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Angst um die Gesundheit meiner Mutter

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 2
    Mitglied seit: 27.01.2020
    am 27.01.2020 14:25:38 | IP (Hash): 2024734192
    Hallo, ich habe folgendes Problem:
    Meiner Mutter (60) wurde Ende letzten Jahres Diabetes Typ2 diasgnostiziert, sie verlor deswegen erst einen Zeh und dann auch den Unterschenkel (Weil die Wunde Zuhause aufging und sie sich selbst drum kümmern wollte..). Früher hat sie immer alles gegessen was sie wollte, es gab auch schon Anzeichen dafür (ein Auge ist blind), aber sie hat es nicht ernst genommen und weil sie sehr gläubig ist, dachte sie, Gott würde sie heilen. Nun ist sie aber total abgemagert, weil sie seit Herbst eine starke Psychose-Phase hat und nun hat sie auch eine Betreuerin bekommen, die sich um all das gekümmert hat.

    Weil sie oft Gift-Halluzinationen hat und gegen Medikamente ist, weiß ich derzeit nicht ob sie im KH überhaupt die Medikamente genommen hat, da wurde das nicht kontrolliert. Auch Zuhause habe ich sie einige Male ertappt, wie sie nur so gentan hat, als würde sie sie nehmen und da ist sie wegen ihrer Psychose komplett ausgerastet und hat wirres Zeug geschrien. Mein Vater erkennt kaum, ob sie die Medikamente einnimmt oder nicht und glaubt deswegen, sie nimmt es meistens ein.. Ich hab da echt Angst und bin skeptisch.
    Im KH habe ich mich vor ihrer Entlassung auch beschwert, dass sie Zuhause die Medikamente nicht nehmen wird und wir komplett überfordert wären, aber sie könnten sie nicht da behalten, weil sie nicht bettlägrig ist.

    Nun soll sie in 1-2 Wochen in eine Reha wegen ihrer Beinprothese, nur habe ich echt Sorgen:
    - In der Reha wird auch nicht wirklich kontrolliert ob Blutzucker stimmt oder Medikamente eingenommen wurde, oder? Ist ja nur eine Reha für die Prothese..
    - Dort wird es bestimmt ein offenes Büffet geben? Denn sie weiß manchmal nicht was sie essen sollte und was nicht, und da greift sie manchmal zu Süßkram, Weißbrot oder fettigem Zeug. Außerdem wird sie dort genau so wenig Essen wie im KH, weil sie den Leuten dort nicht vertraut.
    - Durch ihre Psychose ist sie etwas vergesslich und kapiert manche Sachen überhaupt nicht, und es gibt noch viele Kleinigkeiten die bei ihr einfach nicht "normal" sind und dass sie sich dadurch schaden könnte..

    Ich hab solche Angst, dass es ihr körperlich immer schlechter geht und sie nun keine Beschwerden mehr meldet, weil sie Angst vor dem KH hat. Sie müsste in eine Therapie, aber die Reha steht erstmal im Vordergrund und ich weiß nicht ob die Betreuerin sie auch zu einer Therapie zwingen könnte, das ist aber ein andere Thema..

    Wenn ich mich bei der Reha melde und sage wie sie so drauf ist, würden sie auch darauf achten? Ich glaub nicht, dass das ihre Aufgabe wäre.. aber ich habe keine Ahnung was ich sonst tun könnte. Wir sind mit der ganzen Situation auch total überfordert.

    (Und tut mir Leid, falls das Forum hier nicht so dafür geeignet ist, ich bin nur echt verzweifelt und hab mich schon bei einem Psychose-Forum und bei der Caritas gemeldet.. die haben mich auch nur auf Stellen weitergeleitet, die im Endeffekt auch nicht wirklich weiter wussten)

    Danke fürs Lesen, MfG
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 4911
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 27.01.2020 16:11:28 | IP (Hash): 322603224
    Die Herausforderung betrifft uns im Prinzip alle mal mehr oder weniger: Für einen lieben Menschen möglichst viel von dem an alltäglicher Fürsorge leisten bzw organisieren, was er selbst nicht (mehr) leisten kann (oder will).
    Klar sind wir da alle begrenzt, und das ist wohl umso schwerer zu ertragen, je näher das persönliche Verhältnis.

