles auf einmal essen, was verboten ist!
    Halte durch und sage Dir wenn wieder so einer krumm daher redet: Wer nicht eine Meile in den Mokassins seines Gegenübers gegangen ist, kann nicht wissen, wie es ihm geht und wie er lebt. (Indianisches Sprichwort).
    Irgendwann, wenn auch spät, kriegen die auch noch Einsicht.
    Lasset uns darum beten! ; - ))))
    Lulu
  • Sabine H.

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 12:51:29
    Hallo Lulu,
    Danke dir für deine Worte, hat mir gut getan. Für die anderen sieht es ja immer so leicht aus, was wir da täglich machen.... Klar kann man sich zusammenreißen, mal nein sagen usw. Aber dann darf man auch mal über diese permanente Überwachung und Selbstüberwachung, Abwägungen usw. nach Herzenslust fluchen, oder?
    Stimmt, das indianische Sprichwort finde ich sehr aussagekräftig! Werde ich auch bei der nächsten Diskussion anwenden!
    Verzicht üben... ja-ja.... ich übe schon 43 Jahre lang. Die ersten 25 Jahre davon waren die härtesten von allen. D. h., niemals etwas Süßes und niemals etwas neben der Reihe essen! Einglück hat sich das mit ICT und Pumpe geändert. Und meine schwerkranke Freundin, die kürzlich verstarb, sagte mir noch vor 4 Jahren, als es ihr trotzdem schon schlechter ging als mir, mit mir will sie nicht tauschen. Wir haben sehr viel gemeinsame Zeit verbracht, und egal wie es mir ging, sie hat nie solch Sprüche mit "Verzichtübung ist gut..." oder "... ist doch eh alles Gewohnheit bei dir..." verwendet. Wofür ich ihr heute immer noch sehr dankbar bin.
    Sabine H.
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 12:55:02
    hallo liebe - (depressive)absichtlich in klammern.
    ihr scheint auf dem stand von vor vierzig jahren stehengeblieben zu sein.
    zu 1. ja manchmal ist spritzen nervig aber es gibt pumpen da ist das spritzen unsichtbar.
    außerdem kann man bei solchen ausnahmen auch mal hinterher spritzen.(mit kz analog)
    zu 2. du solltest deinen ehemann mal zu einer vernünftigen schulung schicken, "was" hat ne rostbratwurst mit dm zu tun ? garnichts.
    weshalb sollst du wenn du insulin hast keine plätzchen essen ? alle diese "verbote" waren noch nie begründet,
    und sind daher seit fast 20 jahren aufgehoben.
    daher:
    1. bitte macht euch mal ein bisschen schlau
    2. wer sich in seine therapie reinreden läßt ist selbst schuld (dazu gehört auch ein ehepartner der keine ahnung hat)
    mfg. klaus von klausdn
  • Sabine H.

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 13:12:34
    Klausdn, auf deinen Kommentar hab ich gewartet ... Kannst du nicht verstehen, dass es auf Dauer ätzend ist, bei allem nachzukontrollieren und -zuspritzen und dann solch Äußerungen von Gesunden zu hören!?! Tut der Seele auch mal gut, drüber Luft abzulassen! von Sabine H.
  • Hammy

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 13:21:05
    So so, Sabine, du willst dich also mit mir unterhalten? >>von mir aus 40 Jahre damit leben. Dann würde ich sie gerne wieder fragen, wie sehr sie sich &#8222;dran gewöhnt&#8220; haben. << Da ich immer ein offenes Ohr habe, kann ich dir nach 41 Jahren DM T1 klar antworten, dass es tatsächlich eine "Gewohnheitssache" ist - DAS ist aber vom jeweiligen Menschen und dem Zeitpunkt, wann er Diabetiker wird abhängig. Wenn du wie ich als Kleinkind zuckerkrank geworden wärst. dann wäre es Teil deines Lebens, da du damit aufwächst. Du kennst es nicht anders (für dich) und wirst dich damit arrangieren, weil dich alles andere nur "kaputt" machen würde. Die meisten, die es später (Teeniealter oder noch später) bekommen, kennen ihr Leben ohne DM, der dann natürlich "ein Schlag ins Kontor" ist. Da es aber inzwischen relativ einfach geworden ist (im Vergleich zu den 60ern), seinen DM gut zu managen (BZ-Messgeräte, Pens, Pumpen...),
    sollten die von dir angeführten "Schwierigkeiten"
    eigentlich gar nicht auftreten oder unüberwind-
    bar sein. Es wird natürlich auch immer von
    den Kumpels abhängen, ob man sie "nötigen"
    muss, mal eine kurze Pause bei der Radtour
    einzulegen oder ob sie über deinen "Mangel"
    Bescheid wissen und es das "Normalste" der
    Welt ist. Aber vermutlich würdest du dir auch
    lieber in die Hosen pinkeln anstatt um 'ne
    Pause zu ersuchen ;-). Dass die genannten
    Punkte nur Ausreden sind, empfinde ich so,
    weil ich so etwas nie erlebt habe. Ich war auf
    den Weihnachtsmärkten, ich habe "stürmische"
    Beziehungen gehabt, ich bin mit meinen
    Kumpels stramme Radtouren gefahren UND
    ich habe natürlich auch einiges an Sch.... wegen
    des DM erlebt - ja und? Das ist das Leben!!
    Glaubst du allen Ernstes, dass bei einem
    "Gesunden" nichts schiefgeht? Sicher bin ich
    in einer anderen Zeit aufgewachsen, als du,
    aber ich habe mich immer an den Spruch
    eines Ur-Diabetologen (Prof.Dr.G.Katsch)
    gehalten: "Der Diabetiker ist nicht krank, er
    ist BEDINGT gesund." Ich würde nie versuchen,
    etwas anderes zu behaupten oder zu beweisen.
    Übrigens habe ich in meinem Leben bzgl.
    DM auf nichts VERZICHT üben müssen und
    jetzt muss man das noch weniger. Sicher
    wirst du jetzt 1000 Gründe dagegen finden,
    aber du wolltest dich ja mal mit einem nach
    40 Jahren darüber unterhalten und das ist
    nun mal meine Meinung! Gruss Hammy
  • Sabine H.

