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Neuer Doktor-Neue Medis

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    Mitglied seit: 11.11.2020
    am 11.11.2020 13:43:51 | IP (Hash): 932562985
    Hallo, bin im Forum neu, habe aber bereits seit meiner Schwangerschaft vor 19 Jahren mit Diabetes Typ 2 zu tun. Mittlerweile bin ich 47/171cm/86kg. Eine Schulung hab ich 2007 gekriegt, seither nix mehr.

    Erst hab ich Metformin verschrieben bekommen, habe das aber nie richtig vertragen. Heißt, mir war ständig leicht übel und spätestens zwei Stunden nach Einnahme musste ich auf den Porzellanthron. Da ich auf meiner Arbeit am Postschalter zu 90 % Einzelkämpfer bin, konnte also nicht einnehmen vor Feierabend. Als dann auch Velmetia nicht mehr half wurde ich zum Diabetologen überwiesen.

    Der hat mir dann das Metformin endlich erlassen und mich auf Toujeo/Januvia/Jardiance eingestellt. Nach einer Woche fühlte ich mich wie neugeboren und hatte viel mehr Energie. Natürlich wurde ich dadurch auch mutiger und hab mir wieder mehr gegönnt- fast wie vor der Diagnose gegessen und genascht. Entsprechend wurden meine Werte auch wieder schlechter und ich musste wieder zum Diab. Leider ging "mein" Doktor in den Ruhestand und die Nachfolgerin hat mir jetzt wieder Metformin verschrieben (obwohl ich ausdrücklich gesagt hab, dass ich es nicht vertrage) zusammen mit Jardiance und Ozempic, Da ich durch die lange Zeit mit Metformin eh von der Verdauung her angeschlagen bin, wird mir mulmig vor der ersten Spritze. Habe zwar nächste Woche Urlaub, aber Durchfall und Erbrechen kann ich nicht gebrauchen.
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    am 11.11.2020 16:28:09 | IP (Hash): 54727157
    Schön, dass Du her gefunden hast. Aber was könnten wir jetzt konkret für Dich tun?

    Mal vorab generell: die miese Erfahrung mit Metformin hält im Darm nicht länger als ein paar Tage vor. Der lange Rest ist im Kopf, und da kriegst Du den direkten Zusammenhang mit dem Topf vielleicht nie mehr raus. Also würd ich an Deiner Stelle erstmal drauf verzichten und schauen, wie ich mit den übrigen beiden Medis zurecht käme.

    Am einfachsten ließe sich das z.B. morgens nüchtern oder um ne Stunde nach dem Essen am Blutzucker sehen, aber bislang scheinst Du den selbst noch nie gemessen und beobachtet zu haben, wie Dein Essen den ganz konkret bewegt.

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 11.11.2020 17:31:35 | IP (Hash): 315445670
    Hallo Heike,

    mein Vorschlag wäre, nicht alles auf einmal neu anzufangen. Metformin wirkt sehr gut, wenn man es verträgt, aber es hat von den dreien die geringste Wirkung. Deshalb würde ich mit Jardiance und Ozempic anfangen und vielleicht später auch noch mal Metformin dazu versuchen, wenn sich das mit den beiden Medikamenten eingespielt hat.

    Mit Ozempic sind auch Anfangsschwierigkeiten zu erwarten, deshalb wirst du zu Beginn wahrscheinlich auch erst mal die kleine Dosis 0,25mg bekommen, die dann später gesteigert wird. Ich drück dir die Daumen, dass du mit Ozempic gut zurecht kommst, nachdem die Anfangsschwierigkeiten überstanden sind. Bei vielen klappt das, bei manchen allerdings leider auch nicht. Ozempic ist der wichtigste Teil der neuen Therapie.

    Natürlich solltest du das mit deiner Ärztin absprechen, aber absprechen heißt nicht, dass du ihre Befehle befolgen musst. Sie muss dir auf jeden Fall erklären können, was bei dem vorgeschlagenen Weg gefährlich wäre, so dass du die mögliche Gefahr mit den dir bereits bekannten Problemen mit Metformin abwägen kannst. Am Ende müsst ihr zusammen einen Weg finden, den ihr beide vertreten könnt. Das nennt sich neudeutsch "Shared Decision Making" bzw. "Partizipative Entscheidungsfindung" und sollte auch von deiner neuen Ärztin beachtet werden.

    Viel Erfolg mit Ozempic, Rainer

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    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 11.11.2020 17:32:24. Grund: .
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    am 11.11.2020 17:59:52 | IP (Hash): 932562985
    Lieber Jürgen.
    ich bin nicht unbescholten, und bitte stell mich nicht als Simulant dar. Ich musste vier Jahre Metformin nehmen und mir war es vier Jahre lang übel und meine Darmflora ging durch die Durchfälle fast hops. Damals musste ich noch nicht regelmässig kontrollieren, aber seit Toujeo mess ich viermal täglich (Minimum). Das sind mittelrweile auch schon 2 Jahre. Die Tageswerte sind soweit ok, aber am Abend will ich ein bissl was süßes und das büße ich halt.
    Mir ging es um den Rat, ob ich erst mal nur mit Ozempic anfangen sollte. Jardiance und Toujeo nehm ich ja schon geraume Zeit und vertrag es sehr gut.

