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  • Elfe

    Rang: Gast
    am 23.10.2017 01:38:26 | IP (Hash): 181266960
    Hallo Träumerin,

    ja, auch vor den Mahlzeiten - bei KH-Anteil mit Mahlzeiteninsulin nötig -, wird der BZ-Wert gemessen.
    Grund: Die Höhe des Wertes zeigt, ob man bereits Korrektureinheiten zur errechneten Insulinmenge einbeziehen kann/muss, oder bei besonders hohen Werten sogar eine Wartezeit bis zum Essen eingehalten werden soll.
    Nach der Mahlzeit wird nach 2 - 3 h überprüft, ob Insulin und KH-Schätzung gepasst hat.

    Bei drei Hauptmahlzeiten muss also mindestens 4 - 5 x gemessen werden.
    Vor Frühstück (ersetzt Nüchternwert), vor Mittagessen, vor Abendessen und auch vor Schlafengehen !

    Wenn du zwischendurch etwas anderes isst, ohne anzurechnende KHs (paar Nüsse, Scheibe Käse, auch Löffelchen Joghurt) bleibt dir eine solche Prozedur erspart.

    Bei den Blutzuckermessgeräten könntest du ev. noch ein größeres Bekommen auch mit nicht so kleinen Sensoren (hast du recht für korrekte Bezeichnung), aber das Spritzen bleibt natürlich.
    Die Trefferfläche ist zwar groß, aber bis zu 10 Sekunden sollte schon gewartet werden bis zum Herausziehen der Pennadel.

    Was mich immer noch wundert, ist, daß du von Metformin direkt auf Mahlzeiteninsulin umgestellt werden sollst und nicht doch die beschriebenen DDP4-Hemmer u. a. zumindest für eine Zeit ausprobiert werden können (zumal mit deiner Parkinsonerkrankung).

    Diabetologen gibt's an deinem Wohnort nicht, hast du geschrieben.
    Gibt aber durchaus auch Allgemeinärzte, die sich per Fortbildung mit Diabetes auskennen, und das per Internetauftritt auch darstellen.
    Dafür bitte für deinen Wohnort online recherchieren und ggfs. Hausarzt wechseln.

    Ein Allgemeinmediziner ist auch ein Facharzt, der den Patienten durchaus gesamt im Überblick hat und auch an andere Spezialisten überweisen kann, Arztbriefe sammelt und einschätzt.
    Selbst mein Internist-Diabetologe ist sich nicht zu schade, zu speziellen internistischen Untersuchungen mich zu anderen Kollegen (Magen/Darm, Herz) zu überweisen, ist mittlerweile auch mein 'Hausarzt'.

    Gruß Elfe
    P.S.: Tut mir leid, daß ich dich mit dem Begriff 'Halbschrittpen' verwirrt habe.
    Bedeutet eigentlich nur, daß statt eine ganze Einheit Insulin per Drehen und Klick Dosierungen mit halben Einheiten möglich ist.
    Als besonders insulinempfindlich, mit anderem Diabeteshintergrund als deiner.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 90
    Mitglied seit: 11.10.2017
    am 24.10.2017 13:42:57 | IP (Hash): 1166989400
    Hallo Elfe,

    ich habe nachdem das Metformin nicht mehr ausgereicht hatte vor fast 3 Jahren das Langzeitinsulin dazu verschrieben bekommen und dieses 1x täglich am Abend gespritzt und nun zeigt auch dieses kaum Wirkung.. Nach der letzten Blutuntersuchung hat mich meine Hausärztin angerufen und gesagt, das ich mich nun zu den Mahlzeiten spritzen muß....
    Wir haben keinen Diabetologen mehr in meinem Wohnort (ist in Rente gegangen) und zu meiner Hausärztin gehe ich schon 25 Jahre .
    Bei uns herrscht jetzt schon ein Hausarztmangel, einfach wechseln ist nicht möglich, viele nehmen schon keine neuen Patienten mehr an.
    Kann man sich nicht das Mahlzeitinsulin immer etwas weniger spritzen, als man ausgerechnet hätte, weil ich keinen idealen Blutzuckerwert anstrebe und ich vor allem große Angst vor einer Unterzuckerung habe.
    Mit Parkinson, wie ich ihn erlebe, will man nicht wirklich (sehr) alt werden.

    Es grüßt die Träumerin
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 24.10.2017 17:19:58 | IP (Hash): 181266960
    Hallo Träumerin,

    wenn du schon so lange zu deiner Hausärztin gehst, habt ihr bestimmt ein gutes Vertrauensverhältnis zueinander, auch viel wert.
    Vielleicht kannst du sie doch mal fragen nach anderem Medikament.

