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Altisulin letale Dosis und Wirkungskaskade im Körper

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 1
    Mitglied seit: 13.06.2018
    am 13.06.2018 12:36:14 | IP (Hash): 432304166
    Welches ist die absolut letale Dosis von Altinsulin in Abhängigkeit von Zeitfaktor, Körpergewicht, Geschlecht und Alter bei einem gesunden Menschen, wenn Altinsulin zu Suizidzweck mißbraucht wird. Wie ist die genaue Wirk-Kaskade in Abhängigkeit von der Applikation i.v.; i.m.; s.c.; Welche Ersthilfemaßnahmen sind lebensrettend, wenn/wann rechtzeitig (??) erfolgen?
    Was kann man als Zahnarzt tun, wenn man zu solch einem Fall gerufen wird?
  • Cracktros

    Rang: Gast
    am 13.06.2018 19:12:33 | IP (Hash): 2126089155
    Vermutlich kommt diese Frage von jemanden, der nie eine echte Unterzuckerung hatte.

    Wer sich mit Insulin suizidieren möchte, der muss schon ziemlich dumm sein:

    Eine Unterzuckerung ist äußerst unangenehm, es ist so Unangenehm, dass die meisten, die es Versuchen, panikartig die Notrufnummer wählen.

    Und die Methode ist unsicher. Wer es nicht Schaft kann mit schweren Hirnschäden aufwachen
  • Cracktros

    Rang: Gast
    am 13.06.2018 19:25:53 | IP (Hash): 2126089155
    Ach so, das ganze dauert vermutlich auch, bei dennren die es Geschäft haben, Ewig.
    Es tritt, ein Stunden/ Tagelanger Kampf um das Überleben ein, mit Phasen indem der Suizident alles mitbekommt.
    Das es, bei uns Typ1ern dennoch zu Todesfällen kommt liegt ,vermutlich, an den Daureinsatz des Insulins mit Spätfolgen.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 1125
    Mitglied seit: 13.05.2016
    am 14.06.2018 00:16:58 | IP (Hash): 1988603761
    Hallo Roki,
    warum bist du als Zahnarzt damit befasst, als Notarzt oder auf RTW mit mehr Möglichkeiten?

    Zu finden im Internet zu immerhin Prüfungsfragen ist
    https://www.lecturio.de/magazin/diabetische-notfaelle/#hypoglykaemischer-schock

    Als Diabetes-Patienten werden wir auf Stufe 1 und 2 trainiert.
    Solange noch wach und schlucken können, einflößen von flüssigem zuckerhaltigem.
    Glukagon Notfallspritze ist für Angehörige/Umfeld gedacht, die die Zeit bis zum Eintreffen des Krankenwagens überbrücken wollen.
    Anstieg des BZ gar nicht so viel, wurde in meinem Angehörigentermin der Hyposchulung ausführlich besprochen.

    Bei einem ernst gemeinten Suizid (manche sind Hilferufe) ist die gegebene Insulinmenge als Notarzt gar nicht einzuschätzen.

    Eine ganze Ampulle mit 300 Einheiten wäre das 10fache von meinem Tagesbedarf an Mahlzeiteninsulin.
    Wenn durch Nachfragen bei Hilferufendem nicht ermitteln werden kann, wieviel Insulin eigentlich gespritzt wurde, Glukoseinfusion mit gleichzeitiger Überwachung des Blutzuckers anlegen und sofort Transport ins Krankenhaus.

    Mit aller Vorsicht zu bewerten: Ist meine persönliche Patienten-INSULINER-Meinung.
    Gruß Elfe
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 2575
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 14.06.2018 12:56:22 | IP (Hash): 13715758
    Hallo Roki,

    subcutan und in den Muskel gespritztes Insulin bildet ein Depot, von dem aus es durch die Kapillargefäße relativ langsam in den Blutkreislauf gelangt, wo es dann sofort wirkt. Altinsulin gehört nicht zu den schnellsten und hat einen Wirkbeginn frühestens nach 15 Minuten und ein Wirkmaximum nach 1 ...4 Stunden. Je größer die gespritzte Dosis ist, desto später tritt das Wirkmaximum auf. Im Normalfall bleibt also genügend Zeit zum Rettungsdienst rufen, wenn möglich Zuckerwasser (Apfel. oder Orangensaft, Cola, Limo) einflößen, der Rettungsdienst gibt Glukagonspritze, das Krankenhaus kann dann noch Glukose intravenös verabreichen. Wenn der Patient vorher wegtritt, dann können Schäden am Gehirn und am Herzen entstehen. Unmittelbar gestorben wird nur selten - siehe Beitrag von Cracktros.

    Ganz spannend wird die Frage bei intravenöser Verabreichung. Ich denke nicht, dass es dafür Erfahrungen und Studien an Menschen gibt, Tierstudien sind dafür nicht viel wert. Das Insulin kommt dabei gleich im Blut an und wirkt dort in der vollen Dosis. Es wird aber auch mit einer Halbwertszeit von 3...5 Minuten schnel wiederl abgebaut. Außerdem hat der Körper Möglichkeiten zum Gegensteuern. An erster Stelle ist das die Glukagonausschüttung, auf Grund derer die Leber aus ihren Glykogenvorraäten Glukose ins Blut abgibt. Darüber hinaus ist noch der Effekt der physiologischen Insulinresistenz bekannt, die vom Gehirn gesteuert dafür sorgt, dass das Insulin nicht die ganze Glukose in die Zellen einschleusen kann und genügend für die Energieversorgung des Gehirns übrig bleibt. Dieser Prozess ist bezüglich des Signalweges, der Geschwindigkeit und der Wirkstärke noch sehr wenig erforscht, so dass man nur Vermutungen anstellen kann. Ich vermute mal, dass intravenös gespritztes Insulin bei einem Stoffwechselgesunden, bei dem die Gegenregulation voll funktioniert, nur ein kurzes Wegtreten bewirkt. Glukoselösung trinken, Glukagonspritze und Glukosetropf wären auch hier die Gegenmaßnahmen, sind aber wahrscheinlich weniger effektiv.

    Bearbeitet von User am 14.06.2018 12:59:27. Grund: .