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Beispiel für aufgenommene Anregung

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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 20.12.2018 11:21:32 | IP (Hash): 457776740
    Low Carb ist unser Standard-Rat, auch nach wie vor meiner, zum essensmäßigen Begrenzen von ungewollten Blutzucker-Ausflügen. Hab ich die meisten von meinen Diabetes-Jahren selbst auch so gehalten. Zuletzt hatte ich das ja auch noch für 3 Jahre sehr konsequent LCHF-mäßig verschärft.

    Und dann hab ich vor inzwischen so an die 2 Jahren eine Anregung von hier aufgenommen, Dr. Neal Barnard’s Program zum Umkehren des Diabetes gelesen und meine Ernährung völlig umgestellt auf HCLF. Mit für mich sehr erstaunlichem Ergebnis: Ich habe meine Aktivitäten-, Gewichts- und Blutzuckerrahmen beibehalten und komme seit der Umstellung mit dem selben täglichen Insulin-Budget aus wie vorher mit LCHF.

    Ok, ich esse nach wie vor wenig verarbeitete KHs und wie schon während meiner LCHF-Zeit pro Mahlzeit wenigstens die doppelte Portion an Gemüse. Aber Kartoffeln und Reis und Nudeln und ab und zu ein Toast oder Baguette oder einfach nur Brot oder auch ein Stück Kuchen gehören halt dazu, ebenso wie Apfel- und vor allem Pflaumenmus (koche ich selber).

    Mein Fazit: Ich glaube, dass wir sehr mehr Optionen zur gesunden BZ-Steuerung haben, als wir kennen und als wir nutzen, weil die meisten bislang überhaupt noch nicht systematisch beobachtet worden sind. Und vor allem auch nicht zusammen mit den verschiedensten persönlichen Voraussetzungen.

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
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    am 21.12.2018 22:44:11 | IP (Hash): 1920901007
    Du hast mehrere Stadien in deiner 2er-Laufbahn erlebt - und freimütig darüber berichtet.
    1.) Übergewicht abgebaut
    2.) Kohlenhydrate vermieden mit LCHF,
    wobei da eigentlich gleichmäßiger Blutzuckerverlauf eine Rolle spielt, bleibt auch so mit Insulin.
    Aber dennoch bieten deine jetzigen zwei Insuline mehr Optionen zur KH-Aufnahme, die sich Prä und 2er zu Anfang verkneifen.

    BZ-Steuerung und beobachten können wir mittlerweile auch selbst mit Handgerät oder auch andere technische Hilfsmittel, die du ja auch nutzt.
    Ein Arzt beurteilt auch eher nach Blutwertbereich, Dosisanpassung der zwei Insuline mit ihm besprechen:
    - Basalratentest (Lantus gibst du 2 x/d !?)
    - IE/BE-Faktoren und Möglichkeit von Korrektureinheiten werden da besprochen.
    Selbst Diabetesassistentinnen geben nur Grundlagen wieder, wie man was einschätzen kann.
    Die allgemein verfügbaren Infos kritisch sehen, als bereits Betroffener, allenfalls als Hintergrundinformation nutzen. Komme ganz gut klar mit 'Middle', not 'Low' or 'High', was mit LC und HC Kohlenhydrate in Abkürzung gemeint ist.

    Zu HF (High Fat) darf die Mahlzeit bei mir nicht sein, passt dann nicht zur Wirkungszeit des Mahlzeiteninsulins (FPEs ggfs. notwendig).

    Bis zu 6 KE kann ich ganz gut mit Insulin steuern, allerdings begleitet durch andere Bestandteile.
    So pur mit Apfel oder Süßem zum Sonntagnachmittagskaffe eher weniger.
    Unterzucker trotz Wiegewaage, Appetit dann auch angeregt auf wirklich herzhaftes als Gegenpol.
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    am 22.12.2018 10:10:23 | IP (Hash): 109093687
    Hatte eigentlich erwartet, dass ich mit dem Wechsel von 2BE zu 10BE täglich deutlich mehr Insulin brauchen, mein 24-Stunden-Budget also zunehmen würde. Aber geändert hat sich nur die Verteilung von mehr Lantus zu mehr Apidra.
    Bei gleich gebliebenem BZ-Rahmen, also wenigstens 10 von 24 Stunden 70-100mg/dl und maximal 4 von 24 Stunden 140 und auch schon mal etwas mehr.

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
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    am 22.12.2018 18:07:24 | IP (Hash): 1920901007
    Immerhin hat sich das Verhältnis Mahlzeiteninsulin : Langzeitinsulin verschoben.
    Ist doch auch ein Ergebnis :- )

    Auch wenn du vorher nur 2 BE täglich hattest, bildet der Körper aus seinen Reserven trotzdem Glukose, um Organe/Stoffwechsel versorgen zu können.
    Habe bei mir selber festgestellt, daß ohne Essen der BZ kräftig ansteigt.
    (Besonders, wenn ich nüchtern morgens beim Arzt erscheinen muss bis über 200 mg/dl, mehr Basal traue mich aber nicht wg. Hypo)

    Esse und spritze ich Mahlzeiteninsulin, bleibt der BZ einigermaßen stabil und brauche ev. mal ne Einheit Korrekturinsulin (ev. wird da kleiner Basalbedarf vom Mahlzeiteninsulin abgefangen).
    Lasse genügend Stunden (mindestens 3 -5) Abstand zwischen den Mahlzeiten, um zu sehen, ob Dosis gepasst hat.
    Ob Basal passt, sehe ich an den Morgenwerten, gebe dieses auch 2x/d.

    So logisch, ist die BZ-Steuerung leider nicht.
    Dafür laufen zu viele unbemerkte Vorgänge im Organismus ab - Enzyme, Hormone und was auch immer.
    Sehe das z.B. bei meinem Morgenmüsli werktags mit 1,3 BE und IE/BE-Faktor 2.
    Mal lande ich zu niedrig, mal braucht's Korrekturinsulin.
    Aber immerhin haben wir Werkzeuge an der Hand, wie wir reagieren können - ist ja auch schon was.

    Habe selbst als bes. Insulinempfindlich eine Streuung zwischen ca. 40 - kleiner 300 mg/dl als Ausreißer.
    Aktueller HbA1c-Wert mit 5,5 ist meinem Arzt - eigentlich - viel zu niedrig, für einen 1er eher ungewöhnlich niedrig.
    Ermahnt mich bei jedem Quartalstermin, nicht zu streng mit den BZ-Werten umzugehen - lieber mal einen 270er zuzulassen, als in UZ zu rutschen.

    Komme mir manchmal vor, als wäre ich mit einer Wünschelrute unterwegs in diesem Dschungel der Informationsflut.
    Versuche mich dann wieder gedanklich zu sortieren und das irgendwie in persönlicher Anwendung hinzukriegen.
    Und da alle drei Monate die BZ-Werte etc. beim Arzt besprochen werden, werde ich aktuell auf die Tatsachen hingewiesen und nicht was ich mir so persönlich vorgestellt habe.

    Da lag ich schon oft daneben:
    Hatte mit erstem Insulinrezept gleich ein Typ 2-Ratgeber/Kochbuch von Apothekerin mit verkauft bekommen.
    Mein Arzt fand das wirklich nicht gut bzgl. Fett-/Eiweiß sparen - eher das Gegenteil für mich damals als untergewichtiger LADA.
    Und die zu vielen Hypos hat sich mein Arzt lange Zeit angesehen, Einzelgespräch mit Diabetesassistentin vermittelt und mich dann doch in die Hypo-Schulung geschickt.

    Jeder von uns braucht für sich eine spezielle Behandlung.