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    am 03.08.2019 14:01:43 | IP (Hash): 221596618
    Hallo
    Bei mir wurde Mitte Juni Diabetes Typ 1 diagnostiziert.
    Bin auch bei einem Diabetologen in Behandlung. Eine Octothrphologin stellt mir die Insulindosis ein. Die Praxis hatte jetzt 3 Wochen Urlaub.
    Ich soll morgens, mittags, abends vor dem Essen BZ messen. Je nach Wert Insulin spritzen. Dann soll ich die Hauptmahlzeiten alle 4 Stunden essen.
    Um 22:00 Uhr dann mal ein Langzeitinsulin 8 Einheiten. KE berechnen und danach spritzen soll ich nicht. Wäre nicht nötig.
    Mal sind meine Werte in Ordnung. Mal viel zu niedrig oder viel zu hoch.
    Ich weiss nicht so recht woran das liegen kann. Ich esse alle Sachen in Vollkorn, also Brot, Reis Nudeln, Kartoffeln, viel Gemüse.
    Auf der Arbeit ess ich morgens ein Müsliriegel und ein Balisto dann, geht es mittags so ungefähr. Vor meiner Diagnose hab ich ich nie soviel Süßes wie jetzt gegessen.
    Das Süsse dann eher mit Genuss. Jetzt esse ich das Süsse so schnell zwischendurch um nicht umzufallen. Es macht keinen Spass.

    LG



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    am 03.08.2019 14:31:20 | IP (Hash): 1156027527
    sabine46 schrieb:
    KE berechnen und danach spritzen soll ich nicht. Wäre nicht nötig.
    Mal sind meine Werte in Ordnung. Mal viel zu niedrig oder viel zu hoch.

    Hallo Sabine,

    ganz schöner Quatsch, was die Octothrphologin dir da beibringen will. Sag ihr ruhig, dass du es aber so machen willst oder suche dir jemand anderen zum Anleiten. Notfalls bekommst du das auch alleine hin. Allerdings wird es in keinem Fall von heute auf morgen perfekt klappen - zum Üben und immer besser werden brauchst du viel Zeit.

    Am Anfang solltest du erst mal zusehen, dass du die niedrigen Werte reduzierst. Nimm vielleicht von den vorgesehenen Dosen aus deiner Tabelle erst mal 2/3. Wenn das noch nicht ausreicht, dann reduziere eventuell auch noch das Basalinsulin.

    Wenn du gute Infos zu ICT für Typ 1er haben willst, dann sieh dir das mal an:
    https://www.diabetesinfo.de/fortgeschrittene.html

    Viel Erfolg, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 03.08.2019 14:32:02. Grund: .
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    am 03.08.2019 14:48:46 | IP (Hash): 867316925
    Wie Du’s beschreibst, hast Du eine mittelalterliche erste Einstellung erhalten und aus meiner Sicht damit jeden Grund, dem Laden die Freundschaft zu kündigen. Aber was kannst Du JETZT tun?

    Wo Du so viel Süßkram essen musst, um die zuviele Insulinwirkung auszugleichen, würde sich als erstes empfehlen, die Dosis-Vorgaben in der Liste zu halbieren. Und auch das KANN noch zuviel sein.
    Denn es kommt häufig vor, dass die restlichen Beta-Zellen sich mit der Entlastung durch die Insulinbehandlung noch mal etwas erholen und für einige Tage bis Wochen selbst wieder einen guten Teil bis alles zum notwendigen Insulin beitragen.

    Dein Mittagessen liegt je jetzt so um 3 Stunden zurück. Was misst Du denn jetzt für einen Blutzucker?

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
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    am 03.08.2019 15:11:39 | IP (Hash): 1747771846
    Hallo,
    Danke für die Antworten. Die Dosis so einfach ändern wollte ich nicht. Hab Montag nochmal einen Termin bei ihr.
    Dann hab ich doch recht, dass man nach KE spritzen muss. Das lese ich doch immer wieder.
    Oder kommt das noch später?
    LG
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    am 03.08.2019 15:38:35 | IP (Hash): 867316925
    Insulin zum Essen wird immer mit dem Ziel gespritzt, dass nach dem Wirkauslauf vom Essen und dem vom Insulin 3-4 Stunden weiter der Blutzucker wieder auf der Höhe wie vor dem Essen ankommt. Und wo bei normaler Ernährung die KHs den Hauptanteil auf dem Teller machen, schätzt man die und nimmt z.B. 0,5 bis 5 Einheiten (bei vielen auch noch viel mehr) pro 10g KH = 1 KE. Auch der Rest auf dem Teller braucht Insulin. Aber das wird bei ärztlichen Einstellungen praktisch immer weggelassen. Normal sagt der Arzt, dass die Dosis passt, wenn mit 100-140 vor dem Essen gestartet und 4-5 Stunden weiter vor der nächsten Mahlzeit auch wieder 100-140 mg/dl gemessen werden.

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    am 03.08.2019 17:51:50 | IP (Hash): 1156027527
    sabine46 schrieb:
    Die Dosis so einfach ändern wollte ich nicht. Hab Montag nochmal einen Termin bei ihr.

    Warum nicht? Du kannst doch beides tun: Als Sofortmaßnahme die Dosis selbstständig reduzieren und dann das weitere Vorgehen mit der Dame absprechen.

