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Diabetes nach Schwangerschaft
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am 17.08.2020 14:16:58 | IP (Hash): 195084877
Hallo in die Runde,
ich bin neu in diesem Forum. Ich bin 34 Jahre alt und habe vor neun Wochen unser zweites Kind geboren. In beiden Schwangerschaften hatte ich einen grenzwertigen Schwangerschaftsdiabetes. Die Werte beim OGT waren beide Male ähnlich (80-180-120). Ich habe in beiden Schwangerschaften die Zuckerwerte streng kontrolliert und bin mit einer guten Ernährung selten über 120 nach dem Essen gekommen (ohne Spritzen).
Ich habe in den letzten Wochen die Werte immer mal wieder kontrolliert und dabei fiel mir schon auf, dass sie viel höher als in der Schwangerschaft waren. Heute war ich deshalb beim Nachtest. Die Werte waren erschreckend: Nüchternwert 72, 1h-Wert 200, 2h-Wert 225. Der Hbca1-Wert lag absolut in der Norm bei 4,7. Meine Ärztin hat für eine eingehende Diagnostik Blut abgenommen, um verschiedene Parameter zu bestimmen. Erst wenn diese vorliegen, werde ich über das weitere Vorgehen informiert.
Ich war nach den Werten absolut geschockt. Ich hatte zwar damit gerechnet, dass der Test grenzwertig ausfallen könnte, aber nicht mit so einem eindeutigen Ergebnis gerechnet. In mir sind nun tausend Fragen und ganz viel Angst und ich dachte, vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen:
- Gibt es eine Erklärung dafür, dass die Werte in der Schwangerschaft so viel besser waren als jetzt? Bzw. wie kommt es zu dieser extremen Verschlechterung obwohl ich kein Insulin spritzen musste und die Werte in der Schwangerschaft gut im Griff hatte?
- Wie ist es möglich, dass der Hbca-Wert noch so gut ist?
- Momentan fallen die Blutzuckerwerte gefühlt jeden Tag etwas schlechter aus. Ist das möglich? Wie lässt sich das erklären?
- Welche Laborwerte werden nun bestimmt? Was lässt sich daraus ablesen?
- Vor drei Wochen wurde zudem festgestellt, dass meine Schilddrüsenhormone zu niedrig eingestellt sind. Der TSH-Wert lag bei 0,01. Ich hatte daraufhin in der Praxis angerufen und gefragt, ob der Test unter diesen Bedingungen überhaupt Sinn mache. Dort sagte man mir, dass es keinen Unterschied mache. Im Internet habe ich an verschiedenen Stellen jedoch andere Dinge dazu gelesen. Weiß jemand mehr dazu, wie es sich mit einer Schilddrüsenüberfunktion und der Insulinproduktion verhält? Kann es sein, dass die Ursache für die schlechten Werte in der Überfunktion liegt?
- Ich stille unseren Sohn voll. Wie soll ich mich bis zum Vorliegen der weiteren Blutergebnisse verhalten bzw. was soll ich essen? Besteht für ihn eine Gefahr? Wird auch er "überzuckert"? Ich esse bereits ausschließlich Vollkornprodukte, wenig Obst, viel Gemüse und nur gesunde Fette. Zucker und Süßigkeiten habe ich schon längst aus meiner Ernährung gestrichen. Zudem versuche ich nur eingeschränkt Kohlenhydrate zu mir zu nehmen. Mein Problem ist allerdings, dass ich sowieso sehr schlank bin und bereits 2,5 Kilo weniger Gewicht habe als vor der Schwangerschaft (54 kg bei einer Größe von 172 cm). Ich habe das Gefühl nicht mehr viel an meiner Ernährungsweise ändern zu können.
Vielen Dank und viele Grüße
Finchen -
am 17.08.2020 14:39:14 | IP (Hash): 1410810702
Hallo Finchen,
für deinen Sohn besteht, dadurch dass du stillst, keinerlei Gefahr. Sein Körper regelt den BZ alleine, da ist es egal, was er zu essen bekommt.
Ehe du dir hier verschiedene Spekulationen anhörst, warte doch erst mal die weiteren Ergebnisse ab. Die BZ-Werte beim oGTT waren zwar nicht schön, aber absolut nicht in einem gefährlichen Bereich. Es besteht kein Grund, jetzt ganz schnell etwas zu machen.
