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Fragen zu oGTT Werten

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    Mitglied seit: 11.08.2020
    am 15.08.2020 17:53:56 | IP (Hash): 408232373
    Hallo!

    Ich bin neu hier 👋

    Da ich schon seit Monaten trotz Sport und Kaloriendefizit kein Gramm abnehme, wurde bei mir ein oGTT Test gemacht!
    Ich hatte schon oft Unterzuckersymptome - vor allem nach dem Essen!
    Meine Werte:
    Blutzucker:
    Nüchtern: 66
    1 Stunde: 74
    2 Stunden: 48

    Insulin:
    Nüchtern: 12,5
    1 Stunde: 150
    2 Stunden: 45

    Mir wurde jetzt aufgrund Insulinresistenz Metformin verschrieben.
    Allerdings mache ich mir trotzdem so meine Gedanken?
    Ist es normal dass der Blutzuckerspiegel so weit runter fällt?
    Mir war nach 2 Stunden beim Arzt schon komisch...aber der Fahrt nach Hause (ca. 15 Minuten) dachte ich, ich komme nicht mehr heim. Zittern, schwarz vor Augen usw. - deshalb denke ich, dass der Blutzucker sogar noch weiter runter ging!
    Hab dann 2 Vollkornbötchen gegessen (schaffe sonst nur 1) und es ging mir besser.
    Denkt Ihr dass das normal ist bei einer Insulinresistenz?
    Was ich so komisch finde, ist dass ja der Zucker bei mir gar nicht im Blut ankommt- der Wert steigt ja gar nicht 🤔

    Danke und Liebe Grüße
    Melanie
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    am 15.08.2020 18:41:48 | IP (Hash): 487841813
    Zum Gewicht:
    Kaloriendefizit ist NIE das rechnerische, sondern IMMER das tatsächlich an Lebendgewicht auf der Waage ablesbare.
    Es gibt halt verschiedene Futterverwerter: Die einen können jeden Tag Mengen verdrücken und bleiben schlank bis hager, während gleich alte andere gleichen Geschlechts bei gleichen Tagesabläufen schon mit der Hälfte vom Futter der einen munter zunehmen :(

    Doch doch, der Zucker kommt bei Dir schon im Blut an, was Du schön an der großen Insulinantwort sehen kannst. Und die sorgt dafür, dass das meiste vom Zucker schon in der Leber in Speicherfett umgewandelt und wahrscheinlich zum Teil da auch schon verbleibt. Der Rest wandert in die Schwimmhilfen ;(

    Zum Bluzucker:
    Wenn die Blutzucker-Automatik nicht mehr so recht funktioniert, zeigt sich das unangenehm meistens daran, dass der BLutzucker 2-3 Stunden nach dem Einfüllen von zu vielen KHs einen unangenehmen Ausflug in den Keller macht. Er sinkt also deutlich unter den Ausgangswert von vor dem Einfüllen und deutlich unter die normale Wohlfühlgrenze ab.

    Einfache Abhilfe:
    PASSEND weniger KHs einfüllen oder/und die Menge auf mehrere Portionen mit ner halben bis ner Stunde Pause dazwischen aufteilen, so dass kein tiefes Absinken provoziert wird.
    Weil die Menge jeweils individuell ist, geht das nur ganz persönlich auszuprobieren, was eben bei einer selbst PASSEND ist.

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 15.08.2020 19:40:43 | IP (Hash): 408232373
    Danke für Ihre Antwort 🙏

    Ich muss gestehen, soviel ich auch lese, so wirklich verstehen tue ich nicht was da im Körper genau abläuft! Deshalb ist es auch schwierig zu verstehen was da bei mir genau los ist!
    Denken Sie dass es tatsächlich eine Insulinresistenz ist und dass mir das Metformin hier hilft?

    Also ich habe letztes Jahr schon 20 Kilo abgenommen und da ging es eigentlich ganz gut! Hab ja keine Diät gemacht sondern meine Ernährung komplett umgestellt! Ich esse ca. 1500 Kalorien am Tag und da müsste der Körper ja an seine Reserven gehen oder nicht?

    Danke
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    am 15.08.2020 20:22:09 | IP (Hash): 487841813
    Wir schreiben uns hier alle per Du :)

    20 kg weniger sind schon ne Hausnummer! Gratuliere!

    https://www.med4you.at/laborbefunde/lbef2/lbef_insulin.htm hat zwar einige sachliche Unzulänglichkeiten, aber erklärt erstmal recht anschaulich, was da mit Insulin und Blutzucker usw abläuft.

    Und wie hast Du Deine Ernährung umgestellt?

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    am 15.08.2020 20:42:59 | IP (Hash): 408232373
    Ok :) dann danke ich dir :)

    Ich mache viel Sport...Krafttraining um auch Muskeln aufzubauen und viel an der frischen Luft! Wandern, Fahrrad fahren, Walken usw.!

    Ernährung:

    kein Weizen mehr
    Dinkel bzw. Vollkorn
    viel Eiweiß
    Keine Süßigkeiten usw.
    Allgemein wenig Kohlenhydrate

    Das alles hat letztes Jahr wunderbar funktioniert!
    Aber seit Dezember 2019 steht mein Gewicht...und ich hab immer noch 20 Kilo Zuviel!
    Da ich echt ausgewogen und gesund esse, war ich schon irritiert, dass meine Werte beim oGTT so schlecht waren....


