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am 19.10.2017 07:18:13 | IP (Hash): 656943396
Hallo Elfe,
danke für deinen ausführlichen Beitrag.
Ich bin noch etwas geschockt, das ich nun zu den Mahlzeiten spritzen soll und in meinem Kopf kreisen so viele Fragen herum.
Kann ich auch mal eine oder auch 2 Mahlzeiten auslassen, wenn es mir nicht gut geht, wie ist es dann mit dem Spritzen?
Zur Zeit esse ich am Tage 5- 6 kleine Mahlzeiten, meist nur ein paar Happen, aber wie soll das gehen, wenn ich das Mahlzeitinsulin spritzen soll? Da ich keine Nacht richtig schlafen kann, esse ich meistens eine Kleinigkeit (Joghurt, Reiswaffeln pur), - muß ich dann auch spritzen?
Und wie weiß ich überhaupt, wieviel ich spritzen soll?
Ich esse kaum Fleisch und Wurst.
Das Langzeitinsulin, das ich noch habe, zeigt überhaupt keine Wirkung, habe jetzt sogar 2x täglich gespritzt und die Einheiten erhöht.
Ich muß mich wohl auf eine Veränderung einstellen, aber das fällt mir sehr schwer... -
Elfe
Rang: Gastam 19.10.2017 19:54:53 | IP (Hash): 181266960
Hallo Träumerin,
Ist das denn schon klar, daß du Mahlzeiteninsulin bekommst ?
Oder zaubert dein Arzt ev. doch noch ein anderes Medikament in Tablettenform aus der Tasche, statt Metformin.
Ja, du kannst Mahlzeiten auslassen.
Ist ja Sinn von Mahlzeiteninsulin, nicht mehr mit der Uhr einem festen Ernährungsplan hinterher essen zu müssen, so wie früher.
Du spritzt dann nur die Kohlenhydrate deiner Mahlzeit weg.
Wenn es nur eine Minimenge wie ein paar Löffelchen Naturjoghurt ist, kann das auch ohne Mahlzeiteninsulin passen - sind 5 g Milchzucker in 100 g drin.
Reiswaffeln sind so oder so keine gute Idee.
Diese gepufften Dinger enthalten viel zu viel Kohlenhydrate (80 g in 100 g) und gehen ganz schnell ins Blut, da die kaum Ballaststoffe, Eiweiß oder Fett enthalten.
http://fddb.info/db/de/lebensmittel/alnatura_reiswaffeln_natur/index.html
Lass' diese Dinger mal weg,
vielleicht zeigt schon dadurch ein niedriger Blutzuckerspiegel.
Die Kohlenhydratangabe auf verpackten Lebensmitteln ist aufgedruckt,
schaue mal, was du so alles in Schrank/Kühlschrank hast.
Für unverpackte Lebensmittel wie Bäckerbrot, Obst, Gemüse, u.a. gibt es Tabellen mit KH-Gehalt, die man auf das Gewicht umrechnet.
Eine digitale Waage mit Zuwiegefunktion bietet sich dazu an.
Statt wie früher mit BE = 12 g zu rechnen, nimmt man heute 10 g, lässt sich leichter rechnen.
Habe als kleine Hilfe zum Berechnen in der Schulung (und auch Apotheke) ein Faltblatt bekommen,
gibt's mittlerweile auch online
http://www.merian-apotheke.de/download/kh-tabellen.pdf
Auch im Buchhandel sind Tabellen zu kaufen oder auch online weitere Tabellen verfügbar.
Berechnet werden zuckerhaltige Lebensmittel wie Obst und Milch/Joghurt;
stärkehaltige Lebensmittel wie Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln.
Alles andere nicht wie Gemüse (ausgen. Hülsenfrüchte), Handvoll Nüsse, Scheibe Käse, Frischkäse, Wurst, Fleisch, Ei.
Also etliches, was man so zwischendurch auch mal essen kann, ohne gleich Insulin dafür spritzen zu müssen.
