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Diabetes - Rheuma - Wechseljahre - nur noch Chaos

  • Escheu Sieglinde

    Rang: Gast
    am 12.10.2010 00:57:45
    Hallo,

    ich bin die Siggy und hab im Moment riesen Probleme mit meinem Diabetes.

    Ich bin 2001 an Rheuma erkrankt und 2005, nach einer Hochdosis-Therapie mit Cortison habe ich auch noch Diabetes bekommen.

    Gegen das Rhema habe ich jahrelang MTX gespritzt, das Cortison wurde innerhalb von 3 J. ausgeschlichen.
    Nun bin ich seit 1 Jahr ohne Basismedi gegen das Rheuma, einige Versuche,ein neues Medikament für mich zu finden sind leider fehlgeschlagen.
    Ich reagiere aus ganz viele Medis sehr allergisch.

    Mein Problem nun : im Moment stecke ich in einem heftigen Rheumaschub und zudem habe ich echt Probleme mit den Wechseljahren (bin 47J).

    Vor 1 Wo. habe ich nun mit einer Hormon-Ersatz-Therapie begonnen - die Beschwerden von den Weschseljahren wie Schweissausbrüche, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen sind schon innerhalb von ein paar Tagen besser geworden - aaaaaaber
    mein BZ ist total daneben!!!!!!!!!!

    Ich stehe morgens schon mit einem BZ von 180 und mehr auf, spritze zum Frühstück 10 E Liprolog und habe nach 2 Std. immer noch 211!
    (Frühstück: 1 Semmel (ich habe eine Roggenallergie), etwas Butter und 1 Teel. Diabetikermarmelade, dazu 1 ltr. ungesüsster Tee).
    Mittags gibts dann 1 Semmel mit 2 Sch. Wurst oder Käse - nach 2 Std. war heute der BZ immer noch bei 176!
    Abend gibts dann warmes Essen, dazu 8 E Liprolog.
    Zur Nacht dann noch mal 12 E Levemir.

    Ich weiss, manche werden sagen, das sind doch keine hohen Werte - aber mich beunruhigt das schon sehr! Ich war immer so stolz darauf, dass mein BZ so gut eingestellt war, ich habe immer sehr darauf geachtet.
    Klar, ich sündige auch mal, das muss auch sein. Man kann sich nicht alles verkneifen.

    Aber auchmein Langzeitwert ist sehr angestiegen, im Juli hatte ich noch 6,5 - letzte Woche 7,53!

    Nun ist halt die Frage: ist der BZ so angestiegen wegen der Hormon-Ersatz-Therapie - oder wegen des momentan akuten Schubs vom Rheuma?

    Mit meine Rheumatologen habe ich heute tel., der meint, durch die aktuten Entzündungen würde mein Körper mehr Corisol produzieren und deswegen würde der BZ so ansteigen.

    Hat von Euch schon jemand dahingehend Erfahrungen gemacht? Gibs das wirklich,dass eine erhöhte Cortisolausschüttung den BZ dermassen ansteigen lässt?
    Oder kommt doch von der HET?
    (die habe ich jetzt abgesetzt und fange Ende der Woche mit einem Östrogen-Gel und Gestagentabl. an).

    Es wäre ganz lieb, wenn Ihr mir Eure Erfahrungen mitteilen würdet.

    Liebe Grüsse,
    Siggy von Escheu Sieglinde
  • peter

    Rang: Gast
    am 12.10.2010 11:10:55
    dein arzt hat schon recht , rheumaschübe sind entzündungen und entzündungen bewirken höhere bz werte genau wie kortison geschluckt oder gespritzt.
    dringens solltest du entweder selbst wenn du das kannst, oder gemeinsam mit dem diabetologen,
    deine insulinmengen anpassen, es ist auch ganz normal daß insulin bei 180 nicht sowirkt, wie es soll.
    wenn du bei normalem startwert zb 100 dein kz analog spritzt wirst du auch nicht so hoch kommen, ev noch einen sea einhalten.
    ob deine levemirdosis richtig ist kannst du auch nur feststellen wenn du mit normalem wert die basis spritzt, also 100-120, und dann sehn wie du morgens rauskommst.
    nicht zu vergessen bei gesundem bz überwindet der körper auch diese entzündungsschübe besser.
    wir haben gute erfahrung mit demöstrodil pflaster. von peter
  • Lilo

