Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Etwas Geschichte der Diabetes-Behandlung in D
-
am 28.08.2017 10:22:06 | IP (Hash): 1963798711
Hab das Kramen in der Geschichte ja mit dem Heliflieger schon in Laeys Thread (Entschuldigung) angefangen. Mein erlebter Teil davon hat 1991 angefangen, so ne gute Woche nach meiner Diagnose. Hatte bis da jeden Tag Morgen in der Praxis für den Nüchternzucker antreten müssen, echt schmerzhaft mit ner stehenden Lanzette. Da war mir beim Warten auf eines der Kinder im Schaufenster eines Sani-Hauses eine Selbsttestausrüstung aufgefallen mit ner Stechhilfe, von der behauptet wurde, dass der Test damit völlig schmerzfrei liefe. Hab ich sofort gekauft für damals um die 150 DM und dazu 100 Teststreifen für um die 100.
Verglichen mit der Lanzette der netten Damen in der Praxis, war der Pieks mit der Stechhilfe tatsächlich schmerzfrei. Zum Test wurde ein üppiger Blutstropfen auf den Streifen aufgetragen und das Gerät gestartet. Das zählte dann ne Minute runter, und mit dem Pieps musste man das Blut abwischen und den Streifen mit dem Testfeld voran in das Gerät stecken. Noch ne Minute weiter war dann der BZ in der Anzeige abzulesen. Die Prozedur muss damals in der Praxis ähnlich abgelaufen sein, denn ich kann mich nicht erinnern, dass mir meine da zuhause als was besonderes aufgefallen wäre.
Besonders wurde die erst, als ich nach dem ersten Selbsttesterfolg in der Praxis angerufen und gefragt hab, ob am nächsten Tag nicht reichen würde, wenn ich meinen selbstgemessenen Nüchternwert ansagte. WAU, war in Nullkommanix zum Dok durchgestellt, und der hat mich aber auch sowas von rund gemacht, wie ich denn auf die Idee gekommen wär, meinen BZ selbst zu testen??? - Hat sich nach nem weilchen wieder beruhigt. Und dann durfte ich selbst messen, und dann hat er mir in der Folge sogar die Teststreifen rezeptiert :)
----------------------------------------------
Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 28.08.2017 10:32:26 | IP (Hash): 688584431
hjt_Jürgen schrieb:
Hab das Kramen in der Geschichte ja mit dem Heliflieger schon in Laeys Thread (Entschuldigung) angefangen. Mein erlebter Teil davon hat 1991 angefangen, so ne gute Woche nach meiner Diagnose. Hatte bis da jeden Tag Morgen in der Praxis für den Nüchternzucker antreten müssen, echt schmerzhaft mit ner stehenden Lanzette. Da war mir beim Warten auf eines der Kinder im Schaufenster eines Sani-Hauses eine Selbsttestausrüstung aufgefallen mit ner Stechhilfe, von der behauptet wurde, dass der Test damit völlig schmerzfrei liefe. Hab ich sofort gekauft für damals um die 150 DM und dazu 100 Teststreifen für um die 100.
Verglichen mit der Lanzette der netten Damen in der Praxis, war der Pieks mit der Stechhilfe tatsächlich schmerzfrei. Zum Test wurde ein üppiger Blutstropfen auf den Streifen aufgetragen und das Gerät gestartet. Das zählte dann ne Minute runter, und mit dem Pieps musste man das Blut abwischen und den Streifen mit dem Testfeld voran in das Gerät stecken. Noch ne Minute weiter war dann der BZ in der Anzeige abzulesen. Die Prozedur muss damals in der Praxis ähnlich abgelaufen sein, denn ich kann mich nicht erinnern, dass mir meine da zuhause als was besonderes aufgefallen wäre.
Besonders wurde die erst, als ich nach dem ersten Selbsttesterfolg in der Praxis angerufen und gefragt hab, ob am nächsten Tag nicht reichen würde, wenn ich meinen selbstgemessenen Nüchternwert ansagte. WAU, war in Nullkommanix zum Dok durchgestellt, und der hat mich aber auch sowas von rund gemacht, wie ich denn auf die Idee gekommen wär, meinen BZ selbst zu testen??? - Hat sich nach nem weilchen wieder beruhigt. Und dann durfte ich selbst messen, und dann hat er mir in der Folge sogar die Teststreifen rezeptiert :)
----------------------------------------------
Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
Das muss man sich mal vorstellen, 150 DM für das Gerät und 100 für die Streifen.
