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Blutzuckerabfall schon bei geringer Bewegung

  • Rang: Anfänger
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    Mitglied seit: 29.03.2018
    am 30.09.2018 00:49:32 | IP (Hash): 1080785387
    Hallo alle miteinander.

    Danke im Voraus an diejenigen, die sich die Zeit nehmen meinen Beitrag zu lesen und evtl. zu kommentieren.

    Ich bin seit ca. 4 Jahren diagnostizierter Typ 1 Diabetiker und 29 Jahre alt. Für die Insulintherapie benutze ich einen normalen Pen und zum Messen FreeStyle Libre. Meine Langzeitwerte sind mit 5,9 - 6,1 im Schnitt ok denke ich.

    Aber leider ist da ein riesen Problem, was meinen Alltag zur Hölle macht.

    Mein Blutzucker rast bei physischer Bewegung schnell runter. Auch wenn ich nur mal 15 Minuten spazieren gehe sinkt der Wert zum Beispiel von 6,0 mmol auf 4,0 ab. Und das wenn gerade kein kurzzeitiges Insulin am Wirken ist. Im Falle, dass ich spazieren gehe und ich mich in dem Zeitraum befinde, in dem das Kurzzeitinsulin wirkt (0-4 Stunden) dann ist es schon fast lebensgefährlich für mich mal kurz in den Supermarkt zu gehen, ohne vorher ca. 30 gramm KH als "Puffer" aufgenommen zu haben oder eben bei der Mahlzeit 3 BE nicht ab zu decken.
    Es ist, als ob meine Muskeln extrem viel "Sprit" schlucken, also extrem viel Glucose für wenig Bewegung verbrauchen. Das ständige Saft trinken oder Dextro essen ist auch sehr nervig.

    Zum Glück bin ich freiberuflich tätig und kann von zu Hause aus arbeiten. Deswegen habe ich meine Werte ganz gut unter Kontrolle, aber dass jeder Schritt vor die Tür sich so gefährlich anfühlt vermiest mir schon sehr oft die Laune und die Lust überhaupt noch raus zu gehen. Ich sitze wirklich viel drinnen nebenbei gesagt.

    Hat jemand von euch ein ähnliches Problem? Wie kann ich den Energieverbrauch meines Körpers bei Bewegung reduzieren? Angenommen ich gehe jeden Tag 15 Minuten joggen, würde das etwas ändern?

    Ich würde mich über Hilfe freuen!
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    Mitglied seit: 04.07.2018
    am 30.09.2018 01:30:15 | IP (Hash): 183638859
    Hallo erst mal,

    ich habe das FreeStyle Libre in die Tonne gekloppt. Es gab Situationen, in denen ich eigentlich nicht mehr lebensfähig gewesen wäre (aufgrund von Unterzucker).
    Nach dem Duschen und nachts.
    Nach dem Sport hat es auch zu wenig angezeigt, aber eben nicht extrem zu wenig.
    Machst Du Kontrollmessungen oder verlässt Du Dich auf die Werte des Libre Systems?

    Freundlich gegrüßt und schönen Tag gewünscht!

     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
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    Mitglied seit: 29.03.2018
    am 30.09.2018 01:48:42 | IP (Hash): 1080785387
    Hallo und danke für die Antwort!

    Also ich finde das Libre System hat meine Lebensqualität schon enorm erhöht, da ich, wie gesagt, wenn ich unterwegs bin extrem schnell abrutsche und mit dem Sensor kann ich einfach und oft messen. Als ich noch keinen Libre Sensor hatte war das mit dem raus gehen noch viel gruseliger als jetzt.

    Ich verlasse mich schon fast 100% auf den Sensor. Nur am ersten Tag nach dem Anbringen eines neuen Sensors, wenn der er sich noch kalibrieren muss, messe ich ein paar Mal blutig.

    Grundsätzlich hätte ich aber nichts dagegen ein paar mehr Teststreifen zur Verfügung zu haben. Als ich das FreeStyle Libre zum ersten Mal dran hatte wollte ich auch noch mehr Messtreifen verschrieben bekommen, um auf Nummer sicher zu gehen, aber meine Diabetologin hat mir (halb wütend) klar gemacht, dass ich entweder nur die eine ODER die andere Methode benutzen kann, weil die Krankenkasse nur eine Art der Messung auf einmal übernehmen würde. Seitdem bekomme ich trotzdem 50 Teststreifen pro Quartal für die ungenauen "Kalibrierungs-Tage".

    Allgemein finde ich, dass die Sensoren schon genau genug messen, nur leider immer ca. 10 Minuten dem realen Wert hinterherhinken. Aber wie gesagt, für meine Situation sind die Teile viel Besser als jedes Mal blutig messen zu müssen. Meine Unterzuckerungen haben sich extrem verringert, da ich sie fast immer abfangen kann, bevor der Blutzuckerwert zu niedrig wird.

    Bei mir zeigt das FreeStyle Libre übrigens keinerlei Veränderungen nach dem Duschen oder nachts.