    Rang: Gast
    am 12.10.2010 11:52:51
    Liebe Siggy,

    darf ich dich fragen, bei wem du wegen des Rheumas in Behandlung bist? Hausarzt, Neurologe, Orthopäde?

    Oder bist du in einer speziellen Schmerzambulanz? (Das kann ich dir nur empfehlen, und möglichst einen, der Mitglied der Deutschen Schmerzliga" ist.)
    Die sind vermutlich sogar noch besser als Rheumaambulanzen..

    Roggenallergie? Ach du je, wie bekommt man denn SOWAS? Und da gibt es keine Sensibilisierung?*Laienhaftfrag*

    Aber ich denke, die KH liegen dann eher in der Semmel? Welche Brotalternativen hast du denn? Backst du Brot selbst aus anderen Getreidearten?

    Auf jeden Fall kann ich dir bestätigen, dass Schmerzen den BZ hübsch nach oben jagen... von Lilo
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 12.10.2010 13:21:09
    Was würdest Du von einem Autofahrer halten, der sich wie folgt beklagt:

    Was kann mit meinem Auto los sein? Ich mache alles so wie immer, und das dumme Ding fährt aber die letzte Zeit immer 30 km/h schneller und hält neuerdings auch immer erst hinter der Kreuzung mit der roten Ampel an.

    Würdest Du den Kläger nicht verständnislos anschauen und dich und vielleicht auch ihn fragen, warum er nicht einfach weniger Gas gibt und eher und ggf. fester auf die Bremse tritt?

    Ok, Dein Zucker-Gaspedal ist alles mit Stärke=Zucker, und Dein Zucker-Bremspedal ist Dein Insulin.

    Und jetzt Du: Warum gibst Du nicht weniger Gas? Und warum trittst Du nicht eher und ggf. fester auf die Bremse, wenn Dein Zucker-Tacho Dir wiederholt zu große Zahlen ausgibt? von Jürgen
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 12.10.2010 14:33:14
    Hallo Siggy,

    Cortison und Diabetes kann man relativ gut managen, es ist zwar nicht ganz einfach, aber es geht. Habe gerade eine allergische Reaktion auf ein Antibiotikum und bin am Freitag mit Cortison i.v. abholen gegangen - mit Dr. Teupes Cortison-Insulin-Schema konnte ich die BZ-Werte ganz gut im Griff halten.
    Schau mal auf www.chrostek.de/neuesalthausen/cortisonbehandlung-regelwerk.html nach. Zur Berechnung der Insulinmengen empfehle ich aber Dr. Teupe direkt zu kontaktieren und sich gegebenenfalls bei im einzufinden.

    LG, Daniela
  • Siggy

    Rang: Gast
    am 12.10.2010 14:44:28
    Hallo alle miteinander,

    lieben Dank erst mal für die schnellen Antworten!!!

    @ Peter: Du hast schon recht mit der Anpassung der Insulinmengen - nur, mein Hausarzt, der auch Diabetologe ist, kommt erst übernächste Woche von Urlaub zurück. Sein Vertreter ist nur Allgemeinarzt und hat mit Diabetes nicht wirklich viel Ahnung.
    Ich selber traue mich so gar nicht, da rumzuprobieren. Vor 2 Wo. hatte ich einen Magen-Darm-Virus eingefangen, der mich 3 Tage matt gelegt hat. Danach bin ich mehrmals aus den Pantienen gekippt -Unterzucker-, das waren meine ersten Erfahrungen damit und ich bin ganz schön erschrocken.
    Danke für den Tip mit den Pflastern!

