Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Extreme gesundheitliche Probleme; Glucose-Stoffwechsel gestört, keine Diabetis; Hilfe!!!

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 7
    Mitglied seit: 11.05.2019
    am 11.05.2019 22:32:11 | IP (Hash): 672869716
    Hallo zusammen....

    Ich (männlich, 39) habe mich hier bei Euch im Forum angemeldet, da ich mir erhoffe, dass Ihr mir vielleicht helfen könnt.
    Mein Beitrag muss leider ein bisschen umfangreicher werden. Ich hoffe, Ihr könnt Euch dennoch die Zeit nehmen und mir helfen. Ich bin für jede Idee, jeden Ansatz, jede Hypothese oder ähnliches dankbar.

    Man weiss garnicht wo man anfangen soll. Ich versuche es einfach mal.

    Ich habe im Oktober 2016 über Nacht enorme gesundheitliche Probleme bekommen.
    Zu diesem Zeitpunkt war ich 36.
    Ich bin abends ins Bett gegangen und habe nach meinem Empfinden eine "normale Nacht" gehabt.
    Als ich jedoch morgens aufwachte, dachte ich, ich hätte den Abend zuvor extreme Mengen Alkohol getrunken!
    Ich war total benommen, hatte ein übelstes Katergefühl, mir war schwindelig wie bei Windstärke 10, ich hatte Probleme geradeaus zu gehen, konnte schwer einen klaren Gedanken fassen, kalt, warm, dusselig.
    Das volle Programm. Ich habe den danach involvierten Ärzten gegenüber immer von " extrem hoher fieberartiger Zustand" gesprochen oder "ich fühle mich wie vergiftet".
    Es fühlte sich alles nicht mehr real an. Wie eine Art Dejavu-Zustand. Ein Traum, aber nicht real.
    Dieser Zustand ist bis heute so geblieben. Mal ist es besser, mal schlechter.
    Ich habe dann sofort meinen Hausarzt kontaktiert und bin dort hin. Meine erste Vermutung war, dass ich einen Schlaganfall oder so etwas bekomme oder habe oder hatte.
    Hausarzt (Internist) nahm Blutwerte etc.. Alles ohne Befund. Der Arztmarathon begann....
    Ich kann hier nicht auf alles im Detail eingehen, denn das würde den Rahmen extrem sprengen.
    Was in den letzten 2 Jahren und 7 Monaten heraus gefunden wurde ist, dass irgendwas mit meinem Zuckerstoffwechsel oder meine Bauchspeicheldrüse oder dergleichen nicht stimmt.
    Ich hatte gleich nach Beginn der Erkrankung einen Test auf Diabetis machen lassen. (OGTT)
    Grund dafür war, dass ich einfach gemerkt hatte, dass ich die Symptome mittels Ernährung verschlechtern kann. Leider musste ich echt um den Test kämpfen, da meine Blutwerte so unauffällig waren, dass sämtliche Ärzte diesen einfachen test mit mir nicht machen wollten.
    "Ihr HBA1C Wert ist mehr als unauffällig. Sie haben kein Diabetis. Den Test können wir uns alle sparen".
    Als ich die Ärzte dann soweit hatte, wurde der Test ebenfalls bei einem Internisten durchgeführt und dieser sagte mir, dass der Test ohne Befund sei. Kein Diabetis.
    Also ging für mich die Reise von Arzt zu Arzt weiter. Es kamen im Laufe der Monate und (inzwischen leider schon) Jahre immer wieder neue Symptome dazu.
    Letztes Jahr im Herbst, auf den Tag genau 2 Jahre nachdem die gesundheitlichen Probleme angefangen hatten, war ich dann in einer diabetologischen Praxis bei uns in Hannover.
    Ich hatte die Schnauze voll! Viele der Symptome haben mich immer wieder auf Diabetis oder zumindest etwas in der Art und Weise gebracht. Zusätzlich war ein Kumpel von mir gerade an Diabetis erkrankt ( oder es wurde besser gesagt diagnostiziert) und dieser hatte ähnliche Symptome wie ich.
    Daher war mir dann alles egal. Von 4 oder 5 Ärzten hatte ich zwar bis dahin gehört, dass es keine Probleme hinsichtlich Diabetis bei mir gibt, aber mir reichte es einfach. Ich wollte einen test bei einem Profi um das Thema ein für alle Mal auszuschließen.
    Der Diabetologe empfing mich und schaute mich an und sagte original zu mir:" Sie haben kein Diabetis". Sie sehen für mich nicht aus wie ein Diabetiker und Ihre Werte sprechen auch nicht dafür.
    Grossen Herzens lies er sich aber dennoch herab, einen OGTT Test mit mir zu machen.
    Dieser wurde auf 4 Stunden angesetzt.
    Ich erschien also an besagtem Tag morgens nüchtern in seiner Praxis.
    Zuerst wurde mittels Blutabnahme (venös) der nüchterne BZ-Wert bestimmt. 93mg/dl