Heute ruft man an und sagt man würde gerne das Gerät Testen und bekommt es inkl. Teststreifen für lau.
( ausgenommen die CGM oder FGM)
An diese Lanzetten kann sich der kleine Heliflieger auch noch erinnern, die beim Arzt haben immer zugestochen als wollten sie den Knochen treffen.
Wer weiß, vielleicht gibt es bald intelligente Insulinpumpen welche Glucose und Insulin abgeben und alles selbst managen, und dass nicht größer als so ein CGM Sensor. Mit U300 Insulin, ( oder mehr ?) könnte das doch gehen. -
am 28.08.2017 10:55:46 | IP (Hash): 1963798711
Bei uns in D ist das für Typ1 so, hoffentlich noch lange. Für Typ2 ähnlich selbstverständlich erst mit ICT. Und ICT wird von beiden Seiten, Ärzten wie Betroffenen, in aller Regel möglichst lange vor sich her geschoben. Eben weil man sich damit pieksen muss, in die Finger und in den Wanst :(
Übrigens, die meisten Menschen mit Diabetes in aller Welt müssen ALLES direkt selbst bezahlen, die Behandlung beim Arzt, die Testausrüstung und die Medis :(
Nachtrag für nen kleinen Rückblick ins finstere behandlungsmäßige Mittelalter und die Weiterentwicklung daraus:
https://www.mein-buntes-leben.de/artikel/40-Jahre-Roche-Blutzuckermessen
----------------------------------------------
Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
Bearbeitet von User am 28.08.2017 15:44:38. Grund: Ergänzung -
am 28.08.2017 17:42:02 | IP (Hash): 1704603689
Ich kann mich dunkel erinnern, dass die AOK für mein ersten Messgerät (Reflolux S ?) um die 600DM bezahlt hat - muss so etwas 1984 gewesen sein... -
am 28.08.2017 17:53:13 | IP (Hash): 1856628033
Heliflieger schrieb:
Heute ruft man an und sagt man würde gerne das Gerät Testen und bekommt es inkl. Teststreifen für lau.
Naja, so lau ist das nicht gerade, wenn man die Streifen nicht auf Kassenkosten spendiert bekommt: mehr als 20€ für 50 Stück, das wären immerhin noch reichlich 40DM.
Dass man die Geräte umsonst bekommt, ist dem starken Konkurrenzkampf zu verdanken. Klar können wir uns darüber freuen. -
am 28.08.2017 18:39:17 | IP (Hash): 2114321886
Das läuft alles auf das gleiche Marketing heraus wie bei den Druckern das
eigentliche Geschäft mit den Kartuschen, bei Glukosemessern das Geschaft
mit den Messstreifen ( Herstellungkosten $ 0.03 ), bei CGM-Systemen mit
den Sensoren und deshalb haben wir noch keine CGM-Systeme mit sogar
genaueren Non-Enzymatic Sensoren möglich permanent zu implantieren wo
das Wissen und die Nano-Technologie bereits seit 10 Jahren vorhanden ist.
. -
am 28.08.2017 18:55:13 | IP (Hash): 1963798711
Du sollst hier nicht allgemein abmeckern, sondern von konkreten Behandlungserfahrungen von vor 10 oder 20 oder noch mehr Jahren erzählen ;)
----------------------------------------------
Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.3 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 31.08.2017 08:26:35 | IP (Hash): 381037231
Noch mal ein bisschen zurück in der Behandlungsgeschichte: Dass mein Dok mich damals in 91 für den Erwerb meiner ersten Testausrüstung am Telefon so stramm hat stehen lassen, hab ich lange Zeit als seine überzogene persönliche Reaktion auf meine Eigenmächtigkeit interpretiert. Erst Jahre später mit den Infos aus den ersten engagierten Diabetes Newsgroups wurde dann auch mir klar, dass das Selbermessen damals nicht mal für Typ1 INSULINER allgemein selbstverständlich sondern die immer noch erstaunlich seltene Ausnahme war, die dann auf der Grundlage des vorzeitigen Endes der DCCT nach und nach und vor allem mit den jüngeren Insulinern im Zeitrahmen bis Mitte der 90ger Jahre zur Typ1 Normalbehandlung hier in D wurde.
