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Hypoglykämie ohne Diabetes | Ständig unterzuckert

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 2
    Mitglied seit: 16.04.2019
    am 16.04.2019 21:43:20 | IP (Hash): 2011775601
    Hallo Liebe Mitglieder des Diabetes Forums,
    dies ist mein erster Post hier und deswegen würde ich mich gerne erst einmal vorstellen.
    Mein Name ist Max, ich bin 21 Jahre alt und komme aus Niedersachsen. Ich treibe gerne Sport, insbesondere Krafttraining.
    Und da wären wir auch schon direkt beim Thema. Vor ca. 3 Monaten habe ich gemerkt das ich nach ca. einer Stunde Training absolut an meine Grenzen stoße. Kurzatmigkeit, Herzklopfen und Schwindel sind dabei nur einige Symptome die es zu nennen gilt. Also habe ich mich an meinen Arzt gewendet, welcher direkt Herzuntersuchungen anstellte und dabei keinerlei Defizite vorfand. Auch meine Laborwerte waren vorbildlich und ich habe es dabei belassen.
    Doch das Gefühl nicht mehr so unbeschwert leistungsfähig und konzentriert zu sein blieb. Mir ist bereits seit dem vergangenen Jahr aufgefallen, das mich ein ziemlich seltsames Gefühl ereilte, wenn ich nicht regelmäßig gegessen habe und ich kein richtiges "Hungergefühl“, sondern eher Schwäche und eine Art "Nebel“ im Kopf bemerkte. Oftmals auch schon kurz nach dem Essen, obwohl ich bereits darauf achte langkettige Kohlenhydrate zu mir zu nehmen. Außerdem führe ich, grade wenn ich unterwegs nichts zu essen habe, bei einer starken Unterzuckerung oft auch Cola, Traubenzucker o.Ä. zu. Oftmals hilft es kurz, manchmal aber auch gar nicht.
    Dann ist mir eingefallen das meine gesamte Familie an Diabetes erkrankt ist und ich als einziger durch eine sehr ausgewogene und bewusste Ernährung und viel Sport davon verschont geblieben bin.
    Seit ca. einem Jahr mache ich nun Kraftsport, habe 15 Kilo zugelegt, selbstverständlich nicht nur Muskelmasse, aber davor war ich Grenzwerten Untergewichtig. Den ganzen Tag lang kam ich problemlos ohne Essen zurecht. Ein ziemlich auffälliger Unterschied, dachte ich mir und vereinbarte einen Termin beim Diabetologen.
    Dort wurde mir Blut abgenommen und festgestellt, das meine Bauchspeicheldrüse zu viel Insulin produziert (Erhöhter C Peptid Wert, ca. Um das 1.9 fache).
    Soweit so gut. Verdacht auf ein Insulinom, also einen Tumor der ebenfalls Insulin produziert. Gestern wurde ein CT durchgeführt, heute fand das Gespräch mit dem behandelnden Arzt statt, um das Ergebnis auszuwerten.
    Dabei hat sich herausgestellt das kein Tumor vorliegt und meine Pankreas in einem hervorragenden Zustand ist. Auf die Frage hin, was ich trotzdem gegen die Symptome tun kann, wurde mir geraten einfach nochmal 10 Kilo zuzunehmen. Infuser nicht fettfrei. Zur Information, ich bin 1.92 Meter groß und 90 Kilogramm schwer. Also eigentlich ausreichend.

    Ich muss ehrlich gestehen das ich nicht zufrieden mit der Diagnose und der Hilfestellung bin, die ich erhalten habe und ersuche somit euch. Vielleicht hat hier jemand eine Idee woran es liegen könnte, oder ein paar Hilfreiche Tipps für den Alltag. Denn momentan belastet es mich schon ziemlich. Der Sport wird immer anstrengender, obwohl ich es liebe zu trainieren. Ständig muss ich mir essen zubereiten, um es mitzunehmen. Alkohol trinken funktioniert auch nicht, da mein Zucker dadurch rapide abfällt.

    Ich möchte noch hinzufügen, das ich Sertralin nehme, was zusätzlich den Zucker senkt. Seit der Einnahme sind die Symptome auch noch ein wenig schlimmer geworden.

    Ich wäre sehr dankbar für Anregungen und bedanke mich bereits im Voraus für jegliche Art von Reaktion.

    Liebe Grüße,
    euer Max!

