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alles reine „Gewohnheitssache...“

  • Lulu

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 14:33:22
    Also ihr Lieben,
    die Bratwurst ist schlecht für mich wegen Fett (Gallensteine). Jetzt kommt mir bitte nicht, die sollte ich mir rausnehmen lassen! Ich habe schon acht (!) Bauchoperationen hinter mir und will es nicht noch einmal wagen, weil man es leider bei mir nicht auf moderne Art durchs Schlüsselloch machen kann. Mit Zertrümmern ist auch nix, weil bei dieser Größe der Steine die Gefahr besteht, dass sich Krümel im Gallengang festsetzen und weiterwachsen -- Gallengangsverschluss. Also auch auf die Galle achten - Essensmässig.
    Und ausserdem : Ich bin das Geschnipsel und das Krankenhaus und die Ärzte dermassen leid und mache es nur noch, wenn mein Leben davon abhängt. Und da überleg ich es mir auch noch mal, wenn es geht.. Punktum. Aber das ist meine Sicht der Dinge.
    Ausserdem habe ich auch von euch gelernt, dass Fett sich hinterhältiger weise auch in Zucker wandelt.

    Meinen Göttergatten, den Herrn Professor, kann ich zu keiner Schulung schleppen, den interessiert so was nicht. Das bringt ihn nur schlecht drauf, sich dauernd mit Krankheiten beschäftigen zu müssen. Wir lieben uns aber trotzdem!!!!
    Dazu muss ich zu seiner Entlastung sagen, dass wir über Jahre unsere beiden Mütter hautnah gepflegt haben bis zu ihrem mehr oder weniger seligen Ende. Das heißt ich habe gepflegt, er hat freundlich Obdach gewährt und alle Rechnungen bezahlt.
    Mit der Schulung- für mich ist das so eine Sache..... Ich habe das zweimal durchgemacht, einmal in den Siebzigern und dann vor zwei Jahren.
    Mir hat damals der Doc erzählt, dass es wichtig sei, strengste Diät zu halten, um abzunehmen (habe ich geschaft, 10 kilo) und um nicht ständig als 2er zuzunehmen. Auch durch das Insulin. Je mehr ich spritze um so dicker werde ich. Das ist eine erprobte Tatsache! Mir hilft nur eiserne Disziplin um mit 30 Einheiten über den Tag zu kommen. Ausserdem habe ich gehört, dass irgendwann die Dosis so hoch werden kann, dass man dann "austerapiert" ist. Wollte mich da vielleicht der Doc erschrecken???? Damit ich brav bin und nicht nasche???

    Mit dem Zucker komme ich ganz gut klar, und mit meinem Leben auch. Ich kann nur verstehen, dass man eben manchmal total durchhängt und sich bei jemandem ausheulen möchte. Daran kann ich nix schlimmes finden!
    Ich danke Euch dass ihr mir und Sabine ein Ohr geliehen habt.
    Eure Heulsuse
    Lulu


  • Nora

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 14:33:29
    Vor allem verstehe ich nicht, warum ihr auf irgendwas verzichten müsst... du bist doch Typ 1, oder? Da kannst du ja sowieso alles essen und machen.. ich kenne das komischweise eher umgekehrt und wundere mich ein bisschen über deinen Thread. Bei mir ist es so, dass Leute, die mich neu kennenlernen immer Sachen sagen wie: "Ohje, was du alles durchmachen musst", "Du Arme" usw. und ich muss dann immer sagen, dass das wirklich nicht so schlimm ist, bzw. man sich daran gewöhnt... und das tut man meiner Meinung nach. Klar bin ich mal genervt, wenn ich ne Hypo oder ne Keto habe, die Werte einfach nicht runtergehen oder ich z.B. bei Partys ans Messen denken muss, obwohl ich darauf im Moment gar keine Lust habe.. aber mal ehrlich: so schlimm ist das doch alles nicht. Und auf Weihnachtsmärkten: 1. gehst du da ja nur sehr selten im Jahr hin und die paar Male spritze ich auch immer nach dem Essen, d.h. wenn man nicht mehr in der Kälte ist. So schlimm ist das ab und zu ja auch nicht...

