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Auch mit Diabets geht es weiter
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am 27.01.2019 12:14:51 | IP (Hash): 340399117
Hallo Forumsmitglieder,
seit einiger Zeit verfolge ich die Beiträge hier. Die gemachten Erfahrungen und Hilfen zeigen mir, daß ich nicht allein mit diesem „Problem“ bin.
Im Juni 2017 wurde bei mir Diabetes 2 festgestellt. Diese Karriere begann gleich mit einem gemessenen Wert von 450 und einem HbA1c von 12,1
Mit dieser Diagnose fiel ich in ein tiefes Loch. Mit Ratschlägen / Rezept vom Hausarzt – machen Sie eine Ernährungsberatung, nehmen Sie Metformin – stand ich nun recht hilflos da. Informationen sammeln auf verschiedensten Wegen half auch nicht wirklich weiter. 10 Berichte, 10 verschiedene Meinungen.
Ich habe dann meinen Weg eingeschlagen. Die Ernährung komplett umgestellt. Ohne Kohlenhydrate, ohne Zucker, nur noch Vollkorn / Dinkelprodukte, mageres Fleisch, viel Gemüse etc.
Und dies mit Erfolg. Im November hatte ich einen HbA1c von 5,8 vorzuweisen. Innerhalb von 5 Monaten hatte ich aber auch ca. 30 kg Gewicht verloren. Das ganze jedoch nur in Verbindung mit Bewegung. Tägliches Gehen – langsam begonnen und stetig gesteigert – ist zur „Sucht“ geworden.
Das „Radikale“ Abnehmen, jedoch ohne das ich wirklich gehungert habe, habe ich zu diesem Zeitpunkt eingestellt und wieder etwas mehr (nicht anders) gegessen. Die negative Seite – ich hatte noch nie zuvor so kalt gehabt, und auch die Kräfte ließen entsprechend nach.
Mein schon immer vorhandener Bluthochdruck hat sich natürlich auch verbessert und die Medikamente habe ich reduzieren können.
Diesen Erfolg habe auch der Unterstützung meiner Frau zu verdanken. Mir ging es noch nie so gut. Im Kopf hatte es „Klick“ gemacht und damit war es relativ einfach konsequent zu sein.
Hier eine Aufstellung meiner Daten :
Jahrgang 1964 Metformin 500 (2 x tgl.)
Gewicht Frühjahr 17 : ca. 120 kg Gewicht z.Zt.: ca. 82 kg Größe : 1,74 m
HbA1c Juni 17 : 12,1 Nov 17: 5,8 Jan. 19: 5,9
Probleme habe ich jedoch seit kurzem mit den Nerven.Kleinigkeiten welche ich früher einfach hingenommen und gelöst habe belasten mich jetzt. Teils geht dann alles an mir. Bin gereizt, antriebslos und matt. Nach ca. 4 Std. Schlaf bin ich hellwach und kann nicht mehr abschalten. Sinnloses Zeug läßt mich nicht mehr zur Ruhe kommen. Ich habe bedenken, daß ich in Richtung Depression steuere.
Können diese Symtome mit dem Diabetes zu tun haben oder ist dies evtl. eine neue Baustelle ?
Mit hoffnungsvollen Grüßen
Peter
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am 27.01.2019 18:24:50 | IP (Hash): 2008220257
Hallo Peter,
erst mal herzlichen Glückwunsch zu dem großen Erfolg mit deinem Diabetes. :=)
Folgeerkrankungen und Pröbleme kommen nicht von Diabetes an sich, sondern von zu hohem BZ. Insofern dürftest du nicht nicht allzu viel Probleme haben, die vom Diabetes direkt kommen. Natürlich wirken die vormals hohen Werte noch eine Weile nach, aber das dürfte sich schnell geben.
Ich tippe eher darauf, dass du mit deiner neuen (vermutlich sehr fettarmen) Ernährung in irgende einen Nährstoffmangel reingerutscht bist. Vielleicht solltetes du mal in diese Richtung überlegen.
Beste Grüße, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 27.01.2019 18:25:31. Grund: . -
am 27.01.2019 18:50:35 | IP (Hash): 340399117
Danke Rainer für die Antwort,
Nervenschädigungen wie "krippeln" in den Füßen hat sich inzwischen fast komplett erledigt.
Fette nehme ich zu mir. Ich achte schon darauf, daß dies ausgewogen ist. Fertigprodukte und auch versteckte Fette (Wurstwaren etc.) sind komplett gestrichen. Meine gesamten Blutwerte sind im absolut grünen Bereich.
Mein Arzt ist der Ansicht daß ich früher evtl. meine Nerven durch Essen kompensiert habe.