    @ Lilo: Roggenallergie, tja, das ging auf einmal los, Durchfälle, Darmkrämpfe und Darmblutungen............. Lange wusste keiner, was los war, meine Schwester hat Mobus Chron und mein Vater Colitis Ulcerosa - also hat man vermutet, dass bei mir auch so was im Gang ist.
    Nach einem dann damals neu herausgekommenen Verfahren konnte die Roggenallergie dann mit einem Bluttest diagnostiziert werden.
    Zum Grossteil esse ich Weissmehlprodukte.
    Zudem backe ich selber Brot aus Dinkel-Korn-Mehl, allerdings wie gesagt, nur vom Korn,
    Schalenanteile,wie bei Vollkorn dürfen nicht dabei sein.
    Ich habe das Glück, in meiner Nähe eine Mühle zu haben, der Müller mahlt mir da extra das Mehl aus den Körnern.
    Wegen dem Rheuma bin ich sowohl bei einem orthopädischen Rheumatologen als auch bei einem internistischen Rheumatologen(der zudem noch Gastroenterologe ist).
    Somit habe ich die optimale Betreuung, allerdings, meine Docs habs es mit mir nicht grade leicht, da ich auf viele Medis halt allergisch reagiere.

    @ Jürgen: der Vergleich ist sehr gut!
    Weniger Gas geben, das wird schwierig, da ich zu den "schlechten Essern" gehöre und schon immer am kämpfen bin, meine regelmässigen Mahlzeiten einzunehmen! Mehr bremsen - o.k., aber ohne Rücksprache mit meinem Doc traue ich mir das nicht zu, da ich halt mit solchen Situationen so gar keine Erfahrung habe.

    Ich danke Euch allen noch mal sehr herzlich für Euer Schreiben, viell. gibts ja da und dort noch eine Frau, die Erfahrung mit den Hormonen hat.
    Ich werde auf jeden Fall jetzt erst mal das Gel versuchen - bei Pflastern hab ich eher ein wenig Bedenken - ich habe eine Pflasterallergie - wie kanns auch anders sein:)

    lg Siggy
  • Joa

    Rang: Gast
    am 13.10.2010 01:33:43
    Hallo Siggy,

    > Ich bin 2001 an Rheuma erkrankt und
    > 2005, nach einer Hochdosis-Therapie
    > mit Cortison habe ich auch noch
    > Diabetes bekommen.

    hast Du mit deinen Ärzten schon mal "Anakinra" als Medikation in Betracht gezogen?

    Das ist ein Entzündungshemmender Rezeptorenblocker, der bei Rheuma schon seit längerer Zeit zugelassen ist, bei Diabetes aber zur Zeit noch off-Lable wäre.

    Allerdings kann Anakinra auf beiden Baustellen erfolgreich wirken.

    Gruß
    Joa

  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 13.10.2010 11:26:53
    Moin Siggy,

    hab doch grade diese Antwort in einen anderen Fred geschrieben ;-(

    Im Gegensatz zu Dir kann Dein Dok nur schätzen, was Du vielleicht zu welchem Essen mehr an Insulin brauchen könntest. Er macht das, indem er Dich zunächst nach Hypos fragt. Wenn Du keine hast und er auch meint, dass Du weniger BZ haben solltest, erhöht er Deine BE-Faktoren um eine Einheit. Wenn Du in den nächsten Tagen dann die eine oder andere Hypo hast, nimmt er die Empfehlung wieder zurück. Wenn Du keine Hypo hast und bei Deinem nächsten Besuch in ein paar Wochen noch immer von BZs berichten kannst, die auch in seinen Augen zu hoch sind, erhöht er Deine BE-Faktoren wieder um eine Einheit usw.

