Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Angst vor Diabetes-Diagnose

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 3
    Mitglied seit: 28.11.2019
    am 29.11.2019 00:42:07 | IP (Hash): 824688771
    Hallo zusammen,
    ehrlich gesagt weiß ich garnicht, weshalb ich hier schreibe bzw. ob es was bringt.. aber ihr kennt euch aus und vllt könnt ihr mir sogar etwas die Angst nehmen. Ich versuche mich kurz zu fassen:

    Ich bin 24 Jahre alt, schlank, eher weniger sportlich, liebe das Essen und achte leider auch nicht auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung. Ich trinke zwar viel Wasser und esse gerne Obst & Gemüse, allerdings liebe ich auch fettiges Essen.. ich esse grundsätzlich ALLES was mir schmeckt und wann ich will. Alleine deshalb schon wäre eine Diagnose für mich wirklich schlimm.. mein Vater bekam vor vielen Jahren von heute auf morgen die Diagnose Diabetes Typ 1. Ich bin quasi damit aufgewachsen, das Spritzen und Messen war für uns alle normal. So normal, dass wir nie darüber nachgedacht haben, einer der Kinder könnte es bekommen.

    Seit 1 Woche habe ich die folgenden Symptome:
    - unfassbaren Durst (leider vor allem auf Süßgetränke wie Cola, Limo etc.) ich trinke teilweise bis zu 5 L am Tag. Normal schaffe ich allerhöchstens (!) 2, 80% der Zeit eher 1-1,5 L
    - ich muss dadurch natürlich ständig auf Toilette. Wo ich vorher nur max. 3x tgl auf Toilette musste, wird jetzt das doppelte draus. Ich muss nachts deshalb schon aufstehen (das musste ich NIE) ich musste teilweise nicht mal morgens pinkeln...
    - ich bin furchtbar gereizt und sofort genervt, wenn etwas nicht funktioniert; normal bin ich sehr geduldig

    Und jetzt aber kommt das, was mir am meisten Sorge bereitet. Ich habe meinen Vater besucht und ihn gebeten meinen Blutzucker zu messen; wir haben gemessen und hatten zweimal (hofften beide beim ersten Mal auf einen Fehler) 420 mg/dL!!!
    Ich dachte mich trifft der Schlag. Alle o. g. Symptome waren damals bei meinem Vater dieselben. Er ist sich ziemlich sicher, dass ich auch Diabetes habe. Mein Freund meint ich soll mich nicht verrückt machen und die Tests abwarten. Ich mach mir solche Sorgen und Gedanken...

    Kann das denn sein, dass ein so hoher Wert bei „gesunden“ Menschen angezeigt wird?

    Vielen vielen Dank für eure Nachrichten!
    LG
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 3046
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 29.11.2019 06:36:41 | IP (Hash): 773230649
    Katharina1906 schrieb:
    Kann das denn sein, dass ein so hoher Wert bei „gesunden“ Menschen angezeigt wird?

    Nein, die Hoffnung können wir dir nicht geben.

    Gehe sofort zum Arzt. Wenn du einen Typ1-Diabetes entwickelst, das wäre bei dem beschriebenen Verlauf wahrscheinlich, dann könntest du ziemlich schnell in eine lebensbedrohliche Ketoazidose kommen. Gehe am besten gleich zu einem Diabetologen. Mit den Werten und Symptomen kommst du dort bestimmt als Notfall dran.

    Schlimm wäre die Diagnose auf jeden Fall, aber mit der Zeit wirst du sehen, dass man auch mit Diabetes relativ gut leben kann. Melde dich mal wieder, wenn du das Ergebnis vom Arzt hast.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 29.11.2019 06:47:20. Grund: .
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 4460
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 29.11.2019 09:28:52 | IP (Hash): 1867586119
    HEUTE und am besten zum Diabetologen!

    ----------------------------------------------
    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen passen und wann am Tag welche Bewegunngsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 32
    Mitglied seit: 26.08.2019
    am 29.11.2019 13:49:53 | IP (Hash): 2007590016
    Ähnliche Symptome hatte ich auch und meine Ärztin hat mich damals bei einem Wert von 320 sofort und ohne Verhandlungsspielraum in eine Klinik eingewiesen. Von daher genau wie alle hier sagen, sofort handeln! Klar ist das erstmal ein Schock, aber mir hat es auch geholfen, bewusster mit meiner Gesundheit, Nahrung und Sport umzugehen. DAS ist das Positive daran! Und man kann damit mittlerweile gut leben und zurechtkommen.

    Alles Gute
    Helge
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 3
    Mitglied seit: 28.11.2019
    am 29.11.2019 18:25:11 | IP (Hash): 741801985
    Hallo,
    vielen Dank für die Nachrichten.. ich war heute beim Arzt. Aus lauter Angst habe ich heute nichts gegessen bis ich um 14.15 Uhr bei der Blutabnahme und beim messen war. Der Wert lag bei 258 und ich habe wirklich den ganzen Tag nichts gegessen; bis auf den Kaffee in der Arbeit in der Früh mit zwei TL Zucker und stilles Wasser hab ich nichts zu mir genommen.

