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LADA Diabetes normaler C-Peptid - Insulin sinnvoll?

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    am 04.09.2020 08:48:55 | IP (Hash): 974942215
    Hallo July,

    vielen Dank, es war sehr informativ, die Leitlinie zu lesen. Interessant fand ich, dass Exraucher anscheinend viel häufiger an CU erkranken. Vllt fange ich ja wieder an ;-)
    Jedenfalls steht in der CU Leitlinie durchaus, dass man das so macht, wie meine Gastroenterologin das jetzt verordnet hat. Sie verspricht sich dadurch eine schnellere Heilung der Symptome und da das ganze nur zwei Wochen lang laufen soll, meinte sie, dass die erhöhten BZ Werte für die Zeit schon in Kauf genommen werden können. Sie ist nebenbei auch noch Endokrinologin. Ich habe generell schon ein gutes Gefühl, das ist auch eine spezialisierte Praxis bzw medizinisches Zentrum, das sich vorwiegend mit CED beschäftigt. Ich war davor bei zwei anderen Gastroenterlogen, der eine war ein No Go und der andere war zwar okay, aber er hatte ein paar mMn recht starre Ansichten, obwohl sonst durchaus kompetent. Also ich gebe dem Prednisolon eine Chance, ich will jetzt endlich Ruhe im Darm. Nächste Woche habe ich eh noch einen Kontrolltermin und dann schauen wir mal, wie es läuft. Wenn es nichts hilft, würden wir es mit Biologika versuchen, das haben wir auch bereits besprochen.

    Den BZ Anstieg beobachte ich jetzt schon, ist aber 20-30 mg/dl höher als sonst, ich denke wirklich auch, dass es für zwei Wochen zu tolerieren ist, zumal die Dosis nach 4 Tagen sukzessive verringert werden soll.

    LG, Ron

    P.S.

    July95 schrieb:


    Gut, kann natürlich sein, dass tatsächlich erst durch die Antibiotika Gabe das ganze ausgebrochen ist. Und du deswegen sowieso sehr feinfühlig auf deine Symptome geachtet hast und es deswegen so schnell entdeckt wurde.



    Das ist interessant, dass Du das ansprichst: die Vermutung hatte ich auch, aber im KKH haben mir die Ärzte gesagt, das hat miteinander nichts zu tun. Zwei weitere niedergelassene Gastroenterlogen haben mir das gleiche gesagt, erst die neue Ärztin aus dem o.g. Zentrum sagte mir von Sich aus, dass es wahrscheinlich der Auslöser gewesen sein könnte.

    July95 schrieb:

    Ich könnte mir vorstellen, dass durch die Entzündung dein BZ bereits höher lag, als er ohne Entzündung gelegen hätte. Also dass durch die Colititis auch der Typ1 LADA sehr frühzeitig entdeckt wurde. Ohne die Entzündung wäre es vllt erst in einigen Jahren aufgefallen. Dafür spricht ja auch dein noch sehr gutes C-Peptid.



    Das kann ich mir auch sehr gut vorstellen, hat ja auch wirklich zeitgleich angefangen. Ich denke, den Diabetes hätte ich so oder so, mit oder ohne CU, er wäre halt, wie Du sagst, ein paar Jahre später gefunden worden.
    Bearbeitet von User am 04.09.2020 13:34:35. Grund: Text hinzugefügt
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    am 04.09.2020 08:58:23 | IP (Hash): 974942215
    HeikeOV schrieb:


    Wie viel mehr Insulin man braucht, hängt von der Dosis ab.

    Ich habe bei 2*25mg Prednisolon täglich 160% der normalen Insulinmenge gebraucht.

    Und schon wieder habe ich `nen Link für dich ;)
    https://www.alexeberth.bplaced.net/wordpress/insulindosisanpassung-bei-cortison/

    Du verwendest derzeit nur Basalinsulin, oder?
    Da würde ich das dann halt entsprechend erhöhen. Aber kläre das am besten mit deinem Arzt ab... in die richtige Richtung wirst Du ihn aber wahrscheinlich schubsen müssen...



    Hallo Heike,

    Danke für den Link :-) Also ich nehme 4 Tage lang 1*25mg Prednisolon, danach 3 Tage 1*20mg, danach 3 Tage 1*15mg und danach 3 Tage 1*10mg und dann war's das... Meine Diabetes Ärztin ist die Woche ausgerechnet im Urlaub, Vertretung hatte irgendwie Angst vor Unterzuckerungen, wenn ich die Basaldosis erhöhe, ich habe jetzt mal gewagt, die Basaldosis auf eigene Faust auf 4 IE zu erhöhen, das wäre eh der nächste Schritt, da ich mit 2 IE nicht mal in die Nähe einer Unterzuckerung kam und der Nüchtern BZ sich seit Beginn der Basalinsulingabe nicht wirklich verändert hatte, ist immer ungefähr bei +- 100 (in Wirklichkeit wahrscheinlich etwas höher, da Libre ja zu niedrig misst). Hatte keine Unterzuckerung und die Werte scheinen auch unverändert zu sein, aber da sollte ich ja noch ein paar Tage abwarten. Und am Montag ist meine Diabetes Ärztin zurück, dann rufe ich sie gleich mal an.

