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Nüchternzuckerwerte zw 150 u. 250 !

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 1
    Mitglied seit: 08.02.2020
    am 08.02.2020 11:46:09 | IP (Hash): 1821053191
    Hallo,
    ich bin neu hier und hätte gerne Euren Rat :
    Bin seit 7 oder 10 Jahren Diabetiker, noch nicht insulinpflichtig und habe Angst vor dem Insulinspriitzen, weil man da, soviel ich hörte mit Broteinheiten herumrechnen muss und Angst habe vor Hypo oder Unterzuckerungsanfällen ! Und sich erst recht mit dem Essen sehr zurückhalten muss (was ich ja eben nicht kann). Und auch weil man vom Insulin erst recht zunimmt !
    So schummle ich mich seit Jahren von einer Kontrolle in der Diabetikerambulanz zur nächsten, indem ich 1 Monat vorher eine Crahs-Diät mache um mein Gewicht und vor allem den Langzeitzuckerwert auf ein akzeptables Maß runter zu bekommen (so 7-8), dazwischen habe ich sicher viel mehr, weil ich meistens Nüchternzuckerwerte zwischen 150 und 250 habe, untertags zwischendurch auch mal Ausreißer über 300 !
    Ich weiß natürlich, dass das sehr dumm von mir ist, und überlege ob ich nicht doch auf Insulin umsteigen sollte um Langzeitfolgen zu vermeiden (falls das nicht schon zu spät ist !?).
    Ich kann mich einfach beim Essen und Naschen nicht beherrschen... Vor allem liebe ich exzessiv Obst und esse täglich, meistens abends ca. 1/2 - 1 kg. Obst - ich weiß natürlich, dass gerade das sehr falsch und schädlich für mich ist, aber ich kann einfach nicht anders (vergleichbar mit einem starken Raucher). Ich bin 66 Jahre alt, übergewichtig (123 kg bei 1,91m Größe), adipös (33-35 BMI) wobei der Körper ist weitgehend normal geformt, nur (gerade schlecht) der Bauch ist ziemlich groß. Ich hasse zu viel Bewegung. Habe mir schon das 3. Laufband gekauft (die zwei ersten wegen Nichtbenützung wieder verkauft), das jetztige steht auch großteils nur herum. Ich kann mich einfach nicht überwinden es regelmäßig und ausreichend zu benützen ! Wenn ich mich mal doch aufraffe, dann ist nach 15 min (ca. 1 km) Schluß ! Nicht weil ich körperlich nicht mehr könnte, sondern mir fehlt die Motivation !
    Bis jetzt keine Schäden merkbar, aber ich fürchte das bleibt nicht mehr lange so, wenn ich nicht etwas ändere. Habe aber sonst bei den jährlichen Diabetiker Kontrolluntersuchungen (Augen, Röntgen v. Unterbauch, Gefäßambulanz, EKG etc. nicht auffälliges außer seit Jahren eine Fettleber (vermutlich vom vielen Obst). Ja seit jahren sind die Nerven in den Füßen etwas eingeschränkt (ich spüre bei diesem Test nicht mehr richtig ob warm oder kalt bzw. ob Vibration oder nur Berührung) aber im Alltag merke ich davon nichts, ich merke im Badewasser ob es heiß oder kalt ist, spüre auch wenn mir etwas am Fuß weh tut oder wenn ich wo anstoße. Und bei der Pediküre kitzelt e smich fürchterlich, was früher, vor Diabetes auch schon so war.
    Ich nehme seit Jahren pro Tag 10 Tabletten - inkl. Cholesterin, Thioctacid und Harnsäure (6 morgens, 4 abends) + morgens eine Spritze Victoza 12mg.
    Bin ich ein hoffnungsloser Fall, der früher oder später ein Bein amputiert bekommt und bald danach stirbt oder besteht Hoffnung für mich?