Wenn du wirklich Mahlzeiteninsulin verschrieben bekommst, wäre eine entsprechende Schulung ganz gut, um dir mehr Sicherheit zu geben.
Meine Anfangsdosis Mahlzeiteninsulin war damals 1 Einheit auf 10 g KH.
Wird gegebenenfalls angepasst.
Essen, spritzen, messen ob's passt, oder ev. erhöht werden muss.
Du kannst also ganz gezielt deinen Blutzucker beeinflussen/senken ohne Tablette(n), die deine andere Medikamentation nicht beeinflusst.
Da du dich schon mit Basalinsulin auskennst, ist doch ein weiterer Pen gar nicht so schlimm.
Gruß Elfe -
am 20.10.2017 07:09:46 | IP (Hash): 2083282051
Hallo Elfe,
ja es ist schon klar, das ich das Mahlzeitinsulin bekomme.
Deine Ausführungen waren leicht verständlich erklärt und konnten mich etwas beruhigen aber ich habe doch Angst in eine Unterzuckerung zu rutschen. Weil ich ganz oft nicht abschätzen kann, wieviel ich essen werde, (wegen Schluckprobleme).
Ich habe in euren Nachrichten von Blutzuckerwerten von 100 oder120, 150 usw. gelesen, damit kann ich nichts anfangen. Mein Meßgerät zeigt in mmol (9,8 mmol) an, damit kenne ich mich aus.
Und mit dem Pen kann ich auch umgehen.
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am 20.10.2017 09:04:28 | IP (Hash): 510122273
2 verschiedene Einheiten für den selben Blutzucker, Milligramm pro Deziliter und Millimol pro Liter. 18mg/dl sind 1mmol/l. 10mmol/l auf Deinem Gerät entsprechen 180mg/dl auf meinem.
Völlig gesunde Menschen messen morgens nüchtern maximal 5-5,5mmol und in der Spitze nach dem Einverleiben von viiiiiel Glukose um etwa 1 Stunde danach für ein paar Minuten 7-8.
Für eine ernsthafte Unterzuckerung mit miesem Gefühl muss man unter 3 kommen, für vorübergehendes(!) Lichtaus unter 2.
Wer sich über Jahre im Bereich von 10 und mehr aufgehalten hat, kann sich wg der langen Gewöhnung an den viel zu hohen BZ die ersten Tage bei gesunden 5 mies wie unterzuckert fühlen. Eine Absenkung in den gesünderen Bereich macht also schrittweise über mehrere Wochen Sinn.
Als erstes Ziel würde ich mir an Deiner Stelle die meisten von 24 Stunden unter 10mmol/l vornehmen. Damit bist Du mit Deinen kleinen Futterportionen immer weit über miesen Unterzucker-Gefühlen und sammelst gleichzeitig Erfahrungen dazu, was Deinen Blutzucker wie hoch antreibt und wie viel Insulin Du für den Ausgleich dieses Antriebs brauchst.
Ist also eine Art persönliche Entdeckungs-Reise. Du startest dazu mit den ersten ärztlichen Vorgaben, aber die müssen mit einer viel zu geringen Dosierung anfangen, weil Dein Arzt in dieser Hinsicht nichts mehr vermeiden will, als Dir eine Unzerzuckerung zu verordnen. Und mit Deinen konkreten Erfahrungen passt Ihr die Dosierung dann immer zutreffender an Deinen individuellen Bedarf an. Daumendrück
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
Elfe
Rang: Gastam 20.10.2017 18:29:30 | IP (Hash): 181266960
Hallo Träumerin,
deine Angst vor Unterzucker kann ich gut verstehen, hatte ich auch.
Der Organismus 'signalisiert' beginnenden Unterzucker. Deutlich zu spüren mit Schwindelig (bes. im Stehen), Zittern und Schwitzen.
'Erst handeln, dann messen' wird einem als Patient eingeschärft.
Traubenzucker deponieren (auch für unterwegs), auch was zuckerhaltiges Trinken (Saft, Cola) hilft in Minutenschnelle.