    Danach habe ich die Glucoselösung getrunken und wurde ins Wartezimmer gesetzt. In einer Stunde sollte wieder gemessen werden.
    nach besagter Stunde wurde erneut Blut aus der Vene genommen. Danach wurde ich wieder für eine Stunde ins Wartezimmer gesetzt. Etwa eine halbe Stunde später merkte ich, dass meine Benommenheit sich deutlich mehr ausprägte. Ein bekanntes "piepen" kam auf meine Ohren und meine Augen wurden noch schlechter als sie eh schon sind seit dem Auftreten der Erkrankung.
    Ich meldete mich und teilte dies mit. Reaktion kam keine. Kein "Fingerstich" zwischendurch um mal zu checken oder sonstwas.
    Es folgte dann die 2. Blutabnahme nach trinken der Glucoselösung. 2 Stunden waren seitdem vergangen. Ich fragte ob ich vielleicht doch was trinken darf, da ich einen Schweinedurst hatte. Nöö, durfte ich nicht.
    "Setzen sie sich wieder ins Wartezimmer, wir rufen sie in einer Stunden wieder".
    Ich saß keine Minute im Wartezimmer, da kam die Laborfrau mit dem Arzt und einer weiteren Helferin rein gerannt und rief ganz aufgeregt meinen Namen.
    Ich solle schnell mitkommen, da kann was mit dem letzten Ergebnis nicht stimmen.
    Leider, oder vielleicht auch zum Glück, stimmte die Messung jedoch.
    Ich war 2 Stunden nach trinken der Glucoselösung bei 21mg/dl und das machte die Ärzte (inzwischen waren 3 von denen anwesend) sehr nervös.
    Verlauf des OGT-Tests:
    nüchtern: 93mg/dl
    nach einer Stunde: 78mg/dl
    nach 2 Stunden: 20mg/dl
    Abbruch und Dextro.
    Die Mitarbeiter peppelten mich wieder hoch und ich bin dann nach Hause gefahren. Wenn es nach denen gegangen wäre, hätte mich der Krankenwagen in die MHH Hannover gebracht. Das wollte ich aber nicht. Egal.
    Fakt ist, dass es mir 3 tage danach richtig mies ging. Ich war komplett auf und die Symptome die ich seit 2 Jahren kannte waren deutlich ausgeprägter. Ich habe fast nur geschlafen.
    Ein paar Tage später sprach ich am Telefon mit dem Diabetologen und dieser sagte mir, dass er mir leider nicht helfen kann, da ich kein Diabetiker bin weil ich eben keine Diabetis habe.
    Ich solle das von den Endokrinologen checken lassen.
    Das Lustige ist, dass ich bereits ein 3/4 Jahr zuvor bei einem recht renomierten Endokrinologen war, dieser für 2000,-€ Laborwerte ermittelte und mich dann weg schickte mit den Worten "Aus endokrinischer Sicht sind sie gesund".
    Eine anschließende stationäre Aufnahme in der MHH brachte auch keinen Erfolg.
    Dort wurde erneut ein OGTT gemacht (diesmal aber unter besonderer Beobachtung). Der Verlauf war ähnlich. Der einzige Unterschied war, dass ich nach dem Trinken der Glucoselösung erst deutlich höher vom BZ gefahren bin und dann der Abfall kam.
    Nüchtern: 95mg/dl
    nach einer Stunde: ca. 180mg/dl
    nach 2 Stunden: 160mg/dl
    nach 2,5 Stunden Abbruch auf meinen Wunsch bei 30mg/dl.
    Aufgrund dessen, dass ich sowie bei 20mg/dl als auch bei 30mg/dl noch komplett ansprechbar war, vermuten die Ärzte jedoch, dass mein Körper derartig tiefe Werte kennt. Mir wurde gesagt, dass ein BZ in der Tiefe eigentlich mit Bewustlosigkeit oder ähnlichem verbunden sein sollte.
    Dies ist bei mir nicht der Fall.
    Ergebnis der MHH in Hannover gab es bis jetzt keins.
    Ich kürze das jetzt mal alles ein bisschen ab.
    Ich habe mich nach dem ersten OGTT dann um ein Dexcom Gerät gekümmert um selber mal ein bisschen schauen zu können.
    Trage also seit Herbst letzten Jahres das G6 von Dexcom.
    Jetzt kommt das skurile was ich nicht verstehe.
    Wenn ich morgens eine Mahlzeit mit Kohlenhydraten esse dann gehe ich kurz hoch vom Zucker und falle dann in eine Hypoglykämie. Dieses ist bei allen Arten von Carbs der Fall. Der glykämische Index der Kohlenhydrate bestimmt lediglich, wie schnell es dazu kommt.
    Esse ich morgens eine nahezu ketogene Mahlzeit falle ich ebenfalls leicht ab, aber bei weitem nicht so doll. Esse ich diese ketogene Mahlzeit jedoch mehr oder weniger kurz nach dem Aufstehen (bis 1,5 Stunden danach) falle ich deutlich weiter ab! Dann kommt es auch mal auf einem Abfall auf 50mg/dl und das OHNE DIE ZUFUHR VON GLUCOSE VON AUSSEN!

