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C-Peptid / Diagnostik / Insulinom / Hypoglykämie

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    Mitglied seit: 14.07.2020
    am 14.07.2020 15:15:17 | IP (Hash): 244145542
    Hallo zusammen,

    ich glaube ich bräuchte mal eure Hilfe bzw. Erfahrungswerte.

    Bin Anfang 30 und gut 100 kg schwer bei knapp 1,90 m.

    Symptomatik: ich habe seit ca. 4 Jahren beim Sport immer deutlich mehr geschwitzt als normal und wurde danach immer wieder ziemlich schnell krank (Nebenhöhlen, Hals) und hatte immer wieder Kaltschweißattacken (vorwiegend im Gesicht) einige Tage nach der akuten Belastung. Meine Fitness wird seither immer schlechter. Selbst Spaziergänge und Radfahren führen zu Übererregung und schnellem Bluthochdruck (bis 170 syst.) und danach werde ich ein paar Tage später wieder krank und der Blutdruck ist niedrig (bis 50 diast.). Manchmal schwitze ich beim oder nach dem Essen, oder fühle mich nach einem Spaziergang schwach, ausgelaugt und zittrig (Kreislauf). Ein Glas Saft und ein paar Kartoffelchips (Zucker und Kohlehydrate) schaffen innerhalb von 10 Minuten Abhilfe.

    Auf mich wirkt das so, dass Essen und Sport/ Bewegung sich negativ auf meinen Blutzuckerspiegel auswirken und der Körper insbesondere nach dem Sport ziemlich zu kämpfen hat und ich daher immer öfter erkältet war. Letzteres Beispiel beim Spaziergang wirkt wie Unterzuckerung.

    Kennt jemand mit diagnostizierter Diabetes ähnliche Symptome?

    Der C-Peptid Wert bei 2,54 ng/ml. Der Laborreferenzrahmen im Bericht liegt bei 1,5-4,0. Im Netz (netdoktor, Laborlexikon) wird jedoch davon gesprochen, dass er nach 12-stündigem Fasten nicht höher als 2,0 liegen sollte. Liege ich hier falsch, oder ist der tatsächlich erhöht? Falls ja spräche das für ein Insulinom und weitere Diagnostik in diese Richtung?

    Glukose wurde nicht zusammen damit bestimmt. Jedoch habe ich einen Wert aus dem letzten Jahr mit 100 nüchtern. Da hatte ich die Symptome ja auch schon. Ich habe dazu jetzt ein Blutzuckertestgerät für zuhause bestellt. Heute, als es mir gut ging, lag der Wert am Morgen bei 95. Mal sehen, wie das so ist, wenn ich beim Sport wieder kurz vor dem Zusammenklappen bin.

    Der Arzt schließt aufgrund des C-Peptid Werts Diabetes allerdings mit großer Wahrscheinlichkeit schon aus. Würdet ihr das auch so sehen? M.E. reicht die Diagnostik noch nicht aus, oder?

    VG, Nico
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    am 14.07.2020 17:11:15 | IP (Hash): 87850797
    Nick2401 schrieb:
    Der Arzt schließt aufgrund des C-Peptid Werts Diabetes allerdings mit großer Wahrscheinlichkeit schon aus. Würdet ihr das auch so sehen? M.E. reicht die Diagnostik noch nicht aus, oder?

    Das HbA1c sollte er schon noch bestimmen lassen, Anhand des hohen nüchternen C-Peptid-Wertes ist Typ1-Diabetes unwahrscheinlich, aber Diabetes insgesamt kann man damit nun wirklich nicht ausschließen.

    Anhand deiner Beschreibung vermute ich auch, dass du keinen Diabetes hast. Diabetes würde dir hohe BZ-Werte bescheren. Niedriger BZ und Hypoglykämien kommen erst durch BZ-senkende Medikamente, insbesondere durch Insulin zustande.

