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Kribbeln in den Händen nach dem Essen

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    Mitglied seit: 22.03.2018
    am 22.03.2018 14:07:55 | IP (Hash): 670800304
    hi,

    ich leide vermutlich unter einer seltenen MODY-Variante. Mein HbA1c war bisher eigentlich immer unkritisch (4,9 - 5,3 %). Seit ca. einem Jahr habe ich aber ein Problem. Meine Hände fangen an zu kribbeln, wenn ich zu viele Kohlenhydrate gegessen habe.

    Wenn das Kribbeln auftritt, dann liegt Der Blutzucker im Bereich zwischen 110-120 mg/dl (2 Stunden nach dem Essen gemessen). Beschwerdefrei bin ich nur, wenn ich 2 Stunden nach dem Essen bei unter 100 mg/dl liege. Letzteres setzt aber voraus, dass ich vollständig auf Kohlenhydrate verzichte. Das geht aber leider nicht dauerhaft.

    Kennt einer das Problem? Gibt es für das Problem eine Therapie?

    Beste Grüße
    Mik
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    am 22.03.2018 14:41:30 | IP (Hash): 718726965
    Mik schrieb:
    Beschwerdefrei bin ich nur, wenn ich 2 Stunden nach dem Essen bei unter 100 mg/dl liege. Letzteres setzt aber voraus, dass ich vollständig auf Kohlenhydrate verzichte. Das geht aber leider nicht dauerhaft.


    Bist du sicher, dass dazu wirklich vollständiger Verzicht auf KH notwendig ist? Bei den meisten reicht dazu moderate KH-Reduzierung und die Wahl von qualitativ hochwertigen KH aus, wie z.B. bei der LOGI-Ernährung (siehe hier: forum.nicolai-worm.de ). Bei so einer Ernährung sind übrigens auch die BZ-Schwankungen viel geringer. Ich vermute übrigens, dass die Reduzierung der Schwankungen entscheidender ist, als die Absenkung des BZ. Achte mal besonders darauf.

    Ansonsten bleibt dir natürlich auch, stärker wirkende Diabetesmedis oder Unterstützung durch Insulin zu nehmen. Hinnehmen und abwarten, bis sich aus dem anfänglichen Kribbeln vielleicht ausgewachsene PNP entwickelt, würde ich auf keinen Fall. Die freundlichen Signale, die dir dein Körper sendet, solltest du lieber beachten.

    Alles Gute, Rainer
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    am 22.03.2018 14:48:45 | IP (Hash): 179810240
    Mik schrieb:

    Der Blutzucker im Bereich zwischen 110-120 mg/dl (2 Stunden nach dem Essen gemessen).

    Beschwerdefrei bin ich nur, wenn ich 2 Stunden nach dem Essen bei unter 100 mg/dl liege.




    Da hätte ich eine Frage: Mit einem BZ-Testgerät für zuhause gemessen?
    Ich bin da ein bisschen skeptisch was solche Reaktionen bei 10 mg/dl zuzüglich Abweichungen betrifft.

    Kannst Du denn näher auf die Kohlenhydrate eingehen, die diese Reaktion auslösen?
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    am 22.03.2018 15:15:40 | IP (Hash): 1479648601
    Also das Kribbeln tritt nicht auf, wenn der BZ 1! Std nach dem Essen 110 erreicht oder 120 überschreitet?

    ----------------------------------------------
    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
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    am 22.03.2018 16:48:08 | IP (Hash): 303660330
    Hallo,
    Blutzucker bis 120, 2 Stunden nach kohlehydratreichem Essen ist aber noch im Normbereich. Hba1c ist auch gut!
    Das Kribbeln muss überhaupt nicht mit den Blutzuckerwerten zusammenhängen, sondern kann einfach nur rein zufällig mit diesen Werten kollidieren.

    Kribbeln in den Gliedmaßen, als neuropathische Folgeschäden vom Diabetes treten auch nicht akut nach höheren Werten auf, sondern entwickeln sich langsam, bei dauerhaft erhöhten Werten...
    Ich denke, davon kann hier keine Rede sein....
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    am 22.03.2018 18:14:03 | IP (Hash): 670800304
    Besten Dank für die vielen Antworten.

    Rainer schrieb:
    Bist du sicher, dass dazu wirklich vollständiger Verzicht auf KH notwendig ist?



    Ja. Eine Reduzierung hat 15 Jahre gereicht. Es ist aber von Jahr zu Jahr schlechter geworden und inzwischen hilft nur ein fast vollständiger Verzicht.

    schrieb:
    Da hätte ich eine Frage: Mit einem BZ-Testgerät für zuhause gemessen?



