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neu diagnostiziert und nun totale Panik

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    Mitglied seit: 03.06.2020
    am 03.06.2020 15:16:45 | IP (Hash): 2120864078
    Hallo in die Runde,
    heute wurde ich (Mitte 40, adipös) ganz frisch mit der Diagnose Diabetes konfrontiert. Jetzt ist der Schock erstmal groß.
    Gestern Abend habe ich, weil ich seit 2 Wochen einen trockenen Mund habe, eigentlich spaßeshalber, einen Zuckertest meiner Oma ausprobiert und bekam einen Wert von 28 um die Ohren geknallt. Meine Oma wollte es gar nicht glauben. Ich habe dann etwas gelesen und bekam Panik. Ich habe dann 2 Liter Wasser getrunken und den Wert auf 16 runterbekommen und bin heute früh zum Hausarzt.
    Dort war der Wert auch wieder bei 16,5 (nüchtern). Meine Ärztin hat Blut/Urin genommen, Rücksprache mit einer Diabetologin gehalten und mich für übermorgen wieder einbestellt um die Blutwerte zu besprechen...Bis dahin soll ich abends 500 mg Metformin nehmen.

    Ich bin erstmal total überfordert und frage jetzt die erfahrenen Hasen nach Ihrer Meinung.
    Habe heute bislang 1 Kohlrabi, 1 Banane und 1 Ei gegessen aus Angst was falsch zu machen.
    Im Internet gibt ja sehr viele Informationen, aber die erschlagen mich gerade.
    Fest steht, dass ich drastisch Gewicht verlieren muss.

    Wie schnell kann man bei solchen Werten eine Blutzuckersenkung erhoffen...und kann ich trotz solcher hohen Werte auf eine Remission hoffen...

    Ich freue mich über Antworten - Beste Grüße
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    am 03.06.2020 15:49:48 | IP (Hash): 1169572383
    Neu_hier schrieb:
    Ich bin erstmal total überfordert und frage jetzt die erfahrenen Hasen nach Ihrer Meinung.
    Habe heute bislang 1 Kohlrabi, 1 Banane und 1 Ei gegessen aus Angst was falsch zu machen.

    Hallo Neue oder Neuer,

    dass du am Anfang total überfordert bist, ist ganz normal. Das ging uns allen mal so. Bleibe erst mal ruhig und versuche, dich in den nächsten 2... 3 Wochen ein bisschen an deinen Diabetes zu gewöhnen. Die Zeit hast du. Den hohen BZ hast du sehr wahrscheinlich schon eine ganze Weile, er wird dich auch nicht in den nächsten paar Wochen umwerfen.

    Die Erfahrung zeigt, dass schon ein bisschen Achtsamkeit beim Essen die BZ-Werte von neudiagnostizierten Diabetikern schnell nach unten gehen lässt. Wenn du etwas auf Menge und Qualität der KH achtest, kannst du nicht viel falsch machen. Dein Kolrabi und das Ei waren schon mal sehr gut. Die Banane ist es weniger, aber mit den anderen Sachen zusammen kannst du die dir leisten.

    Ich wünsche dir für den Anfang eine Portion Ruhe und Gelassenheit und danach dann viel Erfolg, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 03.06.2020 15:51:15. Grund: .
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    am 03.06.2020 16:42:46 | IP (Hash): 2120864078
    Hallo Rainer, ich bin eine Neue.

    Danke für deine netten Worte.
    Echt verrückt, dass ich bei solchen Werten außer der Mundtrockenheit keine Symptome habe.
    Da ich jetzt versuche viel zu trinken, muss ich logischerweise auch häufig Wasserlassen.
    Darf ich sofort mit einer strengen Diät beginnen, oder muss ich erst richtig eingestellt sein.
    Freitag erfahre ich um welche Form von Diabetes es sich handelt...
    Ich hoffe, die Diagnose in nächster Zeit besser annehmen zu können, was hab ich auch für eine Wahl.

    Habt ihr Tipps für eine rasche Gewichtsabnahme? (Spezielle Diät, Diättrinks...etc.)

    Grüße von der, die Gelassenheit lernen muss und noch viel mehr...

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    am 03.06.2020 18:11:19 | IP (Hash): 1316966927
    [quote=Neu hier;105117]Hallo Rainer, ich bin eine Neue.

    Danke für deine netten Worte.
    Echt verrückt, dass ich bei solchen Werten außer der Mundtrockenheit keine Symptome habe.
    Da ich jetzt versuche viel zu trinken, muss ich logischerweise auch häufig Wasserlassen.
    Darf ich sofort mit einer strengen Diät beginnen, oder muss ich erst richtig eingestellt sein.
    Freitag erfahre ich um welche Form von Diabetes es sich handelt...
    Ich hoffe, die Diagnose in nächster Zeit besser annehmen zu können, was hab ich auch für eine Wahl.