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 13:27:00
    ... gut so!! Hab&acute;s trotzdem länger, genau genommen seit Frühjahr 1965. Hast du sonst noch regere Anmerkungen dazu? von Sabine H.
  • Hammy

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 13:48:51
    Länger schon, aber nicht eher bekommen -
    seit Oktober 1962 durfte ich mich Diabetiker
    nennen. Spass beiseite - um so weniger
    kann ich deine Gedanken nachvollziehen...
    Ich denke nicht wie Klaus an Depressionen
    (in Klammern stehend ;-)), aber normal ist
    das nicht, aber es ist DEINE Ansicht und
    für dich muss sie stimmen und nicht für
    mich! Wenn es dir hilf, das man dir "zustimmt" -
    Akzeptieren kann ich deine Meinung problemlos,
    aber nicht nachvollziehen/ verstehen. Es ist
    natürlich alles subjektiv gefärbt und so ist das
    Leben nun mal... Gruss Hammy
  • Lias

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 14:00:08
    Hi Sabine, umso schlimmer, wenn du deinen DM schon länger hast, dass die Handgriffe immer noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen sind und du immer noch rumjammerst. Nix gelernt in der ganzen Zeit? von Lias
  • Freimaurer

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 14:26:07
    Hallo,

    wenn Sabine kein Fake ist, stimme ich ihr in vielen Punkten zu.
    Ich erlebe es auch ab und zu im Alltag.
    Da kommt dir ein Nichtdiabetiker über den Weg gelaufen, der schlecht gelaunt ist, weil seine Frau nicht mit ihm letzte Nacht schlafen wollte, oder weil im Job etwas schiefgegangen ist, oder weil ein Termin im Fitnesscenter geplatzt ist.
    Dann kommst Du, als Diabetiker, hast plötzlich einen niedrigen BZ-Wert oder die Werte am Tage aus unerklärlichen Gründen schwanken und keiner beachtet dies so richtig. Weil man selbst mit eigenen Problemen beschäftigt ist. Dann wird einem es so hingestellt, naja, Höhen und Tiefen gibt es am Tage, aber meine Probleme (Frau/Job/geplatzter Termin) sind doch viel wichtiger.
    Und wenn Du wirsches Zeugs von Dir gibst, dann denken Andere, ist der noch ganz ok ?
    Ach dann bleibe ich lieber bei meinen eigenen Problemen.
    Welche Krankheit wird so ausführlich behandelt von den Betreffenden als eine Andere ?

    Gruß

    Freimaurer
  • Lulu

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 14:33:22
    Also ihr Lieben,
    die Bratwurst ist schlecht für mich wegen Fett (Gallensteine). Jetzt kommt mir bitte nicht, die sollte ich mir rausnehmen lassen! Ich habe schon acht (!) Bauchoperationen hinter mir und will es nicht noch einmal wagen, weil man es leider bei mir nicht auf moderne Art durchs Schlüsselloch machen kann. Mit Zertrümmern ist auch nix, weil bei dieser Größe der Steine die Gefahr besteht, dass sich Krümel im Gallengang festsetzen und weiterwachsen -- Gallengangsverschluss. Also auch auf die Galle achten - Essensmässig.
    Und ausserdem : Ich bin das Geschnipsel und das Krankenhaus und die Ärzte dermassen leid und mache es nur noch, wenn mein Leben davon abhängt. Und da überleg ich es mir auch noch mal, wenn es geht.. Punktum. Aber das ist meine Sicht der Dinge.
    Ausserdem habe ich auch von euch gelernt, dass Fett sich hinterhältiger weise auch in Zucker wandelt.

    Meinen Göttergatten, den Herrn Professor, kann ich zu keiner Schulung schleppen, den interessiert so was nicht. Das bringt ihn nur schlecht drauf, sich dauernd mit Krankheiten beschäftigen zu müssen. Wir lieben uns aber trotzdem!!!!
    Dazu muss ich zu seiner Entlastung sagen, dass wir über Jahre unsere beiden Mütter hautnah gepflegt haben bis zu ihrem mehr oder weniger seligen Ende. Das heißt ich habe gepflegt, er hat freundlich Obdach gewährt und alle Rechnungen bezahlt.
    Mit der Schulung- für mich ist das so eine Sache..... Ich habe das zweimal durchgemacht, einmal in den Siebzigern und dann vor zwei Jahren.
    Mir hat damals der Doc erzählt, dass es wichtig sei, strengste Diät zu halten, um abzunehmen (habe ich geschaft, 10 kilo) und um nicht ständig als 2er zuzunehmen. Auch durch das Insulin. Je mehr ich spritze um so dicker werde ich. Das ist eine erprobte Tatsache! Mir hilft nur eiserne Disziplin um mit 30 Einheiten über den Tag zu kommen. Ausserdem habe ich gehört, dass irgendwann die Dosis so hoch werden kann, dass man dann "austerapiert" ist. Wollte mich da vielleicht der Doc erschrecken???? Damit ich brav bin und nicht nasche???