    Beispiel:
    1) Aufstehen um 7 Uhr. BZ bei 90, um 8 Uhr Spiegeleier mit Speck und Käse; dann kein Anstieg des BZ's aber ca. 45 Minuten später fällt er ab auf 50mg/dl
    2) Aufstehen um 7 Uhr. BZ bei etwa 90-95; um 11 Uhr die exakt gleiche Mahlzeit, ebenfalls kein Anstieg aber nach ca. 45 Minuten leichter Abfall bis auf ca. 80-85. Stabilisiert sich dann aber innerhalb einer Stunde wieder zurück auf 90-100.
    3) Aufstehen, Kohlenhydrate, Chaos! Abfall unter 50 innerhalb 1-2 Stunden;

    Sehr sehr unerklärlich und komisch.
    Ich möchte an dieser Stelle noch bemerken, dass ich die Werte ebenfalls "blutig" geprüft habe. Sie stimmten, dass Dexcom hat die Wahrheit gesagt.

    Jetzt kommt das nächste Phänomen:
    Der Nachmittag!
    Das ist nämlich alles komplett anders! Und das ist jetzt kein Scheiss den ich Euch hier schreibe! Nicht dass Ihr irgendwie denkt, dass ich Euch hier verkaspern will oder sowas.

    Nachmittags:
    letzte Mahlzeit um 11 Uhr (siehe oben)
    15.10 Uhr, BZ bei 100mg/dl: 1/2 Becher Ben & Jerrys Eis und eine 300 Gramm Tüte Haribos. Danach KEINE WEITERE NAHRUNGSAUFNAHME!!!
    15.40: Beginn des Anstiegs des BZ's
    16.22 Uhr: höchsten Wert erreicht, 234mg/dl
    bis 17.55 Uhr geht der Wert nicht unter die 200mg/dl. Er dümpelt so vor sich hin.... fällt mal kurz auf 202 runter, steigt dann wieder auf 220.
    18.09 Uhr: 192mg/dl ..... dann wieder Anstieg auf 214 um 18.49 Uhr; dann Abfall in einer sauberen Kurve
    19.34 Uhr 113mg/dl ... dann jeoch wieder Anstieg auf 183mg/dl um 20.34 Uhr
    danach wieder runter auf 95mg/dl um 21.26 Uhr und dann auf 88 mg/dl um 22.04 Uhr;
    Es ist also eine Berg- und Talfahrt und was mich wundert ist, dass der Zucker so lange steht bevor was passiert.
    Konsumiere ich derartige Mengen von Zucker, merke ich noch bevor sich der BZ ändert, dass die Symptome die ich habe deutlich stärker werden.

    Hier mal ein paar ausgewählte Symptome die seit Oktober 2016 entstanden sind:

    - Permanente extreme Benommenheit; "Watte im Kopf" wie "besoffen" oder "Dejavue", Schwindel;
    - permanente Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Mattheit und Antriebslosigkeit; depressive Verstimmung;
    - leicht reizbar und sehr leicht aus der Fassung zu bringen
    - Augen sind schlecht geworden; "scharf stellen" ist mitunter schwierig; Augen immer leicht zukneifen
    - Gewichtszunahme!!! 10-25 Kilo seit Beginn der Symptome; Aktuell aufgrund Low Carb Ernährung und kalorischem Defizit +12 Kilo von meinem Gewicht vor Oktober 2016
    - keien Kraft und keine Energie mehr
    - dünne Haare bekommen und Volumen der Haare komplett weg
    - trockene, brüchige und unreine Haut;
    - keinen Bock mehr zu irgendwas
    - morgens nach dem Aufstehen schon gleich wieder müde
    - nach dem Schlafen (auchh wenn ich mittags mal schlafe) ist der Zustand am schlechtesten
    - Tinitus
    - Verdauung verändert
    - Gelenkschmerzen
    - Immunsystem schlecht
    etc. etc.

