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noch nicht klar, ob Diabetes 1 oder 2 - trotzdem Insulin
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am 27.05.2020 17:38:46 | IP (Hash): 684793958
Hallo,
ich bin 51 Jahre und hatte Zufallsbefund beim Hausarzt: nüchtern Glukose 260, Langzeit HbA1c bei 9,6
Ich hatte und habe keinerlei Symptome, wie Durst, Harndrang, kein Unter/Überzuckergefühl o.ä.
Heute bei Diabetologen vorgestellt. Er glaubt, da ich recht schlank bin und alle anderen Blutwerte ok sind, an einen Typ 1.
Daher morgen C-Peptid Test zur Definition
Dennoch soll ich bereits morgen 1x täglich am Abend Insulin spritzen. Morgen bekomme ich eine Schulung dafür.
Ich vertrau dem Arzt schon, frage mich nur: wenn ich nach einer Woche das Testergebnis habe, dass ich vielleicht doch Typ 2 bin - habe ich dann "umsonst" gespritzt und steige auf Tabletten um?
Danke fürs lesen und einschätzen :)
Bearbeitet von User am 27.05.2020 17:39:56. Grund: Alter vergessen -
am 27.05.2020 18:04:12 | IP (Hash): 867315931
Immer dann, wenn Du so deutlich höher als gesunden Blutzucker hast, fehlt Dir Insulin, ganz gleich, welcher Typ. Von dem, was Du heute abend spritzt, ist wahrscheinlich schon morgen um 10.00 nichts mehr nachweisbar und bestimmt nicht mehr die Spur morgen abend. Auch wieder egal, welcher Typ. Du spritzt also in keinem Fall umsonst. Also vertrau einfach erstmal Deinem Dok!
Und mit Typ 2 seit 30 Jahren und Insulin seit gut 20 Jahren kann ich Dir versichern, dass Insulin passend angewendet auch für uns Typ 2 das beste Mittel für möglichst viele von 24 Stunden mit gesundem Blutzucker sein kann.
Allmählich über Monate und Jahre immer höher bis auf HBA1c 9,6 ansteigender Blutzucker macht zwar insgesammt weniger munter und vergrößert den alltäglichen Wasserumsatz, aber so langsam, dass das überhaupt nicht auffällt. Wenn Du in den nächsten 4-6 Wochen mit Hilfe Deines Doks wieder in den Bereich von HBA1c 7 und besser kommst und morgens nüchtern auf 100-140 mg/dl, wird Dir sicher Dein Zugewinn an Vitalität auffallen - und auch, dass Du "plötzlich" deutlich weniger trinkst und wegbringst. Daumendrück :)
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Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen (in der Spitze etwa ne Stunde danach max 140-160 mg/dl) passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 27.05.2020 21:41:25 | IP (Hash): 1703586077
Hallo,
anhand deiner Beschreibung, denke ich persönlich, ein klassischer Typ1 ist unwahrscheinlich, bin allerdings kein Arzt. Dabei hättest du sehr plötzlich die klassischen Diabetes-Symptome (Durst, Harndrang, etc.) entwickelt und die wären dir aufgefallen. So wie du es beschreibst, sind die Symptome langsam aufgetreten und deshalb hast du sie nicht bemerkt. Aber es gibt noch eine weitere "Unterart" vom Typ1, nämlich Typ1 Lada (=Late autoimmune Diabetes in adults). Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass ebenfalls Antikörper vorliegen (=Autoimmunerkrankung). Sie läuft am Anfang deutlich langsamer als bei einem klassischen Typ1, tritt meist erst im späteren Erwachsenenalter auf. Lada-Diabetiker haben häufig noch eine Weile eine Restfunktion der Bauchspeicheldrüse, Ziel ist diese gutmöglichst zu unterstützen. Häufig werden Lada-Diabetiker nicht erkannt und als Typ2 fehlbehandelt. Deshalb ist es gut, dass dein Diabetologe so genau schaut.
Jetzt zu deiner Frage bzgl. Insulin:
Hast du wirklich einen klassischen Typ1 benötigst du unbedingt dringend Insulin
Hast du Typ1 Lada, ist frühzeitig eine Unterstützung der Bauchspeicheldrüse durch Insulin sinnvoll
Hast du Typ2, schadet das Insulin auf keinen Fall, erstmal die Werte zu senken, dann kann man weiterschauen.
Also allen in allem, je nachdem schaden tut es auf keinen Fall Insulin zu spritzen. Schaden würde es nur, wenn du einen klassischen Typ1 hast und kein Insulin bekommst während der Wartezeit.
LG
1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
Elfe
Rang: Gastam 30.05.2020 01:06:10 | IP (Hash): 1516431649
Hallo Andee,
Diabetes-Diagnose ist als Erstes & Gemeinsames: Blutzucker zu hoch ! Wie senken !?
Welcher Typ hinterfragt eher
die Hintergründe = Warum !?
Senken durch: Welche Medikamente !?
Die Einteilung in nur zwei Diabetes-Kategorien 1 / 2 ist sehr grob = Jugend / Alter
Da weiß man mittlerweile sehr viel mehr … .
Typ 1 ist eine Autoimmungeschichte - da geht die eigene Insulinproduktion zugrunde = muss durch externes Insulin ersetzt werden
Typ 2 ist ein nicht mehr so gut wirkendes eigenes Insulin, über orale Medikamente - mit unterschiedlichen Wirkungsansätzen wie
steigern, unterstützen, Zucker ausscheiden, …
Unterschieden wird da meines Erachtens eher in den Behandlungsmöglichkeiten:
Oral (Tabletten) / Insulin (Spritzen)
Vor der Frage Typ 2 und 1 stand ich am Tag der Diabetes-Diagnose auch, wie du auch jetzt.
Typ 2 kannte ich aus der Familie … passte nicht … und habe sofort einen Insulin-Pen in die Hand gedrückt bekommen … ,
BZ 400, Hba1c 8,1 konnte vor Ort bestimmt werden.
Später dann 1.) LADA = Typ 1 als Erwachsener / 2.) Bauchspeicheldrüse 'schwächelt' = Typ 3c,
bei externem Insulin ist's geblieben.
So 'typische' Durst- etc. -Symptome hatte ich selbst auch nicht.
Zufall, wie bei dir, - Facharzt = Unbedingt zum Hausarzt, da dann die 400 gemessen = Vermittelt an Diabetespraxis
Wähnte mich damals wie in einem Albtraum: Kann mich mal jemand kneifen ?
Über die Jahre verstehe ich mehr und mehr.
Gruß Elfe