Ich wünsche dir viel Ruhe und Freude an deinem Jüngsten, Rainer -
am 17.08.2020 16:18:18 | IP (Hash): 1784906990
Finchen_85 schrieb:
In mir sind nun tausend Fragen und ganz viel Angst
Fragen kann ich mir gut vorstellen, aber warum Angst?
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 17.08.2020 22:32:24 | IP (Hash): 1106013482
Hallo Finchen,
ich kann mir ziemlich gut vorstellen, was dir gerade für 1000 Gedanken durch den Kopf schwirren. Mir erging es sehr ähnlich. Nach der Geburt im Januar, war ich im Juni zum Nachsorge-OGTT. Ich habe bis dahin eigentlich keinen Gedanken mehr an meinen Schwangerschaftsdiabetes verschwendet und war genau wie du total vor den Kopf gestoßen, als erhöhte Werte dabei raus gekommen sind.
Wahrscheinlich kannst du im Moment an nichts anderes denken :-(
Wie ist man denn drauf gekommen, das mit der Schilddrüse etwas nicht stimmt?
Auch wenn es schwer fällt, aber versuche wirklich erst mal ruhig zu bleiben. Ich habe im Gegensatz zu "vielen alten Hasen" hier im Forum noch nicht viel Erfahrung. Aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass die Werte höher sind, je mehr man sich rein steigert. Ich habe nach dem OGTT wirklich viel meinen Blutzucker gemessen, mir einen Wecker gestellt, immer wieder auf die Uhr geschaut und wurde regelrecht nervös, wenn die Zeit zum nächsten Messen wieder ran war. Umso verrückter ich mich gemacht habe, umso höher waren auch die Werte.
Ich drück dir die Daumen, dass du erst mal in Ruhe abwarten kannst, bis genaue Ergebnisse vorliegen. Meld dich doch mal, was raus gekommen ist.
Viele Grüße und PS: herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs. Wahrscheinlich ist dein Baby so zuckersüß, dass es kein Wunder ist, dass die Blutzuckerwerte verrückt spielen :-) -
am 18.08.2020 06:16:19 | IP (Hash): 195084877
Vielen Dank für eure ermunternden Worte.
Ja, ich bin ziemlich vor den Kopf gestoßen, weil die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes von der Ärztin damals aufgrund der Werte sowieso in Frage gestellt wurde und sie meinte, sie müsse sie aufgrund der Richtlinien stellen. Ich verstehe nicht, warum die Werte plötzlich so aus dem Ruder laufen, zumal ich nicht ungesund lebe / gelebt habe.
Ich habe seit ein paar Jahren nur noch eine halbe Schilddrüse. Der TSH-Wert wurde von der Frauenärztin bei der Abschlussuntersuchung erhoben. Ich hatte gestern keine Zeit bei der Ärztin diesen Befund anzugeben. Ich weiß auch nicht, welche Werte nun standardmäßig bei einem auffälligen OGTT bestimmt werden und ob die Schilddrüse dazu gehört. Wisst ihr das?
"Angst" bereitet mir die Vorstellung, mir nun immer Gedanken über meine Mahlzeiten, Blutzucker etc. machen zu müssen und niemals spontan irgendwo zugreifen zu können. Zumindest habe ich es in der Schwangerschaft so erlebt und empfand es als sehr kräftezehrend. Nur dass ich da immer ein festes Ziel bzw. einen festen Zeitraum im Auge hatte. -
am 18.08.2020 09:45:19 | IP (Hash): 799796177
Hallo Finchen,
meines Wissens gibt es zwischen den SD-Werte und den BZ-Werte keinen oder zumindest keinen starken Zusammenhang. Du musst die zwei Probleme getrennt betrachten.
Aus deiner Beschreibung geht hervor, dass du dich ein wenig KH-reduziert ernährst. Wenn das so ist, hast du dann die 3 Tage vor dem oGTT jeweils mindestens 150g KH gegessen? Falls nicht, dann kann das den Test verfälscht haben und eventuell die Ursache für die hohen Werte sein.