    Mit dem Zucker komme ich ganz gut klar, und mit meinem Leben auch. Ich kann nur verstehen, dass man eben manchmal total durchhängt und sich bei jemandem ausheulen möchte. Daran kann ich nix schlimmes finden!
    Ich danke Euch dass ihr mir und Sabine ein Ohr geliehen habt.
    Eure Heulsuse
    Lulu


  • Nora

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 14:33:29
    Vor allem verstehe ich nicht, warum ihr auf irgendwas verzichten müsst... du bist doch Typ 1, oder? Da kannst du ja sowieso alles essen und machen.. ich kenne das komischweise eher umgekehrt und wundere mich ein bisschen über deinen Thread. Bei mir ist es so, dass Leute, die mich neu kennenlernen immer Sachen sagen wie: "Ohje, was du alles durchmachen musst", "Du Arme" usw. und ich muss dann immer sagen, dass das wirklich nicht so schlimm ist, bzw. man sich daran gewöhnt... und das tut man meiner Meinung nach. Klar bin ich mal genervt, wenn ich ne Hypo oder ne Keto habe, die Werte einfach nicht runtergehen oder ich z.B. bei Partys ans Messen denken muss, obwohl ich darauf im Moment gar keine Lust habe.. aber mal ehrlich: so schlimm ist das doch alles nicht. Und auf Weihnachtsmärkten: 1. gehst du da ja nur sehr selten im Jahr hin und die paar Male spritze ich auch immer nach dem Essen, d.h. wenn man nicht mehr in der Kälte ist. So schlimm ist das ab und zu ja auch nicht...

    Hattest du schon immer solche Akzeptanzprobleme? Dann solltest du vielleicht mal über eine Therapie nachdenken.. es gibt soweit ich weiß, Psychologen, die sich auf chronische Krankheiten spezialisiert haben.. vielleicht können die dir ein bisschen helfen.

    Und wenn ich ab und zu mal richtig genervt bin von allem sage ich mir immer, dass wir eigentlich echt noch Glück haben, mit Diabetes kann man so gut leben im Vergleich zu anderen Krankheiten..
    ich habe den Diabetes übrigens im Teenie-Alter bekommen, war zwar zu der Zeit ziemlich blöd, weil man gerade in dem Alter wirklich andere Sorgen hat ;), aber im Grunde ging das auch. Irgendwann wird einem halt klar, dass man eh nichts dagegen machen kann und es sich mit guten Werten und dafür 5 Minuten am Tag, die man sich darum kümmern muss, wirklich besser lebt als mit schlechten Werten...
    ich weiß auch nicht, warum du solche Probleme mit den Aussagen der anderen Leute hast.. sie meinen es ja sicher nur gut, ich meine: was sollen sie denn sonst sagen... ihnen wird schon klar sein, dass es richtig sch... ist, eine chronische Krankheit zu haben. Sie wollen halt nur irgendwas sagen, wäre dir ne Runde Mitleid etwa lieber???

    Naja, ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute, dass du es schaffst, den DM zu akzeptieren..

    Gruß,
    Nora
  • Grünkohl

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 14:43:16
    Das war mal richtig gut und zeigt eigentlich
    deutlich, dass hier über das gleiche (Dm)
    von 2 verschiedenen Standpunkten diskutiert
    wird, also gibt es kein falsch oder richtig,
    höchstens ein "Ich sehe das so..." und das
    hat mit Unverständnis oder Ablehnung nichts
    zu tun (oder doch?). Mitleid ist auch der falsche
    Weg zur Besserung, Interesse und Fragen schon.
  • Harald

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 15:13:10
    Hier ist ebenfalls ein alter Hase mit &#8222;offenem Ohr&#8220;. Vorneweg: oder spez. für Antworter &#8222;Hammy&#8220;:
    die wenigsten dürften Prof. Gerhard Katsch persönlich gekannt haben, da er bereits 1961 verstarb. Aber schön hier von jemanden zu lesen, der sich immer an seinen Spruch gehalten hat und nie etwas anderes beweisen würde. Die Gerhard-Katsch-Zeiten hier zu erwähnen, hat einen Beigeschmack für viele Diabetiker, die diese Ära miterlebten. Es war eine Zeit, in der jugendlicher Diabetes dem (übergewichtigem) Diabetes-Typ II gleichgestellt wurde, welches hieß:
    fettarme und zuckerfreie Ernährung mit einem striktem Leben mit BE-Austauschtabelle und strengem Insulinplan! Konsequenzen daraus waren neben Untergewicht der sogenannte Hungerazeton, der über längere Zeit zu Nieren- und anderen Organschäden.
    Katsch&#8217;ens Devise &#8222;Der Diabetiker ist nicht krank, er ist BEDINGT gesund." &#8211; entspricht nicht dem heutigen Wissensstand und auch nicht heutigen Erkenntnissen. Vielmehr sollte es, um Verharmlosungen allgemein, und zum besseren Verständnis (auch oder gerade für Nichtdiabetiker) heißen:
    Der Diabetiker ist nicht gesund, er ist BEDINGT erkrankt." Selbst Prof. Katsch, der viele Diabetes-Patienten (darunter Kinder) betreute oder hat sterben sehen, konnte zu keiner Zeit erklären, warum er Diabetes als &#8222;bedingt gesund&#8220; definierte. Die extrem schlechten Verläufe dieser Erkrankung zu seiner Ära sowie die Tatsache, ein chronisches, nur mit Insulin behandelbares Leiden bis hin zum Tod zu haben, sprachen jedenfalls gegen diese &#8211; sicherlich gut gemeinte - Aussage.
    Diabetes ist auch heute noch eine sehr ernst zu nehmende, konsequent zu behandelnde Stoffwechsel-ERKRANKUNG, die schlecht &#8211; bzw. unbehandelt nach relativ kurzer Zeit zum Tod führt.
    Nun sind wir im 21. Jahrhundert, der medizinische Fortschritt hat auch in der Diabetestherapie wesentliche Verbesserungen und Erleichterungen erzielt. Jedoch sollte nicht unterschätzt werden, welche Risiken und Nachteile diese Stoffwechsel-ERKRANKUNG mit sich bringt. Es ist durchaus verständlich, über seine-diese Krankheit nachzudenken, zu schimpfen und zu diskutieren. Ja, es darf sogar geschimpft werden, wenn es einem gut tut! Das ist der beste Weg, aus einer zeitweiligen Depri-Krise mit dieser Krankheit, die nach vielen Jahren jeden einmal treffen kann, wieder herauszugelangen.
    ... Und abschließend: kein Diabetiker wird je abstreiten, dass bei Gesunden nichts schief geht. - Der Satz passt hier nicht zum Thema.
    von Harald
  • Hammy