    Ja. Ich habe diverse Messreihen durchgeführt. 100 mg/dl sind eine magische Grenze. +20 mg/dl machen einen massiven Unterschied. Wirklich gut fühle ich mich bei ~ 80 mg/dl.

    schrieb:
    Kannst Du denn näher auf die Kohlenhydrate eingehen, die diese Reaktion auslösen?



    Jede Form von Kohlenhydraten. Wobei niedermolekulare Kohlenhydrate natürlich problematischer sind. Ich nehme seit 10+ Jahren (soweit möglich) keinerlei Zucker oder Fructose zu mir. 100 g schwarzer Reis oder zwei Brötchen mit Käse reichen z.B. schon aus ...

    schrieb:
    Also das Kribbeln tritt nicht auf, wenn der BZ 1! Std nach dem Essen 110 erreicht oder 120 überschreitet?



    Das müsste ich nachmessen. Dazu habe ich bisher keine Erfahrungen.

    schrieb:
    Blutzucker bis 120, 2 Stunden nach kohlehydratreichem Essen ist aber noch im Normbereich. Hba1c ist auch gut!



    Das weiß ich. Ich bin Anfang 30 und ein untypischer Fall. Ich wiege unter 70 kg (bei 180+ cm) und war nie übergewichtig. Man muss dazu sagen, dass ich 6h Ausdauersport mache. Letzteres lindert die Beschwerden deutlich (insbesondere wenn man direkt nach dem Essen trainiert).

    schrieb:
    Das Kribbeln muss überhaupt nicht mit den Blutzuckerwerten zusammenhängen, sondern kann einfach nur rein zufällig mit diesen Werten kollidieren.



    Ich habe in dieser Sache lange Erfahrung und kann sagen, dass ich ohne Kohlenhydrate beschwerdefrei bin. Letzteres habe ich unzählige Male ausprobiert. Meine Diabetologin ist mit mir überfordert.
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    am 22.03.2018 19:02:30 | IP (Hash): 718726965
    Hallo Mik,

    dann bleibt, wenn du keine stärkeren Medis willst, fast nur noch ketogene Ernährung mit unter 50g KH übrig. Du kannst dir dazu ja mal LCHF ansehen (lchf.de/forum/). Ich ernähre mich jetzt schon fast 10 Jahre so und habe meinen Diabetes und meine Allgemeingesundheit damit sehr gut im Griff. Da ich viele gute Sachen essen kann, trauere ich der "normalen" Ernährung kein bisschen nach.

    Selbst mit deinem Ausdauersport würdest du bei einer ketogenen Ernährung gut klar kommen. Es gibt unterdessen schon etliche Leistungssportler, die erfolgreich auf diese Schiene umgestiegen sind. Das größte Problem ist wohl dabei, dass die Umgewöhnung ziemlich lange dauert. Aber am Ende zahlt sich die Ausdauer aus.

    Beste Grüße, Rainer
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    am 23.03.2018 19:05:50 | IP (Hash): 1798043550
    @Rainer...wo liest du denn, dass er überhaupt irgendwelche Diabetes-Medikamente nimmt?

    @Mik...warum überhaupt behandelt dich ein Diabetologe, wenn du einen Hba1c von 4,9 bis 5,3 hast? Damit bist du kein Diabetiker.

    Ich möchte dir raten, mal einen Neurologen aufzusuchen und mal Nervenleitmessungen machen zu lassen. Ich vermute, dass da wohl ein ganz anderer Zusammenhang da ist.
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    am 02.07.2019 08:16:19 | IP (Hash): 981262758
    Hallo,

    ich weiß dein Beitrag ist etwas länger her, allerdings habe ich seit einem Monat dasselbe Problem Kribbeln an den Füßen Hände manchmal Gesicht nach dem Essen. Trotz dem normalen Blutzucker. Hat sich bei dir was feststellen lassen? Auf eine Antwort freue ich mich sehr.

    Lg
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    am 30.07.2019 21:45:35 | IP (Hash): 327576357
    Hallo Mik,

    kann das vollumfänglich bestätigen bei vorliegendem Prädiabetes. Zusätzlich zum Kribbeln stellen sich bei mir Missempfindungen an den Händen ein, die sich durch eine eigenartige Druckempfindlichkeit äußern. Das passiert bei schnellen hohen Werten. In diesem Fall halten die Missempfindungen ca 1-2 Tage an, die Druckempfindlichkeit lässt dann nach.

    Meine Erfahrungen sind Deinen ganz ähnlich. Reduktion der KH hat unmittelbaren positiven Effekt auf die Missempfindungen. Besonders effektiv ist auch intensiver Sport. Am wichtigsten bleibt die konsequente Meidung von schnellen KH, insbesondere Weißmehlprodukte.