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seiit kurzem Diabetiker Typ-2

  • Rang: Anfänger
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    Mitglied seit: 09.07.2019
    am 09.07.2019 13:05:21 | IP (Hash): 1955858301
    Hallo,
    ich wollte mich kurz vorstellen und schauen ob mir jemand ein paar Tipps geben kann.
    Ich bin 49, habe seit 2 Jahren morgens erhöhte Zuckerwerte und bin jetzt ganz aktuell als Diabetiker Typ2 eingestuft worden. Ich habe einen Arzt gefunden, der meinem Wunsch entsprechend eine pharmazeutische Behandlung vorerst nicht anwenden will, sonder auf konventionellem Weg versucht mir zu helfen. Also durch Gewichtsreduktion (BMI 32), mehr Bewegung und durch eine Änderung der Ernährungsweise. Also machen muss ich das ja aber er berät und begleitet mich und gibt mir Rückmeldung bezüglich des Diabetes.
    Ich bin von Natur aus neugierig und vereinfachende Erklärungen wie klemmende Türen oder verzogene Türrahmen sind mir etwas zu einfach. Kann jemand Literatur empfehlen die etwas in die Tiefe geht aber noch keine medizinische Fachliteratur ist?
    Die gleiche Frage habe ich zum Thema Ernährung.
    Ich habe mich zu beiden Themen umgeschaut aber es gibt so viele Bücher, dass es schwierig ist etwas zu finden was auch noch etwas taugt.
    Tipps und Literaturempfehlungen für den Anfänger sind sehr willkommen.
    LG
    Michael

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    am 09.07.2019 16:13:11 | IP (Hash): 1860270430
    Wenn 24/7 gesunder Blutzucker-Verlauf ohne Medis Dein Ziel ist, dann hier erstmal ein Bild davon https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Glucose-insulin-day-german.svg
    Und hier ein bewährtes Rezept für wie schon viele tausend Betroffene dahin gekommen sind https://docs.wixstatic.com/ugd/32a606_db20057cf9b5496ea94c7d7d2d6f0cde.pdf
    Persönlich komme ich zwar nicht ohne Insulin aus, aber davon brauche ich für ein Essen nur die Hälfte, wenn ich direkt nach dem Essen 20-30 Minuten Bewegung mache. Braucht nicht besonders sportlich zu sein. Bei ner Oma mit Hund hat für gesunden BZ ohne Medis gereicht, direkt nach den ganz normalen Mahlzeiten 20-30 Minuten mit dem Hund Gassi zu gehen. Ohne Gassigang hatte sie ne Stunde nach dem Einverleiben 250-300 mg/dl.

    Ich kenne zwar viele Bücher, aber in keinem kommen die obigen einfachen praktischen Schritte vor. Am nächsten kommt dem Hans Lauber mit “Fit wie ein Diabetiker”.
    Wichtig ist, dass Du aus dem, was nach dem Blutzucker-Messer bei Dir am besten funktioniert, Deinen Plan machst, mit dem Du 24/7/365 gut zurecht kommst. Daumendrück !

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
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    am 09.07.2019 17:31:56 | IP (Hash): 1471297710
    Hallo Michael,

    du kannst dir ja mal folgende Bücher ansehen:
    - Jason Funk, Diabetes rückgängig machen
    - Katja Richert, Stopp Diabetes, Praxisbuch

    In beiden Büchern wirst du sowohl informative und verständliche Erläuterungen über Typ2-Diabetes als auch sinnvolle Ernährungsvorschläge finden.

    Viel Erfolg, Rainer
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    am 09.07.2019 19:34:39 | IP (Hash): 1119040100
    Hallo ihr beiden, vielen lieben Dank für die Antworten.
    Ja genau das ist mein Ziel 24/7 ohne Medis korrekt eingestellt. Ich werde wirklich anfangen rum zu testen. Was passiert mit dem Wert wenn ich das uns das esse ...usw . Macht es Sinn, die Überschreitung der Nierenschranke über den Urin zu testen? (Wenn ich den Zusammenhang richtig verstanden habe) und was sagt mir das genau?
    Das mit der Bewegung unmittelbar nach dem Essen habe ich erst vor kurzem gehört und es macht Sinn.
    Die Bücher werde ich mir anschauen, vielen Dank nochmal für die Hinweise.
    LG
    Michael
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    am 09.07.2019 20:49:56 | IP (Hash): 1471297710
    GLUT-4i schrieb:
    Macht es Sinn, die Überschreitung der Nierenschranke über den Urin zu testen? (Wenn ich den Zusammenhang richtig verstanden habe) und was sagt mir das genau?