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 15:39:54
    @Harald: Kennst du Goethe persönlich? Hast
    aber mit Sicherheit oft seine Worte gebraucht
    oder verinnerlicht. Ich habe keine Ahnung, in was
    für einer DM-Welt du gross geworden bist -
    ich habe die DM-Entwicklung ab 1964 im Ost-Teil
    dieses Landes mitbekommen und die wider-
    spricht deinen Verlautbarungen ganz klar.
    Das es sich bei der "Devise" um eine Parabel
    handelt, scheint an einigen vorbei gegangen
    zu sein. Ausserdem ging es um die Einstellung
    zu seiner "Krankheit" und um nix anderes.
    Wenn du meinst, ich hätte niemals im Leben
    über meinen "Sch...- Diabetes" geflucht - weit
    gefehlt. Und wer bestimmt denn, was hier fehl am Platze ist - du? Das ist immer noch ein öffentliches Forum, wo jeder seine Meinung äussern darf, solange er niemanden persönlich angreift! Und ich würde mich hüten, solche Verlautbarungen wie Jammerlappen, Depp, Depressiver, Missmacher o.ä. zu bringen -
    weil jeder Mensch so ist ,wie er ist und nicht wie
    ihn andere gern hätten und deswegen darf
    er auch eine eigene Meinung haben.
    Gruss Hammy
  • Sabine H.

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 15:42:41
    Eine rege Diskussion, freut mich echt, hab nicht mit gerechnet. Danke für alle Antworten. Aber mal ehrlich, neee, ich hab nich schon länger "solch Akzeptanzprobleme" mit der Krankheit, mensch Leute, ich wollt mich nur mal ausquatschen, was mich so bewegt und ärgert. Manche sehen das aber hier echt verschärft und wollen mich am liebsten gleich zum Ballonflicker schicken. Da kommt man sogar mit ollen Diabetes-Kamellen aus den 60-igern usw. Ja meine Güte, da gabs aber weder die Bezeichnung ICT, geschweige denn Insulinpumpe (hab ich oben was geschrieben von) Ansonsten sitzen die Handgriffe z. Diabetes bei mir, keine Sorge. Mensch, ich wollt mich doch nur mal ausquatschen - ist das heutzutage ein Frewel?? Erspart jedenfalls bei mir den Ballonflicker. Gruß S. von Sabine H.
  • Grünkohl

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 16:08:07
    wie spricht der rheinländer: "jeder jeck ist anders!".
    und wer fragen "aufwirft" muß mit antworten dazu rechnen.
  • Auch Anonym

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 16:38:56
    an Vor-Anonym:
    bei dir wären welche mit depressiven Verstimmungen sicherlich auch ganz gut aufgehoben ... - Superhilfreich, deine Einstellung, echt Klasse. von Auch Anonym
  • Grüni

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 16:57:14
    welche mit depressiven verstimmungen gehören
    zum psychologen und ich bin keiner, also falsch!
    aber wenn ich superhilfreich war - danke!
  • Harald

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 17:05:50
    an den Voranonymen:
    oh, hier ist ja jemand richtig sauer ?... wegen Verstimmung geht niemand gleich in Psychol. und da de behauptest keiner zu sein, brauchst de auch nicht so zu antworten, als wärst de einer.

    an den Hammy:
    macht spaß, sich mit dir auszutauschn - Was genau widerspricht denn meinen &#8222;Verlautbarungen&#8220;? - Na, ich wette, da geht dir die Antwort aus, mit deiner Lehre die mal so vor 45 Jahren hinsichtlich Diabetes galt.
    von Harald
  • Hammy

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 17:38:19
    @Harald: Schön, dass es dir Spass macht - auch
    dazu soll ein Forum ja dienen. Ich lass dich deine
    Wette gewinnen - damit habe ich und die anderen
    Forenteilnehmer ihre Ruhe und du deinen Willen.
    Ich muss mich vor niemanden für Dinge recht- fertigen, die ich selbst anders erlebt habe...
    Schönes Weihnachtsfest allen, Gruss Hammy
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 19:33:08
    daß sich die diabetesbehandlung im lauf gerade der letzten jahre gewaltig verändert hat, hat hammy wohl nicht und nie bestritten, nur was damals in der ddr
    als behandlungskonzept lief war flexibler und moderner als das westliche.
    beisp. der quarkbunker in mergentheim.
    sinnlose weil falsche diätvorschriften.
    und anscheinend ist schon vergessen daß gerade unsere diabetologen heftigst gegen die bz selbsttestung gewettert haben, da sie um ihren
    "heiligenschein" fürchteten.
    nicht zu vergessen daß ein der ict sehr ähnliches behandlungskonzept als unpraktikabel in der kiste verschwand.
    also bloß nicht vergessen soo fortschrittlich war der westen nicht. die amis waren meilen voraus.
    sehr wahrsch der osten auch.
    mfg. klaus von klausdn
  • joaquim

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 19:46:14
    Uff,da hat aber einer eine Lawine los getreten.Ich glaube das keinDiabetiker behaupten kann das Messen und Spritzen etwas ganz alltägliches ist, wie zum Beispiel Autofahren.Ich glaube das händeln mit Meßgerät und gar einer Spritze in der Öffentlichkeit noch immer ein krasser Einschnitt ins Leben ist.Es soll auch keiner sagen das gerade jetzt vor Weihnachten ein Gang über einen Weihnachtsmarkt mit all seinen Gerüchen kalt läßt. Für mich als recht neuer DMler brach bei der Diagnose eine Welt zusammen,meinen Traum vom Privatpilotenschein entschwand in einem Nebel aus Insulin.Viele Dinge bleiben einem als DMler verschlossen,aber wenn mir gestandene Diabetiker mit 60 dann sagen "das kann ja alles lernen und ich mach das schon seit 25 Jahren,und das ist doch ganz, ganz einfach".Oder mir sagen ich hätte noch immer keinen Zugang zu meiner Krankheit ,dann schwillt mir der Hals.Ich will nur als "Normaler Mensch" angesehen werden,und nicht immer Erleben das hinter meinem Rücken geflüstert wird "der Arme hat ja Diabetes der kann nicht mehr so richtig mithalten".Und jeder der an sich selbst zweifelt kann ich gut verstehen.
  • klaus nachtr.