    Dazu ganz konkret:
    Wenn jemand meint, dass eine Verordnung schädlich für ihn sei, stehen die Chancen günstig, dass mit dem Zwang zur Anwendung (Einnahme oder Behandlung) dieser Schaden auch tatsächlich eintritt. Das ist der Nocebo-Effekt, praktisch die andere Seite vom Placebo-Effekt.
    Deiner Mutter wird folglich alle Fürsorge nur so viel und so weit helfen, wie sie sie auch selbst akzeptiert und will. Und wo Ihr offenbar auf viele Hilfe von außen angewiesen seid, wird Euch nur übrig bleiben zu ertragen, was diese Hilfe alltäglich zu leisten vermag. Dazu werdet Ihr - am meisten wohl Dein Vater - einiges an Geduld und Kraft brauchen. Daumendrück.

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    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen passen und wann am Tag welche Bewegunngsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
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  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 422
    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 27.01.2020 19:38:30 | IP (Hash): 1882391863
    Hallo,

    ich war jetzt bereits zweimal zur Reha (internistisch bzw. internistisch/diabetologisch). Hab unterschiedliche Erfahrungen gemacht.
    Ist die Rehaklinik bei deiner Mutter auch auf Diabetes spezialisiert??

    Klinik 2 wegen Diabetes sah wie folgt aus:
    - Insulin und BZ Messungen entweder selbstständig oder im Schwesternzimmer vor den Mahlzeiten, sicher wäre da auch Tablettengabe möglich
    - Essen war Büffet, da hat niemand aufgepasst, wie viel man isst.
    - 2x wöchentl. Selbst wiegen mit Protokoll war hier jedoch Pflicht, Gewicht wurde auch angeschaut
    - hier habe ich keine strikte Trennung zw. Pflegedienst und Schwestern/Arzthelferinnen mitbekommen. Die meisten Patienten waren allerdings auch nicht bettlägerig.

    Klinik 1 wegen anderer internistischer Probleme:
    - habe hier Insulin/BZ nicht wirklich mitbekommen, aber einige Patienten haben sich jeden Tag Thrombose-Spritzen abgeholt bzw. eher bekommen. Einige glaube ich auch BZ Messung.
    - Essen war nur Frühstück u. Abendessen Büffet, Mittags wurde es an deinen Platz (fester Sitzplatz) gebracht und dann auch von dort wieder abgeräumt. Hier wurde genau geschaut, wie viel man gegessen hat.
    - hier gab es einen Pflegedienst, der regelmäßig nach den bettlägrigen schwerkranken Patienten (nach Herzinfarkt, etc.) geschaut hat. Zum Teil auch mehrmals in der Nacht. Zudem waren Arzthelferinnen da, zur Diagnostik, Verbände, etc. Klare Trennung beider Bereiche.

    Tipp: Ich würde unbedingt mit der Rehaklinik reden und deine Ängste mitteilen. In den meisten Reha-Kliniken (oder sogar in allen) gibt es einen Sozialdienst. Da würde ich unbedingt schauen, dass ihr einen Termin bekommt während dem Reha-Aufenthalt. Einmal zur Reha-Klinik fahren, wird für euch als Familie hoffentlich kein Problem sein, oder? (ich weiß ja nicht die Entfernung). Vielleicht können sie euch noch irgendwie für daheim helfen

    In der Reha wird auch psychologische Gespräche angeboten. Vielleicht schaffst du es, diese deiner Mutter schmackhaft zu machen.

