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Diagnose Diabetes Typ 2 - Und jetzt?

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 1
    Mitglied seit: 27.05.2018
    am 27.05.2018 12:31:12 | IP (Hash): 584783123
    Hallo,

    vor 14 Tagen wurde bei mir Diabetes Typ 2 fest gestellt. Mein Hausarzt hat das große Blutbild gemacht, mich dann zu einem Diabetologen geschickt. Leider gab es nur sehr wenig Informationen von meinem Hausarzt.

    Beim Diabetologen dann also ersten Termin gehabt. Dort wurde mir gesagt, das ich Diabetes habe. Dann bekam ich ein Gerät zum Messen und eine Erklärung, das ich 4 mal täglich Messen sollte, nüchtern und dann jeweils vor dem Essen. 5 Tage lang. Der HBA1C lag wohl bei 9.7, also viel zu hoch, und der Langzweitwert bei 226.

    Nach diesen 5 Tagen wieder zum Diabetologen. Der hat sich dann meine notierten Werte angesehen und etwas in sein PC getippt. Gesagt hat er im Prinzip nichts zu den Werten.

    Ich solle nun zu einem Augenarzt etwas Untersuchen lassen (Was genau hab ich mir dann inzwischen ergoogelt)
    Außerdem soll ich am 4.6 wieder kommen (Dann auch ein Termin bei einer Ernährungsberaterin)
    Messen soll ich erst mal nicht mehr, erst am 30.5 wieder. (Ich messe trotzdem weiter)
    Und ich bekam Metformin 1000, davon soll ich jetzt eine Halbe am Abend nehmen, ab nächste Woche 1 halbe morgens und eine halbe Abends und eine Woche später 1 ganze Abends und am Schluß dann auch morgens 1 ganze.

    Ich habe wohl auch andere erhöhte Werte im Blut, zb. Harnsäure und Fett und Cholesterin, aber da wurde nicht drauf eingegangen.

    Ironischerweise habe ich ca. 4 Wochen vor der Diagnose meine Ernährung versucht umzustellen, da ich abnehmen wollte. Ich bin 41 Jahre und wog 103 Kg. Jetzt aktuell 98,3.

    Leider bin ich jetzt völlig iritiert und auch ein bisschen überfordert. Denn Früchte sind ja wegen Zucker nun nicht so gut, Kohlenhydrate auch nicht, Fett Werte sind aber auch erhöht.

    Ja, ich hab sehr ungesund gelebt und in den letzten 20 Jahren so gut wie keine Bewegung gehabt. Deshalb helfen mir Aussagen wie 30 Minuten Sport zwar bedingt weiter, aber ich schaffe 30 Minuten Sport konditionell gar nicht. In zwischen schaffe ich aber 15 Minuten, bevor ich kaputt bin.

    Auch das ganze lesen im Internet ist Hilfreich, kann aber auch verwirrend sein.

    Meine Werte liegen, seid ich Messe irgendwo zwischen 134 mg/dL und 150 mg/dl nüchtern. Gestern war ich Chinesich essen, da lag der Wert danach bei 197. Jetzt immer noch bei 157.

    Und nun weiß ich nicht so genau, wie ich mich jetzt ernähren soll? Ob Der Diabetologe der Richtige ist, weiß ich auch nicht, hätte mir schon mehr Infos gewünscht.

    Ich weiß auch nicht, wollte mich einfach mal Austauschen:)
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 5070
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 27.05.2018 13:08:29 | IP (Hash): 1478245178
    Hallo Raythir,

    bleibe erst mal ganz ruhig. Dein Diabetes hat sich über viel Monate, wahrschienlich sogar über mehrere Jahre entwickelt. Ob es jetzt drei Tage oder drei Wochen dauert, bis du die nächsten Informationen bekommst, macht keinen Unterschied. Den Termin bei der Ernährungsberaterin hast du ja schon, dort wirst du viele wichtige Informationen bekommen. Die Ernährungsberatterin nimmt sich bestimmt auch viel mehr Zeit für dich als Der Diabetologe. Mit deinen Nüchternwerten um 140 hast du ja auch schon die ersten Erfolge.

    Das mit dem chinesisch Essen ist schon mal eine Erfahrung, die du mitnehmen kannst. Das heißt jetzt nicht, dass du nie mehr chinesisch essen darfst, aber es sollte besser eine Ausnahme bleiben.