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 20:29:19
    und weshalb drehst du den spieß nicht mal um?
    wolltest du waffenträger, oder busfahrer werden ?
    gerade hat ein diabetker die goldmedallie im gewichtheben gewonnen, gerade ist ein diabetiker vom himalaja gekommen.- der zweite vom ironman hawai war diabetiker.
    niemand hält dich ab zu beweisen daß diabetiker genauso leistungsfähig sind wie "gesunde".
    und wenn es "nur" am pilotenschein liegt , dann geh nach usa, canada, dort ist es kein hindernis.
    dort gibt es sogar einen verkehrspiloten mit dm..
    und ob das messen, schätzen, spritzen nicht auch bei dir mal so selbstverständlich werden wie autofahren, kannst du in 10 jahren feststellen,
    nur wollen das mußt du selber.
    und mit dem tuscheln muß man kein diabetiker sein, da reichen schon kleinste äußerlichkeiten.
    bei kindern schon die falsche "marke" auf dem schulranzen.
    nur mut es klappt auch mit dm.
    mfg. klaus.
    von klaus nachtr.
  • Andreas aus Berlin

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 20:41:55
    Also echt, hier ist eine "Lawine" losgetreten worden.
    Sie zeigt, dass etliche INSULINER oder Diabetiker allgemein, von ihrem Diabetes beherrscht werden und sicher psychologischer Hilfe bedürfen.
    Diabetes ist ein Zustand, der mich nicht beherrscht. ICH beherrsche meinen Diabetes.
    Ich als Insuliner messe mir z.B. auch in der U-Bahn, wenn es sein muss, meinen Blutzucker.
    Was ist Schlimmes an einem Weihnachtsmarkt?
    Bratwurst schlägt BE-mäßig nicht zu Buche, (es sei denn, da ist löffelweise Ketchup drauf), alles Andere muss ich abschätzen können (oder erlernen). Dazu gehört der nötige Insulinbedarf, den man sich zur Not auch mal durchs Hemd spritzen kann.
    Ich spritze u.a. Analoginsulin (Humalog), da ist es kein Problem, wenn mal etwas weihnachtsmärkliches dazwischen kommt. von Andreas aus Berlin
  • Grünkohl

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 21:06:10
    Kann es sein, daß das alles etwas mit dem
    jeweiligen Menschen zu tun hat? Glaubt ihr
    echt, daß einer mit "Problemen" ein anderer
    wird, nur weil ihr das auch geschafft habt?
    Wenn ja, habt ihr ein Gemüt, wie ein Fleischer-
    hund. Genau so, wie jeder seinen eigenen DM
    hat, hat auch jeder seine eigene Psyche, da wird
    niemand etwas daran ändern. Letzten Endes
    muß jeder mit sich, dem Diabetes und seinem
    Umgang damit klarkommen, auch wenn manche
    meinen, daß wäre Jammern! Ja, dann laßt sie
    doch. Gruß Grüni von Grünkohl
  • Langzeit45

    Rang: Gast
    am 17.12.2008 10:52:22
    Hallo an Andreas aus Berlin,
    natürlich wirst du deinen Diabetes beherrschen, das tun andere Diab. ebenfalls. Hierum aber geht es nicht. Auch nicht um einen Piecks in der U-Bahn in den Finger, das kann schließlich auch jeder, dazu muss man sich auch nicht "auspellen". Es mag deiner Aufmerksamkeit entgangen sein, dass es sich hier um Langzeit'ler handelt, die es seit 40 und mehr Jahren beherrschen, ab und an mal nach dieser langen Diab.-Zeit nen Hänger haben. Ich denke, du bist noch nicht einmal so alt. Gruß Langzeit45!
  • Martin2

    Rang: Gast
    am 17.12.2008 12:03:31
    Klausdn schrieb: &#8222;... nur was damals in der ddr als behandlungskonzept lief war flexibler und moderner als das westliche...&#8220; &#8211;
    Lieber Klaus, du hattest also nicht das Elebnis, dir mit den stumpfen, dicken DDR-Kanülen jahrelang Insulin zu spritzen, die du vor Gebrauch mit destilliertem Wasser abkochen (sterilisieren) sowie dann mehrfach aufziehen musstest, um die kleinen, innen liegenden Metallsplitter von der Fabrik auszuspülen, damit sie nicht in deinen Körper gelangen konnten. Wie die Spritzstellen mit diesen Kanülen mit Widerhaken nach über 10 Jahren aussahen, vor allem bei damaligen Kleinkindern wegen ihrer kleineren Spritzflächen, brauche ich dir sicher nicht zu schildern. (Die Widerhaken habe ich mit ner Feile beseitigt, im Ernst, sonst zu schmerzhaft!) Und das alles genau genommen bis zur Wende. Die Insulinmenge in der DDR war sehr streng genormt + und wurde jedem Diabetiker vom behandelnden Arzt nach seinem Spritz-Plan zugeteilt. Mehr spritzen bzw. was abgleichen?!? - Fehlanzeige. Das Essen richtete sich nach einem BE-Plan, die angegebene BE- und Fettzufuhr war strikt einzuhalten. /
    Es wurde also nicht von uns Diabetikern festgelegt, wieviel wir aßen + spritzten, sondern mit feststehenden Plänen gelebt. &#8211; Das ist weder moderner, noch flexibler, sondern leider das komplette Gegenteil deiner Annahme. Es gab in der DDR auch keine BZ-Testreifen, geschweige denn Messgeräte. Auch dies kam alles erst mit der Wende ins DDR-Land. Du hattest als guter und zuverlässiger Diabetiker ab Mitte der 80&#8217;iger Jahre allerdings die Alternative bekommen, dein monatliches Tagesprofil nicht in der Klinik abzusitzen (ganz super für Berufstätige...), sondern dir ein kleines mobiles Labor mit Chemikalien mit heim zu nehmen, um deine Messungen anderentags (Blutgemisch in Röhrchen) im Labor wieder abzugeben. /
    Die Therapie war starr, aber nie flexibel, DDR-Systemgerecht sozusagen. Diabetiker-Selbsthilfegruppen waren übrigens verboten.
    So war das leider damals, lieber klaus.
    von Martin2
  • Tom