    Selbstständig anpassen wird in Zukunft deine normale Aufgabe sein. Es wird gar nicht möglich sein, dein ganzes restliches Leben lang irgendwo nachzufragen, ob das nun richtig ist und ob du das auch darfst. Lernen wirst du sowieso am meisten durch "trial & error". Wichtig ist nur, dass du vorher das Risiko abschätzt. Wenn du die Insulindosis moderat reduzierst, um Hypos zu vermeiden, dann reduzierst du damit auch die kurzfristigen Risiken. Langfristig must du dich natürlich auch darum kümmern, dass der BZ nicht allzu oft zu hoch verläuft. Daraus ergeben sich aber auch nur langfristig Risiken. Also nur Mut, groß schief gehen kann bei so einer Reduzierung in diesen zwei Tagen nichts.

    Viel Erfolg, Rainer
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    am 03.08.2019 20:34:23 | IP (Hash): 509093202
    sabine46 schrieb:
    Hallo,
    Danke für die Antworten. Die Dosis so einfach ändern wollte ich nicht. Hab Montag nochmal einen Termin bei ihr.
    Dann hab ich doch recht, dass man nach KE spritzen muss. Das lese ich doch immer wieder.
    Oder kommt das noch später?
    LG



    Hallo Sabine,

    wenn man ambulant eingestellt wird, kommt es häufiger vor, dass man erstmal einige Tage nach Spritzplan spritzen soll. Wobei das nur bedingt hinhaut, man muss halt dann genau soviel essen, wie vom Arzt festgelegt worden ist. Bei weniger oder mehr funktioniert es nicht mehr. Deshalb wird man meistens schnell auf das Spritzen nach KE eingestellt. Aber das kann man erst selbst machen, wenn man es in den entsprechenden Schulungen (Einzel/Gruppe) gelernt hat, wie viel KE die Lebensmittel haben, was die jeweiligen IE-Faktoren sind und was der Korrektur-Faktor bei dir ist.

    Vielleicht solltest du auch mal in Erwägung ziehen, ob du nicht für deine Einstellung akutstationär in eine Klinik (wichtig mit richtiger Diabetes-Abteilung, nicht irgendein Dorf-Krankenhaus) gehen möchtest.

    LG July
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    am 03.08.2019 20:52:04 | IP (Hash): 867316925
    July95 schrieb:
    Wobei das nur bedingt hinhaut, man muss halt dann genau soviel essen, wie vom Arzt festgelegt worden ist. Bei weniger oder mehr funktioniert es nicht mehr.


    Liest sich so, als wenn der Arzt genau wüsste, was passt. Das muss aber auch der fähigste Diabetologe mit jedem neuen Diabetes-Patienten über Wochen testen, bis die beiden zusammen herausgefunden haben, was gerade ausreichend passt.
    July95 schrieb:
    Vielleicht solltest du auch mal in Erwägung ziehen, ob du nicht für deine Einstellung akutstationär in eine Klinik (wichtig mit richtiger Diabetes-Abteilung, nicht irgendein Dorf-Krankenhaus) gehen möchtest.


    Ich weiß bis heute von keiner Klinik-Einstellung, die im darauf folgenden Alltag auch nur einigermaßen gepasst hätte. Das liegt ganz einfach schon an den völlig verschiedenen Tagesabläufen.

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
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    am 03.08.2019 21:04:16 | IP (Hash): 509093202
    hjt_Jürgen schrieb:
    July95 schrieb:
    Wobei das nur bedingt hinhaut, man muss halt dann genau soviel essen, wie vom Arzt festgelegt worden ist. Bei weniger oder mehr funktioniert es nicht mehr.


    Liest sich so, als wenn der Arzt genau wüsste, was passt. Das muss aber auch der fähigste Diabetologe mit jedem neuen Diabetes-Patienten über Wochen testen, bis die beiden zusammen herausgefunden haben, was gerade ausreichend passt.
    July95 schrieb:
    Vielleicht solltest du auch mal in Erwägung ziehen, ob du nicht für deine Einstellung akutstationär in eine Klinik (wichtig mit richtiger Diabetes-Abteilung, nicht irgendein Dorf-Krankenhaus) gehen möchtest.


    Ich weiß bis heute von keiner Klinik-Einstellung, die im darauf folgenden Alltag auch nur einigermaßen gepasst hätte. Das liegt ganz einfach schon an den völlig verschiedenen Tagesabläufen.



    Es geht über die Übergangsphase. Von meistens wenigen Tagen.
    Wobei ich gerade nochmal nachgelesen habe und festgestellt habe, dass die Diagnose nicht - wie ich angenommen habe - Mitte Juli, sondern schon Mitte Juni erfolgt ist.

    @Sabine gut gemeinter Tipp, such dir schleunigst eine andere gute Diabetologische Schwerpunktpraxis von der DDG zertifiziert, die auch Schulungen anbieten. Was die Praxis mit dir macht, geht in der Übergangsphase von weniger Tagen, bis man das KE zählen und berechnen schafft. Aber auf keinen Fall dauerhaft!

    Adressen beispielsweise hier:
    https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/arztsuche.html
    oder hier:
    https://www.diabsite.de/wegweiser/adressen/diabetologen/index.html

    LG July
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    am 04.08.2019 14:20:17 | IP (Hash): 979222937
    Hallo
    Ich war doch im Krankenhaus. Weil ich als Notfall eingeliefert wurde. Dort hat man angefangen mich einzustellen. Eine Schulung habe ich dort auch bekommen.
    Im Krankenhaus ist aber kein Alltag, mit Arbeit und so. Ausserdem gibt es da ungesundes Essen.

    Morgen beim Termin werde ich nochmal betonen, dass ich anders eingestellt werden will. Die Dame muss ja sehen, dass es nicht immer so gute Werte sind.
    Vielleicht haben sie es so gemacht, weil die Praxis 3 Wochen geschlossen war.

    LG