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    am 05.03.2019 11:09:12 | IP (Hash): 642732627
    Guten Tag,

    ich bin vollkommen verängstigt. Ich bin Frau, 52 und habe stärkeres Übergewicht.
    Habe mal wieder meine Blutwerte privat bei einem grossen Labor gemacht. (Privat, weil es kein Arzt gebacken bekommt mir ein derart umfangreiches Blutbild alle 3 Jahre zu machen, sie weigern sich schlichtweg, vermutlich wegen Budget)

    Nun hatte ich folgende Werte.:

    Glucose(NaF) 114+ mg/dl
    Der Referenzwert des Labors wird mit 74-106 mg/dl angegeben. als Normalwerte.

    Ich rief daraufhin dort an und fragte ob dies schon sehr kritisch sei und der Laborarzt meinte , dass er dies bereits als sehr kritisch ansehe und denke dass ich eine Diabetes entwickelt hätte, zumindest ein methabolisches Syndrom.

    Mir ist klar dass ich zu einem Arzt gehen muss um das weiter abzuklären, nur dauert das eben denn hier in Berlin ist es unmöglich einen zeitnahen Termin irgendwo zu bekommen. Bis dahin lebe ich in schlimmer Angst.

    Ich habe klar Übergewicht und in meinem Alter mit 52 macht es die Angelegenheit nicht gerade beruhigender.

    Da auch meine Cholesterinwerte etwas ungut sind, LDL= 141+ md/dl aber dafür HDL=52 mg/dl kommt dennoch das GesamMTCholesterin auf = 206+ mg/dl. (Referenzwert des Labors Gesammtcholesterin = 200 mg/dl. Bei LDL ist der Maxwert des Labors auf 115 mg/dl deklariert).

    Ich bin vollkommen verunsichert. In meiner Familie ist mir keine Diabetes bekannt. Weiss jemand ob ich tatsächlich aufgrund der Werte schon reingeschlittert bin ?

    Liebe Grüsse

    Angsthäsin
    Bearbeitet von User am 05.03.2019 11:10:01. Grund: Schreibfehler
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    am 05.03.2019 13:02:34 | IP (Hash): 886206400

    IST DAS dein Ernst. Wie soll das denn jemand hier bestimmen. Der laborarzt hat dir doch seine meinung gesagt. Jetzt kommt wahrscheinlich wieder rainer und gibt dir seine internetdiagnose, aber ich glaube die wird dir nicht weiterhelfen. Geh zu Deinem normalen arzt, der kann dir sagen was du hast und ggf. Einen ogtt veranlassen.


    Auch wenn sich die Ideen und Vorschläge meinerseits sehr professionell und logisch anhören, ersetzen sie nicht den Gang zum Doktor, um sich dies bestätigen zu lassen; sie dienen nur einer ersten Beratung.
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    am 05.03.2019 21:24:56 | IP (Hash): 773230648
    Hallo Angsthäsin,

    erst mal meinen herzlichen Glückwunsch zu deinen guten Lipidwerten. Mit einem gute LDL-/HDL-Verhältnis von 2,7 (unter 3) hast du eine gute Zusammensetzung. Dazu kannst du davon ausgehen, dass du auch einen guten Triglyceridwert hast, (die man mit der Friedewaldformel abschätzen kann). Dass dein GesaMTCholesterin wenige mg/dl über dem Grenzwert liegt, braucht dich nicht zu beunruhigen. Gemessen an den möglichen Schwankungen und Toleranzen ist das so gut wie nichts.

    Zu deinem Glukosewert von 114mg/dl wäre die wichtigste Frage, ob du bei der Blutentnahme nüchtern warst, 12 Stunden ohne Nahrungsaufnahme. Falls nicht, dann sagt der Wert nicht viel aus. Aber auch sonst lassen sind die Nüchternwerte leicht beeinflussen und können falsch zu hoch sein. Von "keine Probleme" bis "Prädiabetes" wäre alles möglich. Diabetes ist nicht ausgeschlossen, allerdings ziemlich unwahrscheinlich. Auf jeden Fall ist bei diesem Wert keine besondere Eile geboten.

    Wenn sich durch eine genauerer Untersuchung "Prädiabetes" bestätigen würde, dann sagt dir dein Arzt nur, dass du dich geeignet ernähren, abnehmen und regelmäßig bewegen sollst. Also bringt dir eine genauere Untersuchung nicht viel. Wie wäre es, wenn du von dir aus Ernährung, Abnahme und Bewegung in Angriff nimmst? Ein Prädiabetes lässt sich in vielen Fällen damit zurück drehen, manchmal sogar ein Diabetes.

    Bei der nächsten Blutuntersuchung dränge darauf, dass dein Arzt das HbA1c mitbestimmt. Vielleicht musst du den selbst bezahlen, aber das kostet nicht viel. Mit diesem Wert hast du dann eine Aussage, die sicherer ist - dann vielleicht schon mit zurückgedrehtem Prädiabetes.