    Rang: Gast
    am 17.12.2008 12:51:27
    Hi Lulu,

    ich habe bei mir bei 26 OPs aufgehört zu zählen, 20 davon waren in einem Zeitraum von 3 Jahren. Und ich halte damit sicher NICHT den Rekord.
    Meine Frage an dich ist: Warum lässt du dir die Gallenblase nicht einfach entfernen?
    Wie ich das somitbekommen habe in meinem Bekannten- und Verwandtenkreis, braucht man manche Organe nicht unbedingt, die Gallenblase gehört dazu. Und keiner von denen muss irgendeine strenge Diät halten.

    Du hast ne Menge geschrieben, liebe Lulu, dich auch bissel "ausgekotzt" und auch über deinen Partner...kann es sein, dass dein Mann dich nicht als Menschen auf Augenhöhe sieht und du durch deinen Diabetes versuchst, diese Aufmerksamkeit zu erlangen, indem du die Priorität deines DMs hochschraubst? Ich will dir nicht zu nahe treten, aber GENAU diese Aussage hatte dein letztes posting für mich. Warum sollte dein mann mit dir zu einer Diabetes-Schulung gehen, wenn ich das fragen darf?
    Es wird in erster Linie leider DEIN DM sein.

    Manche Menschen (BItte nicht auf dich beziehen..) wünschen sich schlimme unheilbare Krankheiten, um die Aufmerksamkeit ihres Partners zu erlangen...das fiel mir beim Lesen deines postings nur so ein, liebe Lulu.
    Ich glaube, dass du ganz andere Konflikte zu lösen hast...fühlst du dich der möglichen Dominanz deines Mannes gewachsen?
    Möglicherweise würde dir ein Psychologe einer Partnerberatung sehr hilfreich sein können....bist du der Ansicht, IHR beide könntest professionelle Unterstützung benötigen, sprich deinen Mann direkt darauf an.
    Es ist sehr oft SEHR aufschlussreich, inwieweit die Partner bereit sind, an einer Partnerschaft zu arbeiten. Und an der Antwort sieht man auch oft, was die angeblich so große Liebe wirklich wert ist...manchmal genpgt einfach nur der Versuch der Fragestellungund die Reaktion...


    von Tom
  • TomNachtrag

    Rang: Gast
    am 17.12.2008 12:57:28
    Lulu,

    falls du mit Gewichtszunahme unter Insulin sehr kämpfts, wäre eine Byetta-Therapie OHNE Insulin für dich vielleicht für eine Zeit gut. Die Leute verlieren alle gut Gewicht. ohne!!! zu hungern. Beiträge zu Byetta findest du ausreichend hier oder auch bei www.diabetesinfo.de. Besprich es doch mal mit deinem Arzt. von TomNachtrag
  • Grünkohl

    Rang: Gast
    am 17.12.2008 15:18:13
    @Martin2: Da das DDR-Diabetes-Behandlungs-
    konzept (zu denen bei dir sogar "stumpfe, dicke
    Kanülen" gehören *lol*) so für'n Ar.... war, frage ich mich, warum du nicht in den goldenen Westen übergesiedelt bist. Was bitte soll denn als "Werktätiger" an einem Klinik-Tagesprofil so "belastend" gewesen sein? Und wozu hättest du denn eine Selbsthilfegruppe gebraucht? Um dir deine "feinen Wegwerfkanülen" selbst zu schmieden oder dir aus Buntpapier Teststreifen selbst auszuschneiden. Ich gehe mal davon aus, dass du im Osten gelebt hast und den Diabetes schon länger hast. Ich will nicht bestreiten (da ich es bei dir nicht besser weiss), dass du mit deinem DM so gelebt hast, aber andere haben das etwas anders im Gedächtnis. Übrigens dürfte Klaus sein Bemerkung in Hinsicht auf das ZID gemacht haben - wo gab es denn in der BRD etwas Vergleichbares? Das gibt es jetzt noch nicht, nachdem man das ZID "zerlegt" hat.
    Aber im Westen war wirklich alles besser - sogar die Dummen waren dümmer!!
  • Martin2

    Rang: Gast
    am 17.12.2008 15:59:35
    Na, du wirst lachen lieber Anonym, denn ich bin tatsächlich in den Goldenen Westen rüber, wo es mir dann nach binnen kürzester Zeit und einer wirklich guten Therapie besser ging. Die Lebensqualität, (nicht nur auf grund besserer Kanülen!!) sondern auch wegen der besseren Therapie, war gestiegen. Na mal sehen, lieber Anonym, wie lange es ein Arbeitgeber mitmacht, wenn du 1x im Monat wegen einem Tagesprofil in die Klinik gehst..., also an diesen Tagen nicht arbeiten kannst, also schon mal von Hause aus 12 Tage im Jahr krank bist ... von Martin2
  • Tom

    Rang: Gast
    am 17.12.2008 16:02:29
    Ihr wollt aber jetzt nicht eine Ost-West-Debatte beginnen nach so vielen Jahren? von Tom
  • Grüni

