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Blutzuckerschwankungen

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    Punkte: 0
    Beiträge: 10
    Mitglied seit: 09.07.2020
    am 09.07.2020 20:12:32 | IP (Hash): 174761111
    Hallo,

    ich bin neu hier im Forum. Und auch als Diabetiker Typ 2 bin ich neu erst seit knapp 3 Monaten. 27.3.2020
    Als bei mir DB Typ2 Dianostiziert wurde hatten ich einen Nüchternblutzuckerwert von 300 und mein Langzeitblutzucker Hba1c von 13. Durch striktes umstellen meiner Ernährung und viel Laufen konnte ich mein Hba1c am 30.6.2020 auf 5,9 senken. Dabei geholfen hat mir auch dieses Forum. Jedoch hatte ich und habe immer noch Blutzuckerschwankungen so z.B. heute 1 Stunde nach einem eher Kalorienarmen Essen eine Kartoffelsuppe und dazu Salat einen BZ von 176. Daraufhin bin ich 15 min gelaufen und der BZ sank auf 89. Ich muss dazu erwähnen das ich seid meiner Diagnose sehr viel laufe minimum 7 km.
    Ich habe aber bemerkt das ein kurzer Intensiver Lauf von 10 min meinen Blutzucker signifikant senkt.
    Blutzckerschwankungen treten bei mir das eine oder andere mal auf. Nun meine Frage ich habe gelesen das man tunlichst diese Schwankungen vermeiden soll jedoch weis ich nicht wie. Am Anfang meiner Diagnose hatte ich die ersten 2 Wochen Metformin genommen. Durch intensiver BZ Messung sah ich das ich mein BZ in normale Regionen hielt und habe diese dann Abgesetzt. 3 Tage vor meiner 3 Monatigen Blutabnahme für den Langzeitzucker hatte ich nachts ein BZ von 200 mit Rücksprache vom Arzt habe ich kein Metformin genommen damit der gemessene Wert nicht verfälscht wird. Ab dem 30.6.20 nehme ich wieder Metformin 500 morgens und 500 abends hatte aber trotzdem heute ein BZ von 176. Wie soll ich mich verhalten. Mit meinem Diabetolgen bin ich nicht wirklich zufrieden ein sehr netter Mann aber ich muss mir meine Infos selbst zusammentragen.
    Kann mir da jemand helfen.
    Vielen lieben Dank
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    Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 8855
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 09.07.2020 21:06:56 | IP (Hash): 660437078
    Ganz große Gratulation zur strammen Leistung und zum guten Gelingen!

    Zu Deinem besseren Verständnis:
    Für Deinen Diabetologen hast Du eine chronische progrediente Krankheit, also eine, die nicht nur bleibt, sondern mit den Jahren sich selbst verstärkt und mit immer mehr Medi-Wirkung auf einem guten Behandlungsstand gehalten werden muss. Ein guter Behandlungsstand ist HBA1c 6,5-7,5.
    Du willst dagegen möglichst 24/7 praktisch gesunden BZ in der Art wie dieser hier https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar mit HBA1c 5,5 und besser und BZ-Schwankungen nach Möglichkeit eher selten weiter als 50-60 mg/dl zwischen Tal vor dem Essen und Spitze um ne Stunde nach dem Essen. So ein Ziel hat allerdings bislang kein Diabetologe gelernt, und Du hast schon Glück, wenn Deiner es Dir nicht ausreden will.

    Zu Metformin:
    Damit erreichen wir eine insgesamt niedrigere BZ-Kurve dadurch, dass es die Glukose-Ausgabe der Leber bremst. Und wo nun mal ALLE Glukose durch die Leber in den Ganzkörper-Umlauf gelangt, bremst es eben die Glukose-Ausgabe zu allen Zeiten, zu denen es wirksam ist.
    Dabei gilt, je weniger Glukose-Ausgabe, desto weniger Bremswirkung. Eine Unterzuckerung lässt sich mit Metformin kaum provozieren.

