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Diabetes und Arbeit
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am 26.03.2018 23:55:45 | IP (Hash): 316152450
Hallo zusammen,
Mich würde mal eure Meinung zu dem Thema interessieren. Ich habe endlich einen lukrativen aber anspruchsvollen Job gefunden den ich jetzt seit ca. 1 Jahr nachgehe.
In letzter Zeit habe ich aber immer mehr das Problem, dass durch den zunehmenden Druck, Überstunden usw meine Werte stark schwanken je nach Gefühlslage.
Druck und Stress im Beruf sind ja (leider) mittlerweile normal geworden. Nun hab ich aber die Befürchtung, dass sich das nicht mit der Krankheit auf Dauer verbinden lässt. Möchte der Krankheit nicht auch noch in der Hinsicht die Oberhand überlassen. Man verzichtet ja ohnehin schon auf so einiges.
Jedenfalls beschäftigt mich das momentan sehr worunter auch meine Stimmung leidet. Depressive Stimmungen sind fast an der Tagesordnung. Steigere ich mich zu sehr hinein? Bin ein absoluter Kopfmensch und mache mir ständig Sorgen um meine berufliche Zukunft. Sollte man eher zurückstecken?
Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?
Freue mich auf eure Antworten.
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Dibein
Rang: Gastam 27.03.2018 02:13:03 | IP (Hash): 1034033481
Moin Jonas,
Herzlich willkommen hier im Forum. Magst du vielleicht schreiben welchen Diabetes Typ du hast und wie du den behandelst. Auch wenn ich selber keinen Tipp geben, kann mir aber vorstellen das der eine oder andere das einschätzen kann und evtl. einen Tipp zur Therapie Anpassung geben kann. Z.B, von ICT zur Pumpe.
Liebe Grüße
Dirk
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Zuckerkrank -
am 27.03.2018 08:26:50 | IP (Hash): 526613303
Hallo Dirk,
Bin Typ 1 Diabetiker seit nun schon 18 Jahren und habe eine Insulinpumpe. -
am 27.03.2018 08:45:56 | IP (Hash): 83196323
Hallo Jonas,
ich habe auch so einen sehr anspruchsvollen und stressigen, aber gleichzeitig auch noch unberechenbaren Job und mein Blutzucker reagiert sehr stark darauf... und ich möchte es nicht anders haben :)
Was dir helfen könnte, sind unterschiedliche Basalraten für unterschiedliche Situationen - Ich switche machmal täglich mehrmals hin und her.
Was für mich oft ein Problem war, dass ich den Stress gar nicht mehr als solchen wahrgenommen habe und so in meinen Konzentrationstunnel war, dass ich auch nicht mal zwischendurch gemessen habe. Dadurch war ich dann oft bis zur Mittagspause bei `nen Wert von 300 :(
Da hilft mir jetzt sein einigen Jahren das CGM. Fliegt die Rakete los, gibt es schon relativ früh `nen Alarm, der mich zum Handeln (Basalrate hoch) nötigt. -
am 27.03.2018 12:21:32 | IP (Hash): 526613303
Hallo Heike,
Das klingt 1 zu 1 nach meiner Situation. Über den cgm Sensor hab ich mich bisher nicht informiert. Besitze den FreeStyle Sensor. Welche Vorteile und Anforderungen hat der CGM? Mein hb1ac liegt bei 7,5...
Gruß Jonas -
am 27.03.2018 12:51:08 | IP (Hash): 83196323
Die Vorteile vom CGM gegenüber dem FGM einfach die Alarme - wenn was aus dem Ruder läuft, fängt das Ding an zu bimmeln. Das kann unglaublich nerven, sorgt aber dafür, dass der der Stress nicht zu blutzuckertechnischen Katastrophen führt...
Meine allerliebsten Kollegen haben mein CGM auch schon als Tamagotchi bezeichnet, weil es regelmäßig meine Aufmerksamkeit einfordert :)
In Situationen wo ich das Gebimmel absolut nicht gebrauchen kann, schalte ich die Alarme auch mal für `ne Stunden stumm, aber im Allgemeinen helfen die Störungen mehr als sie nerven.
Bedingungen fürs CGM findest um im Beschluss des GBA (https://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/2623/)
Ich habe bei meinem Antrag mit meiner beruflichen Situation und einer gestörten Hypowahrnehmung argumentiert.
Im Allgemeinen brauchst Du ein Gutachten vom Diabetologen, Tagebücher und ein Rezept.
Die ersten Jahre habe ich das CGM privat finanziert, es war jeden Euro wert.
Bearbeitet von User am 27.03.2018 13:01:36. Grund: Korrektur -
am 27.03.2018 20:37:53 | IP (Hash): 482190115
Wenn Du hier und in weiteren Foren mal nach flashbang05 suchst, findest Du einen Bundespolizisten im aktiven Dienst mit allen denkbaren Fahrzeugführer- und Waffenscheinen, den in 2005 der plötzlich eingetretene Diabetes T1 hinter einen Schreibtisch zwingen wollte. Er hat sich nicht zwingen lassen.
Als Bedingungen für seine weitere uneingeschränkte Tätigkeit im aktiven Dienst wurden ihm HBA1c 7 und absolute Sicherheit vor Hypos gesetzt. Da ist häufig in 12 Stunden viel und wechselnder körperlicher Einsatz bei unregelmäßigen Essensmöglichkeiten und ebenso unregelmäßigen Möglichkeiten zu messen und zu spritzen. Nein, kein CGM, sondern die jederzeitige zuverlässige eigene BZ-Kontrolle.
