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Leberfasten und Typ 2 Remission

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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 23.11.2019 17:58:00 | IP (Hash): 1480313393
    Seit mehr als 20 Jahren wird bei immer mehr bariatrischen Operationen (Magenverkleinerungen bis -umgehungen) von Typ 2 Schwergewichten um eine Woche nach der OP praktisch von einem Tag auf den anderen eine gesunde Normalisierung des Blutzuckers beobachtet und weitere 2-3 Wochen weiter auch die völlige Normalisierung der Insulinausgabe. Also auch keine Insulinresistenz mehr. Die OP hat Professor Taylor, Newcastle, mit einigen Freiwilligen ohne Skalpell nachgestellt: Sie durften für die Teststudie jeden Tag nur so viel essen, wie die OP-Opfer essen konnten, etwa 600 kcal, und auch ihr BZ-Tacho zeigte nach einer Woche statt der vorher voll diabetischen völlig gesunde Werte. Gleiches beim Zurückdrehen der Insulinresistenz.
    Natürlich hat Taylor seine Probanden vor und während und nach der Teststudie fortlaufend stoffwechsel- und endomäßig intensivst untersucht und vermessen. Das übereinstimmende Ergebnis: Mit unterschreiten der individuellen Leberfett-Grenze gibt die Leber wieder nur noch so viel Glukose aus, wie tatsächlich gebraucht wird, und so geht das auch etwas später mit dem Unterschreiten der individuellen Fettgrenze im Pankreas und der Ausgabe vom Insulin.

    Taylor und andere haben den Behandlungsablauf nach der Studie längst vielfachst nachgebaut mit immer demselben guten Ergebnis, und das wird inzwischen auch zunehmend vom DiRECT Programm in GB bestätigt. Darin wird der Verlauf nach der Diagnose Typ 2 mit zur Hälfte konventioneller Behandlung und zur anderen Hälfte Remission nach Taylor verglichen, mit erwartet gutem und schlechtem Ergebnis: Gut direkt in den ersten Wochen der Behandlung mit Normalisierung von Zucker und Insulin und im ersten Jahr mit dem Halten dieses Erfolgs, und mies nachlassend dann mit den weiteren, weil dort ganz offensichtlich auf jede Form des entsprechend nachhaltigen Umgestaltens des alltäglichen Verhaltens über das pauschal übliche Wenigeressen und Mehrbewegen verzichtet wird.

    Selbstverständlich fände ich gut, wenn die Fachmedizin allen Typ 2 Neudiagnosen hier in D die Wahl zwischen konventioneller Behandlung und Remission möglich machen würde!

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    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen passen und wann am Tag welche Bewegunngsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
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    Mitglied seit: 14.01.2018
    am 23.11.2019 19:58:34 | IP (Hash): 155244369
    Danke, Jürgen.

    Bei mir ist genau das passiert.
    Und ich kann nur alle begeistern, diesen Weg auch zu gehen.

    Meine Ärztin sagte mir bei Diagnosestellung, ich sei zeitlebens ein kranker Mann, und ohne Tabletten könne ich nicht leben.
    Heute ist sie total stolz darauf, was sie für einen tollen Patienten hat...
    Noch nie vor der Diagnose, hab ich mich so gesund gefühlt.

    Ich hatte sicherlich Glück, war noch nicht so weit in den Diabetes reingerutscht, hab die richtigen Informationen zur richtigen Zeit gefunden, war nur mittelmäßig übergewichtig.

    Auf jeden Fall waren es die Erkenntnisse von Dr. Taylor aus Newcastle und Dr. Martin aus Düsseldorf, die mich angespornt haben.

    Dabei war es gar nicht so schwer. Auch ohne slim-Shakes und extreme Hungerkur.

    Einfach Ernährungsempfehlungen richtig verstehen, konsequentes Weglassen von Süßgetränken, Zucker und Nichtvollkornmehlen. Langsames vortasten und ausloten, was geht. Klein bisschen sparsamer mit Brot, als die DGE empfiehlt. Vertrauen finden, dass Gemüse nicht sinnlos den Magen füllt, sondern die alten Kohlenhydratportionen weit über das Maß gingen...