    Mein Arzt war total erschrocken, als ich ihm von meinem gestrigen Wert erzählt habe und mir keine Hoffnung gemacht, dass ich nicht an Diabetes leide. Er hat mir eine Überweisung zum Diabetologen gegeben, bei dem ich leider erst am Montag vorsprechen kann. Bei uns machen die in der Nähe Mittag schon zu.

    Der Schock sitzt leider immer noch sehr tief und ich kann nicht fassen, dass ich mit meinen 24 Jahren schon an Diabetes leide..

    Das muss ich jetzt erstmal alles sacken lassen..
    aber vielen Dank für eure Nachrichten!!
    LG
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 3046
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 29.11.2019 19:00:57 | IP (Hash): 773230649
    Katharina1906 schrieb:
    ... ich kann nicht fassen, dass ich mit meinen 24 Jahren schon an Diabetes leide.

    Hallo Katharina,

    bitte bringe nicht Typ1- und Typ2-Diabetes durcheinander. Für Typ2 wäre es wirklich sehr zeitig. Aber bei Typ1, den du sehr wahrscheinlich hast, kannst du froh sein, dass es dich nicht schon im frühen Kindesalter erwischt hat. Bei Typ1-Diabetes kannst du übrigens auch nichts dafür und dagegen hättest du nichts unternehmen können.

    Bis zum Termin am Montag wird es bestimmt gut gehen. Sieh dir trotzdem vorsichtshalber die Symptome der Ketoazidose an und lass dich, falls die sich bei dir einstellen, sofort von deinem Freund in die Notaufnahme fahren. Eine Beschreibung gibt es z.B. hier:
    https://www.netdoktor.at/krankheit/diabetische-ketoazidose-7442

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 29.11.2019 19:06:59. Grund: .
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 4460
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 29.11.2019 19:12:45 | IP (Hash): 1867586119
    Schließe mich Rainer an und:
    So wie Du’s schreibst, leidest Du tatsächlich dran. Hast Du die Diabetes-Dienstjahre Deines Vaters denn wirklich so eingeschränkt abschreckend erlebt?

    ----------------------------------------------
    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen passen und wann am Tag welche Bewegunngsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 4460
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 29.11.2019 19:21:58 | IP (Hash): 1867586119
    Ergänzung:
    Wenn Du bis Montag fastest oder möglichst kohlenhydratarm isst, kann sogar sein, dass Dein Blutzucker vorübergehend noch deutlicher und vielleicht sogar bis in den gesunden Bereich sinkt. Denn wo Du bislang noch ohne Ketoazidose ausgekommen bist, hast Du wenigstens noch eine eingeschränkte eigene Insulinproduktion. Und deren Regelung und Wirkung kann sich mit wenig KH-Belastung vielleicht eben wenigstens vorübergehend noch ein gutes Stück erholen. Daumendrück!

    ----------------------------------------------
    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen passen und wann am Tag welche Bewegunngsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 3
    Mitglied seit: 28.11.2019
    am 30.11.2019 01:16:23 | IP (Hash): 741801985
    Hallo,

    ich hab das bei meinem Vater irgendwann als „normal“ angesehen, es gehört zu ihm. So wie es jetzt aller Wahrscheinlichkeit nach zu mir gehört. Ich mache mir nur Gedanken, da er in den 10 Jahren, in denen er an Diabetes T1 leidet u. a. einen Schlaganfall hatte der auf das Diabetes zurückzuführen war. Um solche Dinge mache ich mir extreme Gedanken.
    Davor habe ich Angst.

    Ich habe mir das Ersatzmessgerät meines Papas geholt damit ich immer ein bisschen Sicherheit und einen Überblick habe. Mein wert vor dem Essen war bei 182 mg/dL. Eine halbe Stunde nach dem Abendessen (habe nur Brotzeit gemacht; Vollkornsemmel, Wurst - meine erste Mahlzeit heute) lag der Wert bei 140 mg/dL. Weil mir die Gedanken um diese Diagnose den Schlaf rauben und mir das ein bisschen Magenprobleme bereitet habe ich eben nochmal gemessen. Habe jetzt, 7 Stunden nach meinem letzten Essen 182 mg/dL. Denke dass das jetzt schon ok ist. Ich bin froh, dass ich die Möglichkeit habe immer zu messen. Ich weiß dass ich erstmal nichts ändern kann. Ich kann aber wenigstens umgehend reagieren wenn der Wert viel zu hoch ist.

    Danke für eure Nachrichten!
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 3046
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 30.11.2019 07:27:24 | IP (Hash): 1883459454
    Katharina1906 schrieb:
    Ich habe mir das Ersatzmessgerät meines Papas geholt damit ich immer ein bisschen Sicherheit und einen Überblick habe.

    Das ist sehr gut - damit bist du auf der sicheren Seite. Bei solchen Werten passiert auch noch nichts schlimmes.

    Ob dein Vater mit seinem Schlaganfall besonderes Pech gehabt hat oder ob es wirklich am Diabetes und einer schlechten BZ-Führung gelegen hat, kann ich natürlich nicht sagen. Fakt ist aber, dass sich diabetisch bedingte HKE und andere diabetische Folgeerkrankungen für die meisten Typ1-Diabetiker mit ordentlicher BZ-Führung gut vermeiden lassen.

    Ich drück dir die Daumen, dass du mit deinem Diabetologen einen guten Ansprechpartner bekommst und dass du eine gute Schulung erhältst.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 30.11.2019 07:28:20. Grund: .