    Hattest du schon immer solche Akzeptanzprobleme? Dann solltest du vielleicht mal über eine Therapie nachdenken.. es gibt soweit ich weiß, Psychologen, die sich auf chronische Krankheiten spezialisiert haben.. vielleicht können die dir ein bisschen helfen.

    Und wenn ich ab und zu mal richtig genervt bin von allem sage ich mir immer, dass wir eigentlich echt noch Glück haben, mit Diabetes kann man so gut leben im Vergleich zu anderen Krankheiten..
    ich habe den Diabetes übrigens im Teenie-Alter bekommen, war zwar zu der Zeit ziemlich blöd, weil man gerade in dem Alter wirklich andere Sorgen hat ;), aber im Grunde ging das auch. Irgendwann wird einem halt klar, dass man eh nichts dagegen machen kann und es sich mit guten Werten und dafür 5 Minuten am Tag, die man sich darum kümmern muss, wirklich besser lebt als mit schlechten Werten...
    ich weiß auch nicht, warum du solche Probleme mit den Aussagen der anderen Leute hast.. sie meinen es ja sicher nur gut, ich meine: was sollen sie denn sonst sagen... ihnen wird schon klar sein, dass es richtig sch... ist, eine chronische Krankheit zu haben. Sie wollen halt nur irgendwas sagen, wäre dir ne Runde Mitleid etwa lieber???

    Naja, ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute, dass du es schaffst, den DM zu akzeptieren..

    Gruß,
    Nora
  • Grünkohl

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 14:43:16
    Das war mal richtig gut und zeigt eigentlich
    deutlich, dass hier über das gleiche (Dm)
    von 2 verschiedenen Standpunkten diskutiert
    wird, also gibt es kein falsch oder richtig,
    höchstens ein "Ich sehe das so..." und das
    hat mit Unverständnis oder Ablehnung nichts
    zu tun (oder doch?). Mitleid ist auch der falsche
    Weg zur Besserung, Interesse und Fragen schon.
  • Harald

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 15:13:10
    Hier ist ebenfalls ein alter Hase mit „offenem Ohr“. Vorneweg: oder spez. für Antworter „Hammy“:
    die wenigsten dürften Prof. Gerhard Katsch persönlich gekannt haben, da er bereits 1961 verstarb. Aber schön hier von jemanden zu lesen, der sich immer an seinen Spruch gehalten hat und nie etwas anderes beweisen würde. Die Gerhard-Katsch-Zeiten hier zu erwähnen, hat einen Beigeschmack für viele Diabetiker, die diese Ära miterlebten. Es war eine Zeit, in der jugendlicher Diabetes dem (übergewichtigem) Diabetes-Typ II gleichgestellt wurde, welches hieß:
    fettarme und zuckerfreie Ernährung mit einem striktem Leben mit BE-Austauschtabelle und strengem Insulinplan! Konsequenzen daraus waren neben Untergewicht der sogenannte Hungerazeton, der über längere Zeit zu Nieren- und anderen Organschäden.
    Katsch’ens Devise „Der Diabetiker ist nicht krank, er ist BEDINGT gesund." – entspricht nicht dem heutigen Wissensstand und auch nicht heutigen Erkenntnissen. Vielmehr sollte es, um Verharmlosungen allgemein, und zum besseren Verständnis (auch oder gerade für Nichtdiabetiker) heißen:
    Der Diabetiker ist nicht gesund, er ist BEDINGT erkrankt." Selbst Prof. Katsch, der viele Diabetes-Patienten (darunter Kinder) betreute oder hat sterben sehen, konnte zu keiner Zeit erklären, warum er Diabetes als „bedingt gesund“ definierte. Die extrem schlechten Verläufe dieser Erkrankung zu seiner Ära sowie die Tatsache, ein chronisches, nur mit Insulin behandelbares Leiden bis hin zum Tod zu haben, sprachen jedenfalls gegen diese – sicherlich gut gemeinte - Aussage.
    Diabetes ist auch heute noch eine sehr ernst zu nehmende, konsequent zu behandelnde Stoffwechsel-ERKRANKUNG, die schlecht – bzw. unbehandelt nach relativ kurzer Zeit zum Tod führt.
    Nun sind wir im 21. Jahrhundert, der medizinische Fortschritt hat auch in der Diabetestherapie wesentliche Verbesserungen und Erleichterungen erzielt. Jedoch sollte nicht unterschätzt werden, welche Risiken und Nachteile diese Stoffwechsel-ERKRANKUNG mit sich bringt. Es ist durchaus verständlich, über seine-diese Krankheit nachzudenken, zu schimpfen und zu diskutieren. Ja, es darf sogar geschimpft werden, wenn es einem gut tut! Das ist der beste Weg, aus einer zeitweiligen Depri-Krise mit dieser Krankheit, die nach vielen Jahren jeden einmal treffen kann, wieder herauszugelangen.
    ... Und abschließend: kein Diabetiker wird je abstreiten, dass bei Gesunden nichts schief geht. - Der Satz passt hier nicht zum Thema.
    von Harald
  • Hammy