    Ja, du kannst natürlich etwas weniger Insulin spritzen.
    Eigentlich werden aber solche schwierigen Lebensumstände wie bei dir in einem angepassten = höheren BZ-Zielwert berücksichtigt, wird dir deine Ärztin sagen.
    Dabei sind 2 h nach dem Essen BZ-Werte zwischen 7,8 - 11 mmol/l durchaus o.k..
    Und damit bist du weit vom befürchteten Unterzucker weg (3,3 - 3,9 mmol/l).
    Du brauchst auch erst einmal Erfahrungswerte, wie das Insulin bei dir wirkt.
    Die Menge wird vorsichtig zu Anfang sein, dann ggfs. angepasst.
    Auf jeden Fall hast du eine bessere Möglichkeit als jetzt, die Höhe der Einzelwerte und Langzeitwert beeinflussen zu können.

    Gruß Elfe
    Quelle für oben genannte Werte siehe Seite 25 und 28
    http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Leitlinien/Evidenzbasierte_Leitlinien/NVL_Typ-2_Therapie-lang_Apr_2014.pdf
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 90
    Mitglied seit: 11.10.2017
    am 25.10.2017 21:19:54 | IP (Hash): 2107039421
    Hallo Elfe,

    Ja, ich habe ein gutes Vertrauensverhältnis zu meiner Hausärztin.
    Bei einer Umstellung auf Mahlzeitinsulin, wie wird man da begleitet- muß man dann ins KH zur Einstellung oder reicht eine Diabetiker- Schulung aus?
    Für mich hört sich das alles kompliziert an, was man so beachten muß.
    Und die Angst vor einer Unterzuckerung bleibt, denn bisher war das kein Thema für mich...

    Es grüßt die Träumerin
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 26.10.2017 17:39:56 | IP (Hash): 996396308
    Hallo Träumerin,
    ich war selber nicht im Krankenhaus, sondern wurde ambulant eingestellt in Der Diabetologen-Praxis.
    Mahlzeiteninsulin kam für mich plötzlich, am selben Tag noch.
    Nach Gespräch, was ich denn als Sättigungsbeilage (Brot, Kartoffeln z.B mit Kurzerklärung zur KE-Einschätzung) so zu mir nehme, hatten wir uns auf 4 KE pro Hauptmahlzeit geeinigt, die mit 4 Einheiten Insulin zu berücksichtigen sein sollten.
    Eintrag ins ausgehändigte Blutzuckertagebuch in rot: 4 KHE und 4 Einheiten bei Bolus.
    Bespiel für online verfügbar:
    https://www.lilly-diabetes.de/_Assets/global-assets/pdf/ICT_Tagebuch_Online.pdf

    Hatte dann noch ein paar Einzeltermine bei der Diabetesassistentin in der Praxis, um Kohlenhydrate in Lebensmitteln einschätzen zu können.
    Die Schulung lief über mehrere Abendtermine (nach der Arbeit), da wird dann eher so allgemeines vermittelt, wie KH-Einschätzung per Augenmaß, Korrektureinheiten, Grenzwerte Unterzucker und beheben mit Traubenzucker, Saft ... .
    Die aber eigentliche Insulinanpassung Einheiten zu KH, BZ Beurteilung und Vorgehen wird immer durch den Arzt bestimmt.

    Die Grundlage der Behandlung mit Mahlzeiteninsulin ist,
    zu 10 g KH der Nahrung entsprechende Einheiten Insulin zu spritzen.
    Ist BZ zu hoch, wird Insulinmenge langsam erhöht.

    Die Berechnung auf KHE-Faktor dient dazu, mit Essen und Zeitpunkt flexibel zu bleiben zu können.
    Bei 1 und einer KE gibt's eine Einheit, bei vier KE dann vier Einheiten usw.

    Da du dich mit Diabetes schon länger beschäftigst und auch schon den Umgang mit Insulinpen kennst, hast du mehr Ahnung als ich damals.
    Musste damals sogar vor Augen des Arztes üben, wie Ampulle in Pen eingesetzt und Kanülen aufgeschraubt werden.

    Wie schon beschrieben, BZ messen und Traubenzucker/süßes Getränk griffbereit zu haben sollten dir die Angst eigentlich nehmen.

    Gruß Elfe
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 90
    Mitglied seit: 11.10.2017
    am 27.10.2017 15:10:49 | IP (Hash): 1583391531
    Hallo Elfe,

    du mußtest dich von jetzt auf gleich spritzen, ohne das du dich darauf vorbereiten konntest - das stelle ich mir sehr schlimm vor.
    Ich habe hier in den "Nachrichten" etwas reingelesen und über dich erfahren, das deine Bauchspeicheldrüse nicht mehr arbeitet, wenn ich das richtig verstanden habe.
    Wie bist du denn damals mit dieser Diagnose umgegangen?
    Mir fällt es schwer meine Diagnose Diabetes und Parkinson anzunehmen.

    Du schreibst, 4 KHE und 4 Einheiten bei Bolus. Was ist Bolus- ich habe das Wort noch nie gehört.

    Ich habe auch ein paar Probleme mit dem PC - bin noch ein Neuling, muß mich erst "durchwursteln", wie und wo ich hier schreiben kann.
    Bin dann hier gelandet, ich weiß nicht, ob das okay ist - aber ich freue mich, das ich mit dir ( und vielleicht auch mit anderen) Nachrichten austauschen kann.

