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Wie umgehen mit der Situation?

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 1
    Mitglied seit: 02.11.2019
    am 02.11.2019 23:23:09 | IP (Hash): 862103944
    Guten Abend,
    ich habe mich in großer Verzweiflung hier neu angemeldet. Es geht um meinen Partner (40). Seit 7 Jahren ist sein Typ 2 Diabetes bekannt und er nimmt seine Erkrankung nach wie vor nicht ernst. Mittlerweile ist es so, dass es seine Medikamente (Siofor 1000mg) gar nicht mehr zu sich nimmt. Den BZ misst er sich zur Selbstkontrolle auch seltenst (ca 1x im Jahr). Auf seine Ernährung achtet er ebenfalls in keinster Weise. Sein Nüchternwert lag bei der letzten BE bei 251mg/dl, HbA1c bei 12,5! Ich komme selbst aus dem medizinischen Bereich und mir tun diese Werte und dieser Lebensstil (Raucher ist er auch noch) in der Seele weh! Sein Hausarzt meint, es sei alles in Ordnung!!!! Als ich das gehört habe, dachte ich mein Schwein pfeift. Ich bin echt verzweifelt, da ich Angst vor der Zukunft (wir haben 3 Kinder und vor 3 Jahren gebaut) habe. Aber ich kann ihm nicht helfen, da er immer gleich komplett abblockt. Gibt's Tipps wie ich mit allem besser umgehen kann? Am liebsten würde ich das Gespräch mit seinem Arzt aufsuchen, geht natürlich zwecks Datenschutz nicht. Eigentlich müsste er stationär aufgenommen werden und richtig eingestellt werden, aber davon sind wir Millionenjahre entfernt. Ich weiß nicht was ich tun soll und habe große Angst, ihn durch diese Krankheit zu verlieren.
    Liebe Grüße,
    Kathi
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 3030
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 03.11.2019 09:29:22 | IP (Hash): 1095836847
    Hallo Kathi,

    du hast zwei große Probleme: deinen Mann, der nichts ändern will und seinen Arzt, der offensichtlich keine Ahnung von Diabetes hat. Das Problem mit dem unfähigen Arzt, der bei solchen BZ-Werten neben Metformin (Siofor) keine wirksamen Diabetesmedikamente anbietet, ist wahrscheinlich sogar das schlimmere.

    Versuche mal, einen Weg zu finden, deinen Mann zum Diabetologen zu bekommen. Vielleicht reicht es, wenn du für ihn einen Termin vereinbarst. Vielleicht funktioniert es besser, wenn du seinen Arzt aufforderst, deinem Mann endlich eine Überweisung zum Facharzt auszustellen. Auf jeden Fall braucht er dringend eine richtige Behandlung für den Diabetes. Falls er Siofor nur nicht nimmt, weil er damit unter unerträglichen Magen-, Darmproblemen leidet, dann findet Der Diabetologe auch dafür eine Lösung.

    Eine regelmäßige BZ-Selbstkontrolle wäre zwar hilfreich, ist aber kein Muss. Die vierteljährliche Kontrolle beim Diabetologen und die passenden Medikamente reichen auch aus, um den Diabetes ausreichend im Griff zu behalten.

    Viel Erfolg, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 03.11.2019 09:29:36. Grund: .
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 4413
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 03.11.2019 12:48:47 | IP (Hash): 720133710
    Wenn der tolle Hausarzt den Typ 2 als unaufhaltsam fortschreitende Krankheit dargestellt hat, die unaufhaltsam Folgekrankheiten generiert, die alle zusammen immer mehr vom Leben abfressen (so hab ich das mal gelernt), hat dieser tolle Arzt recht, dass es Deinem Mann doch jetzt noch super gut geht. Und Dein Mann lebt halt jetzt, was noch zu leben geht, bis die unaufhaltsam drohende Ablebensfolter einsetzt, der er sich eh nicht entziehen kann.

    Könnte also gut sein, dass gründlich ändern würde, wenn er zum unaufhaltsam immer mehr kranken Leben mit Typ 2 von der Alternative mit dem völlig gesunden Leben mit Typ 2 erfahren würde. Wenn er lesen würde, z.B. Hans Lauber "Fit wie ein Diabetiker" und auch Katja Richert "Stopp Diabetes".

