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öffentliche krankenversicherung und CGMs

  • Rang: Anfänger
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    Mitglied seit: 20.03.2020
    am 20.03.2020 15:55:56 | IP (Hash): 1883245641
    Hi!

    Kann mir einer mal Erfahrungen schildern wie die hiesigen (DE) öffentlichen Versicherungen mit CGMs umgehen? Ich weiss, dass es allgemeine Kriterien gibt wonach die Versicherungen Typ 1 und 2 einen Zahlungsentscheid machen.

    Ich versuch einfach besser zu verstehen, wie ich von Punkt A (ein Arzt rät mir zu einer CGM-Behandlung) zu Punkt Z (völlige uebernahme der Kosten durch öffentliche Krankenversicherung) komme? Muss ich das CGM-Gerät in der Apotheke/online (wo denn?) selbst kaufen? Zum Beispiel mit dem Libre, muss ich den Transmitter und/oder den Sensor selbst kaufen und werden die Kosten dann rückerstattet oder kann ich einfach den Krankenschein bei der Apotheke zeigen und zahlt die direkt?

    -Reeber
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    am 20.03.2020 16:16:36 | IP (Hash): 427260729
    Hallo,

    meinst du mit öffentlichen Versicherungen gesetzliche Krankenkassen?

    Beim Libre ist es bei der gesetzlichen Krankenkasse so, Arzt schreibt Rezept, du schickst Rezept an Abbott (Hersteller vom Libre, nur dort kann man Libre Produkte kaufen/bestellen), diese leiten das Rezept an die Krankenkasse weiter. Beim Libre genehmigen viele Krankenkassen nur aufgrund des Rezeptes (insulinpflichtiger Diabeter mit ICT ist Vorraussetzung) den Libre für ein Jahr. Dann schickt dir Abbott quartalsweise die entsprechenden Sensoren zu und bei der Erstverordnung gibt es ein Lesegerät. Nach einem Jahr muss wieder Rezept eingereicht werden. Einige Krankenversicherungen genehmigen anscheinend nur quartalsweise, da musst du halt jedes Quartal wieder Rezept, Genehmigung etc. mitmachen. Bei einigen Krankenkassen ist die Teilnahme am DMP verpflichtend für das Libre. Das Libre ist relativ leicht zu bekommen, viele Kassen sperren sich dagegen nicht. Man bekommt dafür dann aber nur noch sehr begrenzt Teststreifen.
    Du musst hierbei dann nur 10% oder so einmalig fürs Lesegerät zuzahlen und pro Quartal 30€ für die Sensoren.

    Bei rtCGM-Geräten (Dexcom G6, Medtronic Guardian 3, AccuChek Eversence und Medtrum A6) reichst du dein Rezept bei dem jeweiligen Diabetes-Versandhändler/Herstellershop ein, der dieses Gerät führt. Typ1 Diabetiker haben es hier scheinbar etwas leichter. Es muss eine medizinische Begründung für das rtCGM Gerät vorliegen, z.B. Hypowahrnehmensstörung und Allergie gegen Libre Sensoren, oder dass das Gerät für die Hypoabschaltung/Hybrid-Loop der Pumpe benötigt wird um Unterzuckerungen zu vermeiden... Das ganze mit ärztlichen Gutachten des Diabetologen und Blutzuckertagebüchern und Kostenvoranschlag des Herstellers/Versandhändlers geht dann zum MdK. Dann wird je nachdem genehmigt/abgelehnt. Das ganze zieht sich häufig länger hin, ist genauso bei Insulinpumpen. Da diese Therapie auch sehr teuer ist für die Krankenkasse. Auch hier bekommst du nach der erfolgreichen Genehmigung vom jeweiligen Versorger (Hersteller, Versandhandel) deinen Quartalsbedarf zu gesendet.

    Solltest du noch mehr Fragen haben, einfach fragen ;)

    LG July
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    am 20.03.2020 17:04:11 | IP (Hash): 1883245641
    Danke für diese schnelle und sehr ausführliche Antwort! In Deutschland gibts noch professionelle CGMs, wie zB den Envision Pro von Medtronic (ist dieser in D. Gang und Gäbe?). Gibt es bzgl professionelle CGMs noch spezielle Richtlinien zur Versicherung? Sind professionelle CGMs allgemein empfehlenswert? Aus welchem Grund wuerde man einen professionellen CGM einem 'regulären' bevorzugen?
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    am 20.03.2020 17:32:59 | IP (Hash): 427260729
    reeber schrieb:
    Danke für diese schnelle und sehr ausführliche Antwort! In Deutschland gibts noch professionelle CGMs, wie zB den Envision Pro von Medtronic (ist dieser in D. Gang und Gäbe?). Gibt es bzgl professionelle CGMs noch spezielle Richtlinien zur Versicherung? Sind professionelle CGMs allgemein empfehlenswert? Aus welchem Grund wuerde man einen professionellen CGM einem 'regulären' bevorzugen?



    Für was möchtest du denn das CGM haben?
    Mit mehr Infos ist es leichter dir hilfreiche Antworten zu geben.
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    am 20.03.2020 21:22:56 | IP (Hash): 1883245641
    Ich möchte ein CGM für meine Insulinintensive Behandlung (bin T2). Unter welchen Umständen macht ein Professional-CGM Sinn, und für welche ein Personal CGM? Ich hab volles Vertrauen in meinen Arzt :). Wenn Professional Sinn machen würde, ist der Medtronic Envision Pro dann angebracht? Hat hier irgendeiner mit dem letzteren Erfahrungen gemacht.
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    am 20.03.2020 21:46:16 | IP (Hash): 427260729
    Ich habe extra für dich nochmal nachgelesen, was das Envision Pro ist.
    Der Fakt ist, dieses Gerät trägst du, aber du bekommst keine Alarme, siehst auch keine Werte. Das ist rein für den Arzt. Und du scheinst nur einmal dieses Gerät zu tragen für 6 Tage. Dann wertet der Arzt deine Einstellung aus und gibt Tipps, wo man etwas besser machen kann. Ich sehe darin irgendwie keinen Sinn, wenn man ein anderes Gerät bekommen kann und ein selbstverantwortlicher Diabetiker ist, der auch selbst seine Therapie anpassen will/kann.

    Beim rtCGM/Libre2 hast du Alarme und siehst deine Werte, kannst daran deine Therapie orientieren und anpassen.

    Mit Typ2 und ICT hast du jedoch ohne weitere medinzinische Indikationen sicher nur eine Chance auf ein Libre 2. Das würde ich an deiner Stelle als erstes probieren. Hierbei kannst du Alarme einstellen, wenn der Wert über- bzw. unterschritten wird, gibt es einen Alarm. Der Unterschied zu den rtCGM Geräten besteht darin, dass du aktiv den Sensor scannen musst beim Libre (das dauert nur wenige Sekunden), bei den anderen Geräten siehst du den Wert automatisch und die rtCGM -Geräte kann, viele muss man zweimal täglich kalibrieren mit blutigen Werten. Der Vorgänger vom Libre 2 hatte keine Alarme, deshalb war der Alarm der große Vorteil der rtCGM-Geräte, jetzt hat der Libre2 jetzt auch Alarme.
    Bei mir läuft der Libre Sensor ziemlich genau, manchmal an den ersten Tagen etwas Abweichung, aber dann stimmt es eins zu eins mit den blutigen Werten überein. Bei wenigen läuft es nicht so gut, das weiß man aber nicht vorher.

    Ich würde es einfach testen
    LG July