    Bearbeitet von User am 08.02.2020 11:55:39. Grund: bessere Formulierung
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 08.02.2020 18:11:55 | IP (Hash): 13924027
    Ja sicher besteht Hoffnung für dich :-)

    Du stellst in deiner Beschreibung die erste Frage ganz richtig: Blutzucker morgens und tagsüber zu hoch !
    Alleine dies kann dir schaden, wie du schon selber richtig vermutest.
    Liegt über der Nierenschwelle von 180 mg/dl und macht auch sonst viel Unsinn für Verschiedenes, wie du auch schon weißt.

    Ansonsten eher so Halbwissen, was du irgendwie mal irgendwie gehört hast.

    Insulin ist schon mal ein guter Gedanke.
    Dieses schleust die KHs in den Kreislauf ein, wo's auch hingehört.
    Als 2er wirst du vermutlich ein langwirkendes Basalinsulin verschrieben bekommen.
    Unterstützt den Grundstoffwechsel - mit einer Spritze pro Tag - ohne dich mit Hypo befassen zu müssen.

    In einer 2er Schulung bzw. Ernährungsberatung werden Kohlenhydrate in Essen schon mal erklärt. wo die eigentlich in welcher Menge drin sind. In Obst auch, weißt du schon.

    Du spürst u.a. kitzeln an der Fußsohle, aber die Tests nicht mehr wirklich !

    Übergewicht kann nur ein Grund sein, daß du so hohe BZ-Werte hast, ebenso Bauchfett.
    Bewegung ist wichtig, kann aber durchaus per Spaziergang sein, ist nicht so öde wie Laufband.

    Habe Geduld mit dir: So eine Ernährungsumstellung klappt nicht von heute auf morgen, genauso wie mehr Bewegung einzubauen.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 14.04.2015
    am 08.02.2020 19:12:31 | IP (Hash): 1071899225
    Moin bruderndorfer,

    ich erkenne mich in Dir wieder. Meine Karriere bei 1,89 cm Körpergröße und 75 kg auf 165 kg wegen psychischer Probleme,, die ich nicht in den Griff bekam.

    Alle Diäten scheiterten, dann schaffte ich es von 165 kg auf 138 kg. Frage mich bitte nicht wie? Das kann ich Dir nicht beantworten. Seit dem 3. September sinkt mein Gewicht auf nun 109,5 kg. Ich esse nur noch einmal am Tag, dazu Obst und Gemüse in Mengen, wie Du sie isst. Orangen, Mango, Äpfel, Birnen, Kohlrabi, Sellerie, Paprika in Farben, Salate usw.

    Meine Medikation bis vor 2 Wochen Metformin 2 x 1000 mg, Trulicity 1,5 mg, Forxiga 10 mg
    Mein HbA1c lag immer zwischen 5,7 und 6,2.
    Meine Laborwerte waren immer im Normbereich.

    Kaputtgegangen sind meine Nerven. Ich habe keine Gefühle mehr in Bereich meiner Füße, Fußheber schwäche und laufe, wie volltrunken mit Sturzgefahr. Meine PNP verläuft schmerzfrei.

    Dir ist nicht zu helfen, wenn es nicht diesen KLICK in Deinem Kopf gibt. So einfach ist das. Komm mit Deinem Verhalten aus dem Hamsterrad raus, sonst gehst Du unter. PNP ist übrigens sehr, sehr schmerzhaft. Viele müssen Morphium nehmen, um die Schmerzen zu ertragen.

    Liebe Grüße
    Rolf

    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.
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    Beiträge: 4833
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 09.02.2020 14:24:09 | IP (Hash): 294193878
    Klar bewegst Du n bisssi mit Deinem Crashmonat, aber sicher nicht mehr als 0,5 bei Deinem HBA1c. Und 7-8 - vielleicht eher 7,5-8,5 - sind das Ergebnis eines sehr großen Teils von Typ2 Behandlungen. Bist also noch voll im Durchschnitt.
    Du hast bis jetzt noch keine besonders belastenden diabetischen Folgen außer dem Schiss davor, und den haben die meisten von uns, selbst die mit nem meistens viel gesünderen BZ.