Habe zu Anfang besonders viel gemessen, um ein Gefühl für den Umgang zu bekommen.
In deiner besonderen Situation würde ich empfehlen, dir deine Mahlzeit per Waage und KH-Gehalt zu berechnen, dann aber erst nach der Mahlzeit zu spritzen, wenn du wirklich weißt, was du geschafft hast.
Wenn du meinst/fühlst, 'brauche nur kurze Pause', kannst du innerhalb von ca. 1 h auch schon Insulin geben, musst dann aber aufessen.
Dieses mmol/l hat sich, bes. für langjährige Diabetiker und auch in der Literatur, nicht so wirklich durchgesetzt.
Mol ist Anzahl von Teilchen, Herleitung für viele abstrakt.
mg/ml ist da so 'griffiger'.
Kann ich mir persönlich auch besser merken.
Zielwert 100, Unterzucker 60, Nierenschwelle 180
als die krummen mmol's
3,3 - 5,6 - 10.
Hier kannst du eine Tabelle finden, die beides vergleichend darstellt
http://www.diabetiker-hannover.de/diab_hannover/mgdlmmol.htm#Umrechnungstabelle
Gruß Elfe -
am 20.10.2017 20:53:51 | IP (Hash): 2083282051
Hallo Elfe,
ja, die Angst vor Unterzuckerung ist wohl mein größtes Problem.
Und wie du schreibst, sind Schwindlig sein,, zittern und schwitzen Anzeichen einer Unterzuckerung - aber genau diese Symptome werden auch durch Parkinson ausgelöst. Nun bleibt die Frage, wie ich dieses auseinander halten kann- wahrscheinlich durch BZ-Messung?!
Ich bin mit den mmol Werten gut klar gekommen, kenne ja nichts anderes.
Habe ich das richtig verstanden, das ich auch eine Mahlzeit auslassen kann und dann natürlich auch nicht spritzen soll?
Ach, so viel Neues stürmt auf mich ein, bin nicht sicher, ob ich das auch schaffen kann...
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am 21.10.2017 16:38:21 | IP (Hash): 688584431
träumerin schrieb:
Hallo Elfe,
ja, die Angst vor Unterzuckerung ist wohl mein größtes Problem.
Und wie du schreibst, sind Schwindlig sein,, zittern und schwitzen Anzeichen einer Unterzuckerung - aber genau diese Symptome werden auch durch Parkinson ausgelöst. Nun bleibt die Frage, wie ich dieses auseinander halten kann- wahrscheinlich durch BZ-Messung?!
Ich bin mit den mmol Werten gut klar gekommen, kenne ja nichts anderes.
Habe ich das richtig verstanden, das ich auch eine Mahlzeit auslassen kann und dann natürlich auch nicht spritzen soll?
Ach, so viel Neues stürmt auf mich ein, bin nicht sicher, ob ich das auch schaffen kann...
In dem Fall wäre es sinnvoll trotz T2 ein CGM zu beantragen. Es misst dauerhaft den BZ und warnt dich wenn zu hoch oder zu niedrig.
Ich hoffe dein Arzt spielt bei dem Papierkrieg mit, aber ich sehe keine andere Chance wenn Parkinson Symptome identisch mit denen der Hypo sind.
Und einen Teststreifen einführen, Pieksen und zum Teststreifen führen kannst du nur schlecht bis garnicht, solltest du zumindest sagen, sonst wird es nix mit dem CGM. -
Elfe
Rang: Gastam 21.10.2017 17:17:47 | IP (Hash): 181266960
Hallo Träumerin,
ja, du kannst Mahlzeiten auslassen.
Das Mahlzeiteninsulin kannst du spritzen zu den Mahlzeiten, aber wenn du nur kleine Mengen isst - wie etwas Joghurt -, würde ich das nicht spritzen, sondern erst ab 10 g Kohlenhydrate.