    Inzwischen bin ich soweit, dass ich denke, dass dieses Problem schon länger in mir schlummert! Ich habe 2007 das letzte Mal Alkohol getrunken, weil es mir einfach nicht bekommen ist. Ich lag nach einem Abend feiern 3 tage lang flach mit ähnlichen Symptomen wie jetzt. Eigentlich genau wie nach dem OGTT!
    2014 hatte ich diese Benommenheit ebenfalls schon einmal, jedoch nur für ein paar tage.
    Ich war dann ambulant im Krankenhaus aber alles war gut.

    Folgende Ärzte wurden konsultiert bzw. folgende Untersuchungen wurden gemacht:

    Internist, Neurologe, HNO, Augenärztin, Kardiologe; Urologe / Androloge, Endokrinologe 2x,
    Chiropraktiker, Physio, Heilpraktiker, Zahnarzt, Pneumologe, Psychater, Psychologin, Diabetologe, Umweltmediziner;
    MRT Abdomen (Bauch) inkl. Nebenniere, BSD etc. ohne Befund
    MRT Kopf Ohne Befund
    sämtliche Blutwerte ohne Befund oder nicht auffällig.
    Schwermetalltest: Cadmium im Blut zu hoch (Wert liegt bei 2,0)
    HBA1C Wert immer zwischen 4.9 und 5.2. Je nachdem wie ich mich ernährt habe.
    Nachts ab und zu Hypo bis auf 50 runter. Ohne ersichtlichen Grund!
    Letzte Mahlzeit immer nicht nach 18 Uhr und NIE mit Kohlenhydraten.
    Vor der Erkrankung war ich sehr intensiver Sportler (Kampfsport und Krafttraining).
    Ich wog zwischen 68 und 74 Kilo bei 7-9 % Körperfett und 173 cm Größe;

    Aktuell komme ich am besten klar, wenn ich mich nahezu ketogen ernähre.
    2 Mahlzeiten am tag, die erste ca. 4 Stunden nach dem Aufstehen und die zweite dann Nachmittags bzw. abends zwischen 17 und 18 Uhr.
    Wenn ich das so mache, steht mein BZ den ganzen Tag wie eine Maschine.
    Leider kommen wie geschrieben teilweise Nachts die Unterzuckerungen.
    Doch trotz dessen der Zucker so gut steht, sind die Symptome immer noch da.
    Kaffee vertrage ich leider garnicht mehr. Durch dass Koffein fällt manchmal der BZ ab und ich merke, dass die Benommenheit stärker wird.

    Vielleicht habt Ihr ja noch eine Idee. Ich weiss hier nicht mehr weiter und die involvierten Ärzte auch nicht. Und ich möchte gerne mein Leben zurück!
    So geht es nicht mehr weiter.

    Ich danke Euch schonmal vorab und bin gespannt, ob es etwas bringt.
    Schönen Abend Euch und danke für Eure Zeit.

    Grüße
    Thomas
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 4317
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 11.05.2019 23:07:26 | IP (Hash): 1671174973
    WAU! RIESENHAFTE SCHREIBE! Mehr als ich !
    Du kannst keine Diabetis haben, weil es eine Diabetis nicht gibt. Du könntest einen Diabetes haben, aber dafür reichen Deine Blutzuckerwerte nicht hoch genug.

    Also hast Du nur eine gestörte/defekte Blutzucker-Automatik. Beim Diabetes ist das Ergebnis von Defekt/Störung, dass der Blutzucker himmelhoch anstgeigt, bei Dir, dass er ziemlich tief fallen kann. Beim Diabetes weiß in den meisten Fällen niemand, warum. Und warum soll es Dir da mit Nicht-Diabetes besser gehen?

    Die Schlauen unter denen mit Diabetes schauen systematisch, dass sie mit Essen und Bewegen und Medis Blutzuckerspitzen vermeiden. Das ist zwar in der anderen Richtung anders als bei Dir, aber in der Art doch sehr ähnlich: An deiner Stelle würde ich alles vermeiden, was in der Folge tiefere Täler macht und nüchtern und postabsorbtiv 70-90 anstreben, und in der Spitze ne Stunde nach dem Einverleiben nicht mehr als 120-140.