Bis heute ist Normalbehandlung für Typ2 hier in D 1-3mal täglich Tabletten, so lange max 3 verschiedene Sorten davon den HBA1c bis 7,5-8 halten. Dafür gilt Selbermessen fachoffiziell als unnötig und überflüssig. Die Inkretinverstärker, die es inzwischen als Spritze vor dem Insulin gibt, verlängern diese messlose Zeit. Denn auch damit kann man nicht nennenswert unterzuckern und fachoffiziell braucht niemand den BZ zu messen, der keinen schweren Unterzucker erleiden kann. Das ist nämlich fachoffiziell bis heute der einzige Grund dafür, dass jemand seinen BZ messen darf, NUR ZUR VERHINDERUNG EINER SCHWEREN UNTERZUCKERUNG! Und die geht fachoffiziell ausschließlich mit ICT. - Den BZ individuell situativ steuern, wie z.B. der Heli das macht, kommt in der fachoffiziell ordentlichen Behandlung bis heute nicht wirklich vor, sondern darin folgen wir Betroffenen gehorsam der ärztlichen Einstellung.
----------------------------------------------
Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
am 31.08.2017 11:19:58 | IP (Hash): 688584431
hjt_Jürgen schrieb:
Noch mal ein bisschen zurück in der Behandlungsgeschichte: Dass mein Dok mich damals in 91 für den Erwerb meiner ersten Testausrüstung am Telefon so stramm hat stehen lassen, hab ich lange Zeit als seine überzogene persönliche Reaktion auf meine Eigenmächtigkeit interpretiert. Erst Jahre später mit den Infos aus den ersten engagierten Diabetes Newsgroups wurde dann auch mir klar, dass das Selbermessen damals nicht mal für Typ1 INSULINER allgemein selbstverständlich sondern die immer noch erstaunlich seltene Ausnahme war, die dann auf der Grundlage des vorzeitigen Endes der DCCT nach und nach und vor allem mit den jüngeren Insulinern im Zeitrahmen bis Mitte der 90ger Jahre zur Typ1 Normalbehandlung hier in D wurde.
Bis heute ist Normalbehandlung für Typ2 hier in D 1-3mal täglich Tabletten, so lange max 3 verschiedene Sorten davon den HBA1c bis 7,5-8 halten. Dafür gilt Selbermessen fachoffiziell als unnötig und überflüssig. Die Inkretinverstärker, die es inzwischen als Spritze vor dem Insulin gibt, verlängern diese messlose Zeit. Denn auch damit kann man nicht nennenswert unterzuckern und fachoffiziell braucht niemand den BZ zu messen, der keinen schweren Unterzucker erleiden kann. Das ist nämlich fachoffiziell bis heute der einzige Grund dafür, dass jemand seinen BZ messen darf, NUR ZUR VERHINDERUNG EINER SCHWEREN UNTERZUCKERUNG! Und die geht fachoffiziell ausschließlich mit ICT. - Den BZ individuell situativ steuern, wie z.B. der Heli das macht, kommt in der fachoffiziell ordentlichen Behandlung bis heute nicht wirklich vor, sondern darin folgen wir Betroffenen gehorsam der ärztlichen Einstellung.
----------------------------------------------
Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
Früher dachte man auch Kokain sei vollkommen harmlos. Man bekam es ohne Rezept in Apotheken. Sogar im ursprünglichen Coca Cola soll es enthalten gewesen sein.
Ich habe auch noch nie Metformin genommen, aber der Beipackzettel warnt vor Hypos. -
am 31.08.2017 11:24:17 | IP (Hash): 688584431
Rainer schrieb:
Heliflieger schrieb:
Heute ruft man an und sagt man würde gerne das Gerät Testen und bekommt es inkl. Teststreifen für lau.
Naja, so lau ist das nicht gerade, wenn man die Streifen nicht auf Kassenkosten spendiert bekommt: mehr als 20€ für 50 Stück, das wären immerhin noch reichlich 40DM.
Dass man die Geräte umsonst bekommt, ist dem starken Konkurrenzkampf zu verdanken. Klar können wir uns darüber freuen.
Schon klar, ich ging davon aus, dass man die Streifen oder Kassetten von der Kasse bekommt.
Da hat Adhka schon recht, die machen Kohle an den Streifen, nicht an den Geräten. Sind ja unkaputtbar die Dinger. Mir ist in 30 Jahren kein einziges kaputt gegangen. Meist habe ich gewechselt weil es schnellere oder bessere gab.