    Zur Kartoffelsuppe:
    Kartoffeln enthalten als Nährwert praktisch nur Stärke, und Stärke ist nun mal nichts anderes als Glukose, wenn sie im Magen zu Einfachzucker zerlegt worden ist. Deine 176 danach halte ich statt für unerwartet hoch eher für erstaunlich niedrig. Die Hälfte von der Kartoffelsuppe und dazu ne Heißwurst hätte wahrscheinlich den BZ unter 150 gelassen :)

    In dem Sinne gilt systematisch ausprobieren, mit wie großen Portionen von was Du Deinen BZ in dem Rahmen halten kannst, den Du haben willst.
    Wenn Du gleich nach dem Essen läufst, kannst Du “Fit wie ein Diabetiker” mit Hans Lauber mehr KHs in Deinen BZ-Rahmen packen.

    Weiter gutes Gelingen!

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. Für bis wann gesund und ab wann Prä- oder Diabetes gibt es keine organisch "harten" Fakten.
    ALLE Grenzwerte befinden sich in dem Bereich, der für eine ordentliche Diabetes-Behandlung nach DDG als gut bis sehr gut und symptomfrei gilt.

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    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 10.07.2020 15:38:38 | IP (Hash): 1559312057
    amsiso schrieb:
    Jedoch hatte ich und habe immer noch Blutzuckerschwankungen so z.B. heute 1 Stunde nach einem eher Kalorienarmen Essen eine Kartoffelsuppe und dazu Salat einen BZ von 176.

    Hallo amsiso,

    ich finde dein Ziel sehr gut, die BZ-Schwankungen nach den Mahlzeiten gering - möglichst unter 140 - zu halten. Um das zu erreichen, musst du dich aber noch viel mehr damit beschäftigen, was du isst. Mit einer für den BZ ungeeigneten Mahlzeit wie einer fett- und eiweißfreien Kartoffelsuppe, kannst du das kaum erreichen.

    Nach deinen BZ-Werten zu urteilen, hast du noch eine ganze Menge Eigeninsulin. Wenn du Speisen mit schnell ins Blut gehenden KH meidest, dann reicht dein Eigeninsulin wahrscheinlich aus, um die dann geringer ausfallenden BZ-Spitzen gut wegzuräumen. Dazu musst du ein paar Grundregeln beachten und dann mit dem BZ-Messgerät überprüfen, welche Mahlzeiten gut für dich sind und welche nicht, etwa in der Art:
    https://a7582688-a1e5-4056-88a2-dfd422642832.filesusr.com/ugd/32a606_db20057cf9b5496ea94c7d7d2d6f0cde.pdf
    Allerdings brauchst du nicht so häufig zu messen, geeignete Stichproben reichen dazu völlig aus.

    Am schnellsten kommt Glukose, also reiner Traubenzucker vom Mund über Magen und Darm im Blut an, Dabei ist nicht die Geschwindigkeit das Problem, sondern dass die ganze Menge auf einmal im Blut ankommt. Nahezu genauso schnell ist Stärke z.B. aus Weißmehl oder Kartoffeln. Manchmal hört man das Märchen, dass die Aufspaltung der Stärke in Glukose den Prozess bremsen würde. Das passiert aber bei der Verdauung ganz nebenbei, so dass sich daraus keine erhebliche Verzögerung ergibt. Haushaltszucker ist übrigens für den BZ weniger schlimm, als Traubenzucker und Stärke, weil der nur zur Hälfte aus Glukose besteht. Die andere Hälfte ist Fruktose, die zwar in größeren Mengen auch problematisch ist, aber sich nur minimal auf den BZ auswirkt.