    Rang: Gast
    am 17.12.2008 16:15:40
    Um Gottes Willen - jeder nach seinem Gusto!
    Ich möchte auch den letzten Satz nicht wiederholen!
  • Der Beobachter

    Rang: Gast
    am 17.12.2008 17:04:10
    issn hier los? Ossi-Wessi-Geschrei nach fast 20 Jahren Einheit? Ja Himmel.... Aber mehr ehrlich Anonym, in welcher Welt lebst du denn bitte!? Scheinst die Erfahrungen anderer ja echt "witzig" zu finden. Nur, dein Humor kann keiner verstehen (einglück!!) und hoffentlich passiert dir gesundheitlich nicht auch mal Schlimmes und andere lachen dich dann aus. von Der Beobachter
  • Irma

    Rang: Gast
    am 17.12.2008 17:28:46
    kann Anonyms Darlegung auch nicht vertreten, ich bin selbst lange Jahre Diabetiker und kann die Engpässe sowie Therapien in der damaligen DDR bestätigen. Ebenso wie die Selbsthilfegruppen-Verbote, die sicherlich kein Diabetiker wegen "feinen Wegwerfkanülen-Basteln" bzw. "Buntpapier Teststreifen selbst ausschneiden" besucht hätte. Das ist nicht witzig gewesen, im Gegenteil. Ich weiß nicht, warum über Erfahrungen anderer so gespottet + abgewertet wird. (Weil Anonym das alles erspart geblieben ist. Soll er doch froh drum sein!) von Irma
  • Grünkohl

    Rang: Gast
    am 17.12.2008 17:37:23
    Falls du mich meinst - schreien tut hier nur einer,
    nämlich du! Diabetes hat mit Politik nur am Rande
    zu tun (ausser du meinst, wie JETZT ALLE ver-
    ar... werden). Erfahrungen, wenn sie denn stimmen,
    okay - aber wenn andere völlig andere gemacht
    haben, wird man ja wohl mal dazu eine gegen-
    teilige Meinung haben dürfen (sagt auch das GG!).
    Also empfehle ich dir etwas genauer zu beobachten
  • Irmaa

    Rang: Gast
    am 17.12.2008 17:43:10
    .. und ich empfehle dir, nicht über schmerzliche Erfahrungen zu spotten, die du selbst nie mitgemacht hast. von Irmaa
  • Hammy

    Rang: Gast
    am 17.12.2008 18:04:36
    Wie kommst du denn auf den Trichter, daß ich keine
    "schmerzlichen" Erfahrungen gemacht hätte? Aber
    darum ging es in keinster Weise. Mir ging es
    einzig und allein um die Feststellung, daß im
    Unrechtsstaat die angeführte Diabetesversorgung
    nicht so war, wie sie dargestellt wurde. Wenn du
    persönlich über lange Zeit jährlich 1 Monat mit
    gleichbetroffenen Leuten (bei der DM-Einstellung,
    da bis 89 nur CT gefahren wurde - seit wann gibt
    es denn ICT?) verbracht hättest, wüsstest du,
    daß es nicht so, wie erzählt wurde, war. Über den
    Rest zu diskutieren wäre hier eh fehl am Platze.
    Ganz nebenbei, das erwähnte ZID gehörte in der Welt zu den Führenden, was die DM-Forschung betraf...
  • Grüni

    Rang: Gast
    am 17.12.2008 18:22:23
    Habe gerade mit Verwunderung festgestellt, daß
    selbst unter Google das ZID (Zentral-Institut für
    Diabetes) nicht unter ZID zu finden ist. Sehr traurig!
  • nobody

    Rang: Gast
    am 17.12.2008 18:32:53
    Dafür habe ich etwas unter wiki gefunden:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Zentralinstitut_f%C3%BCr_Diabetes

    Gruss Hammy
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 17.12.2008 18:36:02
    ich wollte keine politische aussage machen.
    und möchte nur zur beruhigung feststellen daß auch in d-west insulinspritzen(glas) und kanülen die brühmten 20min gekocht wurden.
    das wurde erst später durch die einmalspritzen abgelöst.
    und wegen der streifen - habe extra bei roche angerufen, der refloflux kam 1990 oder 91 iauf den markt, und mußte "selbst" gekauft werden.
    soll nur heißen sooo lange gabs den "goldenen westen" für diabetiker auch noch nicht.
    zb den novopen 1, das war der erste, kam 1985 oder 86 auf den markt.
    mfg. klaus von klausdn
  • joaquim

    Rang: Gast
    am 17.12.2008 20:27:07
    Hallo

    Was hab ich mit den U S A und Canada am Hut ,Auch kann ein anderer DMler auf Hawai den Ironman machen,ich lebe hier und muß mit Vorurteilen und Realität in Deutschland klar kommen.Der "nur"Pilotenschein war mein Traum den ich mal hatte,und ausserdem wenn ich die PPL-Lizenz in den USA mache muß ich sie hier umschreiben lassen und schon ist Diabetes wieder ein Thema.
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 17.12.2008 20:52:21
    ja und genau da schließt sich der kreis.
    auf der einen seite du mit dem wunsch den pilotenschein zu machen.
    auf der anderen seite etliche(nicht wenige)
    diabetiker die von gdb 40 auf 50%
    kommen wollen und dies mit häufigen schweren hypos begründen.
    glaubst du daß bei dieser lage ein verantwortlicher für dich spricht ?
    es gibt noch andere kontraproduktive beispiele.
    andere länder anderes verständnis.
    sorry für dich. mfg. klaus von klausdn
  • Sabine H.

