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Umstieg Repaglinid zu Sitagliptin (Janumet)
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am 05.12.2020 23:31:16 | IP (Hash): 2091117196
Guten Abend,
ich bin neu hier und 55J, 178cm, 72kg, Typ2 Erstdiagnose 1993, HbA1c=6,0.
Ich war jahrelang mit tägl. 2x Metformin 850mg und ca. 3 - 4x Repaglinid 0,5/1mg behandelt, was auch soweit gut funktioniert hat.
Vor einem Jahr bin ich auf Vorschlag meiner Diabetologin auf 2x Janumet (Sitagliptin 50mg, Metformin 850mg) umgestiegen. Ohne zusätzlich 1 - 2x Repaglinid 0,5mg hat das aber nicht funktioniert.
Was ist eigentlich so schlecht an dem Repaglinid im Vergleich zu Sitagliptin?
Da mein HbA1c Wert recht gut ist, hat meine Diabetologin vorgeschlagen das Repaglinid jetzt ganz wegzulassen und 3 Monate zu akzeptieren, dass die Blutzuckerwerte auch über 160 gehen. Und danach den HbA1c Wert zu prüfen. Sie meint, dass die Repaglinide die Bauchspeicheldrüse immer sehr beansprucht hat und Zeit braucht wieder ohne auszukommen. Problem ist, meine Blutzuckerwerte sind jetzt jenseits von Gut und Böse. Ich kann sie von mir ausgehend eigentlich nur durch weniger Kohlenhydrate senken. Und ich habe eh schon zu weit abgenommen.
Besteht eurer Meinung die Chance, dass die Bauchspeicheldrüse nach einiger Zeit ohne Repaglinide wieder besser funktioniert?
Bearbeitet von User am 05.12.2020 23:32:22. Grund: Fehlerkorrektur -
am 06.12.2020 08:32:55 | IP (Hash): 1785248852
Hallo Weltmeister,
das ist schon toll, wenn du nach 27 Jahren deinen Diabetes mit so wenig Medis immer noch mit einem 6,0er HbA1c so gut im Griff hast. :=)
Eine über viele Jahre durch ein Sulfonylharnstoff oder durch deren Nachfolger Glinid ausgequetschte BSD erholt sich normalerweise nicht wieder. Sie bleibt ausgequetscht, was bei Sitagliptin vermutlich nicht der Fall ist. Dabei gibt es aber eine Ausnahme, wenn du einer der beiden häufigsten MODY-Arten MODY Typ 3 oder Typ 1 hast. So wie du deinen Diabetesverlauf beschreibst, spricht einiges bei dir dafür. Wenn du die 27 Diabetesjahre mit Repaglinid gut durchgestanden hast, ohne dass du die geringe Anfangsdosis in der Zeit stark erhöhen musstest, dann ist das sogar fast sicher.
Bei MODY Typ 3 und Typ 1 quetscht Repaglinid die BSD nicht aus, sondern setzt genau dort an, wo die Störung besteht. Deshalb gilt dafür, dass man den Diabetes mit einer kleinen Dosis Repaglinid dauerhaft oder zumindest sehr lange gut in Griff behalten kann. Wenn du einen dieser MODY-Typen hast, worauf vieles hindeutet, dann solltest du wieder zu Repaglinid zurück kehren, solange es gut funktioniert. Du könntest vielleicht auch mal teste, ob dir Metformin überhaupt was bringt. Für so eine Test musst du dir aber ein paar Wochen Zeit nehmen, weil Metformin bis zu einer Woche nachwirkt.
Weiter alles Gute, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 06.12.2020 08:33:10. Grund: .1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 06.12.2020 12:06:05 | IP (Hash): 2091117196
Hallo Rainer,
vielen Dank für die Antwort. 1993 wurde ich als 2a typisiert, die Welt hat sich seither wohl weitergedreht. Beim nächsten Arztbesuch werde ich nachfragen, zu welcher aktueller Diabetikergruppe ich gehöre.
Repaglinid nehme ich seit 2008. Zuvor bis weit in die 1990er Jahre hinuter war es Glimepirid (Amaryl), was auch gut funktioniert hat. Repaglinid haut bei mir so richtig erst 3 Stunden nach der Einnahme rein. Bei der ersten Einnahme hatte die Ärztin 2mg Tabletten verschrieben, da habe ich dann 3 Stunden nach der Einnahme mit totalem Unterzucker und Schweiß am ganzen Körper die Küche verzweifelt auf der Suche nach Kohlenhydraten geplündert.
Mein Problem ist auch noch, dass ich seit 1 Jahr von ca. 75 - 77 kg auf jetzt 72 kg stetig abgenommen habe. Ein paar Kilo weniger taten mir sehr gut, aber jetzt reichts langsam. Dabei gab es mehrere Veränderungen:
1) Repaglinid zu Sitagliptin
2) Erheblich reduzierter Fleisch/Wurstkonsum auf jetzt ca. 10-15 kg/Jahr
3) Mit ca. 3000 km innerhalb 6 Monaten viel mehr Rad/Pedelec gefahren
4) Homeoffice statt Büro (mehr BZ Messungen und Reaktion darauf, bessere Lebensmittelauswahl)
So richtig ist mir nicht klar, was ich verändern sollte. Die Ärztin meinte mehr tierische Eiweiße essen. Genau das will ich eigentlcih nicht, ich hatte schließlich einen Grund für die Reduktion. Ok, Eier und Milch sind für mich noch ok.