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schwanger - normale Werte - Schwangerschaftsdiabetes?
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am 20.09.2018 15:58:34 | IP (Hash): 1523515892
Hallo,
ich habe ein paar Fragen zum Thema Schwangerschafts-Diabetes, falls hier jemand helfen kann.
Meine Frau (35) ist schwanger (jetzt 30. SS-Woche) und misst ihren Blutzucker seit ca. 3 Wochen selbstständig zu verschiedenen Tageszeiten.
Sie hat beim Frauenarzt vor rund 3 Wochen den "kleinen" Zuckertest mit 50 mg Zuckerlösung gemacht - der war leider auffällig mit einem 1-Stunden-Wert von ca. 180.
Daraufhin hat sie begonnen, selbst zu messen und dann ca. 1-2 Wochen später den "großen" Zuckertest mit 75 mg Zuckerlösung gemacht. Dieser Test war laut Arzt unauffällig (nüchtern ca. 80 und 1-Stunden-Wert ca. 145, 2-Stunden-Wert ca. 100) . Allerdings ist meine Frau im Wartezimmer nach Einnahme der Zuckerlösung nervös herumgelaufen anstatt still zu sitzen, wie es in der Packungsbeilage steht. Meine Frau meint jetzt, dass sie durch diese "Aktivität" den Zuckertest verfälscht hat und meint, dass sie trotzdem Schwangerschaftsdiabetes hat.
Meine Frau misst jetzt trotzdem ihren Blutzucker weiter. Sie findet ihre Werte teilweise zu hoch - ich hingegen denke, dass ihre Werte schon OK sind.
Meistens hat sie morgens nüchtern-Werte von 75 bis 85 - in den letzten Wochen war einmal ein Ausreißer mit ca. 90 dabei, aber sonst immer OK.
Nach dem Essen hat sie 1 Stunde später meistens einen Wert von ca. 100 - 120. Allerdings gab es auch hier mal Ausreißer, z.B. 160 nach einer Lasagne zum Mittagessen oder 135 nach einem halben Weizenbrötchen mit Belag.
Meine Fragen insbesondere:
- Sind solche Werte "bedenklich"?
- ist die "Menge" einer Mahlzeit ausschlaggebend für die Höhe des Zuckerwertes? sie findet z.B. bei einem halben Weizenbrötchen 135 viel zu hoch, weil es nur so wenig war.
- haben Schwangere - auch wenn sie keine Schwangerschaftsdiabetes haben - generell höhere Zucker-Werte wie ein "normal"-Gesunder? Oder müssten die Werte bei einer schwangeren ohne Schwangerschaftsdiabetes genauso niedrig sein wie bei einem Normalgesunden Menschen?
- ist es OK, wenn z.B. einmal in der Woche so ein Ausreißer-Wert dabei ist? Ich meine, diese Werte werden ja auch durch andere Faktoren beeinflusst, z.B. Stress, etc.?!
Danke und viele Grüße
Ein besorgter Ehemann
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am 20.09.2018 16:58:25 | IP (Hash): 841488867
Erstmal Glückwunsch zum laufenden Famillienprojekt!
Klar ist frau da meistens besonders kleinlich bei allen irgendwie messbaren Werten, und damit kann frau sich und die Welt ganz schön verrückt machen.
Beim Zucker ist nicht ausschlaggebend, wie hoch er steigen kann, sondern nur, wie hoch er tatsächlich steigen gelassen wird. Wenn frau da empfindlicher reagiert, passen halt nur die KH-Portionen, nach denen ihr BZ in der Spitze meistens um 1 Stunde nach dem Einverleiben 140-160mg/dl nicht übersteigt.
Der immer zielmäßig angegebene Nüchternwert von max 90mg/dl ist nicht deswegen so gesetzt, weil Mutter oderund Kind krank macht, sondern weil frau ja mit dem Essen Spielraum nach oben braucht und der mit höherem Ausgangswert im Verhältnis zum 140-160 Deckel abnimmt.
Nur mal zum besseren Verständnis: Bis vor gut 20 Jahren galt für diagnostizierte Diabetikerinnen der zuckerfreie Urin als super während der Schwangerschaft, also der BZ in den Spitzen im Rahmen bis zu 180-200. Seitdem hat auch in der Schwangerschaft die Selbstmessung Einzug gehalten, und damit sind die Zielvorgaben verschärft worden, aber es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass sich diese Verschärfung in irgendeiner Weise auffällig positiv ausgewirkt hätte.
Und auc h bei noch deutlich höheren Werten passiert normal nichts gravierend krankes, außer dass das Kind vorübergehend schwerer wird und vorübergehend einen dickernen Kopf durch den Geburtskanal pressen muss. Vorübergehend heißt, dass sich diese Auffälligkeit nach einigen Tagen bis längstens Wochen ausgewachsen hat.
Und in besonders krassen Fällen von mütterlich beständig viel zu hohem BZ muss das Neugeborene direkt nach dem Stapellauf erst einmal an den Glukosetropf, weil seine Insulinsteuerung auf die richtig großen Mengen eingerichtet ist, die die Mutter ihm bis dahin geliefert hat, und damit viel zu groß für die vergleichsweise winzigen Mengen aus der eigenen Ausgabe. Tropf für die langsame Eingewöhnung beständig abnehmend und nach ein paar Tagen ausgestanden.
Ruhe ist viiiiel wichtiger, als das minutiöse Einhalten irgendwelcher Vorgaben. Daumendrück :)
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
am 20.09.2018 17:04:14 | IP (Hash): 1523515892
Hallo Jürgen,
vielen Dank für dein Feedback.
Dass die "Kriterien" in dieser Hinsicht in den letzten Jahren stark angepasst wurden, habe ich auch schon mitbekommen. Insofern hätte man hier früher vermutlich überhaupt kein Drama draus gemacht.
Meine Frau hat vielmehr Angst, dass sie - nach der Schwangerschaft - ein erhöhtes Risiko hat, an "echtem" Diabetes zu erkranken. Das ist eher der Punkt, der sie besorgt.
Viele Grüße -
am 20.09.2018 18:34:33 | IP (Hash): 841488867
Angst vor etwas pflegen, auf das man/frau keinen Einfluss hat, ist absolut sinnbefreit. Niemand weiß bis heute, was einen Diabetes Typ1 oder Typ2 macht, aber die Fälle zählen nach Millionen, in denen die Betroffenen mit ihrer Zucker-Behinderung mit mehr oder weniger Medi-Hilfe und etwas persönlichem alltäglichem Plan ansonsten völlig gesund leben. Nichts spricht dagegen, dass Deine Frau das im Falle des Falles nicht auch super hin bekommt. Also erstmal Daumendrück für's gute Gelingen vom Nachwuchs :)
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.