    Rang: Gast
    am 18.12.2008 09:55:42
    Anonym hat recht (Pilotenschein etc.), man muss sich da arrangieren wo man lebt, das hat Vor-, aber auch Nachteile, was die Krankheit ansich nicht besser macht, sondern auch mal richtig deprimieren kann! Ich kann das sehr gut verstehen, wenn speziele Träume oder feste Pläne damit hinfällig werden. von Sabine H.
  • Grünkohl

    Rang: Gast
    am 18.12.2008 11:28:07
    Und das kann einem gesunden Menschen nicht
    passieren? Und jeder wird dadurch depressiv?
    Und was hat die Depression dann mit Diabetes
    zu tun? Muss ich das jetzt verstehen? Weshalb
    muss man sich für depressive Phasen entschul-
    digen? Ist eine Gewohnheitssache eine reine
    Ansichtssache jedes Einzelnen? Gut nun!
  • Lulu für @Tom

    Rang: Gast
    am 18.12.2008 12:16:24
    Hallo Tom,
    habe deinen Beitrag erst heute gelesen.
    Nun ja, auf Augenhöhe mit meinem Mann war ich nie. Er ist das Genie! ; - )) Aber ich liebe ihn und er mich. Wir sind jetzt seit vierzig Jahren verheiratet, haben vier Kinder und ich bin Krebspatientin.
    Klar, dass ich da schon etwas Aufmerksamkeit in meiner Familie zwangsläufig errege, obwohl mir das nicht recht ist, weil nach all den glücklich überstandenen Jahren natürlich auch die Umgebung heftig geschont werden muss, Mitleid erschöpft sich nämlich schnell. Ist ja auch verständlich. Ich bemühe mich in meiner Familie ein normaler Mensch zu sein.
    Ich spritze und messe verborgen, und nehme meine Medis ein, wenn es niemand sieht. Auch in der Öffentlichkeit.Ich stehe vor meinem Mann auf um Zeit für mich und meine Wehwehchen zu haben. Und am Frühstückstisch sitzt die alte Lulu, wie er sie gerne sieht.
    Ich besitze keinen Heiligenschein, nur etwas Mitgefühl für meine Familie. Die kriegen fast nix mit. Mitleid von meinem Mann zu erheischen fände ich ziemlich unCOOL. Was er nicht selbst gerne hergibt, hat für mich Null Wert!!!!!
    Man muss sich halt schon mal selbst trösten, und sei's mit ner Bratwurst. Ausserdem :Nur ein Kranker weiss, wie's einem Kranken geht.
    Dass mein Mann nicht zur Schulung mitkommt, war nur die Antwort auf den Vorschlag eines Mitleidenden, der meinte, das täte ihm gut. Tut es aber nicht.
    Er würde auch nicht zum Babyschwimmen oder zur Schwangerschaftsgymnastik mitgehen. Auch nicht zum Töpferkurs. Mein Gatte ist ein harter Brocken, hat aber die beste und schönste Seele, die ich in meinem Umfeld kenne.
    Wenn es mir wirklich schlecht geht, ist er da. Und das allein zählt doch.
    Im Übrigen sind wir beide Einzelkämpfer, jeder auf seinem Posten.
    Ich danke Dir, dass Du Dir Gedanken über mich machst.
    Aber glaub mir, mit mir ist alles in Ordnung. Und momentan bin ich alles andere als depri.
    Bete für mich, dass es so bleibt! ; - )))

    von Lulu für @Tom
  • Anonym

    Rang: Gast
    am 18.12.2008 14:05:15
    an Vor-Anonym:
    ... musst de doch auch nicht verstehen, denn
    1) die Betroffenen können&#8217;s + das ist gut so
    2) wird ja eh nur alles bissig abgewertet. Lese anstatt dessen lieber ein wenig im &#8222;GG&#8220;...
  • Tom

    Rang: Gast
    am 18.12.2008 14:11:50
    Liebe Lulu,

    sorry, dann habe ich das nicht ganz richtig verstanden. Ich finde, es würde deinen DM routinierter und eben gaaaanz normal reflektieren, wenn es nix Ungewöhnliches ist, dass du auch in Gegenwart deiner Familie spritzt und misst.
    Ich weiß nicht, wie jung du bist, ich bin 47. Ich habe irgendwann FÜR MICH festgestellt, dass ich endlich deutlich NEIN sagen muss zu den Dingen, die ich NICHT möchte und ebenso deutlich und eindeutig ja.
    Man darf bei aller Aufopferung, we du sie ja auch praktizierst, nicht sich selbst vergessen, eine kleine Portion gesunder Egoismus, das wünsche ich dir von ganzem Herzen. Alles Gute und Liebe von Herzen

    von Tom
  • Lulu

    Rang: Gast
    am 19.12.2008 00:28:40
    Hallo Tom,
    ich bin weit über 60. Und ich sitze "auf gepackten Koffern".
    Ich hoffe, Du verstehst, was ich meine. Darüber bin ich nicht traurig. Das ist allgemeines Menschenschicksal.
    Dann hab ich nicht umsonst gelebt. Schau, ich habe oft Gelegenheit gehabt Bilanz ziehen zu müssen. Von meinem öffentlichen Leben ist da nichts Relevantes geblieben. Meine Familie, meine Freunde waren mir in dieser auferlegten Meditation wichtig , die Menschen die mir anvertraut sind. Ich möchte nur, dass die Menschen, mit denen ich zusammen bin es gut haben, so wie sie es gewohnt sind und einmal sagen können, dass ich meine Aufgabe gut gemacht habe. Als Mama muss man so denken. Meine Söhne sind alle richtig gute Menschen geworden. Ein Gewinn! Und mein Mann ist glücklich, weil ich ihn in Freiheit leben lasse. Ich bin froh darüber dass ich noch so vieles auf die Reihe bringe. Das ist
    ein Grund, dankbar zu sein und milde zu bleiben.
    So zu handeln ist mir ein inneres Bedürfnis aus einer geistigen Haltung heraus, die ziemlich altmodisch ist, und die ich besser nicht hier erörtern möchte.
    Aber ich glaube, Du verstehst es schon
    Es ist alles gut so, wie es ist.
    Ein gutes Nächtle Dir! Und Danke für den Tipp mit Byetta.





    von Lulu