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 15:39:54
    @Harald: Kennst du Goethe persönlich? Hast
    aber mit Sicherheit oft seine Worte gebraucht
    oder verinnerlicht. Ich habe keine Ahnung, in was
    für einer DM-Welt du gross geworden bist -
    ich habe die DM-Entwicklung ab 1964 im Ost-Teil
    dieses Landes mitbekommen und die wider-
    spricht deinen Verlautbarungen ganz klar.
    Das es sich bei der "Devise" um eine Parabel
    handelt, scheint an einigen vorbei gegangen
    zu sein. Ausserdem ging es um die Einstellung
    zu seiner "Krankheit" und um nix anderes.
    Wenn du meinst, ich hätte niemals im Leben
    über meinen "Sch...- Diabetes" geflucht - weit
    gefehlt. Und wer bestimmt denn, was hier fehl am Platze ist - du? Das ist immer noch ein öffentliches Forum, wo jeder seine Meinung äussern darf, solange er niemanden persönlich angreift! Und ich würde mich hüten, solche Verlautbarungen wie Jammerlappen, Depp, Depressiver, Missmacher o.ä. zu bringen -
    weil jeder Mensch so ist ,wie er ist und nicht wie
    ihn andere gern hätten und deswegen darf
    er auch eine eigene Meinung haben.
    Gruss Hammy
  • Sabine H.

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 15:42:41
    Eine rege Diskussion, freut mich echt, hab nicht mit gerechnet. Danke für alle Antworten. Aber mal ehrlich, neee, ich hab nich schon länger "solch Akzeptanzprobleme" mit der Krankheit, mensch Leute, ich wollt mich nur mal ausquatschen, was mich so bewegt und ärgert. Manche sehen das aber hier echt verschärft und wollen mich am liebsten gleich zum Ballonflicker schicken. Da kommt man sogar mit ollen Diabetes-Kamellen aus den 60-igern usw. Ja meine Güte, da gabs aber weder die Bezeichnung ICT, geschweige denn Insulinpumpe (hab ich oben was geschrieben von) Ansonsten sitzen die Handgriffe z. Diabetes bei mir, keine Sorge. Mensch, ich wollt mich doch nur mal ausquatschen - ist das heutzutage ein Frewel?? Erspart jedenfalls bei mir den Ballonflicker. Gruß S. von Sabine H.
  • Grünkohl

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 16:08:07
    wie spricht der rheinländer: "jeder jeck ist anders!".
    und wer fragen "aufwirft" muß mit antworten dazu rechnen.
  • Auch Anonym

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 16:38:56
    an Vor-Anonym:
    bei dir wären welche mit depressiven Verstimmungen sicherlich auch ganz gut aufgehoben ... - Superhilfreich, deine Einstellung, echt Klasse. von Auch Anonym
  • Grüni

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 16:57:14
    welche mit depressiven verstimmungen gehören
    zum psychologen und ich bin keiner, also falsch!
    aber wenn ich superhilfreich war - danke!
  • Harald

    Rang: Gast
    am 16.12.2008 17:05:50
    an den Voranonymen:
    oh, hier ist ja jemand richtig sauer ?... wegen Verstimmung geht niemand gleich in Psychol. und da de behauptest keiner zu sein, brauchst de auch nicht so zu antworten, als wärst de einer.

    an den Hammy:
    macht spaß, sich mit dir auszutauschn - Was genau widerspricht denn meinen „Verlautbarungen“? - Na, ich wette, da geht dir die Antwort aus, mit deiner Lehre die mal so vor 45 Jahren hinsichtlich Diabetes galt.
    von Harald