    Es grüßt die Träumerin
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 27.10.2017 18:53:20 | IP (Hash): 996396308
    Hallo Träumerin,
    war ein Albtraum damals, habe zuhause dann gesagt: Kann mich mal jemand kneifen ?
    Insulingabe war da doch das kleinste Problem, konnte ich logisch nachvollziehen.

    Bin dennoch anschließend regelrecht verhungert, trotz Insulin.
    Die Bauchspeicheldrüse hat über viele Jahre lang ihre Funktion aufgegeben, Umwege zur Diagnose sogar stationär.
    Ist mittlerweile so klein, daß das sogar im ambulanten Ultraschall zu sehen ist.

    Mein Diabetologen/Internist hat das ganz lapidar kommentiert: Insulin- und Verdauungsenzyme-Menge werden sich erhöhen.
    Genauso ist es gekommen: Mahlzeiteninsulin erhöht, Verzögerungsinsulin kam später dazu, Kreon als Verdauungsenzym auf 10 g Fett berechnet.

    Anfangs-Mahlzeiteninsulin war heftig, weiteres nicht so, war einfach froh, daß endlich eine Diagnose stand und mir per Medikamente geholfen werden konnte.

    Basis-Bolus-Therapie ist so eine Begrifflichkeit bei der Diabetes-Behandlung oder auch ICT = Intensivierte Insulintherapie.
    Mit Basis wird das Verzögerungsinsulin bezeichnet, für Grundstoffwechsel, was du schon hast;
    als Bolus wird das Mahlzeiteninsulin (kurze Wirkung) auch genannt.
    https://www.diabetes-ratgeber.net/Insulin/Intensivierte-Insulintherapie-ICT-27680.html

    Bin einfach froh, daß es entsprechende Medikamente gibt und noch lebe.

    Gruß Elfe
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 90
    Mitglied seit: 11.10.2017
    am 28.10.2017 17:19:47 | IP (Hash): 1427296969

    Hallo Elfe,

    da hast du wirklich schwierige Zeiten hinter dir, schreibe ich so lapidar - ohne zu wissen, wie es dir heute geht.
    Da hatte ich es in gewisser Hinsicht doch leichter, die Diagnose Parkinson stand gleich fest, die Medikation stellt sich eher als schwierig heraus - bis heute.
    Und ich habe noch den Vorteil, das ich mich mit dem Spritzen von Langzeitinsulin auskenne, wenn ich mich bald das Mahlzeitinsulin spritzen muß. Aber da bleiben noch die zitternden Hände, die dann 3-4 mal den BZ messen sollen uund spritzen. Das wird schwierig.

    Deinen letzten Satz finde ich (für dich) gut

    aber ich brauche wohl noch Zeit, um das auch mal sagen zu können...

    Es grüßt die Träumerin
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 28.10.2017 18:53:11 | IP (Hash): 996396308
    Hallo Träumerin,
    Diagnose bei mir hat Jahre gedauert, aber dann in der Behandlung gar nicht so schwierig, durch Medikamente lassen sich die fehlenden Funktionen der Bauchspeicheldrüse gut ersetzen.

    Deine Grunderkrankung Parkinson ist da ganz was anderes, diese akzeptieren zu können.
    Die Medikamenteneinstellung hat ein Facharzt vorgenommen ?
    Erhältst du weitere Behandlung/Hilfen in Form von Physiotherapie, Ergotherapie, Schlucktherapie z.B. ?
    Psychologische Hilfe wäre auch angebracht.

    Hier findest du ein Forum speziell für Parkinson-Erkrankte, was dir vielleicht helfen könnte
    http://www.parkinson-web.de/content/forum/index_ger.html
    https://www.parkinson-web.de/forum/forums/show/1.page

    Ich schreibe dir auch gerne weiter, auch als emotionale Stütze für dich, wenn du magst.

    Herzlichst Elfe
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 90
    Mitglied seit: 11.10.2017
    am 29.10.2017 14:50:23 | IP (Hash): 1022759648

    Hallo Elfe,

    meine Hausärztin hat mich vor 7 Jahren, als die ersten Anzeichen da waren, gleich zum Neurologen überwiesen bzw. ich mußte mir erst einen Neurologen suchen, denn in meinem Wohnort gibt es keinen. Einen Termin zu bekommen war nicht leicht, es gab Termine in 7-8 Monaten und gab Praxen die keine Patienten mehr annehmen. Also, man hatte keine Wahl.
    Bin mit meinem Neurologen nicht so zufrieden, bekomme mein Rezept und das war es. Ich bekomme nur Physiotherapie.
    In einem Parkinson Forum bin ich seit 2013 angemeldet- und das hilft mir auch weiter, unter anderem kann man dort auch Fragen an eine Expertin/Ärztin stellen.
    Ja, als nun der Schock kam, das ich mich mit dem Mahlzeitinsulin spritzen soll, habe ich mich in meiner Verzweiflung hier angemeldet.
    Und ich bin froh, dich hier "kennengelernt" zu haben.
    Ich würde mich auch gerne weiter mit dir schreiben.

    Es grüßt die Träumerin