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Diabetes nach Schwangerschaft
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am 19.08.2020 23:33:17 | IP (Hash): 919058823
Finchen_85 schrieb:
@EmEd: Gibt es bei dir eine Erklärung, warum der Diabetes geblieben ist? Wie kommst du damit zurecht?
Ich hoffe, es ist ok, dass ich das frage.
Hallo Finchen,
klar darfst du fragen :-)
Also ich bin nicht mehr so panisch wie noch vor ein paar Wochen. Aber das Thema ist sehr präsent. Im Grunde denke ich jede Mahlzeit daran :-(
Nach dem warum habe ich auch lange gesucht. Ich war nie der nur Öko-Bio-Salat-Esser, aber hab mich mit Sicherheit auch nicht total ungesund ernährt. Keine Ahnung, welche Stellschraube da nicht richtig ist bei mir, damit die Blutzuckerwerte nicht normal sind.
Ich denke, auf die Suche nach Antworten macht man sich automatisch, weil man von den Ärzten in der Schwangerschaft auch immer wieder zu hören bekommt, dass es nur Schwangerschaftsdiabetes ist und der nach der Geburt definitiv wieder weg ist. Das Risiko, es in den Folgejahren zu bekommen, ist zwar da, aber ich hab nicht ein einziges Mal gehört, dass es auch direkt so bleiben kann. Meine Ärztin war bei der Nachsorge auch sehr überrascht von den Werten, was einem direkt das Gefühl vermittelt, dass man irgendein Sonderfall ist.
Ich kämpfe im Moment genau wie du mit dem Gewicht. Das ist meine größte Sorge. Ich kann und möchte kein einziges Gramm mehr verlieren, weil einfach auch kein Platz mehr nach unten ist :-(
Ich hab in letzter Zeit viele Vollkornprodukte gegessen. Muss aber sagen, dass es damit definitiv schwerer ist, an Gewicht zuzulegen, weil das Sättigungsgefühl länger anhält und man dadurch einfach nicht so schnell wieder was isst. Zumindest geht es mir so.
Ich habe sonst mein helles Brötchen mit Marmelade zum Frühstück geliebt. Konnte da aber direkt nach ner Stunde schon wieder was rumfuttern. Mit Vollkornbrötchen hab ich nicht so schnell wieder Hunger.
In der Stillzeit finde ich es auch schwer. Ich hab sonst auch immer viel zwischendurch gegessen. Aber der Gedanke an die Blutzuckerwerte lässt mich jetzt öfters auf was verzichten, so nach dem Motto wer weiß wie hoch die Werte gehen, wenn man dies und das jetzt isst. Trägt mit Sicherheit nicht dazu bei, sein Gewicht zu halten.
Also da tue ich mich gerade schwer vor allem mit den Zwischenmahlzeiten, was man bedenkenlos essen kann.
Ich hatte auch lange die Hoffnung, dass es nur vorübergehend ist und sich die Werte in ein paar Monaten wieder erholt haben. Ich hab schon paar mal gehört, dass es bei welchen nach der Stillzeit wieder normal war. Aber ich glaube, es ist nicht richtig, sich an diese Hoffnung zu klammern. :-(
Gibt's bei dir schon was Neues?
Viele Grüße! -
am 20.08.2020 08:37:13 | IP (Hash): 195084877
Vielen Dank für eure Antworten.
Leider gibt es bei mir noch keine Neuigkeiten. Ich warte ungeduldig auf den Anruf der Ärztin. Ich melde mich ausführlich sobald ich etwas Neues weiß. -
am 20.08.2020 22:03:06 | IP (Hash): 234176320
Mit dem Gewicht am oder überm oberen Ende vom normalen BMI ist Wenigeressen für Wenigermessen eine recht brauchbare Vorgehensweise. Mit dem Gewicht am unteren Ende und dann auch noch während der Stillzeit ist die völlig unbrauchbar.
Klar möchte frau ne mögliche Diagnose Diabetes rausschieben. Aber wenn mit völlig normalem Essen bei völlig normalem Gewicht ein Grenzwert überschritten würde, dann ist das Wenigeressen eindeutig Behandlungsverhalten. Und das Behandlungsverhalten taugt überhaupt nicht, wenn es zu Untergewicht führt.