    Du willst eigentlich an Deinem Ess- und Bewegungsverhalten nix ändern, also eigentlich nur den BZ ein bisschen runter schrauben.
    Klar geht das. Am einfachsten mit Insulin aus dem Pen. Wenn Dein BZ damit die meisten von 24 Stunden unter 160-180 (Nierenschwelle) mg/dl bleibt, wirst Du allerdings nicht wie bisher jeden Tag wenigstens die Glukose in der Größenordnung einer Scheibe Brot ungebraucht ins Klo entsorgen, sondern umgewandelt in um 10 g Speicherfett in Deine Schwimmhilfen packen.

    Und wo sich der BZ mit dem Insulin so schön ausgleichen lässt, lässt sich ja auch noch n bissi mehr essen -
    und noch mehr in die Schwimmhilfen packen - und anschließend klagen, dass das Insulin aber mächtig dick macht ;)
    Ok, vorher könntet Ihr, Dein Arzt und Du, noch Forxiga ausprobieren. Das senkt die Nierenschwelle, so dass nicht erst vom BZ über 180 was ins Klo geht, sondern schon von dem über 140. Also auch nur weniger zuvieler BZ und keine Hypogefahr. - Daumendrück :)

    ----------------------------------------------
    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen passen und wann am Tag welche Bewegunngsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 09.02.2020 17:34:03 | IP (Hash): 1427550851
    Hallo,

    ich habe lange überlegt, was ich dir schreiben soll.
    Du hast ja auch Gründe, warum du dich so verhälst.

    Ich würde dir jetzt mal folgende Vorschläge machen, wenn du wirklich was ändern möchtest.

    - Zum Ersten belügst du ja mit deiner Crash-Diät nicht deinen Arzt, sondern eigentlich nur dich. Jetzt solltest du mal überlegen, warum du deinen Arzt belügst und ihm nicht offen deine Situation erklärst, damit er dir wirklich helfen kann. Vielleicht vertraust du ihm nicht ausreichend. Dann wäre ggf. ein Arztwechsel in Erwägung zu ziehen.

    - Das du dich falsch ernährst und zu wenig Sport machst, weiß du ja. Aber jetzt solltest du überlegen, warum du nichts änderst. Du beschreibst es wie eine Sucht. Auch da kannst du dir Hilfe holen, wenn du es wirklich willst, z.B. über Ernährungsberater, ggf. wäre auch mal ein Psychologe sinnvoll, der mit dir gemeinsam erarbeitet, warum es bei dir zu dieser "Ess-Sucht" gekommen ist.

    - Was ich dir wirklich empfehlen könnte, wäre auch, wieder wenn du es wirklich willst, eine stationäre Reha-Behandlung. In der Reha-Klinik, wo ich den Sommer war, hatten sie auch ein Adipositas-Programm. Den Ansatz fand ich sehr gut, soweit ich ihn halt mitbekommen habe. Es gab beispielsweise Büffet-Essen und die Adipositas-Patienten haben eine festgelegte Tages-Kalorienmenge gehabt. Sie konnten jedoch selbst entscheiden, was sie davon essen wollen. Es gab bspw. Diät-Butter und fettarme Wurst-/Käsesorten sowie zuckerfreies Obstkompott, fettarmes Mittagessen. Aber natürlich auch die Normalvariante. Die Ernährungsberaterin hat immer gesagt, klar, wenn man jetzt mal eine fettere Wurstsorte möchte, kann man sie natürlich nehmen, dafür sollte man dann aber eine Diät-Butter oder einen Quark drunter schmieren, etc. Es gab auch immer Musterteller mit Angaben von Kcal und BE. Und sie wollten eine langfristige Ernährungsumstellung und somit eine langsame Gewichtsabnahme erreichen. Keine Crash-Diät während der Reha und hinterher daheim geht alles wieder so los. Nein, es sollte langfristig helfen.