    PS: Und meiner Schulung nach ist der Wert zwei Stunden nach dem Essen ausschlaggebend, weil selbst gesunde eine Stunde postprandial erhöhte Werte haben können.
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    am 11.11.2020 20:14:26 | IP (Hash): 54727157
    Sorry, wenn ich Dir auf nen Zeh getreten hab. Aber 4 Jahre in der unerträglichen Art, wie Du’s beschreibst, hätte ich nicht für möglich gehalten. An Deiner Stelle wäre das für mich Grund genug, das Mittel erst einmal nicht mehr zu nehmen.

    Dass in Schulungen immer auf die Gesunden mit den hohen 1-Stunden-Werten hingewiesen wird, weiß ich inzwischen seit über 20 Jahren, und seit um 30, dass in den Beratungen der 2-Stunden-Wert als sehr viel wichtiger als der 1-Stunden-Wert vertreten wird.
    AAAber praktisch alle mit Diabetes, die deutlich höhere 1-Stunden-Spitzen gegen deutlich niedrigere tauschen, berichten nach spätestens 4-6 Wochen und meistens sehr viel eher von deutlich gesünderen morgendlichen Nüchternwerten, so dass sie häufig ihre Medikation sogar ein bisschen verringern können.

    Und den Start in den Tag mit weniger zu hohem oder gar gesundem BZ und insgesamt möglichst wenig Medikamente halte ich für ein attraktives Ziel.

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    am 12.11.2020 08:26:44 | IP (Hash): 2057207324
    Heike198 schrieb:
    Mir ging es um den Rat, ob ich erst mal nur mit Ozempic anfangen sollte. Jardiance und Toujeo nehm ich ja schon geraume Zeit und vertrag es sehr gut.

    Jardiance kannst du auf jeden Fall beibehalten, zumal du es gut verträgst. Du solltest mit Ozempic und Jardiance beginnen, nur mit der Einschleichdosis von Ozempic wird dein BZ bestimmt nicht ausreichend gesenkt.

    Selbst wenn Jardiance dir Probleme machen würde, überkreuzen die sich nicht mit den Nebenwirkungen, die bei Ozempic besonders in der Anfangsphase auftreten können.

    Alles Gute, Rainer

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    Bearbeitet von User am 12.11.2020 08:26:57. Grund: .
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    am 12.11.2020 11:53:09 | IP (Hash): 932562985
    Jo, danke Euch für Eure Ratschläge.
    Sorry, dass ich meine Frust, nicht ernst genommen zu werden, auf Dich abgeladen hab, Jürgen.

    Ja, die vier Jahre waren der Horror, wenn es einem wirklich ständig schlecht ist. Hatte mich fast an den Zustand gewöhnt, bis ich durch die Kombi ohne Metformin gemerkt hab, wie schön das ohne Übelkeit und Durchfall sein kann.

    Ich werd also am Samstag meine erste Dosis Ozempic setzen und hoffen, dass ich sie einigermassen vertrage.

    Zum Metformin hab ich noch eine Frage: hatte auf dem Rezept Siofor stehen und hab aber jetzt ein anderes Präparat bekommen, wo ich die Tabletten nicht halbieren kann. Kann ich das reklamieren?
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    am 12.11.2020 12:09:17 | IP (Hash): 2106775781
    direkt in der Apotheke, und wenn Du Metformin nicht verträgst, kann gut sein, dass Du denselben Wirkstoff mit dem anderen Träger im Siofor verträgst. Daumendrück

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    am 13.11.2020 10:46:33 | IP (Hash): 932562985
    Hallo, Jürgen,

    leider hat der Umtausch nicht geklappt, weil ich die Packung geöffnet habe (um den Zettel zu lesen). Habe jetzt das Siofor auf eigene Kosten mal bestellt. Kostet ja nicht die Welt und im anderen Produkt war Macrogol 4000 drin, das laut Pharmawiki zu Übelkeit, Durchfall und Erbrechen führen kann. (So ein Zufall aber auch *grins*)

    Wie kommt es, dass Du soviel über die ganzen Vorgänge weißt? Gibt's da irgendwo ein vernünftiges Buch, wo die Zusammenhänge mal so gut verdeutlicht werden? Ich les zwar auch regelmässig die Diabetikerzeitschrift aus meiner Apotheke, aber Du bist ja sowas wie ein wandelndes Lexikon :)

    LG, Heike
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    am 17.11.2020 10:53:47 | IP (Hash): 932562985
    Huhu, bin noch unter den Lebenden ;)
    Hab am Samstag Nachmittag meine erst Dosis Ozempic gespritzt und bisher immer noch keine unerwünschten Wirkungen.
    Der Nüchternzucker ist (seit Jahren erstmals) stabil knapp unter 90 und die 2 Stunden-Werte (ein Traum) um die 150. Mit Siofor hab ich jetzt gar noch nicht angefangen, weil die Werte in meinen Augen gut sind. Passt soweit?

    LG, Heike

    Habe keinen Plan und davon viel ;)