    LG, Ron
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    am 04.09.2020 13:59:58 | IP (Hash): 1042835281
    Hallo Ron,

    bei so einer kurzzeitigen Einnahme von Kortison macht es keine Sinn, an der Einstellung rum zu probieren. Akzeptiere einfach, dass dein BZ höher verläuft, solange du das Zeug nimmst. Wenn du es nicht mehr nehmen musst, stellt sich wieder der Verlauf ein, wie er vorher war.

    Der kurzzeitige höhere BZ-Verlauf richtet auch keine nicht wieder gut zu machenden Schäden an.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 04.09.2020 14:01:00. Grund: .
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    am 04.09.2020 14:06:27 | IP (Hash): 974942215
    Hallo Rainer,

    so hat mir das die Gastroenterologin auch erklärt. Ich bin jetzt aber mal so frech und belasse es bei 4 Einheiten Tresiba statt zwei, natürlich frage ich nächste Woche meine Diabetologin, was sie davon hält, weil ich, wie gesagt bei 2 Einheiten keinen Unterschied gesehen habe und das ohne Kortison. Vllt spritze ich ja falsch? Aber was soll man da falsch machen?

    LG, Ron
    Bearbeitet von User am 04.09.2020 14:17:42. Grund: gespürt = gesehen
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    am 04.09.2020 14:29:04 | IP (Hash): 1042835281
    Hallo Ron,

    für einen Typ 2er sind basal 2 IE nichts und 4 IE auch sehr wenig.

    In deinem Eingangsthread hast du geschrieben, dass Metformin bei dir gut gewirkt hat. Deshalb vermute ich, dass du es vielleicht mit einem Doppeldiabetes: LADA und Insulinresistenz vom Typ 2er zu tun hast. Das würde auch erklären, warum du mit 2 bzw. 4 IE nicht weit kommst. Ich würde an deiner Stelle auch erst mal bei den 4 IE bleiben. Ich glaube kaum, dass du damit gefährlich unterzuckern kannst und leichte Hypos lassen sich ja leicht beheben.

    Viele Grüße, Rainer

    ____
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    Bearbeitet von User am 04.09.2020 14:29:33. Grund: .
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    am 04.09.2020 15:25:05 | IP (Hash): 974942215
    Hallo Rainer,

    das mit Doppeldiabetes habe ich mir auch bereits gedacht. Ich erzielte auch deutlich bessere Nüchterblutzuckerwerte mit ganz wenig Metformin (500) als mit wenig Basalinsulin. Mit Sport auch. Nur als Beispiel gestern nach drei Bahnen Schwimmen war mein BZ von 135 auf 90 runter und das hat nach meinem Verständnis was mit besserer Insulinempfindlichkeit nach Sport zu tun. Frage mich aber, wo die Resistenz her kommt, ich bin eher schlank und habe in den letzten 4 Monaten 10 kg abgenommen. Also 80 kg bei 184 cm Größe. Aber bisserl Bauchspeck habe ich halt tatsächlich immer noch.

    Das möchte ich definitiv nochmal bei der Diabetologin nochmal ansprechen. Sie hat halt ziemlich schnell nach den ganzen Antikörpern gesagt, wir machen jetzt mal Insulingabe um die Bauchspeicheldrüse zu entlasten, was mir mit meinen Darmproblemen auch lieber als Metformin war. Und sie meinte auch, im Grunde ist es nicht so wichtig, welche Form(en) von Diabetes man hat, wichtig ist, dass der Blutzucker auf die eine oder andere Weise im gesunden Bereich verläuft (zwischen 70 und 180).

    LG, Ron
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    am 04.09.2020 15:46:49 | IP (Hash): 409965926
    Hey,

    dein Zentrum klingt echt gut.
    Und an dem Vorgehen deines Arztes ist nichts zu bemängeln. Hatte auch im Hinterkopf, dass du vllt nur eine leichtere Colitis Form hast und dann braucht man i.d.R. keine längerandauernde Biologika-Therapie. Da du ja ganz wenig Kortison nehmen sollst und noch in einer sehr begrenzten Zeit, ist es für den Bz komplett vertretbar.