    Wegen Folgeschäden, je schlechter man eingestellt ist, desto größer ist natürlich das Risiko für Folgeschäden, je besser desto geringer. Wobei es da natürlich auch leider immer Ausnahmen gibt, der eine ist empfindlicher und bekommt eher Folgeschäden, als ein anderer.
    Selbst wenn man Folgeschäden hat, kann man mit einer besseren BZ-Einstellung immer noch eine Verschlechterung verhindern. Deshalb wäre eine bessere BZ-Einstellung natürlich immer gut. Wobei man das auch wollen muss.

    Wegen der Angst vor Insulin, solltest du Insulin bekommen und dein BZ wirklich auf ein normales Niveau dadurch sinken, dann wird es dir die erste Zeit, wenige Tage sicher nicht so gut gehen. Da dein Körper die hohen Werte als normal erlebt hat und die wirklich normalen Werte dann als Unterzuckerung wahrnimmt. Das legt sich dann aber nach kurzer Zeit.

    Je nachdem was du für Insulin bekommst, nur Langzeitinsulin, nur Mahlzeiteninsulin oder beides, ist das Unterzuckerungsrisiko unterschiedlich. Bei nur Langzeit ist es am geringsten und da musst du auch keine BE berechnen. Solltest du auch Mahlzeiteninsulin bekommen, heißt es nicht automatisch, dass man BE berechnen muss. Es gibt auch - insb. in der Anfangszeit, bei anderen auch dauerhaft - einen Spritzplan, wo du fest bspw. morgens 12 Einheiten, mittags 7 Einheiten und Abends 10 Einheiten spritzen musst. Wobei du mit so einem Plan natürlich nicht so flexibel bist und du ungefähr immer die gleiche Menge essen solltest. Aber auch das BE berechnen lernt man irgendwann. So viele unterschiedliche Sachen isst man ja doch nicht, insb. dauerhaft hat man seine festen paar Sachen, z.B. Brötchen, Brot, Milch, Marmelade, Zucker im Kafffee, ein paar Obstsorten, Nudeln, Reis, Kartoffeln, vllt. noch Knödel oder Gnocchis oder ... und fertig. Diese hat man dann sehr schnell drin. Und für besondere Gerichte, einfach wiegen, Gericht in der Tabelle raussuchen und fertig. ;)

    LG July


  • Elfe

    Rang: Gast
    am 10.02.2020 18:36:31 | IP (Hash): 13924027
    @July
    Oh je, was da dir per Crash-Reha beigebracht wurde.
    Da kursiert so viel altmodisches durch die Gegend: Unfassbar.