Wenn du noch ein paar Teststreifen hast, dann miss doch einfach mal den BZ in 1 und in 2 Stunden nach einer von deinen normalen Mahlzeiten. Wenn dabei normale Werte rauskommen, dann brauchst du dir nur wenig Sorgen zu machen und kannst ganz in Ruhe die nächste Untersuchung abwarten.
Alles Gute, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 18.08.2020 09:45:56. Grund: . -
am 18.08.2020 10:47:01 | IP (Hash): 195084877
Vielen Dank für deine Antwort. Leider weiß ich nicht so richtig, was die normalen Werte sind. Bei der Schwangerschaftsdiabetes war der Richtwert 140 nach einem Stunde. Bei Diabetes 2 lese ich meist von 140 nach zwei Stunden. Was zählt denn nun? Wie hoch sollte der Wert vor einer Mahlzeit sein?
Der Zusammenhang zwischen Schilddrüse und einem gestörten Glukosestoffwechsel wird hier beschrieben:
https://www.aerzteblatt.de/archiv/183181/Schilddruese-und-Diabetes-Interaktion-wird-unterschaetzt
Ich habe vor dem OGTT nicht kohlenhydratreduziert gegessen. Ich messe schon wieder eine ganze Weile. Auf jeden Fall sind die Werte deutlich höher als in der Schwangerschaft und ich habe den Eindruck, dass sie tendenziell bei gleicher Ernährung von Woche zu Woche steigen.
Mich frustriert am meisten, dass ich mich schon lange an die gängigen Empfehlungen (Bewegung und gesunde Ernährung) halte. An den Schrauben kann ich nicht mehr viel drehen (wenn überhaupt). Und auch abnehmen ist nicht mehr möglich. Im Gegenteil, mein Gewicht sinkt momentan rapide. Heute morgen waren es plötzlich wieder 600g weniger auf der Waage. So einen plötzlichen Gewichtsverlust hatte ich in den letzten Wochen des öfteren. Dabei befinde ich mich laut BMI schon im Untergewicht.
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am 18.08.2020 10:49:50 | IP (Hash): 195084877
@EmEd: Gibt es bei dir eine Erklärung, warum der Diabetes geblieben ist? Wie kommst du damit zurecht?
Ich hoffe, es ist ok, dass ich das frage.
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am 18.08.2020 15:39:57 | IP (Hash): 1318109534
Hallo Finchen,
man kann nach der Schwangerschaft grundsätzlich einmal jede Art von Diabetes entwickeln, z.T. auch unabhängig vom Schwangerschaftsdiabetes.
Wie hoch sind denn deine gemessenen Werte nach dem Essen genau?
Normalerweise gilt als gesund nach dem OGTT für NICHT-Schwangere, wenn der 2-Stunden Wert unter 140 liegt. Und der Nüchternwert unter 100. Daran solltest du dich orientieren.
In der Schwangerschaft gelten als Schutz fürs Baby deutlich strengere Grenzwerte. Vergiss bitte diese Werte, die haben momentan für dich keinerlei Bedeutung, da du ja jetzt nicht mehr schwanger bist.
Wichtig wäre mir wirklich, wie deine selbst gemessenen Werte sind und wann du die Ergebnisse vom Arzt bekommst. Ich vermute, dabei wurde C-Peptid (zeigt, wie viel Insulin deine Bauchspeicheldrüse produziert) und ggf. Antikörper untersucht.
Weil ggf. könntest du auch einen Typ1 Diabetes entwickeln. Dieser kann auch plötzlich ausbrechen unabhängig von deiner Schwangerschaft. Auch die Gewichtsabnahme könnte - muss aber nicht - auf einen Typ1 hinweisen. Jetzt kommt es natürlich darauf an, wie hoch deine Blutzuckerwerte sind? Hast du sonst weitere Beschwerden?
Andere Möglichkeit: du reduzierst ja die Kohlenhydrate, wenn du diese nicht mit etwas anderem ersetzt, dann kommst du natürlich nicht auf deine Gesamtkalorien und nimmst ab. Deshalb schau. Man kann nicht unendlich an der Stellschraube Ernährung drehen und du solltest dringend schauen, dass du nicht weiterabnimmst.