    Ich hatte übrigens HBA1c 15und und nüchtern 400und, als der Dok mich vor über 25 Jahren eingefangen hat. Dabei nen täglichen Flüssigkeitsumsatz von wenigstens 15 Litern, und der Nephrologe hat dann Nierenfortsätze/erweiterungen entdeckt, die eher auf Jahre als auf Monate in der Art schließen ließen. - Nur mal so zur kleinen Entlastung von dem Zeitdruck, unter dem Du dich ganz bestimmt gerade mächtig eingequetscht fühlst. Daumendrück

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 13.05.2016
    am 06.11.2019 17:21:30 | IP (Hash): 547640125
    Hallo Kathi,
    die Werte, die er dir zumindest gesagt hat, sind wirklich schlimm - um das zu sehen, brauchst du kein Gespräch mit seinem Arzt.
    'Alles in Ordnung' hat dir dein Mann gesagt ! und flunkert ev.
    Wer will schon hören: Auf Ernährung achten, abnehmen ? (s. Metformin) und sowieso und immer Rauchen aufhören.
    Dein Mann muss schon selber begreifen, daß er was verändern muss.
    Und bei Abblocken hast du gar keine Chance.
    Dein Vorschlag 'stationäre' Einstellung kann passen, meins wäre's nicht.
    Ich selber wurde ambulant auf Insulin eingestellt (Typ 1).
    War sehr anstrengend, und Schulung nach der Arbeit.
    Das ist dann aber der Praxistest im Alltag mit ganz anderen Bedingungen als in einer Klinik wie unter einer Glasglocke. Dann weißt du was, und praktisch im Stress (Beruf/Familie) und die Bedingungen für BZ sind dann ganz anders und man muss dann doch die Medikamente anpassen.

    Trotzdem könnte es dir gelingen, deinem Schatz ins Gewissen zu reden.
    Ganz klare Abmachungen:
    1) Wenn du dich umbringen willst, dann mach' so weiter.
    Und bilde dir nicht ein, daß ich dich pflege, wenn du blind wirst und dir die Füße amputiert werden.
    Suche dir schon mal einen Pflegedienst.

    2) Deine Sorge gilt ja nun auch deinen Kindern, der gesamten Familie und dafür bei gemeinsamer Zeit klare Bedingungen stellen:
    a) Rauchen vor der Tür oder allenfalls ein Raucherräumchen einrichten
    b) Bei gemeinsamen Mahlzeiten auf normal gesunde Ernährung achten wie schon für die Kinder und dich, spezielle Ermahnungen bzgl. Diabetes sind da nicht nötig, entspricht sowieso der so allgemein üblichen Empfehlungen
    https://www.diabetes-ratgeber.net/Ernaehrung
    c) Ev. etwas gemeinsam unternehmen und wenn's nur ein Spaziergang ist, oder Radfahren oder was die Kinder so mögen

    3) Subtiler wären Hinweise von dir an ihn als Paar
    a) Begrüßungskuss ? Nö, putz dir erst die Zähne, küss' doch einen Aschenbecher
    b) Klamotten stinken - wech in besondere Ecke damit
    c) In dein Bett ? Nö, du riechst nicht gut - duschen wäre nett

    Liebe Kathi, das könnte echt anstrengend für dich werden.
    Habe auch so ein Exemplar an meiner Seite, der die Rollladen runterlässt, bei ganz vorsichtigen Tipps, doch mal mehr auf die Gesundheit zu achten.
    Redet dann einfach nicht mehr mit mir über mehre Tage, was wirklich schwer auszuhalten ist.
    Aber gegen eine Mauer zu reden, hat auch keinen Zweck, diesen emotionalen Aufwand kann sich frau ersparen.
    Die Diabetikerin bin übrigens ich, ist auch besser so, komme damit besser klar.

    Liebe Grüße & bleibe tapfer !
    Elfe
    Bearbeitet von User am 06.11.2019 17:25:34. Grund: s