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Einen vom Pferd erzählen - oder von Glukoseintoleranz oder von Insulinresistenz oder ...

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    Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 09.12.2020 21:19:51 | IP (Hash): 698764843
    Insulinresistenz ist ein unglücklich missverständlicher Begriff. Denn er besagt, dass die davon betroffenen Zellen sich der Aufnahme der gesunden Menge an Insulin und Glukose zu ihrer Versorgung widersetzen.
    Wenn das zutreffen würde, würden gesunde Zellen fortlaufend eine gesunde und damit irgendwie normgerecht feste Menge an Insulin und Glukose aufnehmen. Aber so eine feste gesunde Menge gibt es überhaupt nicht!

    Denn gesund gelangt aus der Leber (nirgendwoher sonst gelangt Insulin oder Glukose in den Blutkreislauf) immer nur so viel Insulin und Glukose in den Blutkreislauf, wie die Zellen des Organismus dem Blut auf seinem Umlauf durch den ganzen Körper bis wieder zurück in die Leber abgenommen haben. Die Leber füllt fortlaufend bis zum individuell normalen Nüchternstand auf. Wenn die Zellen wenig abgenommen haben, dann wenig, und wenn viel, dann eben viel. Da kann es gar keine festen Abnahmemengen geben, weil es ja auch gar keinen festen Verbrauch gibt.

    Wenn mehr als normal gesund an Glukose und Insulin im Blut beobachtet werden, dann schlicht deswegen, weil die Leber infolge eines Defekts in ihrer Steuerung mehr davon ausgibt, als abgenommen wird. Und zu solchen Defekten weiß die Medizin bislang erstaunlich wenig.
    Vor dem Hintergrund ist natürlich sehr viel einfacher, zuerst mal den höheren BZ zuerst auffällig nach dem Essen von KHs und mit immer mehr solchen höheren BZs nach dem Essen auch zunächst leicht ansteigenden morgendlichen Nüchtern-BZ als Glukoseintoleranz zu erklären: Verträgt also nicht so gut Glukose. Alternativ von Anfang an oder wenn sich das dann weiter verstärkt, als Insulinresistenz: Widersetzt sich dem Insulin, das die Zelle ja für die Glukose aufschließen muss, und mit den Jahren und eben zunehmender Widersetzung immer mehr Insulin für immer weniger BZ-Erfolg.

    In der Tat interessante Narrative, die sich mit wenig Bezug zum sachlichen Hintergrund einleuchtend erzählen lassen - eben vom Pferd ;)

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 10.12.2020 16:25:53 | IP (Hash): 766287858
    Ach je, schon wieder das pseudowissenschaftliche Geschwurbel. Wer nicht versteht, was Jürgen uns damit sagen will, der braucht sich keine weiteren Gedanken zu machen - ein einfaches wegklicken des Beitrags reicht.

    Jürgen ist der einzige Mensch auf der ganzen Welt, für den Insulinresistenz nicht existiert. Er hält nicht einmal die physiologische IR für möglich. Daraus lässt sich nur schließen, dass Jürgen entweder ein bisher nicht erkanntes Genie, so eine Art Einstein für den menschlichen Stoffwechsel ist oder dass er diesbezüglich spinnt. Er wird sich bestimmt darüber freuen, wenn ihr ihn als Einstein betrachtet, ich persönlich neige eher zu der anderen Variante.
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    am 10.12.2020 18:48:44 | IP (Hash): 205156711
    Oh, der Lehrling schiesst gegen seinen Meister
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    am 14.12.2020 22:33:32 | IP (Hash): 1003629337
    Noch einer vom Pferd: Der Aufwach- und Aufsteh-Anstieg

    Gesund findet der einfach nicht statt. Sonst würde die BZ-Kurve in Wiki zu Insulin https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d8/Glucose-insulin-day-german.svg/495px-Glucose-insulin-day-german.svg.png für den BZ und für das Insulin im oberen gesunden Bereich und damit sehr deutlich über dem postabsorptiven Niveau in der Grafik starten.

    Trotzdem wird uns nach diesem ominösen Aufwach- und Aufsteh-Narratief der Anstieg morgens als völlig normal gesund verkauft, so als würden beide Verläufe völlig normal im oberen gesunden Bereich starten halt BZ-mäßig nur deswegen bei uns mit Diabetes so auffallen, weil unsere Betas dafür nicht ausreichend Insulin liefern.

    Den Anstieg können wir häufig beobachten, aber wie bei der Insulinresistenz fände ich wenigstens den Versuch einer Deutung besser, die sich die gesunde Voraussetzung nicht gar so krampfhaft zurechtbiegen würde.

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.