LG July
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am 19.08.2020 21:39:34 | IP (Hash): 1390397251
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Du dich für Deinen möglichen Diabetes verantwortlich machst so in der Art: Du hast den gekriegt, weil Du irgendwas nicht richtig gemacht hast. Oder Du wirst den nicht los, weil Du irgendwas nicht richtig machst.
Wenn allgemein bekannt wäre, was einen Diabetes ursächlich auslöst, und wenn Du das dann trotzdem gewohnheitsmäßig gemacht hättest oder machst, wärst Du in der Tat wenigstens ein gutes Stück weit verantwortlich.
Aber bislang ist noch keine einzige Ursache bekannt, die sich gezielt vermeiden ließe. Also hättest Du allenfalls Lotto-mäßig irgendwas richtig oder falsch machen können. Folglich ist völlig sinnbefreit, sich mit solchen Nicht Richtig Gemacht
Haben Schuld-Gedanken zu belasten.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
Bearbeitet von User am 19.08.2020 21:41:27. Grund: Ergänzung -
am 19.08.2020 23:33:17 | IP (Hash): 919058823
Finchen_85 schrieb:
@EmEd: Gibt es bei dir eine Erklärung, warum der Diabetes geblieben ist? Wie kommst du damit zurecht?
Ich hoffe, es ist ok, dass ich das frage.
Hallo Finchen,
klar darfst du fragen :-)
Also ich bin nicht mehr so panisch wie noch vor ein paar Wochen. Aber das Thema ist sehr präsent. Im Grunde denke ich jede Mahlzeit daran :-(
Nach dem warum habe ich auch lange gesucht. Ich war nie der nur Öko-Bio-Salat-Esser, aber hab mich mit Sicherheit auch nicht total ungesund ernährt. Keine Ahnung, welche Stellschraube da nicht richtig ist bei mir, damit die Blutzuckerwerte nicht normal sind.
Ich denke, auf die Suche nach Antworten macht man sich automatisch, weil man von den Ärzten in der Schwangerschaft auch immer wieder zu hören bekommt, dass es nur Schwangerschaftsdiabetes ist und der nach der Geburt definitiv wieder weg ist. Das Risiko, es in den Folgejahren zu bekommen, ist zwar da, aber ich hab nicht ein einziges Mal gehört, dass es auch direkt so bleiben kann. Meine Ärztin war bei der Nachsorge auch sehr überrascht von den Werten, was einem direkt das Gefühl vermittelt, dass man irgendein Sonderfall ist.
Ich kämpfe im Moment genau wie du mit dem Gewicht. Das ist meine größte Sorge. Ich kann und möchte kein einziges Gramm mehr verlieren, weil einfach auch kein Platz mehr nach unten ist :-(
Ich hab in letzter Zeit viele Vollkornprodukte gegessen. Muss aber sagen, dass es damit definitiv schwerer ist, an Gewicht zuzulegen, weil das Sättigungsgefühl länger anhält und man dadurch einfach nicht so schnell wieder was isst. Zumindest geht es mir so.
Ich habe sonst mein helles Brötchen mit Marmelade zum Frühstück geliebt. Konnte da aber direkt nach ner Stunde schon wieder was rumfuttern. Mit Vollkornbrötchen hab ich nicht so schnell wieder Hunger.
In der Stillzeit finde ich es auch schwer. Ich hab sonst auch immer viel zwischendurch gegessen. Aber der Gedanke an die Blutzuckerwerte lässt mich jetzt öfters auf was verzichten, so nach dem Motto wer weiß wie hoch die Werte gehen, wenn man dies und das jetzt isst. Trägt mit Sicherheit nicht dazu bei, sein Gewicht zu halten.
Also da tue ich mich gerade schwer vor allem mit den Zwischenmahlzeiten, was man bedenkenlos essen kann.
Ich hatte auch lange die Hoffnung, dass es nur vorübergehend ist und sich die Werte in ein paar Monaten wieder erholt haben. Ich hab schon paar mal gehört, dass es bei welchen nach der Stillzeit wieder normal war. Aber ich glaube, es ist nicht richtig, sich an diese Hoffnung zu klammern. :-(
Gibt's bei dir schon was Neues?
Viele Grüße! -
am 20.08.2020 08:37:13 | IP (Hash): 195084877
Vielen Dank für eure Antworten.