    Das HbA1c, das bei dir mit 9,3% gemessen wurde, ist übrigens der Langzeitwert. Die 226 war wahrscheinlich der BZ-Wert zum Zeitpunkt der Blutabnahme. Da hast du ja unterdessen mit deinen BZ-Messungen einen guten Überblick über den Verlauf bekommen. Die anderen Werte werden sich mit der Umstellung de Ernährung und der Normalisierung des BZ verändern. Deshalb macht es Sinn, die erst weiter zu behandeln, wenn du die ersten Schritte der Diabetesbehandlung hinter dir hast.

    Wie hattest du denn deine Ernährung vor der Diagnose umgestellt?

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 27.05.2018 21:49:31. Grund: .
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Dibein

    Rang: Gast
    am 27.05.2018 19:08:50 | IP (Hash): 757056448
    Hallo Raytir,

    Dein HBA1c von 9,3 sagt aus das dein täglicher Blutzucker in den letzten 8-12 Wochen bei ca. 222mg/dl im Tagesdurchschnitt lag. Daher viel zu hoch. Was dein Diabetologe mit dem den 4 bzw. 5 Messungen erreichen wollte war das erstellen eine sogenannten Tagesprofiles. Man sollte dazu einmal Morgens unmittelbar nach dem Aufstehen. Vor jeder Mahlzeit und beim zu Bett gehen messen. Daher halte ich n 5 statt 4 Messungen bei 3 Mahlzeiten für sinnvoll vor allem wenn zwischen dem Aufstehen und dem Frühstück einige Zeit vergeht.
    Es macht auch Sinn ehrlich aufzuschreiben was man zu den einzelnen Mahlzeiten so in etwa gegessen hat. Das muss man nicht genau auswiegen aber angaben wie ein "ein Weizenbrötchen mit Butter und Marmelade und eine Scheibe Vollkornbrot mit Frischkäse und Wurst" reichen da aus. Der Sinn liegt darin das Der Diabetologe anhand der ermittelten BZ Werte in Zusammenhang mit der eingenommenen Nahrung und der verstrichenen Zeit nach der Mahlzeit bis zur nächsten Messung Rückschluss daraus ziehen kann wie schnell sich den BZ nach welchen Lebensmitteln senkt. Danach kann er bestimmen welche Therapie für dich sinnvoll erscheint.

    Je nach deiner Willenskraft und Leistungsfähigkeit steht der Standard mit:

    1. Austausch von schnellen KH in deinen Mahlzeiten gegen langsame KH.
    Weniger Auszugsmehle und Einfachzucker, Mehr Gemüse und bestimmte Obstsorten, usw. Das würde jetzt hier ausufern und wird in der Ernährungsberatung erklärt.
    2. Orale Medikamente.
    Das ist zum einem Metformin welches dir in einer guten Dosierungsempfehlung verordnet wurde Es können noch andere Medikamente probiert werden. Schlagworte wie SLGT-2-Hemmer oder DPP-4-Hemmer - kannst du mal Googeln.


    Deine Augen Untersucht man weil das Auge das einzige Organ ist in das man "in dich rein schauen kann" und in dem sehr viele, sehr feine Blutgefäße zu sehen sind. Das Ergebnis gibt Aufschluss darüber ob bereits Diabetische Veränderungen in deinen Augen zu sehen sind. Retinopathie wäre hier der google Vorschlag. Auch wenn man das feststellen sollte bedeutet das noch nicht das du nun sterben oder erblinden muß. Es ist zunächst mal nur ein Indikator für den Handlungsbedarf durch die Ärzte.

    Wirklich Wichtig für dich ist ein gewisser Grad an Ehrlichkeit gegenüber dir selbst und deinem Diabetologen damit er dich vernünftig therapieren kann.

    Viele Grüße

    Dirk


    ---
    Zuckerkrank
    Bearbeitet von User am 27.05.2018 19:12:45. Grund: .
  • Cracktros

    Rang: Gast
    am 27.05.2018 23:48:26 | IP (Hash): 820857251
    Raythir schrieb:



    Ja, ich hab sehr ungesund gelebt und in den letzten 20 Jahren so gut wie keine Bewegung gehabt. Deshalb helfen mir Aussagen wie 30 Minuten Sport zwar bedingt weiter, aber ich schaffe 30 Minuten Sport konditionell gar nicht. In zwischen schaffe ich aber 15 Minuten, bevor ich kaputt bin.




    Hallo Raythir,

    nach so langer Zeit ohne Sport und attestiertem Diabetes, ist es Ratsam eine Sportärztliche Untersuchung durchzuführen um die Grenze der Belastbarkeit zu kennen Und dann langsam damit Anzufragen um die Belastung, mit der Zeit, zu steigern. Es kommt gar nicht, soooo sehr darauf an, von Anfang an die komplette 1/2 Stunde zu schaffen, sondern erst einmal damit zu beginnen,
    Welches Sport machst Du?