Jetzt trinke ich praktisch nur noch Stilles Wasser - mit dem Wissen ich dürfte auch anderes - aber ich vermisse absolut nichts. Genauso wenig wie Süsses.
Auch meine ehemals hohen Werte führe ich heute stark auf hohen Stress zurück. Diese Werte sind auch sehr schnell so angestiegen. Stress vermeide ich natürlich möglichst. Daher auch meine Bedenken daß diese Nervensache wieder auf die BZ Werte einfluss nimmt.
Gruß Peter -
am 27.01.2019 21:51:16 | IP (Hash): 2008220257
Hallo Peter,
es kling alles so, als müsstest du mit deinem Weg und deinen Erfolgen glücklich und zufrieden sein - schade, dass es nicht so ist.
Dein Hinweis auf frieren und wenig Energie klingt sehr nach einem runtergefahrenen Stoffwechsel. Schwache Nerven, schlechter Schlaf und Gereiztheit könnten auch dazu passen. Vielleicht kann dir dieser Artikel aus dem Aerzteblatt.de
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/99145/Studie-Low-Carb-Diaet-verbrennt-in-Erhaltungsdiaet-mehr-Kalorien
einen Weg weisen, wie du deinen Stoffwechsel wieder aktivieren kannst.
Ansonsten wünsche ich dir viel Erfolg und einen guten Arzt bei der Suche und beim Abstellen der Ursachen. Ich denke nicht, dass dein Diabetes die Ursache dafür ist. Allerdings hast du recht mit der Befürchtung, dass es einen negativen Einfluss auf deine BZ-Werte haben kann. arüber solltest du dir aber nicht zu viele Gedanken machen, mit etwas mehr Medikamenten, z.B. 2*1000mg Netformin, lässt sich das eventuell ausgleichen.
Alles Gute, Rainer -
am 28.01.2019 10:14:29 | IP (Hash): 1981250334
Hallo Peter,
ich hatte ähnliche Probleme. Bin seit 2011 Typ 2 Diabetiker. Bei mir fing es vor dem Diabetes im Jahre 2000 an. Zu dem Zeitpunkt wog ich bei einer Größe 1,76 m glatte 130 Kg.
Durch einen Arbeitsunfall und daraus resultierende Problemen mit dem Herzen. nahm ich innerhalb eines halben Jahres fast 50 Kg ab.
Na gut ich war schlank, aber körperlich fertig mit der Welt und nervlich ging es mir auch nicht gut.
Nachdem ich wieder 10 Kg zugenommen ging es mir hervorragend. Ich konnte das Gewicht auch vier Jahre halten, dank körperlich schwerer Arbeit in der Landwirtschaft.
Dann wurde ich arbeitslos und zog der Arbeit hinterher gen Westen. In der Nähe von Hamburg bekam ich eine Superjob in meinem erlernten Beruf als Mechaniker. Fast nur noch sitzende Tätigkeit, geregelte Arbeitszeit und in den ersten Jahren ein super Arbeitsklima.
Ergebnis des ganzen ist, ich nahm ständig wieder zu.
Dann 2011 die Diagnose Diabetes Typ 2. Anfangs mit Nüchternwerten von 150 mg/dl, die sich in den letzten zwei Jahren bis auf 300 mg/dl steigerten.
Habe zwischendurch 3-4 mal wieder bis zu 15 Kg abgenommen. War aber nur von kurzfristigen Erfolg gekrönt.
Inzwischen nehme ich 2* Metformin 1000 mg, 1*Forxiga, 1,2 mg Victoza, 44 mg Tujeo und seit knapp acht Wochen spritze Actrapid zu den Mahlzeiten.
Seit ich Actrapid spritze, geht es mir, was den Diabetes angeht, wieder richtig gut.
Habe wieder Nüchternwerte zwischen 120-150 mg/dl.
Meine Meinung ist, dass, das rapide Abnehmen mehr schadet, wie es Nutzen bringt.
Langsames kontinuierliches Abnehmen bringt auf Dauer mehr.
Leider Gottes habe ich dafür nicht die Ausdauer.
Wenn man noch finanzielle und andere Probleme hat, dann ist oft der Kühlschrank der beste Freund.
Leider in den den meisten Fällen der falsche, besonders in meinem.
Inzwischen akzeptiere ich meine jetzigen 120 Kg. Mir geht es wenigsten nervlich wieder gut.
Ich habe immer versucht den Diabetes so gut wie möglich auszublenden. Denn wann man sich nur mit seinen Krankheiten beschäftigt, wird man letztendlich vollkommen von den Krankheiten beherrscht.
Habe das in der eigenen Familie erlebt. Da gab es nur ein Gesprächsthema, die Krankheit.
Wünsche dir alles Gute für die Zukunft.