    Viel Erfolg, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 05.03.2019 21:33:18. Grund: .
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    am 06.03.2019 14:39:40 | IP (Hash): 642732627
    Lieber Rainer,

    zunächst danke ich Dir so sehr für deine nette, höfliche und informative Antwort.

    Ja, das Gespenst der Diabetes ging mir nicht mehr aus dem Kopf und es war vielleicht nicht klug mit einem Laborarzt darüber zu sinnieren.

    Meine Trigylceride sind: 109 mg/dl. (Referenzwert des Labors bis 150, also sind die gut.)
    Die Blutabnahme erfolgte zwar um 16 Uhr aber absolut nüchtern. D.h. ich habe die letzte Nahrung am Vorabend gegen 21 Uhr gehabt, dann um 24:00 etwas genascht. Nippon. ( Das ist dieser Puffreis mit Schokoüberzug)

    Nur wie gesagt , gegen 24:00. Also ca 16 Stunden Nüchternzeit danach. Am Morgen nur einen Humpen Kaffee, etwas Wasser.

    Der Atherosskeloseindex liegt tatsächlich bei 2.7 , steht auf dem Laborwertbefund.

    Habe endlich einen Termin gefunden bei einer Ärztin, muss dafür zwar fast 29Km fahren, wie gesagt Berlin eben... Katastrophenstadt in fast jeder Beziehung....
    Immerhin komme ich dafür am 22. März dran.

    Die Angst ist halt so groß .... in meiner Familie gab es keine Diabetes nur heisst das ja nichts...

    Bis vor 2 Jahren habe ich LowCarb für 1 Jahr praktiziert und dabei gut abgenommen, 20Kg. Nun will ich das wieder machen und weiter an meinem Zielgewicht arbeiten. Natürlich heisst dies dann wieder auf sämtlichen Zucker verzichten... egal in welcher Form.
    Muss ich da in Punkto Glucosewerte oder Blutwerte auf irgendwas achten, also ewisse Werte anders "betrachten" wenn ich mal wieder in Ketose kommen würde und dann Blutwerte untersuchen lassen?

    Du schriebst:

    Zitat:
    "...Wie wäre es, wenn du von dir aus Ernährung, Abnahme und Bewegung in Angriff nimmst? Ein Prädiabetes lässt sich in vielen Fällen damit zurück drehen, manchmal sogar ein Diabetes...

    Zitat ende

    Das ist ein Problem, ich habe seit ca 9 Monaten eine GON-Athrose im rechten Knie. :-(


    deine Angsthäsin

    Bearbeitet von User am 06.03.2019 15:22:02. Grund: ...
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    am 06.03.2019 16:29:15 | IP (Hash): 410058597
    angsthäsin schrieb:
    Muss ich da in Punkto Glucosewerte oder Blutwerte auf irgendwas achten, also gewisse Werte anders "betrachten" wenn ich mal wieder in Ketose kommen würde und dann Blutwerte untersuchen lassen?

    Nur wenn ein oGTT gemacht wird. Dann musst du die 3 Tage davor unbedingt wieder KH-reich (mindestens 150g KH pro Tag) essen, sonst können bei dem Test falsch zu hohe Werte rauskommen. Ansonsten sind Low Carb oder ketogene Ernährung beides gute Rezepte gegen Insulinresistenz und gegen eine mögliche Entwicklung eines Typ2-Diabetes.

    Dass du in deiner Bewegung eingeschränkt bist, tut mir leid. Vielleicht findest du doch etwas, was du regelmäßig machen kannst, z.B. Schwimmen. Es muss kein Hochleistungssport sein, viel wichtiger ist die Regelmäßigkeit.

    Beste Grüße, Rainer

    ____
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    Bearbeitet von User am 07.03.2019 08:37:09. Grund: .
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    am 26.03.2019 15:44:45 | IP (Hash): 239452458

    Lieber Rainer,

    ich wollte eine kleine Zwischenmeldung geben.
    Mittlerweile war ich bei der Ärztin und naja... also ich weiss nicht was es für Ärzte heutzutage gibt....

    Sie saß da , schaute sich meine Werte an und lies mich zunächst erzählen. Dann hoffte ich dass da was kommt von ihr aber .. nö... sie meinte nur das man keine Diabetes so feststellen könne denn es wäre ja nur ein Wert und man müsste dies über Monate nachsehen, Blutbilder machen. Sie könne auch nicht sagen ob ich eine Prä-Diabetes hätte oder so... O O ?

    Ich solle in drei Monaten wieder kommen , dann würde sie den HbA1c machen lassen. Bis dahin könne ich ja etwas schwimmen gehen oder sonstwie Sport machen und komplett auf Zucker verzichten..