    Nein, das macht wenig Sinn. Glukose kannst du mit den Urinteststreifen erst feststellen, wenn der BZ längere Zeit über der Nierenschwelle (ca. 180mg/dl) gelegen hat. Von gesunder BZ-Führung wäre das zu weit entfernt.

    Dein Vorhaben macht nur Sinn, wenn du den BZ mit einem BZ-Messgerät überprüfst. Ein Messgerät kannst du bei den meisten Herstellern kostenlos anfordern. Die Teststreifen musst du allerdings selbst bezahlen. Frage deinen Arzt auch nach einem Rezept für Teststreifen. ie ersten 50 Stück kann er dir nach den Leitlinien problemlos verschreiben. Falls er es ernst meint, dass er dich unterstützen will, dann wird er das bestimmt machen.

    Viel Erfolg, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 09.07.2019 20:51:09. Grund: .
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    am 09.07.2019 21:10:06 | IP (Hash): 1860270430
    Beide genannten Bücher erklären den höheren Blutzucker beim Typ2 mit Insulinresistenz: Demnach sperren sich die Zellen gegen die Aufnahme der Glukose, die sie eigentlich aufnehmen müssten.

    Das liest sich zwar sehr einleuchtend, vor allem, wenn dafür auch noch die überfüllte U-Bahn in Tokio herangezogen wird, ist aber sachlich absoluter Quatsch.
    Denn gesund gibt es keine Mindestmenge an Glukose, die irgendwelche Zellen unbedingt abnehmen müssten. Gesund legt die Leber in den Körpervorlauf immer nur so viel Glukose nach, wie im Körperrücklauf zum normal gesunden gefehlt hat. Und das ist genau die Menge, die die Zellen des Organismus gerade verbraucht haben.
    Warum mit T2 zunehmend mehr Glukose ausgegeben wird, als verbraucht wird, ist tatsächlich noch immer ein völliges Rätsel, das mit beiden Büchern seiner Auflösung keinen Deut näher kommt :(

    Die Bücher sind beide gut für ein gutes Stück Motivation, sich nicht einfach nur state of the art behandeln zu lassen, sondern die Verantwortung für die eigenen Gesundheit in die eigenen Hände zu nehmen!

    Zur Nierenschwelle:
    Alle ...gliflozine senken die. Hintergrund: Die Nieren setzen 24/7 ca 180 Liter Flüssigkeit als Primärharn um, aus dem normal alles wieder in den Blutkreislauf zurück gefiltert wird, was noch gebraucht wird. Auch Glukose bis zur Menge von 160-180 mg/dl. Alles darüber wird in die Blase abgeleitet, jedes mg/dl mit 5 mg/dl Wasser, die es gebunden hält. Die Gliflozine senken die Schwelle, bis zu der zurück gefiltert wird auf ca 140mg/dl.
    Wichtig ist bei der Betrachtung aber auch die des gesamten Flüssigkeitsumsatzes in unserem Kreislauf mit den durchschnittlich 5 Litern GesaMTVolumen, das in Ruhe 1mal pro Minute durchgepumpt wird, mit zunehmender Bewegung bis zu 5mal pro MInute. Im Vergleich zur gleichermaßen belasteten Gesamtmenge daraus ist die über den Primärharn ein mehr oder weniger großes bisschen entlastete Menge gerade mal ein etwas größerer Fliegenschiss.

    Viel vernünftiger, als überflüssige Glukose anschließend auszupinkeln, ist aus meiner Laiensicht, sie gar nicht erst einzufüllen.