Gruß Helmut -
am 28.01.2019 14:12:51 | IP (Hash): 340399117
Hallo Helmut,
ich hatte auch mehrfach ab- und wieder zugenommen. Schließlich hatte ich mich auch mit meinem Übergewicht abgefunden und mich auch wohl gefühlt. Bis halt die typischen Diabetessymtome auftraten und die Werte halt sehr hoch waren.
Um möglichst schnell wieder davon zu kommen habe ich mich komplett umgestellt. Sehr viel Bewegung, was mir zuvor schwer gefallen ist. Ernährungsumstellung viel mir nicht schwer, da ich zu keiner Zeit gehungert habe und auch kein Verlangen nach Süssem hatte.
Bei 30 kg Abnahme hab ich dann auch gemerkt, daß mein Körper Zeit für die Umstellung braucht. Meine Hände z.B. waren immer eiskalt. Dies ist jetzt über 1 Jahr her. 8 weitere kg habe ich dann noch abgenommen aber dies halte ich jetzt seit 1 Jahr. Diabetes habe ich dann auch nicht mehr als "Krankheit" angesehen und mich auch nicht bewußt damit belastet. Mit Essen und Bewegung hatte ich meinen Rhytmus gefunden. Mir ging es gut und die Werte zeigten dies auch.
Es gibt halt keinen Weg, der nur Vorteile bringt. Zunehmen und zu testen ob es mir dann nervlich wieder besser geht wäre einer, aber ich denke der Falsche.
Ich dachte halt, BZ - Werte runter und damit auch keine weiteren Folgen. Aber so einfach scheint es nicht zu sein.
Gruß Peter -
am 28.01.2019 16:06:50 | IP (Hash): 1981250334
Hallo Peter,
vielen Dank für deine schnelle Antwort.
Das erste mal wie ich abnahm hatte ich auch keine Probleme mit viel Bewegung. Ich war Anfang vierzig und arbeitete zu dem Zeitpunkt in der DDR Landwirtschaft, wo es noch richtig viel körperliche Arbeit gab.
Mittlerweile bin ich 61 Jahre und die Arthrose hat mich voll in Beschlag genommen.
Probleme meine Ernährung umzustellen habe ich eigentlich nicht. Bloß es auch durchzuhalten, dass ist das Problem. Wie heißt es so schön "Der Geist willig, das Fleisch ist schwach".
Was den Diabetes betrifft, hat es mich nicht ganz so hart getroffen wie viele andere. Meine Mutter hatte Diabetes, meine Tante und meine Cousine haben ebenfalls Diabetes und ein Onkel meiner Mutter starb an Diabetes gleich nach dem Krieg, weil kein Insulin aufzutreiben war.
Durch diesen familiären Hintergrund war ich drauf gefasst, dass es mich eines Tages auch erwischt.
Meine Hausärztin wehrte sich fast zwei Jahre dagegen zu den Mahlzeiten Insulin zu spritzen. Sie hatte Angst, dass, das Insulin meinen Appetit noch mehr anregen würde und ich noch mehr zunehmen würde.
Bis ich Anfang Dezember letzten Jahres sagte, jetzt ist Schluss mit lustig. Seitdem spritze ich Actrapid zu den Mahlzeiten.
Meine Nüchternwerte sind von 300 mg/dl auf 150 mg/dl gesunken. Ich bin nicht mehr müde und kaputt und wieder unternehmungslustig geworden.
Bin jetzt auch in einer Schwerpunktpraxis für Diabetes in Hamburg in Behandlung, wo es mir super gefällt. Am Mittwoch beginnt die ICT-Schulung.
Habe mir das Berechnen meiner iE und Korrekturen selber beigebracht. Dank auch dieses Forums.
Mein Diabetesberaterin sagte, alles richtig gemacht.
Nun noch mal zum Insulin. Der Appetit hat nicht zugenommen, eher das Gegenteil ist der Fall und ich habe in nicht ganz acht Wochen 3 Kg abgenommen und das über Weihnachten.
Ende Februar geht es für drei Wochen zur Reha nach Malente in der Holsteinschen-Schweiz.
Da bekomme ich bestimmt noch etwas Feinschliff, was die Ernährung betrifft.
Was die Nerven betrifft ist nun mal jeder von uns unterschiedlich. Es sollte ja auch nicht heißen,das du zunehmen solltest. Wollte bloß sagen, dass es mir während des rapiden Abnehmens ähnlich erging. Ich war nicht mit Senf zu genießen.
Du hast vollkommen Recht, einfach die BZ-Werte runter wäre zu einfach. Dazu ist unser Körper zu komplex.
Es muß jeder den für ihn am besten geeigneten Weg finden um mit den Diabetes fertig zu werden.
Gruß Helmut