    Habt ihr Tipps für eine rasche Gewichtsabnahme? (Spezielle Diät, Diättrinks...etc.)

    Grüße von der, die Gelassenheit lernen muss und noch viel mehr...

    [/quote]

    Hallo,
    Ich würde definitiv die Finger von einer schnellen Gewichtsabnahme lassen, sondern langsam dafür dauerhaft abnehmen. Mit Hunger-Kuren etc. ist die Gefahr des JoJo-Effektes groß. Lieber etwas langsamer, dafür dauerhaft abnehmen.
    Es gibt zahlreiche Möglichkeiten abzunehmen, du musst schauen, was zu dir passt (Low Carb, low Fat, Weight Watchers, Logi...)

    Wie kannst du dich ernähren:
    - Du solltest auf keinen Fall Softtrinks oder Fruchtsäfte zu dir nehmen. Da ist jede Menge Zucker drin. Lieber Wasser und ungesüßten Tee.
    - Hauptsächlich erhöhen Kohlenhydrate (KH) den Blutzucker (BZ), wobei manche schnell ins Blut gehen, andere langsamer. Die langsamen KH sind zu bevorzugen. Schnelle KH findet man bspw. in Reis, Nudeln, hellen Brötchen, etc. Besser ist hierbei die Vollkornvariante (wichtig dunkeles Brot muss kein Vollkorn sein, sondern wird häufig nur eingefärbt)
    - Eiweiß erhöht den BZ weniger und ist auch nicht so hoch kalorisch wie Fett. Bspw. könntest du essen: Mageres Fleisch/Fisch, Magerquark, fettarmen Naturjoghurt, Eier, Sojaprodukte, ...
    - Gemüse hat viele Ballaststoffe und eignet sich auch super für eine BZ günstige Ernährung. Einfach dort rumprobieren, was schmeckt; Ausnahme Mais hat viele KH, den lieber weglassen
    - Das gleiche gilt für Hülsenfrüchte, viele Ballaststoffe: Linsen, Bohnen, etc. sind gut geeignet
    - Obst hat Fruchtzucker, deshalb sollte man es nicht in Massen essen, aber natürlich sollte man es schon essen; wichtig hierbei es gibt Obstsorten, die viele KH besitzen (bspw. Weintrauben, Banane) und welche die wenig KH besitzen (bspw. Erdbeeren, Heidelbeeren). Hier lieber Obst wählen, was wenig KH hat.
    - Ich bin ein "Gegner" von Low Carb High Fat, deshalb schaue ich, dass ich Fett einspare. Hier im Forum gibt es jedoch auch diese Vertreter. Da muss jeder überlegen, was für ihn am besten passt.

    Ein Musterteller, so habe ich es damals nach meiner Diabetes-Diagnose gelesen, sollte 50% Gemüse enthalten, 25% langsame KH und 25% Eiweiß. Dazu noch das Öl (Fett), was zur Zubereitung benötigt wird.
    Das berücksichtige ich, soweit es geht.

    Wichtig ist generell die KH zu verpacken, bspw. ein Stück Obst pur nicht als Zwischenmahlzeit, sondern als Nachtisch. Oder für eine Zwischenmahlzeit das ganze mit Joghurt, Quark etc. essen.

    Lg
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    am 03.06.2020 18:27:38 | IP (Hash): 2120864078
    Vielen Dank für die Tipps. Ich werde mal schauen wo ich so eine Schulung machen kann.

    Viele Grüße zurück
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    am 03.06.2020 22:21:23 | IP (Hash): 1169572383
    Neu_hier schrieb:
    Darf ich sofort mit einer strengen Diät beginnen, oder muss ich erst richtig eingestellt sein.
    Habt ihr Tipps für eine rasche Gewichtsabnahme? (Spezielle Diät, Diättrinks...etc.)

    Hallo Neue,

    ja, du darfst sofort mit einer strengen Diät beginnen.

    Wenn du wirklich etwas strenges und sehr wirkungsvolles machen willst, dann sieh dir die Studien von Prof. Roy Taylor an, z.B. hier:
    https://www.pharmazeutische-zeitung.de/2017-12/direct-studie-radikale-diaet-heilt-typ-2-diabetes/
    Mit einer hypokalorischen Ernährung für 6 Wochen gelingt es einem großen Teil von Typ2-Diabetikern mit nicht allzu langer Diabetesdauer, den Diabetes sehr weit zurück zu drehen. Bei uns in D wäre z.B. Leberfasten (siehe https://www.leberfasten.com/ ) eine Möglichkeit dafür. Das ist alles sehr aufwändig, aber der Erfolg, den du möglicherweise erzielen kannst, wäre sehr groß.