    Normal müsste ich jetzt nem Menschen auf dem Weg zum Diabetes noch erklären, dass dafür wichtig ist, dass man seinen Blutzucker misst. SUPER, dass ich das bei Dir nicht mehr brauche. Daumendrück für gutes Gelingen :)

    ----------------------------------------------
    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 7
    Mitglied seit: 11.05.2019
    am 12.05.2019 08:08:44 | IP (Hash): 672869716
    Hallo Jürgen,

    ich danke Dir für Deine Antwort.

    Das was Du geschrieben hast, versuche ich ja bereits.
    Ich sehe zu, dass die Ernährung so angepasst ist, dass keine hohen Werte entstehen.
    Das bedeutet in meinem Fall, dass ich Kohlenhydrate nahezu komplett weglasse.

    Leider entstehen dann hier und da doch nochmal Hypos, die ich mir nicht erklären kann.
    Des Weiteren sind die Symptome auch bei "guten Blutzuckerwerten" da und bestimmen leider mein Leben.
    Das ist unter anderem ein Punkt, wieso ich versuche, eine Lösung dafür zu finden.
    Denn diese permanente Benommenheit, Müdigkeit, Schwindel etc. etc. sind nicht wirklich für mich kompensierbar. Es gibt Tage, da reicht die "Energie" im Körper zu nichts!
    Als würde einer von 10 Batterien 8 Stück rausgenommen haben....
    Die Folge daraus ist, dass mein Leben halt leider komplett eingeschränkt ist dadurch.
    Arbeit, Privatleben, etc etc.
    Wenn sich mein Stresslevel ändert, werden die Symptome doller bzw. ausgeprägter.

    Ich habe die letzten 2 Wochen auch noch das Phänomen, dass ich morgens nie unter 100mg/dl liege.
    Komisch, denn geändert habe ich nichts.
    Nüchterne Werte von unter 95 erreiche ich inzwischen garnicht mehr. Das einizige wie ich derartige Werte erreichen könnte, ist indem ich es mittels Nahrung provoziere.
    Schon komisch. Und sehr sehr nervig und deprimierend.

    Hat denn jemand von Euch eine Idee, woran das liegen kann bzw. was die Ursache für so etwas sein könnte?

    Eine weitere Sache die mir aufgefallen ist:

    Manchmal habe ich morgens sehr starke Abweichungen was die Messwerte des Zuckers betrifft!

    Am Donnerstag habe ich morgens nüchtern Zucker gemessen.
    Rechter Ringfinger 125mg/dl.
    Dieser Wert erschien mir zu hoch, also habe ich nochmal am linken Ringfinger gegen gemessen: 96mg/dl.
    Ich habe dann an der rechten Hand 2 weitere Finger gemessen und das Gleiche an der linken Hand.
    Ergebnis war, dass ich an der gesamten rechten Hand einen Wert von 123-126 hatte und an der linken Hand 95-97!
    Ich habe dann als Letztes am Ohr gemessen und dort war quasi der Mittelwert der beiden Hände. Linkes Ohr 113, rechtes Ohr 114.

    Wie kann sowas sein oder woher kann so etwas kommen und vor allem: Welcher Wert stimmt bzw. welchen Wert nehme ich als Grundlage für z.B. die Kalibrierung meines Dexcom Gerätes?
    Bei mitunter Unterschieden von 30mg/dl wird es schwierig wie ich finde....
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 4317
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 12.05.2019 12:53:18 | IP (Hash): 102951954
    Glukoneogenese heißt der Trick, mit dem Leber und Nieren aus Eiweiß Glukose produzieren, im ganz normalen gesunden Leben so etwa 25% vom gesamten Tagesumsatz. Also auch bei ketogener Ernährung völlig ausreichend für höheren Blutzucker, wenn die Leber zu viel davon raus lässt.

    Wenn Du am einen Finger 125 misst und am anderen Ohr 113, dann waren am Finger 1,25 Gramm Glukose im Liter Blut und am Ohr 1,13 Gramm. Finde ich immer wieder beeindruckend, wie nahe da verschiedene Messungen beieinander liegen, wo schon das am Inhalt der vergleichsweise mikroskopischen Blutprobe was ändern kann, was von der gepieksten Oberfläche da mit rein kommt.