    Probleme mit niedrigem BZ kommen in der Tat auch vor. Ein Insulinom würde sich tatsächlich so auswirken, es gibt aber auch noch mehrere andere und harmlosere Ursachen. Der Facharzt für so etwas ist der Endokrinologe.

    Viele Grüße, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 14.07.2020 17:11:29. Grund: .
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    am 14.07.2020 17:16:16 | IP (Hash): 2129831225
    Der Diabetes ist abgesehen von sehr wenigen Ausnahmen im Promille- oder noch kleineren Bereich weit über den Bereich seiner Diagnosereife hinaus völlig symptomfrei. Und ALLE im Zusammenhang mit Diabetes als typisch beschriebenen Symptome treten erst mit sehr viel höherem Blutzucker auf, als für einen eindeutig diagnosereifen Diabetes nötig.

    Bin neugierig: Was bringt Dich konkret auf die Idee, dass Du Diabetes haben könntest?

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. Für bis wann gesund und ab wann Prä- oder Diabetes gibt es keine organisch "harten" Fakten.
    ALLE Grenzwerte befinden sich in dem Bereich, der für eine ordentliche Diabetes-Behandlung nach DDG als gut bis sehr gut und symptomfrei gilt.


    Bearbeitet von User am 14.07.2020 17:19:13. Grund: Ergänzung
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    am 15.07.2020 09:48:14 | IP (Hash): 244145542
    Hallo Rainer,

    vielen lieben Dank für die Einschätzung. Ich werde das mit dem vermuteten niedrigen Blutzucker unter Belastung und beim Essen mal mit dem Messgerät beobachten. Ansonsten ist das mit dem Endokrinologen in der Tat eine gute Idee. Danke dafür auf jeden Fall.

    VG, Nick
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    am 15.07.2020 14:19:12 | IP (Hash): 244145542
    Hallo hjt_jürgen,

    vielen Dank für die Einschätzung. Insofern werde ich mal darauf achten, ob der Blutzuckerspiegel in gewissen Situationen ggf. dann erhöht ist. Gut 1,5 Stunden nach dem Mittagessen mit ich bei 127, was ja noch recht normal ist.

    Meine Selbsteinschätzung beruht auf einer ganzen Reihe an Beobachtungen, die alle ziemlich gut auf die Diagnosekriterien und zur autonomen Neuropathie passen. Nichtsdestotrotz sind viele Symptome sehr generisch und treffen (leider) auf ziemlich viele Sachen zu.

    - vermehrtes Schwitzen beim Sport im Vergleich zu früher: nachdem alles, was mit dem Herzen und mit dem existierenden Bluthochdruck (autonome Neuropathie (?)) zusammenhing vom Facharzt ausgeschlossen wurde, bliebe ein erhöhter Zuckerwert (?) übrig (bzw. irgendwas anderes, was nach dem Sport zu viel und dann irgendwann zu wenig ist)
    - vermehrte Erkältungen danach: wenn der Körper damit beschäftigt ist den Normalzustand wieder herzustellen dann benötigt das Ressourcen, das Immunsystem ist geschwächt und man ist öfter erkältet.
    - gefühlte Unterzuckerung (?) und Kreislaufprobleme bei geringer Belastung in einer Woche nachdem ich intensiver Sport getrieben hatte (Überregulation führt evtl. zu zu niedrigem Zuckerwert)
    - Kaltschweißattacken im Gesicht: Hypoglykämischer Schock(?) autonome Neuropathie (?) bzw. vegetative Dysfunktion
    - teilweise Schwitzen während oder nach dem Essen. Auch hier spielt ggf. Zucker (?) eine Rolle.
    - teilweise Durchfälle nach dem Essen: autonome Neuropathie (?) - die Symptome begannen ja ca. vor vier Jahren
    - und trockene Haut, trockene Lippen, kalte schwitzige Füße passen auch als Symptome ganz gut.