Leider gibt es bei mir noch keine Neuigkeiten. Ich warte ungeduldig auf den Anruf der Ärztin. Ich melde mich ausführlich sobald ich etwas Neues weiß. -
am 20.08.2020 22:03:06 | IP (Hash): 234176320
Mit dem Gewicht am oder überm oberen Ende vom normalen BMI ist Wenigeressen für Wenigermessen eine recht brauchbare Vorgehensweise. Mit dem Gewicht am unteren Ende und dann auch noch während der Stillzeit ist die völlig unbrauchbar.
Klar möchte frau ne mögliche Diagnose Diabetes rausschieben. Aber wenn mit völlig normalem Essen bei völlig normalem Gewicht ein Grenzwert überschritten würde, dann ist das Wenigeressen eindeutig Behandlungsverhalten. Und das Behandlungsverhalten taugt überhaupt nicht, wenn es zu Untergewicht führt.
Klar muss frau entscheiden, was sie denn will. Aber dafür erst einmal schauen, was unter welchen Umständen möglich ist. Der völlig gesunde Blutzucker gilt mit ärztlicher Unterstützung A’USSCHLIESSLICH für die Schwangerschaft.
Außerhalb der Schwangerschaft ist für Menschen mit Diabetes völlig normal, nüchtern und vor dem Essen mit 100-140 mg/dl zu starten, und wenn das vor der nächsten Mahlzeit wieder passt, ist völlig egal, ob der BZ dazwischen nur bis an 200 oder doch bis an 300 ausgeflogen ist.
Als besonders scharfe Einstellung gilt nüchtern und vor den Mahlzeiten 80-120 und in der Stundenspitze nach den Mahlzeiten unter 200. Und das ist das maximale MInimum, zu dem Fachärzte aktiv beitragen mögen, wenn damit nicht häufig Unterzuckerungen produziert werden.
Mit diesen Blutzuckerwerten leben die "gesünderen" unter den Millionen Menschen mit Diabetes allein in D völlig ohne irgendwelche besonderen Beschwerden und Folgen. Vor diesem Hintergrund muss frau die Ruhe verstehen, mit der Ärzte und Fachärzte gerade mal "etwas" höher als gesunden BZ-Werten begegnen, die die gerade gewordenen Mütter in helle Aufregung versetzen ;)
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 22.08.2020 14:22:51 | IP (Hash): 195084877
Gestern kam endlich der ersehnte Anruf meines Arztes. Die weiteren Laborergebnisse sind unauffällig. Lediglich das C-Peptid ist etwas erhöht. Er meinte, man könne höchstens von einem beginnenden Diabetes 2 ausgehen, aber er würde eher nichts sehen. Vielleicht hätte ich auch eine gewisse Insulinresistenz. Meine Frage, warum der OGTT dann so ausgefallen sei, hat er mit "Gute Frage." beantwortet. Er meinte, die Schilddrüse könnte ein Grund sein. Aber auch, dass ich vor ein paar Jahren in relativ kurzer Zeit sehr viel abgenommen habe (diese Begründung habe ich nicht verstanden, weiß dazu jemand mehr?). Ich soll nichts weiter beachten und in zwei Jahren zur Kontrolle kommen. Denn mein Hb1ca-Wert würde zeigen, dass die erhöhten Werte keine Alltagsrelevanz hätten Ich freue mich natürlich über diese Entwicklung, bin aber auch sehr verwirrt und würde die Zusammenhänge gerne besser verstehen. Aber ich muss wohl akzeptieren, dass ich keine umfassende Erklärung bekommen werde. Am Mittwoch habe ich einen Arzttermin wegen meiner Schilddrüse, da werde ich die Werte nochmal mitnehmen und hoffe, dass der Arzt dort es mir etwas verständlicher erklären kann.
Erstaunlicherweise messe ich in den letzten drei Tagen keine erhöhten Werte mehr. Ich frage mich, wodurch diese wochenlange Erhöhung ausgelöst wurde und ob sie nun wirklich ganz verschwunden ist.
Vielen Dank nochmal für eure zahlreichen Antworten und Anregungen. Ihr habt mir alle sehr weitergeholfen und sehr zu meiner Beruhigung in den letzten Tagen beigetragen!