    Grüße zurück!
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    am 02.10.2018 18:40:21 | IP (Hash): 1505651263
    Hallo,
    höchst unwahrscheinlich, daß ein 15 min-Spaziergang solch eine Auswirkung hat.
    Da ist im Vorfeld schon was bei der Insulingabe schief gelaufen - Zuviel.
    Bei Mahlzeiteninsulin (meins auch mit Wirkungsmaximum bei 3 h) unbedingt beachten.
    Mit Joggen würdest du den Insulinbedarf weiter senken - und müsstest du berücksichtigen (was insgesamt durchaus positiv zu betrachten ist).

    Kein Messgerät nimmt uns das Denken ab, was die Zusammenhänge angeht.
    Aktueller Wert - aber was ich gegessen, an Insulin gespritzt, an Tätigkeit vor, habe - ist dem Dings nicht bekannt.
    Dem Libre seitens des Arztes empfohlen, habe ich bisher widerstanden.
    Insgesamt ist mir dieses Dings unsympathisch - Vertrieb, Kostenübernahme KK u.a.m.
    Erfahrungsberichte hier im Forum sind auch alles andere als positiv.
    Wenn überhaupt würde ich den Trendpfeil zum Anlass nehmen, mal genauer mit dem bekannten Handgerät nachzumessen.

    Bei dir würden ev. beide Messmethoden hilfreich sein.
    Ob deine Krankenkasse Libre Sensor und Handgerät-Sensoren erstattet, kannst du selbst erfragen.
    Nicht unbedingt der Pauschalaussage deiner Ärztin folgen.

    Gruß Elfe
    P.S.: Hast du auch Basalinsulin ? Wichtig in Bezug auf Gesamtwirkung des BZs.
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
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    am 03.10.2018 11:27:47 | IP (Hash): 1837757013
    Wenn das Libre bei Dir einigermaßen akkurat funzt, hast Du ja ne super Beobachter-Position. Wenn Du ein Handy mit NFC hast, würde ich dazu noch die Glimp oder die Liapp App empfehlen, ganz einfach, weil damit der Kurvenverlauf noch sehr viel deutlicher angezeigt wird und so sehr viel deutlichere Info sichtbar wird als mit den Trendpfeilen.
    Und mit Deinem vergleichsweise gesund niedrigen HBA1c lässt Du Deinem BZ eh schon nicht ganz so viel Leine, wie wohl normal üblich ist.

    Meine Idee zur konstruktiven Bewältigung Deiner Herausforderung:
    Hol ihn für ein paar Wochen noch näher bei Fuß, denn je kleiner die Werte, desto kleiner und in Bezug auf Hypos ungefährlicher die möglichen Schwankungen. Also etwa generell zwischen 4 für die normale postabsorptive Talsohle etwa 3 Stunden und 8mmol/l für den normalen postprandialen Berggipfel etwa 1 Stunde nach dem Essen.

    Und dann geht’s um die möglichst systematische Beobachtung: Was macht Dein BZ, wenn Du im postabsorptiven Bereich losmarschierst, und wie anders verhält er sich womöglich wieviel weniger lange nach jeder Mahlzeit mit dem entsprechenden Bolus?

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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
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    Mitglied seit: 19.11.2017
    am 04.10.2018 17:22:21 | IP (Hash): 1885107402
    Als ich noch keinen Libre Sensor hatte war das mit dem raus gehen noch viel gruseliger als jetzt.
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    Mitglied seit: 29.03.2018
    am 09.10.2018 18:56:56 | IP (Hash): 1567036446
    @ Elfe
    Danke für deine Antwort.

    Vielleicht hast du Recht und ich spritze immer zu viel, aber ich kann es kaum glauben, da ich das Problem von plötzlichen Blutzuckertiefs bei Bewegung schon von Anfang an habe. Die BE-Faktoren und Langzeitinsulin habe ich schon oft verringert, um letztendlich fest zu stellen, dass ich doch mehr benötige.

    Heute schon wieder passiert: 3,5 Stunden nach Essen: 7,5 mmol, ging Einkaufen mit dem Fahrrad, in der Kaufhalle plötzlich 5,2 mmol mit stark sinkender Tendenz. Habe 1 BE Traubenzucker gegessen und bin zurück nach Hause nach dem Einkauf. Zu Hause angekommen war mein Wert 4,2 mit stark sinkender Tendenz. So ist das fast jedes Mal.
    Ich werde es wieder mit geringeren Faktoren testen, da ich wirklich nicht wahr haben will, dass das nur bei mir so sein kann.

    Danke für den Tipp mit der Krankenkasse, werde mal nachfragen.

    Ja, habe Basalinsulin. Es ist Toujeo, 24 Einheiten am Tag.


    Bearbeitet von User am 09.10.2018 18:57:32. Grund: @elfe
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    am 09.10.2018 19:18:02 | IP (Hash): 1567036446
    @Jürgen
    Danke auch an dich für die Antwort!