    Meine Kortisontherapie (bevor ich Diabetes bekam) sah so aus:
    - eine Woche 60mg
    - eine Woche 50 mg
    - eine Woche 40 mg
    - Ende dieser Woche Verschlechterung wieder 60 mg bis zur nächsten Infusiom
    - wieder eine Woche 50mg
    - eine Woche 40mg
    - zwei Wochen 30mg
    - zwei Wochen 20 mg
    - zwei Wochen 10 mg
    - zwei Wochen 5 mg
    -dann Kontrolle der Entzündungswerte und es wurde komplett abgesetzt.

    Das bei so einem Schema der Bz dann spinnen würde, kannst du dir vorstellen.
    Ich habe allerdings einen schweren Crohn mit einem sehr heftigen Schub gehabt. CRP bei 17 (Ref. kleiner 0,5), Calprotectin nicht mehr messbar, weil zu hoch größer 1500 (Ref. kleiner 50).

    Mit Rauchen ist es so eine Sache. Mir wurde gesagt, ich soll mit Crohn ja nicht anfangen. Mit Colitis dagegen sollte man nicht aufhören, wenn man bei Entdeckung der Krankheit noch raucht. Aber jetzt wieder anzufangen ist sicher auch im Hinblick auf den Diabetes dämlich.

    Wie gesagt, ihr testet euch ja an die richtige Dosis ran. Ob jetzt 2 oder 4 Einheiten (die vllt. dann später 6 , 8 oder 10 Einheiten werden) du musst halt immer langsam erhöhen. Somit ist das Risiko der Überdosierung und somit Unterzuckerung geringer. Irgendwann merkst du einen Effekt.
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    am 04.09.2020 16:51:06 | IP (Hash): 1042835281
    Hallo Ron,

    ohne deine Colitis hätte ich dir empfohlen, Metformin neben einer Minidosis Basalinsulin weiter zu nehmen. Aber so wäre der Schaden eventuell größer als der Nutzen.

    Zum Glück kann man gegen Insulinresistenz auch so viel machen. Dein Sport ist schon mal sehr gut. Außerdem empfiehlt sich die Reduzierung der KH. Meistens reicht eine moderate Reduzierung, so wie es z.B. bei LOGI empfohlen wird, bereits aus. Die Formel: "auf Menge und Qualität der KH achten" drückt das ganz gut aus.

    Beste Grüße, Rainer

    ____
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    Bearbeitet von User am 07.09.2020 10:55:12. Grund: .
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    am 07.09.2020 10:57:27 | IP (Hash): 234911367
    Hallo July und Rainer,

    @July: danke für Dein Feedback, würde mich bei Gelegenheit gerne über die Erfahrungen mit Kortison und Bilologica mit Dir austauschen. Ist hier im Forum und dem Thread evtl etwas off-topic. Vllt melde ich mich mal direkt. Und das mit dem Rauchen wieder anfangen war natürlich ein Witz. Nachdem das Risiko ja eingetreten ist, brauche ich nicht an der Wahrscheinlichkeit rumzuschrauben und ich vermisse die Raucherei nicht.

    @Rainer: das klingt sehr interessant mit LCHF, vor allem, wenn man damit beide Probleme in Angriff nehmen kann. Ich mache mich da erst Mal schlau und komme gern auf Dich zu, wenn ich Fragen habe. Danke!

    Viele Grüße und einen guten Start in die Woche!
    Ron
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    Hallo Ron,

    gerne kannst du mir über PN schreiben.
    Bezüglich LCHF ich würde definitiv damit warten, bis dein Schub vorbei ist. Im Schub ist das ganze Fett sehr schlecht für den Magen-Darm-Trakt. Da ist ja das Gegenteil angesagt, schnelle leichtverdauliche Kohlenhydrate und wenig Fett, sowie mageres Eiweiß, wenig Ballaststoffe. Ist natürlich blutzuckertechnisch nicht so das beste.. Zudem noch erhöhter BZ wegen der Entzündung und ggf. wegen dem Kortison.
    Schub ist somit blutzuckertechnisch echt dumm. Aber zum Glück ist es ja nur eine meist begrenzte Zeit ;)
    Bei Crohn kommt dann noch laktosefreie und glutenarme Kost im Schub dazu. Ich glaube aber bei Colititis greift diese Empfehlung nicht, da hier ja nicht der Dünndarm betroffen ist.

    Wenn dein Schub - hoffentlich bald - vorbei ist, kannst du ja vorsichtig austesten, welche Ernährungsweise für dich für deinen Diabetes und deine Colitis passt.
    Du kannst wegen der Colititis Ernährung auch mal bei den Ernährungsdocs schauen, welche Lebensmittel Schübe auslösen.
    Auch zu Diabetes findest du dort einige Tipps. Allerdings geht das ganze leider nur in Richtung Low Carb.

    LG