    Besonders interessant für Deine Kalibrierung dürfte sein, dass Du dafür immer solche Zeiten nimmst, in denen Dein BZ einigermaßen waagerecht verläuft. Denn zum Angleichen braucht die Glukose aus dem Blut bis in die Gewebeflüssigkeit immer 10-20 Minuten.

    Insgesamt:
    Deine Zuckerautomatik funktioniert nicht richtig. Aber die Schlappheit, die Du auch dann beklagst, wenn Du ganz normalen Zucker hast, lässt sich mit nichts im Zusammenhang mit Diabetes erklären. Für die Aufklärung war vielleicht sogar hinderlich, dass bislang die Möglichkeit oder Unmöglichkeit eines Diabetes im Vordergrund gestanden hat: Alle haben nur auf Diabetes oder nicht gestarrt und darüber die Frage nach dem Was-denn-vielleicht-sonst-? gar nicht erst gestellt, oder?

    ----------------------------------------------
    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 2974
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 12.05.2019 21:49:37 | IP (Hash): 508917215
    Lampe schrieb:
    Vielleicht habt Ihr ja noch eine Idee.

    Hallo Thomas,

    ich denke, dass du alles was du mit der Ernährung regeln könntest,bereits ausgeschöpft hast.

    Wenn absolut sicher ist, dass deine Probleme von Unterzuckerungen kommen, dann bleibt vielleicht nur noch eine radikale Lösung. Ich bin verwundert, dass der Endokrinologe dich nicht bereits darüber informiert hat. Du könntest dir dazu Hilfe in einem Pankreaszentrum holen.

    Wenn solche Hypoglyämien nicht anders in den Griff zu bekommen sind und die Lebensqualität stark einschränken, dann kann ein stück der BSD entfernt werden. Dadurch entfällt die überflüssige Insulinproduktion und die Hypos hören auf. Allerdings wird es kaum gelingen, genau so viel rauszuschneiden, dass die BZ-Regelung danach perfekt läuft. Du wirst dann zwar dein Hypoproblem los, wirst dann aber Diabetiker. Deshalb ist das zwar keine besonders schöne Lösung, aber eventuell ist es für dich die einzige - falls die Ursache deiner Probleme wirklich die Hypos sind.

    Alle Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 12.05.2019 21:50:22. Grund: .
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 80
    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 12.05.2019 23:28:20 | IP (Hash): 652703215
    Lampe schrieb:

    Nachmittags:
    letzte Mahlzeit um 11 Uhr (siehe oben)
    15.10 Uhr, BZ bei 100mg/dl: 1/2 Becher Ben & Jerrys Eis und eine 300 Gramm Tüte Haribos. Danach KEINE WEITERE NAHRUNGSAUFNAHME!!!
    15.40: Beginn des Anstiegs des BZ's
    16.22 Uhr: höchsten Wert erreicht, 234mg/dl
    bis 17.55 Uhr geht der Wert nicht unter die 200mg/dl. Er dümpelt so vor sich hin.... fällt mal kurz auf 202 runter, steigt dann wieder auf 220.
    18.09 Uhr: 192mg/dl ..... dann wieder Anstieg auf 214 um 18.49 Uhr; dann Abfall in einer sauberen Kurve
    19.34 Uhr 113mg/dl ... dann jeoch wieder Anstieg auf 183mg/dl um 20.34 Uhr
    danach wieder runter auf 95mg/dl um 21.26 Uhr und dann auf 88 mg/dl um 22.04 Uhr;
    Es ist also eine Berg- und Talfahrt und was mich wundert ist, dass der Zucker so lange steht bevor was passiert.
    Konsumiere ich derartige Mengen von Zucker, merke ich noch bevor sich der BZ ändert, dass die Symptome die ich habe deutlich stärker werden.




    Ganz ehrlich, bei diesen Nachmittags-Werten könnte man schon von einem Diabetes ausgehen. Eines der Diagnosekriterien ist an zwei Tagen über 200. Und die sind ja bei dir erreicht.

    Ich würde nochmal einen OGTT mit Insulin/C-Peptid- Überprüfung anstreben. Da kann man dann sehen, wie viel Insulin die BSD jeweils ausschüttet. Also ob du generell zu viel Insulin hast, oder die BSD erst verzögert nach dem BZ Anstieg das Insulin ausschüttet und dann zu viel.
    Hast du mal einem Diabetologen die Werte vom Nachmittag gezeigt?
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 7
    Mitglied seit: 11.05.2019
    am 13.05.2019 08:06:00 | IP (Hash): 672869716
    Hallo zusammen und guten Morgen,

    Ich fange mal Stück für Stück an.