    Bremsen kannst du die Geschwindigkeit, in der die KH den Verdauungsprozess durchlaufen und ins Blut abgegeben werden, durch dazu gegessenes Eiweiß, Fett oder Ballaststoffe. Der Vorschlag von Jürgen mit der halben Menge Kartoffelsuppe und einer Bockwurst dazu, passt gut. Auch ein kräftiger Schuss Sahne in der Suppe könnte helfen. Wenn du von der so verfeinerten Suppe dann etwas weniger isst, brauchst du dich auch nicht vor zusätzlichen Kalorien zu fürchten. Mit deinem Salat hast du ja schon Ballaststoffe gegessen, die eigentlich auch helfen sollten. Allerdings bringt dir ein Salat nach der Suppe gar nichts und dazu gegessen nur wenig. Probiere mal aus, den Salat davor zu essen und dazwischen vielleicht sogar noch eine kleine Pause einzulegen. Was bei dir persönlich ausreichend wirkt, kannst du mit deinem BZ-Messgerät austesten. Und weil es so viele verschiedene Möglichkeiten gibt, kannst du bestimmt auch genug finden, was dir schmeckt und dich zufrieden macht.

    Alles Gute, Rainer
    Bearbeitet von User am 10.07.2020 15:47:18. Grund: .
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    Mitglied seit: 09.07.2020
    am 10.07.2020 16:13:10 | IP (Hash): 174761111
    Vielen lieben Dank für deine Antwort.
    Du hast mir wirklich sehr geholfen wie auch in anderen Beiträgen davor.
    Ich hatte leider das Pech in der Corona Pandemie mit dieser Diabetes Typ 2 konfrontiert zu werden.
    Nach der Diagnose sollte ich eigentlich ins Krankenhaus mit allem drum und dran ich glaube Schulung, Insulin etc. aber das hatte sich erledigt da kein Platz im Krankenhaus war und ich mich durchs Internet Schlau machen musste wie gesagt dieses Forum hat einen sehr grossen Beitrag dazu geleistet. Habe in der Zeit 12 KG abgenommen von BMI 27,5 auf 23,2 war ein erster Schritt. Ich möchte mein Diabetes nicht auf die leichte Schlulter nehmen aber alzu verbissen möchte ich auch nicht dran gehen. Was haltet Ihr von CGM oder einer Operation ? Ein bekannter von mir bekommt eine Spritze einmal in der Woche und er isst und trinkt was er will und hat ein Hba1c von 6,5.
    Was ist nun richtig?
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    Mitglied seit: 09.07.2020
    am 10.07.2020 18:42:02 | IP (Hash): 174761111
    Ich habe noch eine Frage.
    ich seid einiger Zeit als Zwischenmahlzeit Reiswaffeln. Sind diese eventuell auch für die gelegentlich hohen BZ werte verantwortlich?
    Nochmals vielen Dank Jürgen und Rainer
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    am 10.07.2020 20:13:45 | IP (Hash): 1934843255
    Wenn Du gesund mit Deinem Typ 2 alt werden willst, wirst Du Dich mit Deinem Essen nach ihm richten müssen. In Zahlen bedeutet gesund HBA1c max 5,5-5,7 und Blutzucker in der Spitze um ne Stunde nach von was auch immer Du gegessen oder getrunken hast max 140 mg/dl.
    Und dann nicht dauernd essen und trinken, was Deinen BZ auf 139 hält, sondern den zwischen den Mahlzeiten und Zwischenmahlzeiten auch immer wieder deutlich unter 100 mg/dl sinken lassen.

    Nein, die Reiswaffeln sind nicht verantwortlich, wenn Dein BZ nach deren Verzehr höher ansteigt, als Du das haben willst. Schließlich könne sie doch nix dafür, dass Du sie gegessen hast.
    Sondern Du bist dann verantwortlich, wenn Du dir ne für Dich zu große Menge einverleibt hast ;)


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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. Für bis wann gesund und ab wann Prä- oder Diabetes gibt es keine organisch "harten" Fakten.
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