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Medikament Saxagliptin (Onglyza)

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    Mitglied seit: 03.02.2018
    am 03.02.2018 07:59:35 | IP (Hash): 1051035215
    Kann mir jemand seine Erfahrungen mit dem Medikament Saxagliptin (Onglyza) schildern ? Wie wurde es vertragen ? Gab es nach Langzeiteinnahme kardiovaskuläre Probleme (Herz, Blutgefäße, etc.) ?
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    am 03.02.2018 08:52:30 | IP (Hash): 613128865
    Hallo Karoline,

    bei so einer Frage dürften dir Einzelerfahrungen nicht viel helfen. Wenn hier jemand das eine oder das andere berichtet, dann weißt du noch lange nicht, ob es bei ihm an der Einnahme von Onglyza gelegen hat oder nur zufällig zusammen gekommen ist.

    Zum Glück gibt es dazu eine Studie (SAVOR- TIMI 53), mit der diese Frage an 16.500 Patienten doppelt verblindet untersucht wurde. Dazu gibt es ein Madscape-Artikel*) vom 3.9.2013, in dem die Experten die Ergebnisse unter der Überschrift "Alogliptin und Saxagliptin sind kardiovaskulär sicher – mehr aber auch nicht" diskutieren. Vorteile für HKE sind aus dieser und einer anderen Studie also nicht herausgekommen, aber auch keine Unterlegenheit gegenüber anderen Therapien.

    Da man den Artikel nur als registrierter Nutzer lesen kann, zitiere ich hier mal die wichtigsten Ergebnisse:

    "Im primären Endpunkt ergab sich mit einer Ereignisrate von 7,3% unter Saxagliptin und 7,2% unter Placebo über 2 Jahre kein Unterschied (HR: 1,0, 95%-KI: 0,89-1,12; p kleiner 0,001 für Nicht-Unterlegenheit). Dies galt auch für den wichtigsten sekundären Endpunkt, hier betrugen die Ereignisraten unter Saxagliptin 12,8% und unter Placebo 12,4% nach 2 Jahren. „Überraschend“, so Bhatt, war allerdings der Befund, dass unter Saxagliptin die Rate an Hospitalisierungen wegen einer Herzinsuffizienz signifikant erhöht war (3,5 vs. 2,8% in 2 Jahren, p=0,007). „Dieser unerwartete Befund bedarf weiterer Untersuchungen“, sagte er in Amsterdam.
    ...
    Studienkommentator Prof. Dr. Michel Komajda, ehemaliger ESC-Präsident und Kardiologe an den Groupe Hospitalier Pitié Salpêtrière in Paris, wies darauf hin, dass sich die Studienteilnehmer bereits in sehr fortgeschrittenen Stadien sowohl ihres Diabetes als auch ihrer kardiovaskulären Erkrankung befanden. Die mittlere Diabetesdauer betrug 12 Jahre, rund 40% hatten eine Insulinbehandlung, 80% der Teilnehmer hatte bereits ein kardiovaskuläres Ereignis erlitten.
    Unter diesen Voraussetzungen sah auch er in der Studie „eine positive Botschaft, was die kardiovaskuläre, aber auch allgemeine Sicherheit von Saxagliptin angeht“. Der Befund der gehäuften Hospitalisierungen wegen Herzinsuffizienz könne auch Zufall sein, meinte er. In der EXAMINE-Studie mit Alogliptin hatte sich ein solches Signal nicht gefunden."

    Beste Grüße, Rainer

    *) Quelle: deutsch.medscape.com/artikel/4901418
    Bearbeitet von User am 03.02.2018 08:58:23. Grund: .
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    am 05.02.2018 02:47:14 | IP (Hash): 1059969951
    Pech ist, wenn so ollen Kamellen aus 2013 geglaubt wird (auch ohne Registrierung im übrigen einzusehen).

    Tatsächlich wurde in 2015 das vermutete kardiovaskuläre Risiko überprüft
    https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RI/2015/RI-saxagliptin.html
    Dabei wurde als Grund für die höhere Sterblichkeit allerdings Infektion der Lunge, Atemwege und sogar Sepsis identifiziert.

    Dieses Risiko wird öffentlich zugänglich publiziert von der europäischen Zulassungsbehörde vom Juni 2017 (siehe Seite 3 ... risk ...)
    http://www.ema.europa.eu/docs/en_GB/document_library/EPAR_-_Summary_for_the_public/human/001039/WC500044317.pdf

    Und auch im Beipackzettel des Medikamentes vom Juni 2017 ist dies unter Nebenwirkungen nachzulesen.
    https://www.patienteninfo-service.de/a-z-liste/o/onglyzaR-5-mg-filmtabletten/

    Manches mal geht es nun mal nicht ohne Medikamente.
    Kann nur raten, sorgfältig Beipackzettel zu lesen.
    Und wenn bei Einnahme irgendwelche Probleme auftreten, unbedingt mit dem Arzt besprechen.
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
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    am 05.02.2018 18:31:56 | IP (Hash): 1672932723
    Elfe schrieb:
    Pech ist, wenn so ollen Kamellen aus 2013 geglaubt wird

    Scherzbolt Elfe,

    die Grundlage für die Aufnahme der Hinweise in dieen Unterlagen der Zulassungsbehörde und in den Beipackzettel sind die Ergebnisse der oben angeführten Zulassungsstudie, die in dem verlinkten Medscape-Artikel von Fachleuten diskutiert wird.

    Nach Elfes Auffassung basiert das ganze Wissen zu Onglyza auf "ollen Kamellen". Das klingt mir eher so, als hätte Elfe zu ausgiebig Karneval gefeiert.
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    am 05.02.2018 19:47:51 | IP (Hash): 1825848594
    @Rainer
    Die Medikamentenbeurteilung wird aufgrund von weiteren Studienergebnissen und auch von Patientenhinweisen/Ärzten in der Anwendung angepasst, öffentlich recherchierbar.

    2013 war die Zulassung - entsprechend deinem alten Zitat, 2015 neuer Studienansatz, 2017 in öffentlich Quellen zu lesen.
    2015 ist 2 Jahre nach 2013, 2017 ist 4 Jahre später.
    Defizit in Grundrechenarten?

    Bleib mal bei deinem LCHF-Moderatoren-Hobby, nicht ganz so schädlich.

    Mit deiner Medikamentenbeurteilung übernimmst du dich.
    Sind eben keine 'bunte Smarties', entlarvend dein Vokabular 'modern' etc. .
    Bearbeitet von User am 05.02.2018 19:55:52. Grund: Text