    @Jürgen:

    Die Glykoneogenese oder Neoglykogenese (wie der Amerikaner sagt) ist mir aufgrund meiner sportlichen "Laufbahn" mehr als bekannt. Ich kenne diesen Vorgang jedoch nur im Bezug auf Stress in Verbindung mit zu wenig Energie. "Flucht oder Kampf"-Symptom.
    Aber klar, in kleineren Mengen kann diese "Funktion" natürlich auch eintreten wenn der Körper die Glucose anfordert. Ich habe teilweise ja auch Situationen, wo ich vom BZ abfalle und der Körper dies selber reguliert und ich nicht eingreifen muss. DAS passiert dann definitiv über die Neoglykogenese.
    Zumal wir beim letzten OGTT die Werte für Cortisol mit genommen habe und das ist deutlich ersichtlich, dass genau das dort passiert. Zucker geht zu tief, Cortisol steigt und Zucker geht auch wieder leicht hoch. Bei Werten um 25-30 jedoch nicht mehr ausreichend, da muss man dann schon von aussen eingreifen.

    Die Sache mit den unterschiedlichen Werten die ich gemessen habe fand ich nur so krass, weil die linke Hand halt 95 mg/dl hatte und die rechte Hand 125 mg/dl. Beide Ohren ergaben dann ja fast den Mittelwert von den beiden Händen.
    Ist so etwas normal oder kann sowas auch ein Anzeichen für irgendetwas sein?
    Ich meine, der Blutzucker sollte doch "halbwegs gleich sein im gesamten Körper, oder?
    Abweichungen von linker zu rechter Hand von 30mg/dl ist in meinen Augen krass!
    Oder habt Ihr so etwas auch und seht Ihr das als normal an?

    @Rainer:

    Ja, ich denke auch, dass ich mit der Ernährung am Limit angekommen bin.
    Wie geschrieben, wenn ich konsequent meinen Striemel hier durchziehe und keine "Versuche" mit Kohlenhydraten oder explitzit Zucker mache, dann steht der BZ.
    Zumindest tagsüber. Wie eine Nähmaschine. Nur halt nachts klappt er dann unregelmäßig ab und ich falle. Mitunter tief und mitunter auch, ohne dass ich vom Dexcom Alarm wach werde..... :-(
    Jedoch ist das die Sache, wieso ich mir nicht mehr sicher bin, ob die Probleme ausschließlich von der BSD kommen, oder ob es sich hier um einen "Nebenkriegschauplatz" handelt.
    Dafür spricht, dass ich die Symptome (vor allem so Dinge wie Schwindel, Benommenheit, Tinitus und Augen) verschlechtern kann durch den Konsum von Zucker oder Carbs.
    Dafür spricht ebenfalls ein Stück weit, dass ein Freund von mir an Pankreaskrebs erkrankt ist und sich viele unserer Symptome gleichen. Die BSD scheint also, zumindest ein Stück weit, in diese ganzen Symptomatiken mit involviert zu sein....

    Dagegen spricht, dass die Symptome nicht weg gehen, wenn der Zucker stabil steht!

    Ich weiss es nicht.
    Und zu dem Thema "Endokrinologen" kann ich nicht mehr viel sagen.
    Ich warte seit 2 Monaten auf die finale Auswertung meines stationären Aufenthaltes in der Medizinischen Hochschule in Hannover! Dort haben wir wie geschrieben einen OGTT gemacht und während dessen ALLES AN BLUTWERTEN genommen was geht.
    Das war mitte März! Bi sheute telefoniere ich dem Arzt hinterher und es ist nicht möglich, final mal eine Info zu bekommen!
    Aber die Rechnungen für alles was gemacht wurde und die Unterbringung etc. (in Summe knapp 8000,-€) sind natürlich schon da und meinerseits bezahlt.
    Ich bin ja inzwischen sogar schon so weit, dass ich sage: "dann lieber ein einstellbarer Diabetiker, als diesen Scheiss hier".
    Aber das ist eine Aussage die ich natürlich nur halbherzig treffe. Gibt sicherlich genug Menschen mit Diabetis die sonst etwas dafür geben würden, diese Krankheit nicht mehr zu haben....

    @July95: Ja, könnte man vielleicht so interpretieren aber diese BZ-Werte waren ja provoziert von mir durch die extreme Menge an Zucker.
    Die von Dir genannten Werte haben wir in der Hochschule abgenommen. Warte wie gesagt auf die Ergebnisse.