  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 16.04.2019 23:33:40 | IP (Hash): 1992541837
    1. C-Peptid erhöht: wann am Tag und wie viel von was wann vorher gegessen?
    2. Was Du an Auffälligkeiten beschreibst, gibt es viel häufiger mit normalem als mit Unterzucker. Unterzucker kann man nur dann begründet zum weiteren Nachforschen sagen, wenn der Blutzucker ZU DER MIESEN ZEIT wirklich um 50mg/dl (gewesen) ist. Geht AUSSCHLIESSLICH mit Messen, und zwar genau dann, wenn mieses Gefühl. Also bei nem Pharma Deiner Vorliebe eine Testausrüstung zum Ausprobieren bestellen und dann bei der nächsten Gelegenheit pieksen und messen!
    3. 2 von 10 Typ2 Diabetikern sind so schlank wie Du, und ein großer Teil neudiagnostizierter Typ 2 haben keinen Diabetes in der Verwandtsachaft.
    4. Die meisten Menschen mit Diabetes haben besonders große Schwierigkeiten, ihren Blutzucker im gesunden Rahmen zu halten, wenn sie sich nach den üblichen Regeln gesund ernähren :(


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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
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    Beiträge: 2
    Mitglied seit: 16.04.2019
    am 17.04.2019 08:09:12 | IP (Hash): 2011775601
    Erst einmal vielen Dank für deine Rückmeldung HJT_Jürgen.

    1. C-Peptid erhöht: wann am Tag und wie viel von was wann vorher gegessen?

    Morgens um 10 würde mir Blut abgenommen und vorher habe ich, wie jeden Morgen, 125g Haferfolcken, Früchte und Magerquark gegessen. Eigentlich hätte die Messung nüchtern stattfinden müssen.

    Zum 2. Punkt:
    Da mein Vater insulinpflichtiger Diabetiker ist, habe ich ihn darum gebeten mir eines seiner BZ Messgeräte und ein paar Stäbchen auszuleihen. Ich habe eine Woche lang jeden Tag 3 Mal gemessen, wenn es mir so vorkam, als wäre ich unteezuckert. Oftmals hätte ich bereits 2/3 Stunden nach dem Essen, was bei mir im Durchschnitt mindestens 80-90g Kohlenhydrate bedeutet, einen Wert von 44 -53 mg/dl. Also schon ziemlich auffällig.

    Zum 4. Punkt:
    Ich versuche mich stark Kohlenhydratlastig zu ernähren, sodass meine Probleme wenigstens verzögert auftreten. Nur finde ich das es so wirklich kein auszuhaltender Zustand sein kann und das ich von meinem Arzt nicht ernst genommen werde. Grade bei diesen BZ Werten.

    Ich habe durch die Recherchen zum Insulinom erfahren das es einen Fastentest gibt, der unter ständiger Kontrolle im KH durchgeführt wird, um die unkontrollierte Produktion von Insulin festzustellen.
    Wäre es sinnvoll sich darauf einzulassen und einen anderen Arzt zu konsultieren? Denn es wurde oft berichtet das viele Insulinome nicht auf CT Bildern erkannt werden können. Und so besxheuert es klingen mag: Lange halte ich das so nicht mehr aus.
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 17.04.2019 09:42:30 | IP (Hash): 772279821
    44-53 mg/dl würde ich bei meinem Gerät immer als Unterzucker werten.
    Mit nem Insulinom würdest Du wahrscheinlich schon mit nem Wert in der Richtung morgens aufwachen.

    Aber wo Du von großen KH-Portionen schreibst, probier doch mal die alimentäre Hypo. Dabei steigt der BZ nach dem Einverleiben infolge verminderter bis ausbleibender Insulin-Erstantwort spitzenmäßig an, meistens im Zeitrahmen von ner Stunde deutlich über die gesunde Spitze von 140-160, und stürzt dann mit der überschießenden Zweitantwort in der folgenden Stunde mehr oder weniger steil und häufig bis in den Hypobereich ab. Körperlicher Einsatz während dieser 2 Stunden macht oft den Zeitraffer, also das BZ-Tal schon nach ein bis anderthalb Stunden.

    Schwankungen um 40-50mg/dl vom Tal vor dem Essen zur Spitze nach dem Essen und dann eben wieder zurück sind normal, und an Deiner Stelle würde ich mit Deiner tollen Messmöglichkeit jetzt erst einmal schauen, nur so viel KHs einzufüllen, dass die Spitze danach - ab ner halben Stunde nach dem Essen vielleicht mal in 10-Minuten-Schritten testen (vielleicht ne Packung Tesstreifen zukaufen statt zu leihen), wann und wie hoch die eintritt - unter 140 bleibt. Nachdem man weiß, wann die eigene Spitze etwa erreicht wird, kann man einfach etwa dann messen und sich die kleinschrittige Messerei drum herum sparen.

    Wenn die Hypos mit den weniger weiten Schwankungen ausbleiben, hast Du die einfachste und beste Lösung für Dein Problem. Daumendrück :)

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)