    Ein Händdruck und das wars.....

    liebe Grüsse

    deine Anita

    Bearbeitet von User am 26.03.2019 15:46:01. Grund: ...
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    am 26.03.2019 21:39:10 | IP (Hash): 1480485782
    Bin nicht Rainer, aber vielleicht hilft Deinem Verständnis, wenn Du Deine Glukosewerte mal aus der fachärztlichen Sicht betrachtest? 100-140 ist da die Empfehlung für den BZ vor den Mahlzeiten im Rahmen einer befriedigenden bis guten Einstellung, und bei den meisten ihrer Patienten reden sich die Ärzte jeden Tag ihre Münder dafür fusselig. Und jetzt kommst Du und schiebst Panik, wo Deine BZ völlig ohne ärztliches Zutun so zahm in diesem guten Bereich spielt?


    ----------------------------------------------
    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
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    am 28.03.2019 17:42:56 | IP (Hash): 745799314
    angsthäsin schrieb:
    Ich solle in drei Monaten wieder kommen , dann würde sie den HbA1c machen lassen. Bis dahin könne ich ja etwas schwimmen gehen oder sonstwie Sport machen und komplett auf Zucker verzichten.

    Hallo Anita,

    das ist doch schon mal ein gutes Angebot deiner Ärztin, das HbA1c bestimmen zu lassen. Ansonsten hat sie Recht, dass aus dem einen Wert für den Nüchtern-BZ nicht allzu viel hervorgeht uns wenn, dann wäre es auch nur Prädiabetes. Besonders eilig ist es bei deinen Werten auch wirklich nicht, in drei Monaten kommt die Bestimmung auch noch zur rechten Zeit.

    Prädiabetes ist nichts, was die Ärzte behandeln, da kannst wirklich nur du selber etwas tun. Komplett auf Zucker verzichten könnte evtl. helfen, ist aber aus meiner Sicht keine besonders gute Strategie. Wenn du eine Ernährung suchst, mit der du das Risiko einer Diabetesentwicklung sehr gut reduzieren kannst, dann kann ich dir das Buch "Stopp Diabetes" (das eigentlich besser "Stopp die Diabetesentwicklung" heißen sollte,) von Riechert/Gonder besonders empfehlen. Bei so einer geeigneten Ernährungsumstellung sollte es nämlich nicht nur um Weglassen und Verzicht gehen, sondern insgesamt um eine sinnvolle vollwertige und gut schmeckende Ernährung.

    Alles Gute, Rainer
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    am 12.04.2019 14:55:50 | IP (Hash): 1402258399
    Lieber Rainer,

    zunächst einmal möchte ich Dir außerordentlich danken für deine stetigen, seriösen, freundlichen Beiträge, auch anderen Benutzern gegenüber - wie ich lesen konnte. Du bist ein wertvoller Mensch.

    Ich habe nun erst einmal meine Essgewohnheiten umgestellt, auf LowCarb, wobei ich den Zucker nicht vollkommen verdammt habe. Ich reduziere drastisch, wobei ich immer im Auge habe dass "Zucker" eben nicht nur Süssigkeiten sind sondern auch das geliebte Brötchen, Brot, Nudeln, Reis etc etc...

    Ich führe wieder Buch, wieviele Kohlenhydrate ich so ungefär zu mir nehme. Gestern waren es 110g heute 55g, usw...
    Ganz auf 0mg , also NoCarb mache ich noch nicht. Ich will da meinen Stoffwechsel nicht gleich mit der Keule kommen. Und wenn, dann werde ich es vielleicht in ca 2 Wochen tun, für ca. 4 Wochen und dann dem Stoffwechsel wieder einen kleinen Kick geben, mit ein paar wenig mehr Kh.

    Was ich allerdings vollkommen gestrichen habe von der Liste ist der abendliche und geliebte Süßsnack, a la Duplo, Puffreis etc... siehe da, 4 Kilo sind bereits von der Waage runter...
    Kommt auch meiner Athrose zu Gute. Du hattest geschrieben wegen dem LC in Verbindung mit oGOT , dass wenn ich dies machen lasse ich darauf achten soll einige Tage vorher wieder ein paar Kh mehr zu essen. Wie ist das mit dem HbA1c? Soll ich vor der Blutabnahme auch wieder mehr Khs essen oder kann ich da auf LC bleiben?

    liebe, herzliche Grüsse


    deine Anita
    Bearbeitet von User am 12.04.2019 14:57:56. Grund: ...
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    am 12.04.2019 15:16:39 | IP (Hash): 766288796
    Hallo Anita,

    nein, vor der HbA1c-Bestimmung brauchst du deine Ernährung nicht umzustellen. Das HbA1c ist der Langzeitwert, der sich mit dem BZ-Verlauf der letzten 10 ... 12 Wochen heraus bildet. Eine Änderung für ein paar Tage wirkt sich auf diesen Wert gar nicht aus. Es ist auch vollkommen egal, ob du für diesen Wert nüchtern zum Arzt gehst oder nicht. Wegen der anderen Werte, z.B. Cholesterin, solltest du trotzdem das Blut nüchtern abnehmen lassen.

    Danke für die Blumen und beste Grüße, Rainer