    DAS KRASSE IST, dass ich morgens bei einer derartigen Menge an Zucker komplett in eine Hypo fallen würde!
    NACHMITTAGS hingegen ist das Bild komplett anders!
    WIESO ist das so?
    WARUM macht mein hässlicher Körper die Regulation des BZ's morgens komplett anders als abends?
    Das ist doch Mist! Da kann man doch nicht mit arbeiten! :-(

    Ich habe ja inzwischen auch schon den Verdacht, dass hier irgendwas nachts schief oder falsch läuft.
    Deshalb war ich ja auch im Schlaflabor, was ohne Befund war.
    Vielleicht ist aich mein Tiefschlaf gestört oder der Körper prodiziert zu viel Kortisol oder so und das sind die Konsequenzen daraus.
    Denn immer wenn ich geschlafen habe, geht es mir am Schlechtesten. Abends hingegen am Besten!
    Vielleicht aus einem Grund zu viel Cortisol. Das würde auch die Gewichtsthematik erklären, sowie einige andere Symptome UND auch die Probleme mit der Insulinregelung bzw. dem Kohlenhydratstoffwechsel....
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 4
    Mitglied seit: 04.12.2018
    am 13.05.2019 13:36:14 | IP (Hash): 1720519620
    Hallo Lampe,
    du hast meiner Meinung nach ein wichtiges Stichwort genannt 'Cortisol'. Ist denn deine Nebennierenfunktion auch untersucht worden? Deine extrem unterschiedlichen Blutzuckerreaktionen in der früh und am Nachmittag könnten mit einer gestörten Nebennierenfunktion sprich Cortisolproduktion zusammenhängen. Auch zahlreiche deiner Symptome wären damit zu erklären: Haut, Haare, Gewicht, BZ-Regulation, Müdigkeit und vor allem, dass die Symptome auch bei stabilem BZ nicht verschwinden.
    Grüße Lucia55
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 7
    Mitglied seit: 11.05.2019
    am 13.05.2019 17:19:34 | IP (Hash): 672869716
    Hallo Lucia,

    die Nebennieren wurden im Rahmen der Untersuchungen mit überprüft.
    Es wurde ebenfalls ein MRT gemacht, um einen Tumor, der Cortisol mit produziert, auszuschließen (Fachbegriff fällt mir gerade nicht ein).
    Ohne Befund.
    Die Cortisolwerte tagsüber sind gemessen worden und sind in Ordnung.
    In einem Cortisolspeicheltest (dieser wird morgens, mittags und abends gemessen anhand Speichelabgabe in ein Röhrchen) hatte ich zweimal morgens erhöhte Werte.
    Die Mediziner nehmen dies leider nicht ernst.
    Ich bin jetzt vor ein paar tagen zu einem Nephrologen gegangen und wir werden das erneut prüfen.

    Ich bleibe aktuell bei meiner Theorie, da sie für mich ebenfalls sehr plausibel klingt.
    Cortisol nachts zu hoch.
    Ob das nun durch irgendeinen defekt der steuernden Organe im Kopf kommt (Hypophyse etc.) oder durch etwas anderes, weiss ich nicht.
    Aber es würde vieles erklären, da stimme ich Dir zu.
    Ebenso, dass mein BZ Wert morgens fast am höchsten ist und abends am niedrigsten.
    Ausserdem noch so Sachen wie, dass ich morgens und nachts zu den Hypos neige, Nachmittags aber nicht.
    Das Riesenproblem ist nur, dass man nächtliches Kortsiol nicht messen kann soweit ich weiss und das zweite Problem ist, dass man einen Arzt finden muss, der da mit geht und von seinem Schema abweicht.
    Und diese beiden Dinge rauben mir aktuell den letzten Nerv.
    Es ist als ob man gegen eine Wand redet bei den Herren Doktoren...... :-( :-(
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 4
    Mitglied seit: 04.12.2018
    am 14.05.2019 07:20:45 | IP (Hash): 1317235131
    Hallo Lampe, ja das ganze ist ein schwieriges Geschäft und die richtigen Ärzte dafür zu finden ebenfalls. Es ist ja auch nicht gesagt, dass eine Nebennierenstörung bei dir vorliegt. Ist aber ein Thema das neben der Bauchspeicheldrüse auch in Betracht vezogen werden sollte, was du ja selbst schon versuchst. Ich wünsche dir, dass du Ärzte findest die mehrgleisig denken und untersuchen und vor allem guten Mut für dich.