    So Halbfett-Produkte waren bei mir vor 20 Jahren schon out, war so das Erste, was ich bleiben lassen sollte.
    Außerdem schmeckt's nicht. Und was hilft so'n Halbfettkäse, der nicht schmeckt: Nix - verführt eher, zu noch mehr essen.
    Kompott schon mal gar nicht und Obst in Maßen.
    Kohlenhydrat-Gehalt ist wichtig, was ist wo drin, dabei aber andere Bestandteile nicht vergessen und wenn da in frischem Obst 'nur' paar Zellhäutchen und Schale noch da sind = Ballaststoffe.
    Fette und Eiweiß verlangsamen den Übergang der Kohlenhydrate ins Blut und sättigen.
    ('Spritzplan' ist auch so eher ein Crash-Ding °~° per erklärter Einzelheiten).
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 2
    Mitglied seit: 11.02.2020
    am 11.02.2020 10:11:48 | IP (Hash): 1125532044
    Hallo
    Ich bin seit 1997 insulinpflichtiger Diabetiker und seit 1998 habe ich eine Insulinpumpe. Ich kann von mir behaupten, ich schon sehr vieles durch habe. Ich weiß heute, viele Leute erzählen viel aber leider viel Schwachsinn. Ich kann nur eines sagen: eine vernünftige Schulung ist unumgänglich, die solltest du auf jeden Fall machen um einigermaßen bescheid zu wissen. Und glaube mir auch auf solchen Schulungen sind immer einige Teilnehmer die sich besonders wichtig nehmen und am laufenden Band Ratschläge geben mit welchen du aber nichts anfangen kannst, weil du dienen Diabetes hast und nicht den Diabetes eines anderen.
    Lasse dich eine Diabetes-Klinik einweisen zum Beispiel Bad Heilbrunn und mache dort eine 10 Tägige Schulung, (dein Arzt kann dich jederzeit als Notfall dort einweisen wenn dein Zucker entgleist) in einer solchen Schulung beachte genau was dir von den Ärzten Diafeeen gesagt wird, und vernachlässige alles was die anderen Patienten sagen und du wirst feststellen mit insulinpflichtigem Diabetes ist ein ganz normales Leben möglich. Sollte es irgendwann wieder einmal nicht funktionieren, kannst dich jederzeit wieder dort hin schicken lassen, einzige Voraussetzung ist deine letzte Schulung liegt länger als 30 Tage zurück. Es gibt sogar die Möglichkeit eine solche Schulung auf eine 3 wöchige Kur zu verlängern.
    Und sei dir immer bewusst es ist dein Diabetes und nicht der von Hans, Lisa oder Otto und nur du, dein Diabetologe und deine Diafee können ihn gemeinsam in den Griff bekommen.
    Wichtig: heute ist der erste Tag deines zukünftigen Lebens und das ist jeden Tag so.
    Ich wünsche Dir viel Erfolg und das nötige Durchhaltevermögen.
    Rolf 1998
    Bearbeitet von User am 11.02.2020 10:14:12. Grund: Satzänderung
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 11.02.2020 19:51:16 | IP (Hash): 13924027
    Hallo Rolf,
    Du hast bestimmt recht, mit allem möglichen unsinnigen Gedöns bzgl. Diabetes per Medien.
    Bin allerdings sehr skeptisch, was so eine kurzseitige Klinik denn bringen soll.

    Bin selber in einer Schwerpunkt-Praxis, ambulant als Typ 1.
    Per Arzt & Schulung vor Ort.
    Und da kenne ich keineswegs, daß Diabetes-Betroffene sich da aufspielen, als sonst wer.
    Theorie per Referent und Austausch persönlich, wie dann wirklich damit umgehen, durchaus hilfreich bzgl. UZ unter uns.

    Per Grundlagen per Ernährung, ICT auch, wobei Pumpenträger auf mögliche Einzeltermine speziell hingewiesen wurden.
    Eine gute Arzt-Praxis zu finden, ist wichtig.
    Gruß Elfe
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 374
    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 12.02.2020 14:36:57 | IP (Hash): 1169480839
    Elfe schrieb:
    @July
    Oh je, was da dir per Crash-Reha beigebracht wurde.
    Da kursiert so viel altmodisches durch die Gegend: Unfassbar.

    So Halbfett-Produkte waren bei mir vor 20 Jahren schon out, war so das Erste, was ich bleiben lassen sollte.
    Außerdem schmeckt's nicht. Und was hilft so'n Halbfettkäse, der nicht schmeckt: Nix - verführt eher, zu noch mehr essen.
    Kompott schon mal gar nicht und Obst in Maßen.
    Kohlenhydrat-Gehalt ist wichtig, was ist wo drin, dabei aber andere Bestandteile nicht vergessen und wenn da in frischem Obst 'nur' paar Zellhäutchen und Schale noch da sind = Ballaststoffe.
    Fette und Eiweiß verlangsamen den Übergang der Kohlenhydrate ins Blut und sättigen.
    ('Spritzplan' ist auch so eher ein Crash-Ding °~° per erklärter Einzelheiten).