Wie ich's verstanden habe, hat das Training bis zum zuverlässigen Beherrschen ein gutes Jahr gedauert. Dann musste der Erich in einem halben Jahr unter enger persönlicher Überwachung im aktiven Dienst nachweisen, dass er alle Bedingungen erfüllt. Und damit hatte er den Job voll zurück, den er sich über Jahre erarbeitet hatte und unbedingt behalten wollte.
Für das gezielte Optimieren und Trainieren des angestrebten Verhaltens wäre ein CGM vielleicht hilfreich gewesen, aber jeder berechtigte Alarm des Gerätes in dem Probehalbjahr hätte das sofort abgebrochen und den Träger an den Schreibtisch versetzt.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
Elfe
Rang: Gastam 28.03.2018 19:35:23 | IP (Hash): 259775541
Hallo Jonas,
meine Situation war anders herum,
langjähriger Beruf und dann plötzlich insulinpflichtiger Diabetes (ICT).
Habe mich nach wie vor eher auf Job per Terminvorgaben konzentriert.
Gutes Frühstück noch zuhause, Proviant für den Tag abgewogen und berechnet mitnehmen, warme Mahlzeit dann erst nach Feierabend.
Vor lauter Konzentration habe ich dann schon mal das BZ-Messen vergessen, wobei sich das eher in Unterzucker zeigt.
Habe das psychisch getrennt:
Erst die Arbeit,
dann das Vergnügen, eben auch Mahlzeiten - wobei Selberkochen eher am Feierabend und an Wochenenden stattfindet.
Gruß Elfe
Bearbeitet von User am 28.03.2018 19:38:52. Grund: Text -
am 29.03.2018 21:10:00 | IP (Hash): 261341299
Sehr spannende Frage !
Ich habe seit einiger Zeit mein BZ hochgradig mit stündlichem Messungen über das Libre gut im Blick und bezüglich Stress kann ich da von Glück reden, dass es bei mir keine gravierenden Änderungen des BZ gibt. Ich habe rausgefunden das ich ab den späten Nachmittag zu unerklärbaren hohen Werten neige. Ich habe täglich zu ganz strikter Zeit Mittagspause und die Werte steigen zu fast immer gleicher Zeit nach bolus insulinwirkung an.
Die Erklärung dafür könnte ein Dusk Phänomen https://www.diabetes-news.de/lexikon/d/dusk-phaenomen
kenn das vielleicht auch jemand von euch dieses Phänomen hat euch das ein Arzt schon mal bestätigt? Meine diabetologin sagte es gäbe kein Phänomen am Abend, ich bin mir aber sicher weil es immer der gleiche Ablauf ist bei mir mit den Werten.
Um nochmal auf stressige Situationen zurück zu kommen.
Es gibt ja verschiedene Arten von Stress. Manche formen eher die psychischen stressituationen lassen den BZ steigen und bei körperlicher Eile sinkt er wenn noch Insulin wirkt wenn kein bolus Insulin intus ist dann steigt er ehr an. Ähnlich wie beim Sport da braucht der Körper ja auch eine kleine Menge für die sportliche Aktivität.
Vielleicht hilft es stressarten mal zu analysieren und dann wie jemand schon sagte die basalraten anpassen.
Manchmal Ist Stress ja auch vorprogrammiert dann könnte man da öfter messen oder die basal angleichen oder zügig wenn Ruhe einkehrt korrigieren.
Ich denke Stress ist ungesund und sollte auf Dauer nicht gesundheitsschädigend sein und wenn sich der Zucker durch die Technik nicht anpassen lässt, dann müsste man mal überlegen, ob man es ruhiger angeht, weil Stress ist ja auch nervig und der Körper gibt und gute Alarmzeichen.
Manche neigen zu Kopfschmerz bei dir ist es eben der BZ.
Liebe Grüße :-)) -
am 29.03.2018 21:23:46 | IP (Hash): 261341299
Als ich ins Berufsleben gekommen bin hatte ich lange auch ziemlich Probleme. Stress hatte ich nicht unbedingt da ich meine Stunden ganz langsam von 25 Stunden bis 35,40 Stunden innerhalb circa einem Dreiviertel Jahr gesteigert habe. Ich hatte ehr immer ungeplante Bewegungen dabei wo ich dann beobachtet habe das der BZ steigt bei erhöhter Bewegung ohne bolus Insulin Wirkung .Ich braucht dann zunehmen immer mehr basal um mein Arbeitsalltag abzudecken.
Das dauert eine Weile und man muss viel probieren hatte damals sogar noch ICT und hatte es erfolgreich geschafft. Es gab eine Phase da hatte meine Beratung das Insulin gewechselt. Ich hatte sehr hohe Werte über lange Zeit ohne Erklärung das Insulin wirkte einfach nicht.
Ich dachte es läge am Stress da ich in dieser Phase Stress hatte.aber auch als mein Stress vorüber war hielten die hohen Werte sich hartnäckig. nach dem Insulinwechsel war ich ununterbrochen unterzuckert direkt ab der ersten Injektion. Es hat drei Tage gedauert bis ich die hohe basalrate wieder auf Kurs bringen konnte.
Das ganze einstellen der basal geht mit der Pumpe ja viel besser als mit ICT.
Auf jeden Fall mal Basis Austestung machen und mit der Beraterin eine gute Angleichung der Werte erzielen.
Also der BZ muss an Belastungen egal welche angepasst werden.