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am 22.08.2020 18:12:09 | IP (Hash): 470244023
Hallo Finchen,
das sind zwei gute Nachrichten. Besonders das leicht erhöhte C-Peptid sagt aus, dass es nicht Typ1-Diabetes bzw. LADA ist. Toll ist auch, dass sich dein BZ wieder beruhigt hat.
Bekannt ist, dass bei zwei oGTTs oft unterschiedliche Ergebnisse heraus kommen. Erklären lässt sich das in vielen Fällen nicht. Da dein Tages- (und Nacht-)ablauf zur Zeit ganz bestimmt nicht geregelt und stressfrei vor sich geht, bestehen genügend Gründe für Unregelmäßigkeiten. Höre auf zu grübeln, was die Ursache gewesen sein könnte, was genaues bekommst du sowieso nicht raus. So ein leicht erhöhter BZ über ein paar Monate schadet übrigens auch deinem Körper nicht entscheidend. Dazu braucht es schon mehrere Jahre.
Versuche mal bei deiner Ärztin zu erreichen, dass sie deinen BZ in 3 ...4 Monaten oder zumindest in einem Jahr noch mal kontrolliert. Wenn dann alles in Ordnung ist, reicht die Kontrolle aller 2 Jahre aus.
Alles Gute, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 22.08.2020 18:12:27. Grund: . -
am 22.08.2020 21:54:05 | IP (Hash): 1668109226
Hallo Finchen, ich hoffe alles gut bei dir!
Wie schaffst du es mit deinem Baby? -
am 24.08.2020 09:17:41 | IP (Hash): 2087691041
Versuche mal bei deiner Ärztin zu erreichen, dass sie deinen BZ in 3 ...4 Monaten oder zumindest in einem Jahr noch mal kontrolliert. Wenn dann alles in Ordnung ist, reicht die Kontrolle aller 2 Jahre aus.
Das ist eine gute Idee. Das mache ich auf jeden Fall. Danke für den Tipp!
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am 24.08.2020 09:52:57 | IP (Hash): 2087691041
Ich habe gerade nochmal mit meiner Ärztin gesprochen. Sie meinte, es würde reichen, wenn ich alle drei bis sechs Monate den Langzeitwert bei meiner Hausärztin bestimmen lasse und nur wenn dieser über 6,5 läge, müsse man (medikamentös, weil abnehmen nicht möglich) aktiv werden.
Ich habe mir verschiedene Foreneinträge zum Langzeitwert durchgelesen. So richtig durchdrungen habe ich das Thema aber noch nicht. Trotzdem stellt sich mir die Frage, ob diese Bestimmung ausreichend ist? Kurzzeitig erhöhte Blutzuckerwerte werden darin doch nicht abgebildet, oder? Sind diese denn irrelevant? -
am 24.08.2020 13:53:13 | IP (Hash): 1271908337
Du hast recht: Alles, was an höherem BZ nicht länger als 3-4 Stunden anhält, wird mit dem HBA1c-Wert nicht erfasst. Wenn Du also in der Spitze ne halbe Stunde nach dem Essen nicht mehr als 140-160 mg/dl haben willst, kannst Du das nur selbst einrichten. Also etwas systematisch schauen, wie große Portionen von welchen KHs bei Dir unter diesen Deckel passen und die dann gewohnheitsmäßig einrichten. Und gewohnheitsmäßig einrichten will sagen, dass frau ein Auge für die Portionen entwickelt, die in ihren Rahmen passen, und da nicht jeden Tag nachmessen und nachwiegen muss, sondern dass alle paar Tage, paar Wochen oder sogar paar Monate ne Stichprobe reicht. Kann gut sein, dass das dann etwa LOGI entspricht, und damit lässt sich ganz gut leben :)
Und NEIN, der Typ-2-mäßige Blutzucker-Anstieg hängt spätestens bei schlanken Betroffenen nicht am Gewicht, wie uns die versammelte Ärzteschaft gern einredet. Sondern sie wird wahrscheinlich genauso wie bei den schwergewichtigeren von zu viel Fett in der Leber bewirkt. Und dabei muss das nicht mal ne ausgeprägte Fettleber sein mit 60 und mehr Prozent, die es auch bei schlanken Menschen gibt, sondern da reicht wohl bei manchen ein Fettanteil von nur 20 oder so Prozent für die höher als normale Glukose-Ausgabe. Prof. Taylor in Newcastle sammelt gerade schlanke Probanden für seine nächste Studie dazu, allerdings nur in GB. - Will sagen: Normales Gewicht fürchten oder gar noch weiter abnehmen wird für den gesunden BZ wenig bis gar nichts bringen, sondern eher der Ersatz von KHs durch Fett und Eiweiß und davon passend für Dein gesundes Gewicht. Und dazu kann Rainer Dir bestimmt mehr schreiben.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 24.08.2020 17:03:42 | IP (Hash): 1843881018
Ich bin's nochmal:
Ich habe mir eben eine Kopie der Laborwerte geben lassen. Der Peptid-C- Wert liegt bei 8,6. Als Obergrenze wird 4,4 angegeben. Im Internet habe ich gelesen, dass solch erhöhten Werte auf eine beginnende Diabetes 2 hinweisen. Der Arzt sprach am Telefon nur von einer geringen Erhöhung. Aber ist diese wirklich nur gering? Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass es vielleicht doch nicht so harmlos ist. Bzw. dass jetzt ein guter Zeitpunkt wäre, noch ohne Medikamente entgegenzusteuern. Wie würdet ihr das bewerten?