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    am 15.08.2020 21:50:48 | IP (Hash): 766285711
    Hallo Wuzlmama,

    Metformin könnte deine Situation weiter verschlimmern. Als eine Wirkung verringert es die Glukoseausgabe der Leber. Das macht es nicht BZ-abhängig, also nur bei zu hohem BZ, sondern generell. Wenn du einen BZ-Wert unter 59 hast und dann noch die Leber davon abhälst, mit Ausgabe von Glukose gegenzuwirken, könnte dein BZ noch weiter absinken, eventuell sogar gefährlich tief. Wenn du also feststellst, dass sich deine Probleme mit Metformin verschärfen, dann setze es lieber wieder ab.

    Deine BZ-Werte sind tatsächlich sehr niedrig und deine In Insulinwerte, falls sie in mIU/l angegeben sind, sehr hoch. Der Spezialist für solche Fälle ist der Endokrinologe. Versuche einen kompetenten Endokrinologen zu finden und lass dir bei ihm einen Termin geben - der kann dir vielleicht helfen.

    Das was Jürgen beschreibt, wären "alimentäre Hypoglykämien", verspätete und dann überschießende Insulinantwort auf die Mahlzeiten. Danach sieht es für mich bei diesen Werten nicht aus.

    Beste Grüße, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 16.08.2020 10:55:51. Grund: .
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    am 15.08.2020 22:02:40 | IP (Hash): 408232373
    Hallo Rainer,

    ich vermute mal, dass meine Probleme morgens schlimmer sind als Abends. Denn ich bin gerade beim einschleichen von Metformin...und Abends habe ich gar keine Nebenwirkungen. Aber morgens nach dem Frühstück geht gar nicht :-( ich musste es wieder weglassen. Den ganzen Tag eine extreme Übelkeit und auch Unterzuckersymptome...

    Meinst du damit dass man Metformin nur dann nehmen sollte wenn nicht nur die Insulin sondern auch die BZ Werte erhöht sind?

    Danke
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    am 15.08.2020 22:06:40 | IP (Hash): 487841813
    Die Werte waren nicht schlecht, sondern auffällig.

    Auffällig der BZ nach 1 Stunde mit 74, wo 100-140 unauffällig wäre und bis 170 noch als gesunder Bereich gilt.
    Noch auffälliger nach 2 Stunden mit 48, wo unauffällig 66-90 gewesen wäre.
    Noch auffälliger die um 40 nach 3 Stunden, die Du nicht mehr gemessen, aber als Verschlimmerung des Unterzuckers beschrieben hast.

    Sehr auffällig in dem Zusammenhang auch, dass bei dem 2 Stunden BZ mit 48 mg/dl ein erhebliches Vielfaches vom Insulin bei nüchtern 66 gemessen wurde. Hätte Dein Dok eigentlich deutlich zu sprechen müssen!!!
    Passt so weder zu beginnendem Typ 2, was das Metformin rechtfertigen würde, noch zum Insulinom, was nen deutlich niedrigeren Nüchternwert machen würde, also in keine der üblichen Schubladen.

    Deswegen mein Vorschlag, die KH-Portionen und damit die Insulinspitzen möglichst klein zu halten, z.B. vielleicht auch mal wenigstens zum Ausprobieren ein paar Wochen LCHF?
    Mit weniger Insulin in Umlauf könntest Du ja vielleicht zu schlechteren Futterverwerter werden und der Waage noch das eine oder andere Kilo abluchsen?

    Rainers Rat zum Endo ist sicher gut. Aber die Spezies ist chronisch überlastet, und Du hast ja normal keinerlei krankhafte Beschwerden, die die sofortige ärztliche Aufmerksamkeit erfordern (Nein, ich bin kein Arzt und schreibe das unter genau diesem Vorbehalt!). Deswegen würde ich an Deiner Stelle erst einmal in der vorgeschlagenen Ernährungsrichtung probieren. Daumendrück :)

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    Bearbeitet von User am 15.08.2020 22:13:03. Grund: Ergänzung
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    am 15.08.2020 22:18:06 | IP (Hash): 408232373
    Deshalb habe ich versucht mich im Internet etwas schlau zu machen! Denn das Gespräch hatte ich gar nicht mit meinen Doc - sondern mit der Arzthelferin! Die kommt schon aus einer Diabetes - Schwerpunktpraxis! Aber irgendwie hab ich kein gutes Gefühl dabei. Sie sagte halt nur mit der Ernährung würde ich das nicht - oder nur schwer in den Griff bekommen und dass ich eine Insulinresistenz habe und Metformin nehmen soll!
    Soll ich es deiner Meinung nach auch nicht nehmen?
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    am 15.08.2020 22:36:44 | IP (Hash): 487841813
    Erste einfache und schnelle Antwort: Auch in den Fällen, in denen Metformin erwiesen TOP wirkt, passiert das nächste Quartal absolut NIX, wenn jemand drauf verzichtet.

    Du hast nicht mal beim OGTT einen auch nur annähernd erhöhten BZ, der den Einsatz der Pille rechtfertigen könnte. Normaler Einsatz bei Nüchternwerten über 100, die damit dann wieder unter 100 gedrückt werden. Die Einnahme ist wie Rainer schon schreibt eher kontraproduktief.

    Die Herausforderung besteht in der Interpretation/Deutung des auffällig hohen Insulinumsatzes infolge KH-Stimulation. Aber die kannst Du ganz praktisch ernährungsmäßig vermeiden. Und zum "Rest", so weit ich den sehen kann, schreib ich Dir morgen mehr. N8 ;)

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