Klar muss frau entscheiden, was sie denn will. Aber dafür erst einmal schauen, was unter welchen Umständen möglich ist. Der völlig gesunde Blutzucker gilt mit ärztlicher Unterstützung A’USSCHLIESSLICH für die Schwangerschaft.
Außerhalb der Schwangerschaft ist für Menschen mit Diabetes völlig normal, nüchtern und vor dem Essen mit 100-140 mg/dl zu starten, und wenn das vor der nächsten Mahlzeit wieder passt, ist völlig egal, ob der BZ dazwischen nur bis an 200 oder doch bis an 300 ausgeflogen ist.
Als besonders scharfe Einstellung gilt nüchtern und vor den Mahlzeiten 80-120 und in der Stundenspitze nach den Mahlzeiten unter 200. Und das ist das maximale MInimum, zu dem Fachärzte aktiv beitragen mögen, wenn damit nicht häufig Unterzuckerungen produziert werden.
Mit diesen Blutzuckerwerten leben die "gesünderen" unter den Millionen Menschen mit Diabetes allein in D völlig ohne irgendwelche besonderen Beschwerden und Folgen. Vor diesem Hintergrund muss frau die Ruhe verstehen, mit der Ärzte und Fachärzte gerade mal "etwas" höher als gesunden BZ-Werten begegnen, die die gerade gewordenen Mütter in helle Aufregung versetzen ;)
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 22.08.2020 14:22:51 | IP (Hash): 195084877
Gestern kam endlich der ersehnte Anruf meines Arztes. Die weiteren Laborergebnisse sind unauffällig. Lediglich das C-Peptid ist etwas erhöht. Er meinte, man könne höchstens von einem beginnenden Diabetes 2 ausgehen, aber er würde eher nichts sehen. Vielleicht hätte ich auch eine gewisse Insulinresistenz. Meine Frage, warum der OGTT dann so ausgefallen sei, hat er mit "Gute Frage." beantwortet. Er meinte, die Schilddrüse könnte ein Grund sein. Aber auch, dass ich vor ein paar Jahren in relativ kurzer Zeit sehr viel abgenommen habe (diese Begründung habe ich nicht verstanden, weiß dazu jemand mehr?). Ich soll nichts weiter beachten und in zwei Jahren zur Kontrolle kommen. Denn mein Hb1ca-Wert würde zeigen, dass die erhöhten Werte keine Alltagsrelevanz hätten Ich freue mich natürlich über diese Entwicklung, bin aber auch sehr verwirrt und würde die Zusammenhänge gerne besser verstehen. Aber ich muss wohl akzeptieren, dass ich keine umfassende Erklärung bekommen werde. Am Mittwoch habe ich einen Arzttermin wegen meiner Schilddrüse, da werde ich die Werte nochmal mitnehmen und hoffe, dass der Arzt dort es mir etwas verständlicher erklären kann.
Erstaunlicherweise messe ich in den letzten drei Tagen keine erhöhten Werte mehr. Ich frage mich, wodurch diese wochenlange Erhöhung ausgelöst wurde und ob sie nun wirklich ganz verschwunden ist.
Vielen Dank nochmal für eure zahlreichen Antworten und Anregungen. Ihr habt mir alle sehr weitergeholfen und sehr zu meiner Beruhigung in den letzten Tagen beigetragen!
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am 22.08.2020 18:12:09 | IP (Hash): 470244023
Hallo Finchen,
das sind zwei gute Nachrichten. Besonders das leicht erhöhte C-Peptid sagt aus, dass es nicht Typ1-Diabetes bzw. LADA ist. Toll ist auch, dass sich dein BZ wieder beruhigt hat.
Bekannt ist, dass bei zwei oGTTs oft unterschiedliche Ergebnisse heraus kommen. Erklären lässt sich das in vielen Fällen nicht. Da dein Tages- (und Nacht-)ablauf zur Zeit ganz bestimmt nicht geregelt und stressfrei vor sich geht, bestehen genügend Gründe für Unregelmäßigkeiten. Höre auf zu grübeln, was die Ursache gewesen sein könnte, was genaues bekommst du sowieso nicht raus. So ein leicht erhöhter BZ über ein paar Monate schadet übrigens auch deinem Körper nicht entscheidend. Dazu braucht es schon mehrere Jahre.
Versuche mal bei deiner Ärztin zu erreichen, dass sie deinen BZ in 3 ...4 Monaten oder zumindest in einem Jahr noch mal kontrolliert. Wenn dann alles in Ordnung ist, reicht die Kontrolle aller 2 Jahre aus.
