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Unterschiedliche Werte 1-2-3-Stunden nach Mahlzeit

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    Mitglied seit: 12.04.2019
    am 12.04.2019 06:52:34 | IP (Hash): 639196441
    Hallo liebe Forumsmitglieder,
    ich bin neu hier und beschreibe kurz meine Situation:
    Ich bin schlank (BMI 21), sportlich und es gibt keine bekannten Diabetesfälle in der Familie.
    Vor anderthalb Jahren hatte ich beim Arzt einen Nüchternwert von 130, der OGTT nach 2 Stunden lag bei 203. Diagnose: Diabetes Typ 2. Alle meine Blutwerte die Jahre davor waren immer ok. Hba1C übrigens 5,4!

    Ich habe darauf hin meine Ernährung etwas angepasst (kein Weizenbrot, weniger Süßigkeiten, Vollkornvarianten, weniger Kohlenhydrate etc.). Mein Nüchternzucker sank bis auf 90, der HbA1c auf 5,2!

    Ferner habe ich mir ein Messgerät besorgt, die Nüchternwerte lagen bei 103-114, beim Arzt auch wieder so bis 112. 1 Stunde nach dem Essen hatte ich durchaus Werte von 200, 2 Stunden danach aber wieder um die 120. Weiter habe ich nicht gemessen.

    Im Diabetes-Zentrum hat man mich weggeschickt, alle Blutwerte ok, Kurzzeitzucker 106 (nicht nüchtern), keine Bestätigung von Diabetes 1, Hba1c bei 5,4. Ich wurde mit großen Augen angeguckt, was ich dort als Schlanker mit diesem Langzeitwert dort überhaupt will.

    Wie auch immer, das hat mich alles kirre gemacht und ich habe ein Jahr lang aufgehört zu messen, habe mich gesund ernährt, bewegen tue ich mich sowieso.

    Jetzt habe ich mal wieder angefangen nachzumessen:
    Der erste gemessene Wert mehrere Stunden ohne Essen: 84. Nüchtern vor dem Essen: 86 usw.
    Nüchtern morgens unter 100 (95-97).
    Der 1-Stunden-Wert nach dem Essen max. 150, manchmal nur 120, der 2-Stundenwert dann niedriger. z.B. 120-105 oder 150-95 (da hatte ich vorher gejoggt, hatte wohl den Stoffwechsel angeregt).
    Klingt doch eigentlich super, oder?

    Aber, und das macht mich wieder etwas stutzig, es fällt mir auf, dass es immer wieder auch andersrum ist, d.h. der 1-Stundenwert ist niedrig, z.B. 105, der 2-Stundenwert dann ca. 20 höher, also z.B. 123, der 3-Stundenwert dann 126. Wenn ich mehr Kohlenhydrate esse, analog 120-149-143 oder ähnlich.

    Würde ich also nur den 2-Stundenwert messen, wäre alles super (95) ganz gut dabei (123 nach 105) oder eben nur solala (149 nach 119). Die Sprünge ohne mehrfaches Messen würde ich gar nicht mitkriegen, so schwankt der Wert zwischen der 2. und 3. Stunde dann auch noch um 20 hin und her, also 122 nach 2,5 Stunden, wieder 143 nach 3 Stunden.

    Was ist da los, kann da einer was zu sagen? Und was sagt ihr zu meiner Geschichte? Ich weiß immer noch nicht, ob ich wirklich Diabeteiker bin oder wie ich das bewerten soll. Danke für Eure Rückmeldungen.



    Bearbeitet von User am 12.04.2019 07:21:37. Grund: Schreibfehler
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    am 12.04.2019 12:04:03 | IP (Hash): 626136507

    Den hba1c Wert darfst du da nicht beachten in der diagnosestellung. Dieser wird nur noch Stiefmütterlich dort betrachtet. Glaube was die Ärzte sagen, oder warte auf die Diagnose von Rainer.


    Auch wenn sich die Ideen und Vorschläge meinerseits sehr professionell und logisch anhören, ersetzen sie nicht den Gang zum Doktor, um sich dies bestätigen zu lassen; sie dienen nur einer ersten Beratung.
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    am 12.04.2019 12:12:20 | IP (Hash): 766288796
    Hallo Paninaro,

    du gibst uns mal ein schönes Beispiel, dass auch der oGTT kein sicheres Diagnoseverfahren ist. Als Diabetiker brauchst du dich bei diesen Werten wirklich nicht zu sehen. Im Auge behalten würde ich den BZ an deiner Stelle aber trotzdem, entweder weiter quartalsweise das HbA1c bestimmen lassen (beim Hausarzt reicht) oder aller 2 ... 3 Monate selbst ein paar Werte messen.