    Das alles ist bald 2 Jahre her.
    Ganz bald waren die Leberwerte o.k.
    Zuckerwerte ebenfalls im Prädiabetesbereich.
    Das Gewicht ging von 84 auf 69 kilo.

    Nun seit 1 Jahr.
    Verlässlich
    hba1c kleiner als 5,7,
    BZ morgens unter 90,
    1 std nach Mittag unter 140
    2 std nach Mittag unter 120.

    Was mir fehlte und ich immer noch nicht viel gefunden habe: Berichte von Menschen, die es geschafft haben. Und nun schon lange halten.

    Diese Lücke möchte ich gern schließen.
    Weil es wichtig ist, dass neudiagnodtizierten dieser Weg aufgezeigt wird.

    Was mir auch noch nicht klar ist:
    warum dieser einfache und sichere Weg als der letzte Schrei aus Forschungslaboren kommt und nicht seit Jahrzehnten gesichertes Wissen und gelebte Realität ist.

    Bearbeitet von User am 24.11.2019 08:15:04. Grund: .
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 24.11.2019 17:32:28 | IP (Hash): 967144695
    Die letzte Frage geht am einfachsten zu beantworten: der T2 ist bei buchstaben- und paragraphenmäsig genauem Hinsehen traditionell keine Krankheit. Denn ne Krankheit macht sich traditionell direkt bemerkbar und direkt krank. Also z.B. der T1, der unbehandelt mit munter ansteigendem BZ recht zügig in ne Ketoazidose mündet mit immer mehr Rückwärtsessen und irrem Wasser- und Substanzverlust und Ableben. Und mit zu viel Insulin kommt Hypo und bei tief genug Lichtaus. Doc Bernstein hat das als erster Selbstmesser schön nachgehalten. Damals 2mal am Tag Insulin spritzen und 2mal am Tag den BZ zwischen 40 und 400 erleben. Plusminus 20 war da bestimmt keine Frage, und mit 20 statt 40 sind die meisten von uns eher wenn auch vorübergehend nicht besonders ansprechbar.
    Wo der T2 keine Keto entwickelt, wurde messerscharf draus geschlossen, dass der unempfindlicher für höheren BZ sei (kann man mehrfach und bis heute nicht revidiert z.B. in der Ärztezeitung nachlesen) und dass man den dann eben ganz einfach zum Vermeiden von Hypos ein bisschen höher einstellen könnte.

    Grundlegend geändert hat sich daran bis heute trotz solcher Initiativen wie "besser unter 7" überhaupt nix. Im Gegenteil: Über 7 ist ein weiter Bereich geöffnet worden mit der gern genommenen Botschaft, dass der BZ bei älteren Leuten ohnehin höher verlaufe.

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    Mitglied seit: 17.07.2019
    am 25.11.2019 16:02:00 | IP (Hash): 2141296641
    Hallo Torsten,


    mir ist es so ähnlich wie dir ergangen. Vor einem Jahr wurde Typ 2 festgestellt.
    Ich habe dann von BMI 33 auf BMI 25 abgespeckt und alle Werte
    (Langzeitwert, Blutfette und Leberwerte) sind nun ok. Ich messe nur noch ein- oder zweimal die Woche und gehe alle drei Monate zur Blutabnahme.
    Ich verzichte auf gezuckerte Getränke, Säfte und Süßigkeiten. Ansonsten esse ich alles, bei zwei Mahlzeiten am Tag (mit Ausnahmen im Urlaub und auf Festen).
    Ich behalte die Kalorien im Auge, die ich mir täglich zuführe, Kohlenhydrate zähle ich nur grob.
    Das reicht im Moment für mich, mal sehen, wie lange der gute Zustand anhält.
    So blöd das klingen mag, durch die Diagnose bin ich fitter und gesünder als vorher.
    Nur zum Sport treiben habe ich mich nicht aufraffen können :-/
    Viele Grüße und alles Gute

    Chris