    Ich habe in meinen Reha-Kliniken erlebt, da wird nicht kontrolliert, ob du da bist oder nicht. Also man kann jederzeit kommen und gehen (Nachtruhe sind natürlich die Türen abgesperrt). Wenn man mal eine Therapie verpasst, dann wird u.U. nachgefragt. Aber nicht immer. Längere Abwesenheit fällt dann aber auf jeden Fall auf. Also es ist auf keinen Fall ein Gefängnis, auch nicht so streng wie im Krankenhaus. Das Wochenende war ich z.T. den ganzen Tag unterwegs ohne dass es jemand der Pfleger/Schwestern wusste.
    Die Schwestern werden deine Mutter sicher nicht den ganzen Tag beaufsichtigen, hoffe das ist nicht nötig. Weil sonst, wäre eine Reha ggf. der falsche Rahmen.
    U. U. ist es in einigen Fällen möglich als zahlende Begleitperson aufgenommen zu werden. Das ist allerdings überhaupt nicht billig. Ggf. könnten vielleicht die Kosten der Begleitung, weil durch die psychische Erkrankung notwendig, durch die Krankenkasse übernommen werden, da bin ich allerdings komplett überfragt, ob sowas überhaupt und unter welchen Umständen es möglich wäre.

    LG und viel Kraft
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 28.01.2020 18:46:32 | IP (Hash): 1626500299
    Hallo,
    meine Erfahrungen sind so, daß per Überweisung an Klinik eben auch alle Patientendaten mit Untersuchungen und aktueller Medikamentation per Arztbrief weitergegeben werden.
    War mit anderer Diagnosefindung (mit schon bekanntem Insulinpflichtigen Diabetes) in zwei Unikliniken.
    Per Essensplan erhielt ich diese mit BE-Angaben und die Insuline wurden vom KH gestellt.
    BZ wurde auch täglich von dem Pflegepersonal gemessen, wie auch Körpergewicht und Temperatur.

    Die Reha-Klinik ist dir mittlerweile bekannt ?
    Schau' dir mal die Homepage an, per Leistung und Kompetenz.
    Selbst persönlich die Mutter begleiten, selbst einen persönlichen Eindruck machen und ggfs. beim Aufnahmegespräch dabei sein.

    Du konzentrierst dich im Moment auf die Psyche.
    Auch ohne dieses ist Heilung von Wunden und Pflege des Amputations-Stumpfes per möglichen Druckstellen enorm wichtig.
    Nach der Reha wäre Hilfe einer Pflegekraft durchaus wichtig.
    Möglich wäre auch, daß eine andere bei der Mutter mal vorbeisieht und unterstützt, ob sie die Medikamente genommen hat.
    Haben wir als Familie organisiert, da nach einem Treppensturz der älteren Dame beide Arme gebrochen waren und dann nach KH und Reha dann doch allein in Wohnung entlassen wurde.

    Tagespflege ab und an, wäre auch eine Möglichkeit, um deinen Papa zu entlasten.
    Recherchiert mal, was es am Wohnort für Angebote gibt.
    Gruß Elfe
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 2
    Mitglied seit: 27.01.2020
    am 02.02.2020 21:12:45 | IP (Hash): 725856979
    Vielen Danke für eure Antworten und Erfahrungsberichte, das macht mir etwas Hoffnungen!
    Und tut mir leid für die späte Antwort, die letzte Woche war echt chaotisch.

    Meine Mutter wird nun am Mittwoch in eine Fachklink für alles Mögliche gebracht. Auf deren Website habe ich zwar gelesen, dass sie Diabetes-Spätfolgen behandeln, aber das ist in der Akutmedizin.. sie wird wohl in die Rehabilitation kommen (falls das verschiedene Stationen sind).
    Ihr psychischer und gesundheitlicher Zustand hat sich seit ihrer Entlassung verschlechtert, mittlerweile bin ich mir sicher, dass sie die Medikamente wirklich nicht nimmt und hoffe sie können dort etwas dagegen machen.

    Ich habe der Reha nun eine Mail geschrieben und hoffe, dass es ernst genommen wird.
    Leider kann ich bei ihrer Aufnahme nicht dabei sein, da ich selber einen Termin habe und auch sonst kann ich sie nicht oft besuchen kommen, weil die Fahrtkosten zu hoch wären, aber ich werde mal nach dem Sozialdienst schauen.

    Vielen lieben Dank nochmal!