    Nur so, hier geht es nicht um dich. Du bist normal-/untergewichtig und brauchst mit Fettprodukten definitv nicht aufpassen.
    Hier geht es um einen Menschen mit Übergewicht. Um abzunehmen muss die Kalorienmenge reduziert werden. Und in der Rehaklinik wurde freigestellt, wie derjenige seine Kalorienmenge einhält. Ob mit fettarmen oder wenigen fettreichen Lebensmitteln, mit Vollkornbrot oder hellen Toast. Da gab es keine starren Vorschriften, du darfst nur das essen, du nur das. Das Büffet war sehr reichhaltig, da hier alle Patienten etwas finden mussten. Die Patienten in der Reha-Klinik waren komplett unterschiedlich. Da gab es die Darmpatienten, die zunehmen mussten aber ballastarm essen mussten, dann gab es die Adipositas und Typ2 Patienten, die abnehmen sollten, dann gab es die Typ1 Pumpenträger...
    Obstkompott war bspw. wieder eher für die Darmpatienten, es gab aber auch frisches Obst zu den Mahlzeiten.

    Und zu Spritzplan, es gibt einfach Patienten, die mit einer klassischen ICT überfordert sind. Manche nur anfangs, andere dauerhaft. Ich habe in der Reha einige kennengelernt. Die 70jährige Oma, die nach einer Bauchspeicheldrüsen-Op plötzlich insulinpflichtigen Diabetes hatte und noch nie im Leben irgendwelche Berührungspunkte mit Diabetes hatte. Solche älteren Menschen lernen nur noch langsam, das darf man nicht vergessen. Ob sie je selbst Spritzen kann oder der ein Pflegedienst das machen muss... In der Reha kam sie vor jeder Mahlzeit ins Schwesternzimmer, dort wurde BZ gemessen und dann nach Spritzplan und Wert Insulin gespritzt. Als sie in der BE-Schulung allgemein (verpflichtend für alle insulinpflichtigen Typ1/Typ3er) saß und dann meinte, wie soll man sich denn sowas merken. Das ist doch viel zu kompliziert. Ja für sie schon. Sie ist froh, verstanden zu haben, was Basal und Bolus ist.
    Du kannst es einfach nicht mit dir vergleichen.

    Dem Thread-Ersteller würde eine stationäre Reha sicher gut tun. Auch da er dort Betreuung hat, wenn irgendwas die erste Zeit nicht funktioniert mit seinem Zucker und er gleichzeitig auch an seinem Ess-Problem arbeiten könnte. Jedoch muss er das wollen.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 4833
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 12.02.2020 17:05:53 | IP (Hash): 1345528919
    Was Du oben von der Ernährungsberatung mit fettarmer Butter und Wurst geschrieben hast, hat sich aber schon so gelesen wie Fett-macht-fett, und das ist spätestens seit https://www.nytimes.com/2002/07/07/magazine/what-if-it-s-all-been-a-big-fat-lie.html mehr als widerlegt. Allerdings haben unsere großen Fachgesellschaften DGE und DDG noch immer große Schwierigkeiten, den grundlegenden Paradigmenwechsel anzuerkennen und sich entsprechend neu auszurichten.
    Und Menschen mit Typ 2, die Pfunde abschmelzen wollen, können das deutlich besser mit weniger Insulinumsatz, also mit weniger KHs bei möglichst gesundem BZ.

    Der Starter macht genau das Gegenteil und stopft sich mit vielen KHs ganz so wie die Gänse mit der Delikatessenleber, und will daran aber auch nix wirklich ändern. Aus irgendeinem akuten Grund braucht er ja auch nicht, weil er sich dabei wohl fühlt und uns Typ 2 bei höherem BZ ja kein akutes Ereignis wie ne Ketoazidose droht und weil viele Typ 2 mit HBA1c 8-10 in regelmäßiger fachärztlicher Behandlung sind. Vor dem Hintergrund war mir als einzige Verbesserungsmöglichkeit Forxiga oder ein anderes Gliflozin eingefallen, weil damit mehr vom zuvielen Zucker ins Klo entsorgt wird.

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    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!