    BZ-Werte von 150mg/dl in der Spitze sind kein Problem, egal ob sie nach 1 Stunde oder nach 3 Stunden nach dem Essen auftreten. Wichtig ist nur, dass sie nicht lange anhalte. Dass das bei dir nicht der Fall ist, kann man an dem guten HbA1c sehen. Egal ob es Messfehler sind oder ob dein BZ sich wirklich so bewegt brauchst du dir aus meiner Sicht bei solchen Werten keine großen Gedanken darüber zu machen. Ich würde an deiner Stelle mal testen, wie der BZ mit schnellen KH, z.B. mit einem trockenen Weizenbrötchen verläuft. Wenn du dabei die Spitze ganz normal nach 1 Stunde und danach fallende Werte hast, dann liegt es einfach nur an der Verzögerung der Verdauung durch Vollkorn, Eiweiß, ...

    Sollten deine Werte später mal weiter ansteigen, so dass du doch wieder zum Diabetiker wirst, dann kannst du vielleicht mal auf eine Untersuchung auf MODY drängen. Das wäre neben Typ 1 und 2 noch eine mögliche Variante. Wenn du keine Verwandten mit entdecktem Diabetes hast, dann könntest du im Fall von MODY aber auch mit einem harmlosen Verlauf rechnen.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 12.04.2019 12:13:57. Grund: .
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
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    am 12.04.2019 12:56:48 | IP (Hash): 639196441
    Hallo Rainer,
    vielen Dank für deine Rückmeldung. Für MODY dürfte ich eigentlich zu alt sein (55), aber das Diabeteszentrum hatte das auch mal evt. angeregt, aber würde mir diese Erkennntis überhaupt weiterhelfen?

    Meine höchste Spitze seit ich wieder messe war übrigens einmal 171, vor Schreck habe ich wenige Minuten sofort nochmal gemessen, da waren es dann nur noch 156, so viel zu den Messschwankungen, die es ja auch gibt.
    Aber das war die Ausnahme, gestern wie gesagt ging es nicht über 126.

    Ich werde mal wieder pausieren (es macht mich nämlich wieder kirre), und alle paar Monate nachmessen.
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    am 12.04.2019 15:08:25 | IP (Hash): 766288796
    Paninaro schrieb:
    Für MODY dürfte ich eigentlich zu alt sein (55), aber das Diabeteszentrum hatte das auch mal evt. angeregt, aber würde mir diese Erkennntis überhaupt weiterhelfen?

    Warum solltest du für MODY zu alt sein? Wenn der MODY sich relativ harmlos entwickelt, was bei den meisten MODY-Typen und einer einigermaßen gesunden Lebensführung durchaus der Fall sein kann, wäre auch eine noch spätere Entdeckung denkbar. Aber du hast Recht, viel bringen würde dir die Erkenntnis eigentlich nicht.

    Ich finde es richtig, dass du dich nicht mit viel Messen verrückt machen willst. Wenn du dir aller 3 Monate eine Überprüfung, z.B. mit einem Tagesprofil, vornimmst, genügt das auf jeden Fall.

    Alles Gute, Rainer
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    am 12.04.2019 17:49:49 | IP (Hash): 419473483
    Hallo Paninaro,
    du hinterfragst deine Messwerte, besonders die eigenen gemessenen nach Mahlzeit 1-2-3 h.

    Um sinnvoll die Werte beurteilen zu können, kommt es darauf an, was hattest du an Mahlzeit.
    Je nach Zusammenstellung macht es wenig Sinn, bereits nach 1 h zu messen.
    Die Kohlenhydrate aus Stärke u.a. brauchen per Verdauung Zeit, um sich im Magendarm-Trakt als Mehrfachzucker nach Aufspaltung in messbaren Einfachzucker im Blut zu zeigen
    (Eiweiß und Fette verlangsamen den Vorgang).
    Deine berichteten Werte zeigen jedenfalls, daß dein eigenes Insulin durchaus in Lage ist, die Kohlenhydrate zu verarbeiten und sind super :-)

    Der Nüchternwert ist als Diagnosewert beim Arzt kaum geeignet.
    Verschiedene Gegenhormone des Insulins (Stress z.B. wie pünktlich Termin wahrnehmen und Aufregung vor Diagnose) verfälschen diesen.
    Dein oGTT mit minimaler Überschreitung mit 3 mg/dl ist nix, da durchaus im Toleranzbereich der angewendeten Messmethode.
    Welcher Arzt/Praxis hat diese Aussage Typ 2 gesagt ?

    Ein Diabeteszentrum hat genauere Messsysteme und die Proben werden nicht noch umständlich durch die Gegend geschickt.
    Dein Langzeitwert ist auch super, weit weg von Diagnosegrenze 6,5 und selbst weit weg von 5,7, wo dann erst nur so Ermahnungen folgen bzgl. Lifestyle.
    Im übrigen zeigt der Langzeitwert, wie sich die Blutzuckerwerte gesamt wirklich auswirken, statt punktueller Messungen.
    Wenn du den jährlich bestimmen lässt, bist du auf der sicheren Seite.
    Sollte sich da wider Erwartung ein Anstieg zeigen, wird dann genauer nachgeforscht.
    Wir können nicht wissen, wie unsere Gene gebaut sind per Vererbung, die auch Generation(en) überspringen kann.