    Dabei kannst Du selbst im Rahmen von ein paar Tagen sehr viel zutreffender herausfinden, zu welchen Tageszeiten Du wie viel weniger Gas geben - Fett und Eiweiß statt Stärke=Zucker essen - kannst oder wie viel mehr Bremsen - mehr IEs spritzen - musst, um dir einen gesünderen BZ-Verlauf zu machen. Dazu brauchst Du nur alles wie bisher zu machen, wie üblich Messen-Spritzen-Essen und dann aber in Halbstundenschritten nach dem Essen messen, wie der BZ ansteigt und wieder absinkt bis er nicht mehr weiter sinkt. Am besten nur jeweils immer zu einer Mahlzeit, weil der Insulinbedarf sich über den Tag ändern kann.

    Wenn er auf der selben Höhe zu sinken aufhört, auf der Du vor dem Essen gespritzt hast, haben BEs und IEs mengenmäßig zusammen gepasst. Wenn er niedriger als beim Spritzen absinkt, waren es weniger BEs oder mehr IEs als notwendig. Dann nimmt man bei der nächsten Mahlzeit zur selben Tageszeit das gleiche Futter und 1 IE weniger und schaut, wie der BZ dann anschließen verläuft. Und das macht man so lange, bis Futtermenge und Insulinmenge zueinander passen. Und umgedreht genau so, wenn der BZ mit der Messreihe nach dem Essen höher ausläuft. Dann erhöht man eben an den Folgetagen zur selben Tageszeit für das gleiche Futter die Insulinmenge um jeweils 1 Einheit, bis der BZ beim Wirkauslauf passt :-)

    Daumendrück, Jürgen
  • Daniela

    Rang: Gast
    am 13.10.2010 12:40:48
    Alsooo. denke da muss ich noch mal nachlegen.

    Nur Messen, Spritzen, Essen ist es nicht. Nach Cortisongabe ist der kommenden Resistenz durch Cortison durch Insulingabe vorzubeugen , hat man dies versäumt, sitzt man in der Resistenzfalle(gut erkennbar an hoch schiessenden pp-Werten) - das wird wahrscheinlich hier der Fall sein. Aus dieser Stoffwechsellage muss man erst einmal heraus kommen, aber der Körper hat da eine Lösung, es kommt zu einer erhöhten Insulinempfindlichkeit (bei mir war das dann immer nachts ab 0 Uhr wenn ich morgens Cortison bekommen habe).
    Folge sind nächtliche Unterzuckerungen.

    Interessant wird das Ganze wenn die Cortisoneinnahmen unkoordiniert ablaufen und nach 3 Tagen dann die Eigenproduktion von Cortisol eingestellt wurde, dann sind die Erfahrungen der Tage zuvor hinfällig (auch wenn das eigene Cortisol im Vergleich zu den Cortsiongaben niedrig ist, es macht einen Unterschied) und man hat Unterzuckerungen.

    Ich würde die Wechseljahre hier einfach mal als nebensächlich betrachten und die meisten Schwankungen dem Cortison zuschreiben.
    Bei Rheuma werden m.W. nach recht hohe Dosen von Cortison verabreicht, man muss wissen welches Präparat wie und wann in welcher Dosierung gegeben wurde und kann dann handeln.
    Zuerst aber Resistenz durch Lipolyse einfangen, dann Cortsionresistenz vorbeugen und danach erst sieht man welche Auswirkungen die Wechseljahre wirklich haben.

    Wieviel Cortison und welches Präparat ist es denn?

    LG, Daniela
  • Korrektur Daniela

    Rang: Gast
    am 13.10.2010 12:43:54
    Upps, hab gerade gesehen, Cortsiongabe erfolgt derzeit nicht..

    OK. Dann muss erst die Lipolyse weg, danach zeigt sich welche Probleme durch Wechseljahre und Allergie wirklich da sind.

    Hast Du einen Spritz-Ess-Abstand?

    LG, Daniela von Korrektur Daniela