    Ansonsten kann ich dir als Ernährungsumstellung, mit der du dein Gewicht und den Diabetes gut in den Griff bekommen kannst, LOGI ( https://forum.nicolai-worm.de/ ) mit moderater oder LCHF ( https://forum.lchf.de/ ) starker KH-Reduzierung empfehlen. Es gibt sicher noch viele andere Möglichkeiten, aber mit den beiden kenne ich mich aus und weiß, dass sie funktionieren können.

    Und auch hier noch mal den Rat: informiere dich ganz in Ruhe und nimm dir Zeit für so eine Entscheidung. Du musst nicht unbedingt schnell etwas tun, aber du musst es lange durchhalten.

    Alles Gute, Rainer

    ____
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    Bearbeitet von User am 03.06.2020 22:27:24. Grund: .
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    am 03.06.2020 22:54:03 | IP (Hash): 1675192901
    Schließe mich Rainer voll an! Vor allem bei der aus Deiner Sicht vielleicht verrückten Vermahnung zur Ruhe. Aber was bei Dir jetzt diagnostiziert worden ist, hat sich über Jahre so entwickelt und würde auch nächstes Jahr bestimmt noch nicht abstürzen, wenn Du bis dahin nichts ändern würdest.
    Bevor Du also jetzt wie ein Pingpong Ball zwischen verschiedenen Infos und Empfehlungen hin und her springst, nimm Dir Zeit zur Info - und zum Überlegen, was am besten zu Dir und Deinem normalen Alltag passen könnte. Und das probierst Du dann "einfach" mal 4 Wochen aus und beobachtest dabei, was das mit Dir und Deinem Blutzucker macht. Daumendrück :)

    ----------------------------------------------
    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen (in der Spitze etwa ne Stunde danach max 140-160 mg/dl) passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
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    am 04.06.2020 07:38:11 | IP (Hash): 2120864078
    Hallo Rainer und Jürgen,
    danke für Eure Worte. Im Moment würde ich meinen Zustand als nervliches Wrack beschreiben. Klar bin ich schon viele Jahre übergewichtig, aber man will die Risiken ja immer nicht wahr haben, solange es einem gut geht. Vor zwei Jahren bei einem Krankenhausaufenthalt waren meine Werte wohl noch ok, aber bereits an der oberen Grenze... damals hat keiner reagiert...
    Eine Frage hab ich, kann ich auch Mahlzeiten auslassen oder muss ich regelmäßig kleine Portionen essen?oder sind lange Pausen zwischen den Mahlzeiten sogar gut...
    Im Moment bekomm ich aus Angst gar nix runter... und wie verhält es sich, wenn ich das Frühstück auslasse mit dem Blutzucker, mein Nüchternwert heute lag bei 11!!! (bin ja auch noch nicht eingestellt, hatte gestern Abend erstmals 500 mg Metformin...Ich weiß, dass jeder anders reagiert, aber vielleicht könnt ihr mir da trotzdem was dazu sagen/empfehlen...

    Fragen über Fragen

    Euch einen schönen Tag
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    am 04.06.2020 07:53:52 | IP (Hash): 363003244
    Hallo Neue,

    eindeutige Empfehlung bei Gewichtsproblemen: wenig Mahlzeiten und große Essenspausen. Nur zwei oder gar nur eine Mahlzeit am Tag wäre durchaus denkbar. Dazu kannst du dich mal unter dem Stichwort "Intervallfasten" Informieren. Die Essenpausen lassen sich übrigens mit weniger Hungerattacken durchhalten, wenn du wenig KH und viel Fett und Eiweiß isst.

    Kurzfristig brauchst du vor deinen BZ-Werten keine Angst zu haben, dein Körper hält das aus. Problematisch hohe BZ-Werte, wenn sie jahrelang vorliegen. Die führen dann zu den diabetischen Folgeerkrankungen.

    Die 500mg Metformin sind der erste Schritt zum einschleichen. Die Dosis wird vermutlich schrittweise auf 2*1000mg erhöht. Langsames Einschleichen von Metformin ist wichtig, damit du das Medikament gut verträgst. Die 500mg bringen noch nicht viel.

    Beste Grüße, Rainer

    ____
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    Bearbeitet von User am 04.06.2020 07:54:15. Grund: .
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    am 04.06.2020 08:18:46 | IP (Hash): 2120864078
    Danke für die Infos.
    Ich habe gerade wieder gemessen...um 5:00 war der Wert 11, jetzt um 8:00 liegt er bei 14,7 und ich habe nichts gegessen, nur 500 ml Wasser getrunken, ist das denn normal? Warum steigt er an?

    Meint Ihr bei den Werten reichen Tabletten, hattet ihr ähnliche Werte zum Diagnosezeitpunkt?