So fein ist der Pen nicht, auch nicht mein Halbschrittpen (eigentlich für Kinder).
Am besten besprichst du das mit deinem Arzt, wie du vorgehen sollst, bei deinem Schluckproblem.
Auch kannst du per diesem schnell wirkenden Insulin hohe Werte korrigieren.
Wie schon geschrieben, fängt man da vorsichtig an und geht davon aus, daß eine Einheit Insulin den Blutzucker um 2,8 mmol/l senkt.
Was aber auch noch wichtig ist, das Basalinsulin zu berücksichtigen.
Du hast selbst ohne Arzt die Menge erhöht, wenn ich das richtig behalten habe.
Beide Insuline zusammen beeinflussen den Blutzucker.
Basal soll nur den Grundstoffwechsel unterstützen, aber nicht senken.
Würde auch unnötig die Einschätzung des Mahlzeiteninsulins erschweren.
Die beschriebenen Unterzucker-Symptome sind nur die eindeutigsten, gibt auch noch andere.
In der Schulung konnten wir uns als Teilnehmer darauf einigen, daß Sehstörungen auftreten.
Bei mir ist es z.B. Blendwirkung beim Zeitunglesen und Buchstaben verschwimmen.
Aber besser ist es natürlich, Unterzucker zu vermeiden.
Nach Mahlzeiten BZ messen, ob KH-Schätzung und Insulinmenge gepasst hat.
Zu beachten ist dabei auch, wie lange dein neues Insulin wirkt.
Das Novorapid (benutze ich) wirkt bis zu 4 h, messe aber schon nach 3 h und korrigiere dann (mit Insulin oder ein paar Gummibärchen, je nach BZ-Wert).
Wenn die Wirkung des Insulins vorüber ist, musst du auch nicht mehr mit Unterzucker rechnen, bleibt gleichmäßig (ohne körperliche Anstrengung).
Auf jeden Fall, wenn dir komisch ist und du kannst das nicht zuordnen, wäre eine BZ-Messung angebracht. Wenn dir ganz komisch ist, vorsorglich schon Traubenzucker nehmen, 5 - 10 g.
Bei mir sind die Hauptsymptome der Unterzuckerung auch nicht mehr so deutlich zu spüren bzw. einzuschätzen, z.B. im Sommer - wenn man sowieso schon schwitzt, manchmal klappt auch mein Kreislauf zusammen.
Liebe Träumerin, das schaffst du ganz bestimmt.
Deine Fragen beim Arzt ansprechen, vielleicht machst du dir ein paar Stichworte, damit du nichts vergisst, so ein Termin ist schnell vorbei.
Gruß Elfe -
am 22.10.2017 07:07:50 | IP (Hash): 1787193914
Hallo Elfe,
das sind ja echt viele Sachen, die ich mir merken muß.
Benutzt man bei dem Mahlzeitinsulin denn einen anderen Pen, als bei Langzeitinsulin? Denn du schreibst, das du einen Halbschrittpen hast, davon habe ich noch nie was gehört- das ist alles neu für mich.
Den BZ nach dem Essen leuchtet mir ein, aber muß ich auch schon vor dem Essen den BZ messen?
Bekommt man denn genug "Teststreifen" ( bei mir steht Sensoren drauf) zum BZ messen vom Arzt verschrieben?
Bei mir könnte es mit dem Spritzen und BZ messen Probleme geben, wegen meines Tremor.
Einmal spritzen am Tage habe ich noch gerade so geschafft, notfalls auch verschoben, bis es ging, aber die gleiche Prozedur mehrmals am Tag?
Ich bin gerade nicht sehr optimistisch - aber schön, das du mir Mut machst.
Die Träumerin
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am 22.10.2017 09:19:39 | IP (Hash): 772279819
Wie Du's beschreibst, solltest Du dringend mit Deinem Arzt über häusliche Pflege sprechen. Ich weiß von vielen INSULINERn, die täglich 3mal zum Messen und Spritzen von einer Pflegekraft besucht werden.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.