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
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    am 10.07.2019 16:13:44 | IP (Hash): 1955858301
    @Rainer
    ich teste ja mit einem BZ Testgerät mit stechen und Teststreifen. Ich hatte es nur so verstanden, dass die Überschreitung der Schwelle einen u.U. diagnostischen Wert darstellt. Ob sich die Schwelle nach oben oder unten bewegt oder so.
    Derzeit bin ich von normalen Werten noch weit entfernt. Nüchtern liegt er morgens bei 140-260, also sowieso über allen Grenzen.

    @hjt-Jürgen
    Also ist der erhöhte Insulinwert eher auf eine Fehlinterpretation der Leber des Rücklaufwertes zu erklären (würde die Leber den hohen Wert richtig interpretieren würde sie ja aufhören weiter Zucker auszuschütten? oder geht es ausschließlich um die Differenz Vor-/Rücklauf?) als mit den "klemmenden Türen" also des Mangels an GLUT-4 in den Zellen?
    Ich weiß wir sind keine Mediziner aber ich bin schon viele Jahre chronisch krank und fühle mich immer besser wenn ich zumindest Ansatzweise verstehen kann über was die Ärzte eigentlich reden und vor allem, wann sie selbst keine Ahnung haben ;)
    OK das mit der Schwelle wird langsam etwas klarer. Es ist also nicht der "Kollaps" der Niere sondern ihre, quasi ganz normale, Filterfunktion. Die möglichen Folgen leuchten auch ein, wie Blasenentzündung durch Nährboden Zucker usw. Und für den Zuckerwert bringt dieser Weg der Ausscheidung nicht viel, wenn ich dich richtig verstanden habe?

    LG
    Michael
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    am 10.07.2019 18:37:06 | IP (Hash): 1983084194
    GLUT-4i schrieb:
    @Rainer, ich teste ja mit einem BZ Testgerät mit stechen und Teststreifen. Ich hatte es nur so verstanden, dass die Überschreitung der Schwelle einen u.U. diagnostischen Wert darstellt. Ob sich die Schwelle nach oben oder unten bewegt oder so.
    Derzeit bin ich von normalen Werten noch weit entfernt. Nüchtern liegt er morgens bei 140-260, also sowieso über allen Grenzen.

    Nein, die Nierenschwelle steht fest, bei den meisten ungefähr bei 180mg/dl. Da bewegt sich nichts und für die Diagnose hat der Wert auch keine besondere Bedeutung.

    Wenn deine Werte langsam nach unten gehen, dann kannst du ganz beruhigt weiter machen. Eile ist nicht notwendig. Die Nüchternwerte gehen übrigens als letztes nach unten. Das passiert sozusagen im Nachgang nachdem du die Nachessenswerte besser hinbekommen hast.

    Alles Gute, Rainer
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    am 10.07.2019 19:38:05 | IP (Hash): 512375178
    Wer da was von den Mitspielern in unseren Regelkreisen unzutreffend interpretiert, ist bislang noch nicht wirklich rausgefunden. Ein Stückchen weiter haben die bariatrischen OPs gebracht, Magenverkleinerungen und -umgehungen, wo nahezu immer nach 6-8 Tagen eine plötzliche Normalisierung von Glukose- und Insulinausgabe beobachtet werden kann. Prof. Taylor, Newcastle, hat die ohne Skalpell mit VLCD inklusive Normalisierung nachgebaut und nach allen Regeln der Kunst vermessen.

    Erklärt wird inzwischen übereinstimmend, dass mit der extrem verringerten Nahrungszufuhr zuerst das Fett in der Leber zur Energiegewinnung abgebaut wird. Und wenn das bis zu einem bestimmten Punkt aufgebraucht ist, flutscht die BZ- und Insulinregelung wieder in den gesunden Normalzustand.
    ABER der Flutschpunkt ist individuell seeehr verschieden, bei der einen schon bei noch 80% Verfettung und beim anderen erst bei nur noch 20%. Und das allein sagt, dass es für das Umschalten von Diabetes auf gesund und umgekehrt eine übergeordnete Regelinstanz geben muss. Zudem haben und kriegen wohl auch die meisten Fettlerbern keinen Diabetes, während die meisten T2 wohl ne Fettleber haben. Da liegt nahe, dass das eine wohl das andere in irgendeiner Weise bedingt, die allerdings noch entdeckt werden will.


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