    8mmol nach dem Essen ist schon ziemlich schwer für mich. Zum Beispiel nach dem Aufstehen erhöht sich mein Zucker immer standardmäßig um ca. 6mmol, also wird mein 1-Stunde Werte immer so 12-16 mmol nach dem Frühstück.

    Aber generell, das mit den kleineren Werten und geringeren Schwankungen klingt nach einem guten Tip! Vielleicht passiert es wirklich wegen den hohen nach Essen-Werten. Neben dem Anstieg nach dem Aufwachen habe ich außerdem noch das Problem, dass Fett und Eiweiß meinen Blutzucker auch enorm erhöhen (4-6 Stunden nasch dem Essen). Das heißt, wenn ich normale Sachen esse habe ich ständig irgendwelche schwer kontrollierbaren Blutzucker Anstiege (meistens gegen Abend hin, je nach dem, was ich zum Mittag gegessen habe)

    Klingt für mich jetzt so, als ob ich nur mit einer strikten Fett und Eiweiß -armen Ernährung stabile Werte hinbekommen würde. Das wäre dann ein tristes Leben :/
    Habe immer gedacht als Typ1er kann man sich schon normal ernähren, ohne jetzt einen strikten Ernährungsplan zu haben.

    "Und dann geht’s um die möglichst systematische Beobachtung: Was macht Dein BZ, wenn Du im postabsorptiven Bereich losmarschierst, und wie anders verhält er sich womöglich wieviel weniger lange nach jeder Mahlzeit mit dem entsprechenden Bolus?"

    Die Beobachtungen habe ich schon oft gemacht. Meistens ist es so, dass die Unterzuckerung erst nach 2 Stunden oder später passiert. Wenn ich direkt nach dem Essen losgehe hält der Zucker sich meistens ganz gut an, da er sowieso immer erstmal ziemlich hoch schießt, aber meistens ist er dann trotzdem nicht ganz so hoch wie als wenn ich mich nicht bewege.
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    am 11.10.2018 01:41:40 | IP (Hash): 1505651263
    Hallo Antabaka,
    da hast du mich missverstanden, 'immer zuviel'.
    Bin selber von Hypo-Problematik betroffen und musste in Hypo-Schulung.
    Da wird so grundsätzliches wiederholt, aber eben auch, körperliche Symptome wahrnehmen zu können - verlasse mich persönlich eher darauf als auf Dings.

    Zum Zeitpunkt einer Hypo ist zuviel Insulin zur Regulierung des Blutzuckers vorhanden.
    Wir können nur annähernd mit Insulinspritzen den normalen Stoffwechsel nachbilden:
    Nahrungs-BEs und gespritztes Insulin müssen sich im Organismus treffen - ausgleichen!
    Fett und Eiweiß verzögern die Wirkung der Nahrungs-BEs und passen dann nicht unbedingt zum kurzwirkenden Mahlzeiteninsulin - Insulindosis teilen, ev. FPE-Einheiten notwendig - bei Anstieg nach 4-6 h.

    Neben der BE-Einschätzung ist bei Insulindosierung wichtig, wie ist die Verdauungszeit der eingenommenen Mahlzeit im Vergleich zur Wirkungszeit des Mahlzeiteninsulins.
    Meins wirkt in der Spitze bei 3 h, und dann messe ich auch - zum ggfs. korrigieren.

    Einen gewissen Puffer gibt auch der Spritzzeitraum des Insulins: Vor/Nach/Geteilt.
    Beispiel: Mein Werktags-Haferflockenmüsli spritze ich vor, Sonntagsfrühstück mit Brötchen/Ei/Bacon nach.

    Ganz wichtig, ev. unterschätzt, ist die Wirkung des Basalinsulins:
    Deine 24 Toujeo-Einheiten sind m. E. schon echt viel.
    Wurde als neues und angeblich gleichmäßig Wirkendes auch bei mir angesprochen.

    Komme besser mit Levemir (mo 5 + ab 4 z. Zt) zurecht, brauche nachts weniger als über für Tag, Dosisüberprüfung auch einfacher, schon am Nüchternwert zu sehen. (Tagesdosisüberprüfung mit auslassen Mahlzeit/Mahlzeitinsulin).

    Gruß Elfe
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 11.10.2018 09:20:20 | IP (Hash): 1027123048
    Antabaka schrieb:
    8mmol nach dem Essen ist schon ziemlich schwer für mich. Zum Beispiel nach dem Aufstehen erhöht sich mein Zucker immer standardmäßig um ca. 6mmol, also wird mein 1-Stunde Werte immer so 12-16 mmol nach dem Frühstück.


    Vielleicht fängst Du dann einfach mit dem Aufstehen an? So ein Aufsteh-Anstieg lässt sich mit passend (muss natürlich systematisch ausgetestet werden) Bolus noch auf der Bettkante ausgleichen, so dass anschließend das Frühstück nicht schon auf einen BZ-Berg aufsetzt.

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