    VG, Nick
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    am 15.07.2020 20:08:07 | IP (Hash): 1102052542
    Menschen mit eindeutig diagnostiziertem Diabetes, die ihren BZ vorschriftsmäßig steuern, messen nüchtern und vor den Mahlzeiten 100-140 mg/dl und in der Spitze etwa 1 Stunde nach dem Essen kann da alles von 200 bis auch mal an 300 sein, wenn zur nächsten Mahlzeit dann wieder 140 und besser erreicht werden.
    Und für diesen weiten Rahmen gibt es bei Betroffenen, die nur Diabetes haben, KEINES der Symptome, die Du dir mit einem "beginnenden (Ergänzung)" Diabetes erklären willst.

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. Für bis wann gesund und ab wann Prä- oder Diabetes gibt es keine organisch "harten" Fakten.
    ALLE Grenzwerte befinden sich in dem Bereich, der für eine ordentliche Diabetes-Behandlung nach DDG als gut bis sehr gut und symptomfrei gilt.


    Bearbeitet von User am 15.07.2020 20:21:39. Grund: Ergänzung
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    am 17.07.2020 03:32:29 | IP (Hash): 677707038
    Hey Nico,
    Ich bin keine Ärztin und kann dir keine Diagnose stellen. Weil du Neuropathie aber erwähnt hast, wollte ich nur sagen, dass Neuropathie ja ein Sammelbegroff für ganz viele Krankheiten ist, die halt die Nerven betreffen. Meist macht sich so was durch Kribbeln oder Schmerzen in Gliedmaßen/Extremitäten bemerktbar. Meine Mutter hat Neuopathie ebenfalls in Betracht gezogen, weil sie Schmerzen in den Füßen hat, aber absolut keine Knochenfehlstellung o.ä. erkennbar ist.
    Dafür wäre halt der richtige Ansprechpartner der Neurologie....falls du beim Endokrinologen nichts heraus bekommst. :/
    An was ich als erstes gedacht habe, aber bitte sieh das nicht negativ, waren Entzugserscheinungen. Gerade wenn du von Schwitzen und Erschöpfung sprachst. Ich meine, das wirst du am besten wissen, aber vielleicht hast du ja bei deiner Ernährung oder so was umgestellt, was du gar nicht bedacht hast ?

    Liebe Grüße
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    am 18.07.2020 20:50:33 | IP (Hash): 244145542
    Hi Sandra,

    danke auch dir für deinen Input! :)

    Ja, das stimmt schon. Schleppe die Symptomatik jetzt seit vier Jahren mit mir rum und langsam nervt es mich eben ziemlich. Als Psychologe kann ich zumindest eine psychosomatische Ursache ausschließen, da es grundsätzlich immer mit Aktivität (gelegentlich während, meist jedoch eine Weile nach Sport, Bewegung, Anstrengung) zusammenhängt und oftmals auch mit dem Essen.

    Ein Mangel an Sauerstoff im Blut, zu langsamer Abbau von Adrenalin/ Cortisol, zu viel/ zu wenig Blutzucker sind zumindest die möglichen Ursachen, die für mich am meisten Sinn machen in diesem Kontext und die ich als nächstes Mal angehen möchte.

    Entzugserscheinungen im Sinne von Alkohol und Drogen kann ich zumindest ausschließen. Ansonsten hatte ich mich 3,5 der letzten 4 Jahre "normal" ernährt und hatte gelegentlich einen leichten Eisenmangel (was nochmal die Sauerstoffhypothese stützt, aber auch im Rahmen von Diabetes eine Rolle spielt, wie ich gelesen habe), wobei der nicht mehr nachweisbar beim letzten Test im Dezember. Aber den Ansatz finde ich gut - vllt fehlt es ja an irgendetwas anderem, was noch nicht getestet wurde. Naja, ich forsche mal weiter und hoffe bald herauszufinden, was mich da momentan so ärgert.

    VG, Nico