Alles Gute, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 22.08.2020 18:12:27. Grund: . -
am 22.08.2020 21:54:05 | IP (Hash): 1668109226
Hallo Finchen, ich hoffe alles gut bei dir!
Wie schaffst du es mit deinem Baby? -
am 24.08.2020 09:17:41 | IP (Hash): 2087691041
Versuche mal bei deiner Ärztin zu erreichen, dass sie deinen BZ in 3 ...4 Monaten oder zumindest in einem Jahr noch mal kontrolliert. Wenn dann alles in Ordnung ist, reicht die Kontrolle aller 2 Jahre aus.
Das ist eine gute Idee. Das mache ich auf jeden Fall. Danke für den Tipp!
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am 24.08.2020 09:52:57 | IP (Hash): 2087691041
Ich habe gerade nochmal mit meiner Ärztin gesprochen. Sie meinte, es würde reichen, wenn ich alle drei bis sechs Monate den Langzeitwert bei meiner Hausärztin bestimmen lasse und nur wenn dieser über 6,5 läge, müsse man (medikamentös, weil abnehmen nicht möglich) aktiv werden.
Ich habe mir verschiedene Foreneinträge zum Langzeitwert durchgelesen. So richtig durchdrungen habe ich das Thema aber noch nicht. Trotzdem stellt sich mir die Frage, ob diese Bestimmung ausreichend ist? Kurzzeitig erhöhte Blutzuckerwerte werden darin doch nicht abgebildet, oder? Sind diese denn irrelevant? -
am 24.08.2020 13:53:13 | IP (Hash): 1271908337
Du hast recht: Alles, was an höherem BZ nicht länger als 3-4 Stunden anhält, wird mit dem HBA1c-Wert nicht erfasst. Wenn Du also in der Spitze ne halbe Stunde nach dem Essen nicht mehr als 140-160 mg/dl haben willst, kannst Du das nur selbst einrichten. Also etwas systematisch schauen, wie große Portionen von welchen KHs bei Dir unter diesen Deckel passen und die dann gewohnheitsmäßig einrichten. Und gewohnheitsmäßig einrichten will sagen, dass frau ein Auge für die Portionen entwickelt, die in ihren Rahmen passen, und da nicht jeden Tag nachmessen und nachwiegen muss, sondern dass alle paar Tage, paar Wochen oder sogar paar Monate ne Stichprobe reicht. Kann gut sein, dass das dann etwa LOGI entspricht, und damit lässt sich ganz gut leben :)
Und NEIN, der Typ-2-mäßige Blutzucker-Anstieg hängt spätestens bei schlanken Betroffenen nicht am Gewicht, wie uns die versammelte Ärzteschaft gern einredet. Sondern sie wird wahrscheinlich genauso wie bei den schwergewichtigeren von zu viel Fett in der Leber bewirkt. Und dabei muss das nicht mal ne ausgeprägte Fettleber sein mit 60 und mehr Prozent, die es auch bei schlanken Menschen gibt, sondern da reicht wohl bei manchen ein Fettanteil von nur 20 oder so Prozent für die höher als normale Glukose-Ausgabe. Prof. Taylor in Newcastle sammelt gerade schlanke Probanden für seine nächste Studie dazu, allerdings nur in GB. - Will sagen: Normales Gewicht fürchten oder gar noch weiter abnehmen wird für den gesunden BZ wenig bis gar nichts bringen, sondern eher der Ersatz von KHs durch Fett und Eiweiß und davon passend für Dein gesundes Gewicht. Und dazu kann Rainer Dir bestimmt mehr schreiben.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 24.08.2020 17:03:42 | IP (Hash): 1843881018
Ich bin's nochmal:
Ich habe mir eben eine Kopie der Laborwerte geben lassen. Der Peptid-C- Wert liegt bei 8,6. Als Obergrenze wird 4,4 angegeben. Im Internet habe ich gelesen, dass solch erhöhten Werte auf eine beginnende Diabetes 2 hinweisen. Der Arzt sprach am Telefon nur von einer geringen Erhöhung. Aber ist diese wirklich nur gering? Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass es vielleicht doch nicht so harmlos ist. Bzw. dass jetzt ein guter Zeitpunkt wäre, noch ohne Medikamente entgegenzusteuern. Wie würdet ihr das bewerten?