    Du sprichst deine Lebensjahre an mit 55.
    Durchaus bemerkenswert bzgl. Sonderformen des Diabetes, die sich m.E. früher zeigen müssten.
    Mit 40 war ich so an der Grenze zum späten Typ 1 (= LADA), vollkommen überraschend mit ausgeprägter 2er-Familienlinie, mit 2 irgendwann gerechnet,
    Auch schlank u.a. ~ dennoch - sofort Insulin.

    Gruß Elfe
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    am 13.04.2019 15:28:25 | IP (Hash): 801336707
    Hallo Elfe,
    in der Tat war es mir auch schleierhaft, wie ein einmalig gemessener Wert knapp über dem Grenzwert mit einem Handmessgerät zur Diagnosesicherung eines Diabetes Typ 2 reichen kann.
    Auf der anderen Seite ist der Wert von 203 natürlich trotzdem viel zu hoch gewesen, zusammen mit dem Nüchternwert von 130 am gleichen Tag.
    Solche Werte habe ich nie wieder erreicht, und anderhalb Jahre später sind sie eher noch niedriger als damals.

    Ein MODY, also ein Erwachsenendiabetes bei Kindern und Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit 55 Jahren kommt mir auch sehr abseitig vor, dass wäre die Rarität in der Rarität, also das glaube ich auch nicht.

    Mit den Kohlenhydraten und der verzögerten Antwort darauf kann natürlich sein, warum der Wert nach 2 und auch 3 Stunden manchmal noch steigt. Nur dann frage ich mich, warum es immer heißt, 2 Stunden nach einer Mahlzeit 140, besser 120. Ja, habe ich öfters, aber auch manchmal nicht. Was folgert man daraus? Mir ist da vieles unklar.

    Danke für deine Antwort.
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    am 13.04.2019 19:17:29 | IP (Hash): 804374119
    Hallo Paninaro,

    ist mir persönlich auch nicht wirklich verständlich, warum der 2 h-BZ-Messwert für Selbstmessung zuhause allgemein so toll sein soll.
    Ausnahme oGTT: Mit der Herausforderung einer Zuckerlösung wird getestet, wie dein eigener Organismus damit klar kommt - bei dir gut :-)

    Wie schon gesagt bin ich INSULINER (BZ 400 und HbA1c von 8), da war oGTT kein Thema mehr, eh schon klar.
    Per Insulinumgang in Schulungen (+ Arztgesprächen) erklärt,
    ist Essen in Zusammenstellung wichtig
    - schnelle Kohlenhydrate wie flüssig oder Traubenzucker sind ratzfatz in Minutenschnelle im Blut (nur 'erlaubt' auf Unterzuckerung, was bei Insulinern vorkommen kann).
    - schwer verdauliches mit viel Fett und Eiweiß dauern in der Verdauung wesentlich länger als 3 h um sich im Blutzucker zu zeigen; Paradebeispiel in Schulung war Pizza - dauert bis zu 7 h !
    Bei mir persönlich zeigt sich auch Mahlzeit mit Fleisch + Pommes zeitverzögert größer 3 h (Wirkungszeit externes Insulin), bis die KHs der Pommes sich wirklich zeigen.

    Und trotz aller BZ-Spitzen und -Tälern ist mein Langzeitzucker aktuell 5,6,
    wobei mich 180 mg/dl als Nierenschwelle echt verunsichern (aber nicht Arzt),
    und da liegst du mehr als deutlich drunter.

    :-) Gruß Elfe
    Bearbeitet von User am 13.04.2019 19:20:55. Grund: +
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    am 14.04.2019 09:01:32 | IP (Hash): 1265899599
    Hallo Elfe,

    da ist dein Langzeit aber gut eingestellt. 400 sind ja wirklich extrem.
    Mein oGTT war ja leider mit 203 leider nicht ok, aber als Diagnosewert m.E. dennoch etwas zweifelhaft angesichts der anderen Werte.

    Mir fällt allerdings auch auf, dass der Blutzucker sich bei gleicher Nahrung unterschiedlich verhält.
    Also 2 Vollkornbrote morgens 143,120, drei Vollkornbrote abends 105,123.
    An dem einen Brot mehr kann es ja wohl nicht liegen, und warum ist der 1-Stundenwert so unterschiedlich?
    Unterschiedliche Stoffwechselreaktonen je nach Tageszeit oder doch irgendwie ein Problem mit meiner Blutzuckerautomatik?

    Gruß
    Paninaro
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    Du hast natürlich ein Problem mit der BZ Automatik; dass hast du doch selbst schon an deinen Werten bemerkt. Und über den Spruch der Ärzte, dass schlanke Menschen keinen Diabetes 2 haben könne, kann ich mich seit Jahren nur amüsieren. Deine 203 sind natürlich nicht okay, wie Elfe schreibt. Die Problematik bei ihr ist, dass sie die Texte von anderen meisst nicht richtig liest, sondern nur darauf aus ist, ihre Geschichte zum 100sten male zu erzählen.......gääääääähn


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