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am 24.08.2020 17:14:11 | IP (Hash): 195084877
Die Werte wurden ca. 3 Stunden nach der Glucosegabe bestimmt. -
am 24.08.2020 18:07:17 | IP (Hash): 1271908337
Finchen_85 schrieb:
Wie würdet ihr das bewerten?
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/dme.12039 ist ein bisschen gemein, aber Google hilft Dir sicher übersetzen/verstehen. Und die Zusammenhänge werden auch dann deutlich, wenn nicht jedes bisschen wörtlich eingeordnet werden kann.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 25.08.2020 09:39:22 | IP (Hash): 1830576234
Danke für den Link. Ich meine folgendes verstanden zu haben:
- Das C-Peptid ist immer eine Momentaufnahme, kein Langzeitwert.
- Mein Körper produziert ausreichend Insulin. Es wirkt aber nicht richtig, deswegen entsteht das C-Peptid.
- Ein manifester Diabetes 2 würde vorliegen, wenn das C-Peptid niedrig wäre. Allerdings besteht das Risiko, dass die Bauchspeicheldrüse durch die hohe Insulinproduktion erschöpft und sich ein DM2 entwickelt.
- Jetzt ist Handeln höchst sinnvoll, um den Ausbruch zu verhindern.
Sind meine Annahmen so korrekt? -
am 25.08.2020 11:52:06 | IP (Hash): 740336689
Noch ein bisschen mehr zum Verwirren:
Die Betazellen in der Bauchspeicheldrüse produzieren beständig Proinsulin in ihre Winzigspeicher. Wenn sie dann die Aufforderung zur Ausgabe bekommen, teilen sie normalerweise jedes Teilchen Proinsulin in 1 Teil C-Peptid und 1 Teil Insulin.
Gibt also bei der Ausgabe normal immer gleich viel von beidem. Aber im Blut ändert sich das.
Insulin hat im Blut eine Halbwertzeit von knappen 5 Minuten. Von Hausnummer 2 Gramm Insulin ist nach knappen 5 Minuten nur noch 1 g da, nach weiteren 5 Minuten nur noch 0,5 usw., und zwar auch dann, wenn nix davon verbraucht wird. Lässt sich also immer nur zeitlich sehr kurz messen.
C-Peptid hat im Blut eine Halbwertzeit von gut 20 Minuten, ist also deutlich länger nachweis- und messbar, als das zusammen damit ausgelieferte Insulin und lässt darauf auch dann noch rückschließen, wenn davon schon praktisch alles aufgelöst ist.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 25.08.2020 12:24:38 | IP (Hash): 195084877
Da die Blutwerte etwa drei Stunden nach Testbeginn erhoben wurden, würde das also bedeuten, dass die Bauchspeicheldrüse in dieser Zeit sehr viel Insulin freigegeben hat, dies aber einfach nicht gewirkt hat und die Glukose nicht abtransportiert wurde. Hmm, und woran kann das liegen? Ist es möglich, dass die Zellen plötzlich insulinresistent sind?